
Ich bin das Licht der Welt
Joh.8,12
Aber im Grunde zeigt sich auch an dieser Frage, wie sehr unser ICH sehr wohl im Vordergrund steht. "Jeder ist sich selbst der Nächste" und "das Hemd ist uns näher als die Hose" - so oder ähnlich umschreiben wir diese Haltung. Jeder schreibt sein eigenes ICH groß. Und wo wir es nicht zugeben, dann ganz nach dem Motto: "Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlaß' mich nicht bei Tische, und gib daß ich zur rechten Zeit das größte Stück erwische."
Jesus beginnt einige Sätze mit seinem ICH, ganz unbescheiden, ohne gespielten Anstand. Aber es ist nicht sein eigenes ICH, das er hier ausspricht. Es ist nicht dieses wichtigtuerische Sich-in-den-Vordergrund-stellen. Es ist ein geschenktes "ICH bin". Gott hat ihn zu dem gemacht, was er ist. Gott hat Jesus mit dem ausgestattet, was er nun sein darf. Hinter diesem ICH steht nicht das eigene Geltungsbedürfnis, sondern die Sendung. "Ich bin gesandt, die Sünder selig zu machen". Das Licht, das in der Darstellung des Glasfensters jenes Kind im Stall "ins rechte Licht rückt", kommt von oben, nicht aus dem Knaben selbst!
Das ICH Jesu klingt so ganz anders, als wir Menschen es sagen würden. Er sagt: "Ich bin gesandt, die Sünder selig zu machen." Wir sagen eher: "Ich bin gesandt, die Sünder fertig zu machen, auszuschließen aus dem Kreis der anständigen Christen und entrüstet bloßzulegen in ihren Verfehlungen." Und dabei können wir uns so gut vorkommen, als Verfechter der reinen Lehre, als Retter der Kirche, als standhafte Verteidigungsposten bewährter Kirchlichkeit. Nur, daß davon oft so wenig Liebe ausgeht! Dann strömt nicht Licht und Wärme von uns aus, sondern Kälte und Ungemütlichkeit.
ICH bin das Licht der Welt - spricht Jesus. Es ist Gottes Licht, das mit ihm leuchtet. Ein Licht, das den Gestrauchelten aufrichtet: denn was ans Tageslicht kommt, soll ihn nicht fertig machen. Gott geht mit der Wahrheit über uns barmherzig um. Er begegnet mir mit Liebe. Es ist sein bewährtes Licht, das die Dunkelheit vom Karfreitag hineintaucht in das österliche Licht des grenzenlosen, angenommenen, versöhnten Lebens.
Dieses Licht will hineingetragen werden in unsere Welt. Weihnachten - die Kerzen brennen, schon im Advent: erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Aber es geht nicht um Kerzen, auch nicht um das Licht der weihnachtlich geschmückten Geschäftsstraßen. Es geht um das Licht Gottes, das in meine Welt hineinkommt.
"Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis." Kerzen entzünden ist die eine Sache der Weihnachtszeit. Aber was trägt es aus, wenn das Leben selbst dunkel und mit sich selbst beschäftigt bleibt? Lichter entzünden, Sanftmut und Freundlichkeit einüben, Zuwendung zu dem, der darauf wartet - das ist die weihnachtliche Haltung, zu der Jesus uns ruft. Das ist der Widerschein seines Lichtes, mit dem auch er sich von Gott in diese Welt gesandt wußte.
Nicht schon wieder Weihnachten !
Unter diesem Thema fand am 1. Advent in Veldhausen ein ökumenischer Jugendgottesdienst statt, den Jugendliche der reformierten und altreformierten Gemeinden vorbereiteten. Sylvia Voget, seit einem Jahr Vikarin in der altreformierten Gemeinde Veldhausen, hat ihre Predigt freundlicherweise für diese Weihnachtsnummer des GRENZBOTEN zur Verfügung gestellt: "Es war einmal vor vielen, vielen Jahren, da lebte mitten in der großen Stadt London Ebenezer Scrooge. Er war ein Kaufmann. Und er hatte nur eine einzige Sache im Sinn: Geld, viel Geld. Aber er wollte sich nichts dafür kaufen, wie jeder von uns. Nein, er wollte es nur besitzen, je mehr, je besser. Er hielt wenig von anderen Leuten, vor allem von solchen, die ihn um Geld für die Armen baten. Ebenezer Scrooge pflegte dann zu sagen: "Weg mit ihnen, es leben sowieso viel zu viele Menschen auf der Welt. Wer sich nicht selbst ernähren kann, hat auch kein Recht da zu sein. Basta!" Wenn er etwas haßte, so war das Weihnachten. Schrecklich! Eine Zeit, wo die Menschen besonders liebevoll zueinander sein sollten! Fürchterlich!" Mit diesen Worten beginnt eine bekannte Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. An Ebenezer Scrooge mußte ich denken, als ich über das Thema dieses Gottesdienstes nachdachte: NICHT SCHON WIEDER WEIHNACHTEN! Genau diesen Satz hätte auch Ebenezer Scrooge sagen können: SCHRECKLICH! NICHT SCHON WIEDER WEIHNACHTEN! FÜRCHTERLICH! Wie kommt es dazu, daß Weihnachten bei vielen Gefühle wie Gereiztheit oder Schrecken hervorruft? Heißt es nicht in der Geschichte aus dem Lukasevangelium "Fürchtet euch nicht! Ich verkündige euch große Freude: nämlich Frieden auf Erden!"? Wenn wir uns einmal in der Grafschaft, zum Beispiel in Nordhorn umsehen oder auch in manchen Häusern, vielleicht auch bei uns selbst, dann ist von Freude und Frieden nicht viel zu sehen. Eher das Gegenteil. Tausende von Lichtern sind zu sehen auf den Straßen und in den Geschäften, überall ist es weihnachtlich geschmückt mit Kerzen und Sternen und was sonst alles dazu gehört, unzählige Tannenbäume werden aufgerichtet, auf den Straßen stauen sich die Autos, die Parkplätze sind übervoll, die Menschen wimmeln - als würden sie gejagt - hin und her in die Läden hinein und wieder hinaus mit Paketen beladen, riesige Mengen von Süßigkeiten werden gekauft, Weihnachtslieder dröhnen von allen Seiten und ständig und überall hört man: "Frohe Weihnachten". Statt Freude und Frieden herrschen oftmals Hektik und Chaos und auch Frust. Und so geht es jedes Jahr. Alle Jahre wieder dieselbe Unruhe. Jedes Jahr dasselbe alte Weihnachtsfest. Kein Wunder, wenn manch einer von uns stöhnt: NICHT SCHON WIEDER WEIHNACHTEN! Was nun? Machen wir vielleicht irgend etwas falsch? Oder war das mit der Freude und dem Frieden damals nur so dahin gesagt? Was nun? - Ich muß bei dieser Frage ich nicht nur an Ebenezer Scrooge denken. Ich denke zuerst vor allem an einen anderen Mann; an einen Mann, von dem uns im Johannesevangelium erzählt wird. Die Geschichte hat auf den ersten Blick eigentlich nichts mit Weihnachten zu tun. Aber es gibt darin einen interessanten Gedanken, der uns vielleicht ein wenig weiterhilft bei der Frage "Was nun?". Der Mann, von dem uns da (Joh 5, 1-9) erzählt wird, ist schon viele Jahre krank. Er kann nicht gehen, vermutlich schon seit er ein Kind ist. Seit 38 Jahren hofft er auf ein Wunder, auf eine Heilung von seiner Krankheit. Aber seit 38 Jahren erlebt er immer wieder denselben Frust: es klappt nicht. Seit 38 Jahren lebt er am Teich Bethesda. Viele Menschen waren hier schon gesund geworden. Man erzählte sich überall davon. Darum war auch er vor vielen Jahren hierher gekommen. In 5 Hallen stapelten sich die Kranken, Blinde, Gelähmte, Aussätzige, auch psychisch Kranke. Alle wollten sie geheilt werden. Es waren Menschen, denen sonst niemand mehr helfen konnte, nur noch das Wasser aus dem Teich Bethesda. Man erzählte sich, daß das Wasser heilende Kräfte hätte, jedoch nur zu besonderen Zeiten. Nämlich nur dann, wenn ein Engel Gottes das Wasser berührte und es in Bewegung brachte. Wer dann als erster im Wasser war, der wurde gesund. Doch der Mann, von dem uns das Johannesevangelium erzählt ist noch nie als erster am Wasser angekommen. Wie sollte er auch? Schließlich ist er gelähmt. Auch wenn andere ihm mal zum Wasser hinhalfen, er war immer zu spät, seit 38 Jahren. Vielen anderen ging es wie ihm, auch sie waren immer zu spät... Dennoch hat der Kranke die Hoffnung nicht aufgegeben. Er versucht es immer wieder. Eines Tages passiert diesem Mann etwas seltsames. Wie jeden Tag liegt er auf seinem Bett und wartet darauf, daß sich das Wasser wieder bewegt. Da spricht ihn plötzlich ein fremder Mann an. "Willst du gesund werden?" - fragt er ihn. Der Kranke traut seinen Ohren nicht. Wie kann jemand so eine dumme Frage stellen? Wenn er nicht gesund werden wollte, würde er ja wohl kaum am Teich Bethesda liegen, seit 38 Jahren. Er könnte sich wirklich ein schöneres Zuhause vorstellen als eine Halle voller Kranker, die stöhnen und schreien. Der Fremde, der den Kranken anspricht, Jesus, zeigt in diesem Moment wirklich nicht besonders viel Mitgefühl. Seine Frage wirkt eher etwas herzlos und kalt. Dennoch ist es gerade diese Frage, die der Geschichte von dem Kranken am Teich Bethesda seine besondere Spannung gibt: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortet Jesus: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Eigentlich gibt der Kranke keine Antwort auf die Frage, die Jesus ihm gestellt hat. Er sagt nicht: Ja, natürlich will ich gesund werden! Wie kannst du nur so eine Frage stellen? Wäre ich sonst hier? Er antwortet nicht mit JA oder NEIN. Er gibt vielmehr eine Erklärung, warum er seit 38 Jahren immer noch krank daliegt: Ich habe niemanden, der mir hilft! So als hätte Jesus gefragt: Wie ist es möglich, daß du schon 38 Jahre hier liegst? Da hattest du doch eigentlich oft genug Gelegenheit, um mal als erster ins Wasser zu gelangen, oder? Der Kranke weicht der Frage Jesu aus. Jeder und jede von uns hätte es wohl verstanden, wenn er Jesus wütend oder empört angefahren hätte. Statt dessen bleibt er ganz ruhig und entschuldigt sich beinah dafür, daß er immer noch krank daliegt! Willst du gesund werden? Was macht diese Frage für den Kranken so unbequem, so unbequem, daß er ihr ausweichen muß? Vielleicht, weil Jesus damit den Nagel auf den Kopf getroffen hat! Vielleicht, weil er sich tatsächlich gar nicht so sicher ist, ob er überhaupt noch gesund werden will! Immerhin liegt er seit 38 Jahren in einer der Hallen am Teich Bethesda. 38 Jahre - das ist für unsere Zeit heute schon ein halbes Leben. Die Halle am Teich ist für den Kranken sein Zuhause. Hier hat er fast sein ganzes Leben verbracht. Das ist seine Welt. Hier kennt er sich aus. Er kennt die Menschen, die Umgebung, die Gebräuche. Der Teich Bethesda - das ist sein Leben. Was würde es für ihn bedeuten, wenn er plötzlich gesund wäre? Gesund! Er müßte seine Halle verlassen, Platz für einen anderen Kranken machen. Er müßte seine Welt zurücklassen und in eine fremde hineingehen. Er müßte sein ganzes Leben verändern! Daß jemand vor solch einem Schritt auch Angst hat, kann ich gut verstehen, auch wenn es die Heilung von einer schlimmen Krankheit bedeutet. Denn wenn jemand 38 Jahre krank ist, dann hat er sich vielleicht auch mit seiner Krankheit abgefunden. Er lebt damit. Die Krankheit bedeutet vielleicht Schmerzen und begrenzte Möglichkeiten, aber nach so vielen Jahren gibt sie auch ein Stück Sicherheit. Man weiß, wie das Leben mit ihr aussieht. Ein Leben ohne die Krankheit ist gar nicht mehr vorstellbar. So bedeutet ein Leben in Gesundheit für den Kranken so viele Veränderungen und Ängste, daß er sich gar nicht mehr so sicher ist, ob er überhaupt gesund werden will. Ich glaube, das ist auch die entscheidende Frage an uns, wenn wir über Weihnachten nachdenken, wenn wir sagen "NICHT SCHON WIEDER WEIHNACHTEN!". Die Frage: WILLST DU GESUND WERDEN? Denn: Hat unser Umgang mit Weihnachten nicht viel Ähnlichkeit damit, wie der Kranke mit seiner Krankheit umgeht? Ist unser Problem mit Weihnachten nicht ähnlich wie das des Kranken mit seiner Krankheit? Ähnlich wie er kranken wir seit Jahren an derselben Sache. Seit unserer Geburt, alle Jahre wieder kommt am Ende des Jahres die Weihnachtszeit auf uns zu. Immer und immer wieder. Alle Jahre wieder verläuft die Weihnachtszeit nach demselben Programm. Immer wieder werden dieselben Vorbereitungen getroffen, derselbe heilige Abend gefeiert und dieselbe alte Geschichte vom Kind in der Krippe erzählt. Wenn man dann schließlich alles hinter sich hat, ist manch einer enttäuscht und müde von der ganzen Weihnachtszeit. Wie der Kranke immer wieder den Weg zum Wasser versucht, so gehen wir immer wieder auf Weihnachten zu. Und wie er erwarten wir doch eigentlich nichts mehr davon, denn wir wissen ja, was uns erwartet, es ist doch jedes Jahr dasselbe. Die Geburt Christi ist für uns alltäglich geworden. Mancher würde sagen: Ein alter Hut. So wie für den Kranken seine Krankheit. Wir erwarten nichts mehr von Weihnachten, wir feiern es einfach. Und nun stellt sich Jesus an unsere Seite und fragt uns wie den Kranken im Johannesevangelium: "Willst du gesund werden? Willst du überhaupt noch etwas von Weihnachten erwarten, von meiner Geburt?" Auch für die meisten von uns ist das wohl eine unbequeme Frage, auf die wir nicht mit JA oder NEIN antworten können; eine unbequeme Frage, der wir lieber ausweichen möchten. Auch wir könnten antworten: Wie kannst du so was fragen? Du siehst doch all die Mühe, die wir uns machen, um deine Geburt schön zu feiern! Doch das ist nicht das, was Jesus uns fragt. Er fragt nicht danach, ob wir denn überhaupt etwas dafür tun, damit das Weihnachtsfest zu einem schönen Fest werden kann. Nein, seine Frage geht viel weiter und tiefer. Er fragt: "Willst du, daß ich zu dir komme? Willst du, daß ich dir Freude und Frieden gebe? Willst du, daß ich in dir wohne?" Das sind wirklich keine einfachen Fragen. Doch wenn wir stöhnen: Nicht schon wieder Weihnachten, dann sind dies die Fragen, die wir uns stellen müssen, und auf die nur jede und jeder von uns für sich eine Antwort suchen und finden kann. Vielleicht denken wir dabei auch ein wenig an den Kranken aus dem Johannesevangelium, dem Jesus ein Leben in Gesundheit zugetraut hat; dem Jesus es zugetraut hat, daß er seine Ängste überwinden kann. Denn er hat ihn schließlich am Ende gesund gemacht - Willst du? Sylvia Voget, Veldhausen
Unser Missionssekretär Feije Duim erlebte auf seiner jüngsten Indonesienreise die bösen Folgen der wachsenden Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen Indonesiens hautnah. Sein Bericht hält einige Eindrücke den von schrecklichen Ereignissen fest, die sich in der Nähe von Waikabubak, der Hauptstadt von Westsumba, zugetragen haben. Auch seinen Aufruf zur Fürbitte veröffentlichen wir in der Hoffnung, daß alles erdenkliche unternommen wird, um Frieden herzustellen - über Weihnachten hinaus. (Übersetzung: W.Vennegeerts) Unterwegs vom Flugplatz Tambolaka in Westsumba sahen wir auf unserer Reise nach Waingapu (Ostsumba) am Samstag, dem 7.November bei Waikabubak Hunderte von Menschen, die sich auf den Weg machten. Auch auf der Polizeistation von Waikabubak sammelten sich viele Menschen. An beiden Seiten der Straße standen die ausgebrannten Häuser. Es waren Wohnungen der Wewewafamilien aus dem Stammdorf des verantwortlichen Regierungsbeamten. Seinen Anfang nahm alles bei der Auswahl von Beamten und deren Prüfung: Es gab etwa 1000 Bewerber für 10 Stellen! Zu denen, die in den Staatsdienst aufgenommen werden, gehören Bewerber, die nicht geprüft wurden und zu den Familien der Wewewa gehören. Die anderen, in Wut und Zorn entbrannt, organisieren (wahrscheinlich auf Betreiben von dem Vorsitzenden des örtlichen Gemeinderates, einem Angehörigen der Loli-Gruppe) eine Demonstration vor dem Amtssitz des Regierungsbeamten. Eine Gegendemonstration der Wewewas folgte. Dann brach am Donnerstag, dem 5.November, der Krieg aus: Gereizt von den gezielt verbreiteten Gerüchten, daß die Wewewa-Leute einen Angriff auf die Loli-Leute vorbereiten, machen die Anhänger von Loli sich auf den Weg zu den Wewewa-Familien und überfielen sie. Die Zahl der Toten ist noch unbekannt; 24 wurden gezählt. Ihre Leichen lagen tagelang im Krankenhaus. Sehr wahrscheinlich aber haben weit mehr Menschen bei dieser Auseinandersetzung ihr Leben lassen müssen, denn am 12.November (dem Tag der Abreise von F.Duim) wurden noch viele Personen vermißt. Lebten sie im Versteck, oder kamen sie um? Die Bevölkerung ergriff die Flucht: Die Loli-Anhänger in Richtung Anakalang und die Wewewa in Richtung Westküste. Mobile Brigaden aus Kupang, der Provinzhauptstadt auf der Nachbarinsel Timor, wurden eingeflogen, um an den Hauptstraßen die Ereignisse unter Kontrolle zu halten. Wir konnten übrigens ungehindert unsere Besuchsstationen erreichen. Bei der Filiale des Synodebüros hielten wir an, um etwas zu trinken und uns näher zu informieren. Dutzende von Menschen hatten hier in den letzten Tagen auf dem Fußboden übernachtet. Auch an anderen Stellen wurden Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet. Jetzt sind sie wieder nach Hause. Mit der Ankunft des Gouverneurs scheint es ruhiger geworden zu sein. Aber am nächsten Tag, dem 8. November, überschlugen sich wieder die Gerüchte. Verlassene Häuser wurden geplündert. Die böse zugerichteten Leichname wurden für die Angehörigen freigegeben. Diese sinnen seitdem auf Rache. Wird sie in die Tat umgesetzt? Am 9.November verbreitete sich unter den Menschen wieder eine panische Angst und viele ergriffen erneut die Flucht. Die Situation erscheint aussichtslos. Die Regierung läßt sich kaum hören - die Kirche scheint auch machtlos zu sein. Vier Vertreter der Kirche wurden nach Waikabubak in die Krisenregion entsandt. Sie halten viele Besprechungen, aber tun wenig. Fürbitte für Sumba
Im westlichen Sumba fanden im November 1998 schwere Unruhen statt. Es sind mehrere Verwundete und Tote zu beklagen. Viele Wohnungen wurden geplündert und verwüstet. In der Bevölkerung entstand eine Panik, die Menschen flohen in alle Richtungen. Es handelt sich um zwei Volksgruppen, die sich vor einigen Jahrzehnten schon einmal gegenüberstanden. Wie es scheint, wurde dieser Konflikt neu entfacht von einigen politischen Führern aus persönlichen, politischen und finanziellen Motiven. Glieder der Christlichen Kirche von Sumba standen einander gegenüber. Gemeindeglieder haben sich gegenseitig ermordet. Glieder der Gemeinde sind voreinander geflohen. Die Christliche Kirche von Sumba steht nun vor der schweren Aufgabe, den Betroffenen und Angehörigen zu helfen und den Weg zur Versöhnung zu ebnen. Möge der HERR der Christlichen Kirche von Sumba darin beistehen und segnen.
Die gute Nachricht vom Heil der Welt
Weihnachtsbotschaft des Generalsekretärs des ÖRK, Konrad Raiser Alle Menschen hören lieber gute als schlechte Nachrichten. Das jetzt zu Ende gehende Jahr hat frei-]ich mehr schlechte als gute Nachrichten gebracht. In Asien verloren Millionen von Menschen infolge der Finanzkrise ihre Arbeit. Russen sind weiter in Sorge um die Zukunft ihres Landes. Zehntausende in vielen Teilen der Erde wurden obdachlos als Folge von Überschwemmungen und Wirbelstürmen. Während des ganzen Jahres haben kriegerische Auseinandersetzungen Opfer unter der unbeteiligten Zivilbevölkerung gefordert und die Flüchtlingsströme weiter anschwellen lassen. Natürlich gibt es auch gute Nachrichten; aber sie werden selten bekanntgemacht, und wenn es geschieht, können viele nicht erkennen, was daran besonders sein soll. Die schlechten Nachrichten haben das klare Übergewicht gegenüber den guten, wenigstens scheint es so. Gibt es Gründe, im Übergang zum letzten Jahr vor dem Ende des Jahrtausends auf bessere Nachrichten zur hoffen? Weihnachten ist die Zeit, wo die gute Nachricht vom Heil der Welt verkündigt wird. Die ersten Empfänger dieser guten Nachricht - die Hirten auf den Feldern - hatten nur wenig Grund zur Hoffnung. Sie gehörten zu den Ausgeschlossenen ihrer Zeit. Sie lebten unter der Besatzung durch die Römer. Sie, ebenso wie die ganze damalige Welt, spürten die Auswirkungen der Globalisierungsprozesse im ersten Jahrhundert. Aus eigener Erfahrung wußten sie, wie kaiserliche Verordnungen, die in weit entfernten Machtzentren verabschiedet wurden, den kleinen Leuten zusätzliche Lasten auferlegten. Was änderte sich also in dieser Welt durch die Botschaft, die der Engel den erschrockenen Hirten übermittelte? Der Engel sagte: "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids" (Lukas 2,10-11). Diese gute Nachricht war und ist nicht eine Botschaft, die vagen Optimismus und allgemeine Hoffnungen verkündet. Jede Nachricht muß auf die Wirklichkeit bezogen und im Blick auf Zeit und Ort nachprüfbar sein. Nachrichten sind nicht Phantasiegebilde, sondern Tatsachen. Sie handeln von wirklichen Ereignissen. So verhielt es sich auch für die Hirten. Sie beschlossen hinzugehen und "die Geschichte (zu) sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat" (Lukas 2,15). Und so kamen sie und sahen: Alles, was ihnen verkündet worden war, traf zu, und sie wurden zu Augenzeugen des Beginns eines neuen Zeitalters, der neuen Herrschaft des Heils. Die gleiche gute Nachricht von Weihnachten hat noch immer einen Neuigkeitswert, auch am Ende des zweiten Jahrtausends nach der Geburt Jesu. Vor einigen Tagen ist in Harare, Simbabwe, die Achte Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen mit einer Botschaft im Ton fröhlicher Erwartung und Hoffnung "für alles Volk zu Ende gegangen. Die Adressaten dieser Botschaft leben in Afrika, in der ganzen Oikoumene, der ganzen bewohnten Erde. Die Vollversammlung feierte nicht nur den 50. Jahrestag, das Jubiläum des Ökumenischen Rates der Kirchen. Im Mittelpunkt stand die Botschaft von Gottes Jubel- und Erlaßjahr, die eine "gute Nachricht für die Armen" ist und "das Gnadenjahr des Herrn" verkündigt (Lukas 4,18-19). Diese gute Nachricht ist auch heute im Umlauf, und sie läßt sich nachprüfen, wo immer christliche Hoffnung in die Tat umgesetzt wird. Gottes Erlaßjahr wird verwirklicht, wo Gefangene befreit und Schulden erlassen werden, wo die Güter umverteilt werden und die Erde bewahrt und als Gottes gute Schöpfung erneuert wird. Gottes Erlaßordnung bedeutet auch: Wir sind mit Gott und untereinander versöhnt durch Jesus Christus, der zu Weihnachten von neuem zu uns kommt. In einer Welt, die offenbar auf dem besten Wege ist, sich selbst zu zerreißen, ist die christliche Hoffnung, daß Gottes Weg der Gerechtigkeit, des Friedens und der Versöhnung möglich ist und daß sich Millionen von Menschen im Innersten ihres Herzens danach sehnen, die beste aller guten Nachrichten, die wir uns wünschen können. epd
Emlichheimer Flentrop-Orgel auf CD
Für die Einspielung eines von zwei interessanten Orgelkonzerten mit dem Berliner Mozartorchester (Leitung Christian Höppner) hat der Organist Roland Maria Stangier die Flentrop-Orgel der ev.-altreformierten Kirche in Emlichheim ausgewählt. Er hat sie durch mehrere Auftritte schätzen gelernt und hält sie für dieses auf der CD zu hörende Konzert "aufs Vorteilhafteste prädestiniert". Außer diesem Orgelkonzert in d-moll von Michel Corrette ist auf dieser CD das Concertino G-Dur "im alten Stil" für Orgel und Streichorchester von Karl Hoyer zu hören, aufgenommen in der Herz-Jesu Kirche in Essen-Burgaltendorf (Mönch-Orgel) sowie die Haffner-Sinfonie von W.A.Mozart. Diese CD ist bei "Mitra" unter der Nummer CD 16309 erschienen (30 DM). Sie ist über die Bürgerschaft Emlichheim oder bei H. Gülker (Emlichheim) Tel. 05943 / 1344 zu beziehen
wer mir nachfolgt
wird nicht wandeln in der Finsternis,
sondern wird das Licht des Lebens haben.