
"Gebt den Kindern eine Chance!"
Aufruf zur 40. Aktion "Brot für die Welt"
Mit Entschiedenheit verfolgen die Aktion "Brot für die Welt" und ihre Partner dieses Ziel.
Herr Jesus Christus,
Wen wir besuchen, dem schenke du deine Nähe.
Laß durch unser Tun die Menschen
Die "Hoogsteder Gruppe", deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mitglieder des Vereins für Straffälligenhilfe - CURA Lingen e. V. sind, ist seit 25 Jahren in der Straffälligenarbeit tätig.
Ausgangspunkt des langjährigen Wirkens dieser Laienhelferinnen- und -helfergruppe war ein Vortrag des evangelischen Gefängnispastors in der altreformierten Gemeinde Hoogstede im Jahre 1973; spontan schlossen sich damals Frauen und Männer zu einer Gesprächsgruppe zusammen, die sich zunächst einmal monatlich in der Justizvollzugsanstalt Groß Hesepe einfand, um mit Inhaftierten und Vollzugsbeamten zu sprechen.
Nach einer Übergangszeit, in der auch Mitglieder anderer Gemeinde hinzukamen, entstanden drei Gruppen, die nun wöchentlich in die verschiedenen Häuser der Justizvollzugsanstalt gingen. Durch diesen regelmäßigen Besuchsdienst entstanden Kontakte, wurde gegenseitigem Vertrauen gefunden, es konnte ein kontinuierliches Gespräch stattfinden.
Neben den Gesprächsabenden mit den Inhaftierten suchte die "Hoogsteder Gruppe" auch das Gespräch mit den Beamten. Daraus entwickelten sich regelmäßige Treffen, bei denen offen und zunehmend vertrauensvoller über Möglichkeiten und Grenzen dieser "Resozialisierungsarbeit im kleinen" gesprochen wurde.
Die Gruppenmitglieder suchten immer wieder nach Möglichkeiten, um das zu dem großen Komplex: Strafvollzug - Resozialisierung notwendige Fachwissen, weitergehende Informationen und Hilfestellungen für ihre Aufgaben zu erlangen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer solcher Veranstaltungen wurden zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihrer jeweiligen Gruppe.
Auf diese Weise für ihre ehrenamtliche Arbeit gerüstet, gewann die "Hoogsteder Gruppe" auch mehr und mehr Anerkennung und Vertrauen sowohl bei den Inhaftierten als auch bei der Leitung der Justizvollzugsanstalt Hesepe. Daraus entstanden neue Aufgaben, wie z. B. die Begleitung von Inhaftierten bei Ausgängen, Tagesbesuche bei Gruppenmitgliedern oder auch Begleitung von Entlassenen. Inhaftierte baten immer wieder um Einzelgespräche, wenn es um persönliche Fragen und Familienprobleme ging.
Im Laufe der Jahre kamen neue Gruppenmitglieder hinzu aus Hoogstede und aus anderen christlichen Gemeinden der Grafschaft Bentheim und darüber hinaus. Den Gruppenmitgliedern gelang es immer wieder, außenstehende Menschen für ihre Arbeit zu interessieren und für die Aufgaben zu motivieren.
In den 25 Jahren kontinuierlicher Arbeit für straffällig gewordene Mitmenschen verbergen sich viele persönliche Schicksale, aber auch zeitliche und finanzielle Opfer der engagierten Gruppenmitglieder.
Der PARITÄTISCHE WOHLFAHRTSVERBAND NIEDERSACHSEN e. V. spricht der "Hoogsteder Gruppe" für ihr selbstloses, an der Hilfe für den Nächsten orientiertes, gemeinwohlverpflichtetes Handeln und Wirken in zweiehalb Jahrzehnten seinen großen Dank und seine hohe Anerkennung aus und verleiht der "Hoogsteder Gruppe" das Ehrenzeichen des Verbandes.
Hannover, 17. Oktober 1998
Aus der Generalsynode der GKN
Im November 1998 gab es für die 73 Mitglieder der Generalsynode viel zu tun. Abgesehen von der gereformeerden Generalsynode, die vom 23.- 26.11.98 in Lunteren zusammenkam, gab es vom 12. - 14.und am 21. November eine Sitzung der Triosynode. DieTriosynode (das sind die Synoden der Nederlands-Hervormde Kerk, der Gereformeerde Kerken in Nederland und der Evangelisch-Lutherse Kerk in het Koninkrijk der Nederlanden) mußte ein heißes Thema behandeln und eine schmerzliche Entscheidung treffen. Die Zahl der Ausbildungsstätten für Pastoren der "Samen-op-Weg" - Kirchen soll - unter Druck des Kultusministers und wegen zurückgehender Studentenzahlen von sechs (vier an öffentlichen Universitäten in Leiden, Utrecht, Amsterdam und Groningen und zwei gereformeerde Ausbildungen in Kampen und an der Freien Universität in Amsterdam) auf drei zurückgebracht werden. Eine für die Universitäten, ihr Personal und ihre Studenten sowie auch für die Kirchen einschneidende Entscheidung.
Verschiedene Möglichkeiten
In der Hauptstadt bleiben
Kampen wird aufgehoben
Roel Visser, Uelsen
Von der Generalsynode
Die Abgeordneten zur Generalsynode befaßten sich mit verschiedenen Methoden des Bibellesens. Zur Vorbereitung hatte jeder eine Broschüre "Die Bibel - Sprache und Zeichen der Zeit" erhalten. Der hervormde Pastor G.W. Marchal hatte sie im Auftrag des "Rates für Kirche und Theologie" geschrieben. Er beleuchtet verschiedene Lesemethoden. Drei Methoden wurden auf der Synode vorgestellt. Ausgangspunkt war die Geschichte aus Johannes 8 über die Ehebrecherin.
Orthodox-dogmatische Methode
Feministische Methode
Psychologische Methode von Drewermann
Roel Visser, Uelsen
Uneinigkeit über den Namen der Kirche
Von der Triosynode (GKN, NHK, ELK)
Am Samstag, dem 21.November, kamen die Synodalen der Nederlandse Hervormde Kerk, der Gereformeerde Kerken in Nederland und der Evangelisch-Lutherse Kerk in het Koninkrijk der Nederlanden in der sogenannten Triosynode in einer Extrasitzung in Amersfoort zusammen. Das Thema war der Name der künftigen "Samen-op-Weg" - Kirche. 1993 hatte die Triosynode in der ersten Lesung der neuen Kirchenordnung den Namen "Verenigde Protestantse Kerk in Nederland" (VPKN) mit 123 gegen 41 Stimmen angenommen. So passierte es auch in der zweiten Lesung der Kirchenordnung im November 1997. Da gab es in de Triosynode nur 25 Gegenstimmen.
Widerstand
Religiöse Motive
Engagierte Diskussion
Wie nun weiter?
Roel Visser, Uelsen
Die Triosynode besteht aus:
Synode "Gereformeerde Kerken in Nederland", GKN
Synode "Nederlands Hervormde Kerk", NHK
Synode "Evangelisch Lutherse Kerk", ELK
R.Visser
50 Jahre Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK)
Während seiner achten Vollversammlung in Harare / Zimbabwe (3. - 14. 12. 1998) feiert der ÖRK dieser Tage seinen fünfzigsten Geburtstag. Die weltweite ökumenische Bewegung, deren Wurzeln schon vor dem 2. Weltkrieg liegen, wurde 1948 in Amsterdam gegründet. Dort wurde der runde Geburtstag schon im September feierlich begangen. In diesem Artikel wird kurz auf die Geschichte des ÖRK zurückgeblickt und der Frage nachgegangen, vor welchen Problemen die weltweite ökumenische Bewegung heute steht.
Rückblick
Als im August 1948 der ÖRK in Amsterdam gegründet wurde, war dies der vorläufige Höhepunkt im Bestreben der weltweiten ökumenischen Bewegung nach mehr Einheit in der Kirche Jesu Christi. Schon seit 1910 wurde durch verschiedene internationale Tagungen der Weg zum ÖRK geebnet. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als die ganze Welt erschüttert war über das verheerende Ausmaß dieses Krieges, konnte die ökumenische Bewegung ihre Kräfte bündeln und sich zu einer Organisation konstituieren.
Die Gereformeerde Kerken in Nederland (GKN) gehörten - im Gegensatz zu den anderen beiden heutigen SOW - Partnern, der Nederlandse Hervormde Kerk (NHK) und der Evangelisch Lutherse Kerk (ELK) - nicht zu den Gründungsmitgliedern des ÖRK. Das lag vor allem daran, daß die GKN damals eine Gefahr in der Pluralität des ÖRK sahen. Einerseits bekennt sich der ÖRK in der Gründungsurkunde zwar eindeutig zu Jesus Christus als dem Herrn und Retter der Welt , aber andererseits wird den einzelnen Mitgliedskirchen die Interpretation und die Gestaltung dieses Bekenntnisses überlassen. Hier wünschten sich die GKN mehr Verbindlichkeit innerhalb der ökumenischen Gemeinschaft und mehr Treue zur Heiligen Schrift.
Es dauerte immerhin bis 1969, bis die Generalsynode von Sneek, nach vielen Jahren der Auseinandersetzung mit der ökumenischen Frage innerhalb der GKN, den Beschluß faßte, sich nun doch dem ÖRK anzuschließen. Dafür war sicherlich mit ausschlaggebend, daß der Ausgangspunkt für die ökumenische Bewegung während der dritten Vollversammlung in Neu Dehli 1961 neu gefaßt wurde:
"Der Ökumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von Kirchen, die Jesus Christus gemäß dem Zeugnis der Heiligen Schrift als ihren Herrn bekennen, und die darum ihre Berufung zum Dienst und Zeugnis für die Welt gemeinsam erfüllen wollen, zur Ehre Gottes."
Anfang 1971 wurden die GKN vom ÖRK als offizielles Mitglied zugelassen. Seit der Gründung des ÖRK 1948 wurden bislang sieben Vollversammlungen gehalten : Amsterdam 1948, Evanston / USA 1954, Neu Dehli 1961, Uppsala 1968, Nairobi 1975, Vancouver 1983, Canberra 1991. Nun hat in diesen Tagen die achte Vollversammlung des ÖRK in Harare / Zimbabwe begonnen, dem z. Zt. über 330 Mitgliedskirchen aus aller Welt angehören (Protestanten, Orthodoxe, Anglikaner und Freikirchen).
Themen der ökumenischen Bewegung
Die Tatsache, daß es eine weltweite ökumenische Bewegung innerhalb der Kirchen gibt, die sich im ÖRK organisiert, wird von vielen Kirchenmitgliedern heute nicht oder nur am Rande wahrgenommen. "Woran kann man denn merken, daß es den ÖRK gibt ?", wird wohl einmal gefragt. Viele Themen, die uns in Kirche und Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten beschäftigt haben, hatten ihren Ursprung in der ökumenischen Bewegung. Dort trafen und treffen sich viele Christen aus aller Welt und besprechen gemeinsam ihre Sorgen und Nöte. So hat z.B. der 'konziliare Prozeß für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung' seinen Ursprung in der Ökumene, ebenso wie die wichtigen Themen zur weltweiten Bekämpfung des Rassismus oder zur Bestreitung der Armut ('Brot für die Welt') und der Unterdrückung in unserer Welt, um nur einige Beispiele zu nennen.
Was bewegt den ÖRK heute, welche Themen sind in Harare 'dran' ?
Das Thema der achten Vollversammlung lautet "Turn to God - Rejoice in Hope", zu deutsch "Kehrt um zu Gott - seid fröhlich in Hoffnung". Dies ist ein Aufruf, eine Ermahnung, eine Herausforderung an die Christen und Kirchen heute. Dieses Motto ruft uns auf, den christlichen Glauben hinauszutragen zu den Menschen, eine Botschaft von Hoffnung und neuem Leben in einer Welt zu verkündigen, die sich mit vielen Problemen konfrontiert sieht. Der Glaube soll Gestalt gewinnen in Zeugnis und Dienst, als Antwort auf vielschichtiges Unrecht und Leiden, worunter Mensch und Natur gleichermaßen stöhnen.
Die weltweite Kirche steht heute vor vielen Herausforderungen : In welcher Weise können z.B. die Friedensprozesse im Nahen Osten oder in Nord - Irland stimuliert werden? Wie kann der Demokratisierungsprozeß im ehemaligen Ostblock sinnvoll begleitet werden und wie kann man den dortigen Kirchen helfen, mit der neuen Situation der Freiheit umzugehen ? Wie muß mit der stetig wachsenden Schuldenproblematik der Länder der dritten Welt umgegangen werden ? Soll man sich dafür einsetzen, daß das Jahr 2000 ein "Jubeljahr" nach biblischem Vorbild wird, daß den armen Schuldnern ihre Schulden erlassen werden?
Wie begegnen wir der immer stärker werdenden Individualisierung, die noch gefördert wird durch einen schier unersättlichen Wirtschaftsmarkt, der persönliche und soziale Werte dem materiellen Gewinn unterordnet? Wir leben heute in einer Kultur der Gewalt und des Todes, die Menschlichkeit und gesunden Verstand vernichtet, die den Wettbewerb über die Zusammenarbeit stellt, die Macht über die Solidarität und das Miteinander - Teilen. Wie können die Kirchen heute darauf eingehen und sinnvolle Hilfe leisten?
Die Situation der weltweiten Kirche selbst hat sich geändert, die Gewichte haben sich verschoben. Während man generell sagen kann, daß die Kirchen auf der südlichen Halbkugel unseres Planeten wachsen, haben viele Kirchen der nördlichen Halbkugel mit einem Rückgang der Gliederzahlen und daraus resultierenden finanziellen Problemen zu kämpfen. Hinzukommt, daß in vielen Ländern in Nord und Süd neue Formen religiösen Lebens entstanden sind, die die herkömmliche Kirche und ihre Strukturen in Frage stellen.
Die Situation in der weltweiten Ökumene balanciert in der Spannung zwischen Entschlossenheit und Rückgang. Obwohl einerseits einiges auf dem Weg zu mehr Einheit unter der Kirchen erreicht werden konnte, muß man andererseits feststellen, daß manche Mitgliedskirchen des ÖRK sich gerade in der heutigen schwierigen Weltlage lieber um die eigene Profilierung kümmern, um die eigene Identität, als um ihre ökumenischen Verpflichtungen und das gemeinsame Ziel von mehr Einheit in der Vielfalt. Diese Frage spielt z.Zt. gerade in den orthodoxen Kirchen Osteuropas eine wichtige Rolle. Seit sie nicht mehr unter kommunistischen Regimes zu leiden haben, ist ihre Einstellung zur Ökumene eine andere geworden. Einige der orthodoxen Mitgliedskirchen haben den ÖRK schon verlassen. Es ist vor Harare die spannende Frage, wie viele noch folgen werden.
Hinzu kommt noch die Tatsache, daß die katholische Kirche bis heute nur einen beobachtenden Status im ÖRK hat, also noch kein Mitglied geworden ist. So wird ein wichtiger Teil der Versammlung von Harare denn auch der Frage nachzugehen haben, mit welchem Ziel, mit welcher Vision, mit welchem Selbstverständnis die Ökumene in das neue Jahrtausend gehen will., kurzum, eine Standortbestimmung ist angesagt. Was in Harare beschlossen wird und was anschließend geschieht, ist in großem Maße davon abhängig, wie ernsthaft die Kirchen für die ökumenische Bewegung beten und sich neu der ökumenischen Vision verpflichten, zu der Gott sie an der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend beruft.
Jan F. Fischer, Emmen / NL
Monatslied Dezember 1998:
Nun lässest du, o Herr, ... EG 695
Ältere Gemeindeglieder können sich bestimmt noch gut erinnern, wie sie in der Advents- und Weihnachtszeit den Lobgesang der Maria (EG 308, 309, 763), den des Zacharias (EG 762) oder den des Simeon (EG 222, 519, 695, 764) gesungen haben. Im altreformierten Gesangbuch von 1951 stehen sie in den 29 Gesängen unter den Nummern zwei bis vier. Der Lobgesang des Zacharias wurde 1977 auch auf Seite 236 im grünen Gemeindebuch aufgenommen.
Dem Monatslied für Dezember liegt der Lobgesang des Simeon ( Lukas 2, 29-32) zugrunde. Es ist vierstimmig im Gesangbuch abgedruckt. Es soll in unseren Gemeinden Chöre geben, die den Gemeindegesang auch dementsprechend im Satz unterstützen. Das Monatslied findet sich nicht unter der Rubrik "Advent", sondern unter "Sterben und ewiges Leben". Es ist auch nicht der von 1951 (Nr. 4) bekannte, zweistrophige Text: "O Herr, laß deinen Knecht, nach deinem Wort und Recht", sondern eine andere Bereimung auf die bisherige Melodie. Der Genfer Kantor Loys Bourgeois hat zu fast allen 150 Psalmbereimungen eigene Melodien geschaffen. In diesem Lied ist eine von ihm geschaffene "Psalmmelodie" deutlich erkennbar.
Georg Thurmair, Redakteur katholischer Zeitungen und Schriftsteller, hat den Text dieses ökumenischen Liedes 1966 verfaßt. Der Text wurde aus dem katholischen Gesangbuch "Gotteslob" in unseren "Landeskirchlichen Liederteil" übernommen.
Noch ein kleiner Hinweis zum Text. Zwischen den Strophen zwei und drei steht ein Komma und kein Punkt. Das hat bestimmt eine Bedeutung. Vielleicht gelingt es, beide Strophen "zusammenhängend" zu singen.
In zwei anderen Liedern des EG wird der Lobgesang des Simeon aus Lukas 2, 29- 32 ebenfalls aufgenommen, in Lied 222 "Im Frieden dein, o Herre mein, laß ziehn mich meine Straßen." und in Lied 519 "Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gotts Wille". Den Älteren und Jüngeren wünsche ich mit diesem Lobgesang eine gute und gesegnete Advents-und Weihnachtszeit.
Gerrit Dams, Neuenhaus
Kleine Kirchenkunde
Junge Erwachsene
Dr. Gerrit Jan Beuker, Hoogstede
Den Menschen nahe
Auch wir, die "fernen Nächsten", dürfen uns an den Bemühungen unserer Partner in vielen Gestalten der Liebe und den vielfältigen Formen der Zuwendung zu Förderungen von Kindern beteiligen. Die 40. Aktion "Brot für die Welt" will uns helfen, die Zukunft dieser Einen Welt, die Zukunft der Kinder zu bauen und zu bewahren. Wir alle haben Gottes Liebe empfangen. Deshalb wollen wir sie weitertragen und weitergeben und bei den Kleinsten anfangen: "Gebt den Kindern eine Chance!"
du willst den Menschen nahe sein.
Wir bitten dich, begleite uns auf unseren Wegen
zu den Brüdern und Schwestern,
die in Not, Krankheit und Einsamkeit leben.
Wem wir beistehen, dem schenke du deine Kraft.
Wo wir versagen,
da sei du größer als unsere Schwachheit.
deine Nähe und Güte erfahren.
Amen
Es gab einen Vorschlag des Triomoderamens und einen Gegenvorschlag. Auf jeden Fall stand fest, daß Utrecht mit über 500 Studenten bestehen bleiben und daß die Pastorenausbildung an der Universität von Amsterdam wegfallen sollte.
Das Moderamen befürwortete die Lösung Utrecht, Groningen sowie eine neue Ausbildung in Amsterdam als eine Fusion von Kampen und Freier Universität.
Der Gegenvorschlag lautete: Utrecht, Leiden und Kampen. Für Leiden sprach, daß es international sehr angesehen ist und vor allem, es ist die älteste Ausbildung für Pastoren. Sie ist ein Geschenk des Prinzen Willem von Oranien "dem Vater des Vaterlandes" von 1575. Er dankte damit für den Widerstand der Bewohner Leidens gegen die spanische (sprich: römisch-katholische) Armee.
Die Lutheraner wollten aufgrund alter Verbindungen absolut in Amsterdam bleiben. Damit fiel Kampen weg. Die Einbettung einer theologischen Fakultät in eine Universität mit vielen Disziplinen war ein wichtiges Argument gegen Kampen. Für viele war es auch undenkbar, daß es in der Hauptstadt des Landes mit den vielen Herausforderungen, religiösen Strömungen und Kulturen, keine theologische Ausbildungsstätte mehr geben sollte.
Für Kampen sprach eine ganze Reihe von Argumenten. Kampen hat bedeutend mehr Studenten als die VU. Viele befürworten offensichtlich die Überschaubarkeit einer Provinzstadt. Kampen ist ein Stück Gereformeerde Identität. Es gibt dort hervorragende Gebäude und eine hervorragende Bibliothek. Die Zukunft vieler Mitarbeiter wird, mehr als bei anderen Universitäten unsicher. Für diesen Gegenvorschlag votierten aber nur 61 von 162 Synodalen.
So wird in einigen Jahren das Aus für die Theologische Universität Kampen, an der viele unserer Pastoren studiert und zwei von ihnen promoviert haben und einer von ihnen sogar gelehrt hat, eine Tatsache sein.
Jeder Synodale wußte, eine Entscheidung, wie sie auch ausfallen würde, würde schmerzhaft sein. Hier und da mag man Erleichterung gespürt haben. Es gab aber nirgends eine "Hurra-Stimmung".
Pastor P. L. de Jong (Hervormd, früher Laar, jetzt Rotterdam) demonstrierte die orthodox-dogmatische Lesemethode. Das Dogma funktioniert als "Sprache" der Kirche, als beschützender Maßstab für die Verkündigung. Es bewahrt den Verkündiger bei der Botschaft und vor Willkür. De Jong betonte den wirklichen Freispruch der gefallenen Frau.
Frau Pastorin Zordrager (Gereformeerd, Leersum) las die Geschichte nach der feministischen Lesemethode. Dabei fragt der Ausleger, welche Rolle spielen Frauen oder weibliche Aspekte in diesem Text und, wie kann der Text als eine auch für Frauen befreiende Botschaft funktionieren? Zorgdrager betonte, die Bibel sei in einem patriarchalen Kontext geschrieben, also in einer Kultur, die von Männern bestimmt wurde. Dessen solle sich der Leser immer bewußt sein. Lesen biblischer Texte erfordere, daß man sich mit den unterdrückten Stimmen identifiziere. Wer spricht und wer schweigt? Wer handelt und mit wem wird gehandelt?
Jesus schweigt und schreibt im Sand. Darin sieht Zorgdrager Jesu Solidarität mit der Frau. In ihrem Wort "Niemand, Herr" spricht sie ihren eigenen Freispruch mit aus. Vergebung sei nicht ein Wort Jesu, sondern ein Geschehen aus der Begegnung Jesu und dieser Frau, meinte Zorgdrager.
Pastor Van der Woude (Gereformeerde, Middelstum) liest die Bibel nach der psychologischen, vor allem von Eugen Drewermann praktizierten, Methode. Dabei werden Aspekte beleuchtet, die in anderen Lesemethoden sonst im Hintergrund bleiben. In Johannes 8 möchte Van der Woude vor allem die Gruppendynamik betonen. Eigentlich wollen die Pharisäer die Frau steinigen. Damit bestätigen sie sich selbst. Sie sind besser als diese Frau. Vielleicht hätten sie auch wohl Ehebruch mit ihr begehen wollen. Aber sie konnten sich beherrschen, die Frau nicht. Verdrängte Wünsche (Ehebruch mit der Frau) werden hochstilisiert zur gesetzlichen Frömmigkeit (Steinigung).
Im vorigen Jahr wurde schon deutlich, daß die Hervormden mit diesem Namen weniger glücklich waren als die Synodalen der beiden anderen Kirchen. Der Name wird in der Kirchenordnung festgelegt. Nach der Geschäftsordnung muß nach der Annahme eines Artikels der Kirchenordnung in der Triosynode, jede Synode für sich noch einmal zustimmen. März dieses Jahres kam die Hervormde Synode zusammen und verwarf den Namen "Verenigde Protestantse Kerk in Nederland" mit 35 gegen 33 Stimmen.
Damit entstand ein großes Problem. Auf Wunsch der drei Moderamina (Vorstände) der SoW Kirchen hat die Arbeitsgruppe Kirchenordnung einen neuen Vorschlag ausgearbeitet. Über ihn wurde am Samstag, dem 21.11.1998, beraten. Der neue Vorschlag war nicht neu. Er war früher schon einmal vorgeschlagen aber abgelehnt worden. "Verenigde Kerk der Hervorming in Nederland" war ein klares Zugeständnis an die Hervormde Kirche.
Die Mehrheit der hervormden Synodalen möchte in dem Namen unbedingt die Erinnerung an die Geschichte ausdrücken. Vor Jahren ist abgemacht, daß bestehende Namen der drei Kirchen nicht wieder verwendet werden dürfen. Der Begriff "hervormd" war deshalb nicht erlaubt. So kam man auf Hervorming (Reformation). Damit solle ausgedrückt werden, daß die "Samen-op-Weg" Kirchen ihre Wurzeln in der Reformation haben. Für viele Hervormde ist der Name religiös geladen. Sie sehen in der Hervormden Kirche eine "Pflanzung Gottes" (planting Gods). Sie meinen, ohne deutliche Erinnerung an diesen Namen würden sie die von Gott gelenkte Geschichte verleugnen.
Es wurde heftig und engagiert diskutiert. Die Lutheraner und die überwiegende Mehrheit der Gereformeerden wollen beim schon angenommenen und jetzt gängigen Namen "Verenigde Protestantse Kerk in Nederland" bleiben. Er ist klar und deutlich, es gibt darüber keine Mißverständnisse, er schließt beim Namen der evangelischen Kirche in Belgien ("Verenigde Protestantse Kerk in Belgie" - VPKB) an und ist dynamisch. Protestantisch drückt eine Aktivität aus, ein Protest wie etwa 1526 die Protestatio in Speyer gegen antigöttliche Mächte. Auch sei der Name auf die Zukunft gerichtet. Der jetzt vorgeschlagene Name dagegen sei altmodisch, an der Geschichte orientiert und spreche die Jugend nicht an.
Von den 163 Synodalen erhielt der Name "Verenigde Kerk der Hervorming in Nederland" nur 58 Stimmen, 105 votierten dagegen. Daraufhin votierten die Hervormden noch einmal gegen den Namen VPKN. Dadurch ist jetzt ein großes Problem entstanden.
Ohne Übereinstimmung über den Namen kann die Kirchenordnung nicht verabschiedet werden, die den Namen festlegt. Bald gibt es neue Synoden. Wer weiß, wie kommende Abgeordnete über andere Artikel der Kirchenordnung denken? Gibt es dann neue und langwierige Diskussionen? Es sieht so aus, als ob die Abrundung des in den sechziger Jahren begonnenen "Samen-op-Weg"- Prozesses am 21. November 1998 um längere Zeit verzögert worden ist.
Mitglied der Generalsynode der GKN
68 Mitglieder,
je 5 aus 13 Provinzialsynoden
und drei Altreformierte
(27 Pastoren und Pastorinnen,
27 Älteste und 14 Diakone und Diakoninnen)
75 Mitglieder
aus 75 Klassen je ein(e) Abgeordnete(r)
Pastor(in), Älteste(r) oder Diakon(in)
48 Mitglieder
davon 18 Theologen
und 30 Nichtthologen
(Mitglied im Ökumeneausschuß der Generalsynode der GKN)
Dr. theol. Andreas Rössler, geb. 1940, ist Chefredakteur des Evangelischen Gemeindeblattes für Württemberg in Stuttgart. Mit seiner »Kleine(n) Kirchenkunde« will er in die bunte Vielfalt der Kirchen und religiösen Gemeinschaften informieren.
Der Untertitel der Kleinen Kirchenkunde lautet »Ein Wegweiser durch die christlichen Konfessionen und Sondergemeinschaften. Um eine Art kirchlicher Landkarte, um einen Gesamtüberblick und Basisinformationen geht es ihm. Bei dem vorliegenden Taschenbuch von 182 Seiten handelt es sich um eine völlig überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches »Positionen, Konfessionen, Denominationen« von 1988.
Kurz und übersichtlich präsentiert Rössler die verschiedenen kirchlichen Richtungen wie auch allgemeine grundsätzliche Überlegungen. Er zeigt, wie die verschiedenen Konfessionen den Stammbaum der Kirche unterschiedlich darstellen. Im Idealfall sind für ihn Kirchenspaltungen keine Katastrophen sondern Bereicherungen des geistlichen Lebens. Er behandelt Romfreie katholische Kirchen, die Römisch-katholische Kirche, Reformatorische Kirchen, Evangelische Gemeinschaften und Richtungsgruppen, Denominationen und Sondergemeinschaften. Das Buch gibt einen guten und schnellen Überblick.
Andreas Rössler, Kleine Kirchenkunde. Ein Wegweiser durch die christlichen Konfessionen und Sondergemeinschaften, calwer taschenbibliothek ctb 64, Stuttgart 1997, 182 Seiten, DM 19,80, ISBN 3-7668-3496-7.
Adelheid Huonker-Wagner hat den Band 6 der Praxisentwürfe für Junge Erwachsene in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Jugendwerk in Württemberg herausgegeben.
In diesem Band, der den Untertitel trägt »Damit Leben Sinn macht.« geht es um die unterschiedlichen Beziehungen des Menschen. Thematische Entwürfe beschäftigen sich mit Themen wie »Arbeitsplatzverlust ist Beziehungsverlust«, »Reisen mit Beziehung, Beziehungen weltweit«, »Jede Menge Beziehungen: Junge Erwachsene engagieren sich für Teens im Konfirmandenalter« und andere. Die Bibelarbeiten reden »von Menschen, die getrennte Wege gehen (Apg. 15,36-41)« oder von »Geschwisterbeziehungen in der Josefsgeschichte (1. Mose 37-50)« und anderem. Neben den Bibelarbeiten und den thematischen Entwürfen finden sich kreative Ideen und Materialien. Für die Arbeit mit jungen Erwachsenen ein hilfreiches Buch aus einer empfehlenswerten Reihe.
Praxisentwürfe Junge Erwachsene. Band 6: Mit Beziehung. Damit Leben Sinn macht.
Stuttgart 1997, 144 Seiten, 26,80 DM, ISBN 3-7668-3537-8.zurück zum Seitenanfang