Nr.06 (12. März 2000):

Jesus sehen (Johannes 12,20-26)- Andacht v. Jan Alberts, Nordhorn
Was ist in Indonesien los?
Den Opfern der Flutkatastrophe im südlichen Afrika schnell helfen - (EKD-Text)
Johannes Calvin (1509-1564)
Vorbericht Versammlung des Synodalverbandes Bentheim am 25.3. in Wuppertal
Buber-Rosenzweig-Medaille 2000 für Johannes Rau
Pro Christ 2000 - Themen/Termine/Orte
Musik: Geistliche Abendmusik in Emlichheim (26.3.)

Jesus sehen (Johannes 12, 20-26)

Jesus hat Lazarus in Bethanien vom Tod erweckt. Palmzweige und Jubel beim Einzug in Jerusalem! "Alles Volk läuft ihm nach", stellt der Hohe Rat fest. Einige Griechen, Freunde Israels, gern Gäste bei jüdischen Festen und Gottesdiensten, sind auch gekommen, um zum Passafest anzubeten. Auch Heiden suchen die Erfahrung, dass Gott hilft in der Not und vom Tode errettet. Sie hören von Jesus und möchten Jesus sehen.

Auch unser Wunsch

Der Text legt nahe, uns zu den Griechen in Beziehung zu setzen. Etwa so: "Ich verstehe die Griechen; sie haben gehört, dass Tote zum Leben erweckt werden. Jesus zeige sich wieder so, denn auch bin traurig, weil mein Mann, meine Frau, mein Freund, meine Freundin gestorben ist. Es sei wie damals im Hause von Maria und Martha!" Vielleicht sagst du, was die Griechen sagen, weil du unzufrieden bist mit dir selbst oder enttäuscht von anderen, einsam oder leer und ausgebrannt. Jesus sehen heißt dann: Er erweise sich, wie er gesagt hat: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und belastet seid, ich will euch erquicken!" Das Motiv, Jesus zu sehen, ist vielfältig. Oft hat es auch damit zu tun, dass jemand glauben möchte, aber leidet an Gottes Unsichtbarkeit. "Ich möchte mich halten an das, was geschrieben steht, aber es fällt mir schwer. Ich möchte Jesu Hand fassen, ihm ins Angesicht schauen können." Jesus sehen wollen heißt u.a.: auf mich wirken lassen, was von ihm überliefert ist, wissen und erfahren wollen, wer er ist. Warum fällt es oft schwer?

Kein simpler optischer Vorgang

Das Wort "sehen" kommt im Joh.-Ev. oft vor: "Kommt und seht" (1,39). "Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen" (1,51). Nur kommen und die Augen aufmachen? "Wer an mich glaubt, der glaubt ... an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat" (Joh. 12,44 f.). Da stehen "glauben" und "sehen" nebeneinander. Davon ist das Wort "sehen" im Joh.-Ev. geprägt. Es beschreibt die Hinwendung zu Jesus, den in der Begegnung mit Jesus entstehenden Glauben, die Wahrnehmung Jesu.

Wie wird Gottes Herrlichkeit offenbar?

Eben noch war Jesus dem Volk vor Augen. Nun fällt es schwer, ihn zu sehen. Die Griechen treffen Philippus und tragen ihm ihr Anliegen vor. Philippus führt sie nicht zu Jesus, sondern geht zu Andreas. Sie besprechen das Anliegen und tragen es an Jesus heran. Wir haben den Eindruck: Das hat Johannes umständlich erzählt. Doch hat es Sinn: Philippus und Andreas können die Herrlichkeit Jesu nicht aufzeigen. Sie und wir können nur darum bitten, dass sie sich offenbare. "Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde", sagte Jesus. Jetzt ist die Zeit da. Glanz Gottes wird auf Jesus fallen. Allerdings anders als Griechen und Römer sich eine glänzende göttliche Person vorstellen, nicht im griechisch-römischen Stil, sondern wie geschrieben steht in den Büchern des Mose, der Propheten und der Psalmen.

Das in die Erde gelegte Weizenkorn

Jesus erzählt. Das Weizenkorn, das sicher aufbewahrt wird, nützt nichts; es bleibt allein, bringt keine Frucht. Das Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, bringt Neues und Schönes hervor, viel Frucht. Jesus deutet, was ihm bevorsteht. Er wird sterben, aber nicht sinnlos umkommen. Sein Tod wird viel Frucht bringen, wird Grundlage neuen Lebens sein. Ob jene Griechen gesehen haben, was Johannes bezeugt, wissen wir nicht: dass im Tod Jesu die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird, dass die Herrlichkeit Gottes im Tod Jesu aufleuchtet. Unter dem Retter unseres Lebens stellen wir uns i. a. nicht jemanden vor, der leidet und stirbt, sondern jemanden, der alle anderen niedermacht.

Das Weizenkorn bleibt nicht allein

Durch die Früchte, die das in die Erde gelegte Weizenkorn hervorbringt, bleibt es nicht allein. Sie machen sichtbar, von wem sie das Leben haben. Und sie wachsen nach dem Prinzip der Weizenkorn-Existenz. Jesus sehen heißt auch. ihn sichtbar machen. Anders als bei der Blume, die sagte: "Mein Honig und Blütenstaub gehören mir und keinem anderen!" Sie ließ weder Biene noch Schmetterling davon naschen. Dafür welkte sie ziel- und zwecklos dahin und starb ohne Frucht und Samen. Nur auf uns bedacht sein, uns sichern, uns rechtfertigen - das ist der bekannte Weg, auf dem wir das Leben verlieren. Jesus gibt Antrieb zu einem neuen Leben. "Wer sein Leben liebt, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s erhalten zum ewigen Leben." Nach dem Samenkorn-Prinzip bedeutet es: Wer das Leben ohne Bezug zu Gott liebt, wird es verlieren. Wer das Dasein ohne Bezug zu Gott hasst, wer davon Abstand nimmt, nur auf sich selbst bedacht zu sein, wird das Leben gewinnen. Darum: Zieh dich nicht ängstlich auf dich selbst zurück, sondern wage das neue Leben. Hab Vertrauen, schenk Vertrauen. Folge nicht dem, was "man sagt" und "man denkt", sondern tu, was im Interesse des Fruchtbringens ist. Vergib anderen, weil Christus uns Vergebung bereitet hat. Halte deinen Weg durch, auch wenn kaum noch Licht erkennbar ist. Leicht und einfach ist es nicht, Jesus zu sehen. Aber immer schon wirst du spüren, dass sich das neue Leben lohnt. Sagte Jesus doch: "Wer mir dienen will, der folge mir nach, und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren."

Jan Alberts, Nordhorn

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Was ist in Indonesien los?

In einem Fernsehgespräch mit Helmut Schmidt klagte Roman Herzog noch diese Woche darüber, dass sich das Interesse der Medien in Deutschland sehr einseitig auf das eigene Land mit seinen diversen Skandalen richtet und dadurch das Geschehen in anderen Teilen der Welt aus den Augen verliert. Er nannte in diesem Zusammenhang den Iran als Beispiel; ich möchte hier Indonesien hinzufügen.

In Liebe und Verbundenheit

Indonesien ist zwar ein weit weg liegendes Ausland; aber was sagt das schon? Wenn man dort wohnt und arbeitet, sagt man umgekehrt: Europa und Deutschland sind weit weg. Auf den Standpunkt kommt es an. Als Kirche, die durch Mission und Ökumene vielfältig mit Indonesien verbunden ist, empfinden wir dieses Defizit an Information als besonders schmerzlich. Einige haben dort langjährig Fußspuren hinterlassen; andere haben Land und Leute durch Besuche lieb gewonnen; und viele haben durch Jahre oder Jahrzehnte hindurch ihre Hände zur Fürbitte gefaltet und immer wieder ihre Geldbörse für missionarische und diakonische Dienste geöffnet. Es stecken Liebe und Verbundenheit dahinter, wenn wir heute und in den nächsten Nummern fragen, was in Indonesien los ist. Zur Beantwortung dieser Frage machen wir neben eigenen Erfahrungen auch Gebrauch von Berichten und Einschätzungen aus erster Hand, wie sie in der Themanummer der niederländischen Missionszeitschrift "Vandaar" März 2000 veröffentlicht sind. Heute beziehen wir uns vor allem auf die Analyse und Einschätzung der Aussichten von Dr. Suwondo, der Dozent an der Theologischen Fakultät der Christlichen Universität in Salatiga ist.

Rückblende

"Eine Abhandlung wie diese über die soziale und politische Entwicklung in Indonesien kann nicht absehen von dem, was durch das bürokratisch-militaristische Regime des autoritären Präsidenten Suharto angerichtet ist", so die erste Feststellung von Suwondo. Blenden wir zurück: Suharto hatte im Jahre 1965 Soekarno abgelöst. Weil dieser politisch und wirtschaftlich einen explosiven Scherbenhaufen hinterlassen hatte, konnte Suharto anfänglich in der Bevölkerung große Erwartungen wecken. Es gab damals bei allen, denen durch Soekarnos Annäherung an Mao Tse Tung in Peking zu Recht bange geworden war, ein wahres Aufatmen. Aber Suharto hat seine Macht in den Folgezeiten in zunehmendem Maße missbraucht. Rechtsunsicherheit und Staatskorruption nahmen immer mehr zu. Missliebige Bürger wurden bespitzelt und beseitigt, demokratische Rechte wurden ebenso schnell beschnitten und pervertiert, wie sie verkündet worden waren. Ein scheinbarer wirtschaftlicher Fortschritt platzte wie eine Seifenblase, als eine Wirtschaftskrise über Südost-Asien hinwegzog. Andere Länder erholten sich verhältnismäßig schnell; in Indonesien überstürzten sich die Schreckensnachrichten; es war wie ein Staatsbankrott, in den unzählige Betriebe und Banken mit hineinschlitterten. Zugleich soll Suharto mit seiner Familien nach Einschätzung derer, die es wissen können, einen Betrag von über dreißig Milliarden Dollar ins Ausland geschafft haben. Ende 1998 musste er aufgeben. Es folgte ein schwieriger Übergang unter Habibie als Präsident, einem Zögling Suhartos. Als solcher konnte er sich nicht von der Vergangenheit lösen, geschweige denn, dass er sie politisch hätte bewältigen können.

Ein schwieriger Neuanfang

Das Ende der Ära Suharto brachte all die Kräfte wieder nach vorn, die sich um einen demokratischen Neuanfang bemühten. Und selbst Skeptiker müssen eingestehen, dass dieser Neuanfang inzwischen eingeleitet worden ist und erste Resultate zeigt. Es haben inzwischen Neuwahlen stattgefunden, die demokratischen Maßstäben gerecht werden. Parteien haben ihre Rechte wieder erlangt; die Pressefreiheit ist zurückerobert worden; Politiker dürfen wieder ungestraft kritisiert werden. Nach schwierigen Verhandlungen hat Indonesien einen neuen Präsidenten bekommen, der inzwischen wegen seiner Integrität im In- und Ausland Respekt ernten konnte: Abdurrahman Wahid, unbestechlich, auf Ausgleich bedacht und mit weisheitlicher Begabung, die in asiatischen Ländern ganz besonders wichtig ist. Ihm steht Megawati Soekarnoputri als Präsidentin zur Seite. Sie ist eine Tochter Soekarnos, Vorsitzende der demokratischen Partei und ausgewiesene Verfechterin demokratischer Freiheiten.

Aber die Situation im Lande ist in mehrerlei Hinsicht verworren. Die größtenteils hausgemachte Armut weiter Schichten ist nicht behoben; die Folgen der Korruption sind verheerend, und vor allem gibt es vornehmlich drei Gruppierungen im Lande, die entweder der Vergangenheit nachtrauern oder die Gunst der Stunde für eigene Belange nutzen wollen. Kreise um Suharto sehen ihre Felle davonschwimmen und trauern der Vergangenheit nach. Generäle fürchten um ihren Einfluss, nun bereits einige von ihnen wegen Schändung der Menschenrechte (in Ost-Timor und anderen Landesteilen) angeklagt oder entmachtet wurden. Und dann ist da wieder eine islamitische Bewegung, die bisher nie zum Zuge kommen konnte, weil der indonesische Staat die religiöse Toleranz zum Eckpfeiler seiner Staatsphilosophie gemacht hat. Siehe die Erläuterungen zum Wappen Indonesiens in dieser Nummer.

Allen drei Gruppierungen sagt man nach, dass sie sehr an Destabilisierung der Lage interessiert sind. Sie pflegen hinter den Kulissen zu arbeiten oder im Trüben zu fischen. Sie hetzen Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf, säen Unruhe und schicken dann und wann Schlägertrupps durchs Land. Da in einer undurchschaubaren wirtschaftlichen Notlage immer wieder nach Sündenböcken gesucht wird, haben sie auch zweifelhafte Erfolge zu verbuchen. Es gingen die letzten Monate Berichte über Mord und Brandschatzung durch die Welt, so vor allem in Atjeh, einem rein islamischen Gebiet im nordwestlichen Zipfel von Sumatra, in den Molukken, wo Jahrhunderte hindurch Muslime und Christen in bester Nachbarschaft und gegenseitiger Hilfe gelebt haben, und auch in anderen Teilen. Es wäre zu kurzsichtig, einfach über Christenverfolgungen in Indonesien zu sprechen. Wer wo den ersten Stein wirft oder das erste Streichholz anzündet, kann man nicht immer genau sagen. Dafür sind die Probleme zu vielschichtig. Wenn in den Molukken die Militärs sagen, sie könnten die Lage nicht unter Kontrolle bekommen, besagt das nicht gleich, dass die Feindschaft zwischen Muslimen und Christen in der Bevölkerung so groß ist, sondern (wie man sagt) dass die Militärs untereinander zerstritten sind; die einen möchten Ruhe und Frieden wiederherstellen; die anderen möchten das Feuer lieber lodern lassen.

Vorsichtiger Optimismus

Trotz aller Einzelberichte, die Anlass zur Sorge geben, besteht keine Ursache, an einer guten Zukunft für Indonesien zu zweifeln. Kenner der Lage zeigen einen vorsichtigen Optimismus. Die Regierung macht ihre Arbeit gut; das Parlament ist auf dem Wege, seine neuen Möglichkeiten wahrzunehmen und an einer gerechten Gesetzgebung zu arbeiten; das Anprangern von Missständen ist dort wie in Deutschland ein gutes Zeichen dafür, dass die Demokratie funktioniert. Es wird viel Weisheit und Tatkraft nötig sein, um mit den zentrifugalen Kräften dieses Riesenreiches mit seinen Hunderten von bewohnten Inseln und mit den kulturellen Verschiedenheiten der vielen Volksstämme fertig zu werden. Es ist begreiflich, dass Randprovinzen, die in manch einer Hinsicht entrechtet und ausgebeutet worden sind, sich am liebsten aus dem Staatsverband verabschieden würden. Das wäre fatal. Eine gerechte, transparente und auf Ausgleich bedachte Politik wird das wohl auch verhüten können. Jedenfalls ist das zu hoffen.

Die Lage der Kirche in dieser Zeit

Die Kirchen Indonesiens mit ihren ungefähr zwanzig Millionen Gliedern sind ein Teil des Volkes; sie haben Teil an den Problemen dieser Zeit und verstehen die heutige Lage auch als eine neue Herausforderung. Die Kirchen haben auch nicht geglänzt durch eine kritische Haltung; auch die Christen schwammen irgendwo und irgendwie mit, einige wenige vielleicht auch als Nutznießer, viele eher unfähig, die Geschehnisse richtig einzuordnen, einige aber auch bespitzelt und eingeschüchtert durch die Staatsorgane, weil sie über Unrecht berichteten, schließlich alle irgendwie auch als Opfer der Entwicklungen, auf die sie keinen Einfluss haben konnten. Neue Freiheiten und neu ermöglichte demokratische Mitsprache bedeuten für die Kirchen eine enorme Herausforderung; und es gibt viele Zeichen, dass diese Herausforderung verstanden wird. Wir haben in den Jahren 1992 bis 1995 während der Tätigkeit als Gastprofessor in Salatiga hautnah miterlebt, wie ungeduldig und zugleich machtlos viele die Zeit ersehnten, in der sie als Juristen oder Politologen, als Volkswirtschaftler oder Theologen ihren Beitrag für die Zukunft Indonesiens leisten könnten. Jetzt ist die Zeit da.

Lasst uns für Kirchen und Universitäten, für Christen in den verschiedensten Berufen und Stellungen beten, dass sie imstande sind und Gelegenheit erhalten, ihren Beitrag für den Aufbau eines gerechten und sozial ausgewogenen Indonesien zu leisten. Allein schon für die uns aufgetragene und von unseren indonesischen Brüdern und Schwestern erwartete Fürbitte ist es nötig zu wissen, was in Indonesien los ist.

Heinrich Baarlink, Nordhorn

Das Staatswappen Indonesiens

Garuda, ein mythischer, dem Adler ähnlicher Vogel, hält mit seinen Krallen ein Band mit dem Motto: Einheit in der Verschiedenheit. Seine Brust wird verdeckt durch einen Schild mit den Symbolen der fünf Säulen der Staatsphilosophie Panca Sila (ausgesprochen: Pantja Sila). Außen von rechts oben im Uhrzeigersinn: (2) Staatliche Einheit Indonesien; (3) gerechte und zivilisierte Mitmenschlichkeit; (4) soziale Gerechtigkeit für alle; (5) Souveränität des Volkes unter weiser, einsichtsvoller Führung und in gemeinsamer Beratung. Der Stern in der Mitte (1) bedeutet den Glauben an den alleinigen Gott Diese Säule verbürgt den gegenseitigen Respekt unter Anhängern der verschiedenen Religionen und verpflichtet zu Toleranz. Der Gottesglaube soll allgemein anerkannter und befolgter Ausgangspunkt sein und den sie umgebenden Prinzipien eine entsprechende Würde und Weihe verleihen.

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Den Opfern der Flutkatastrophe im südlichen Afrika schnell helfen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Kock, ruft anlässlich der verheerenden Überschwemmungskatastrophe im südlichen Afrika zur Hilfe für die Betroffenen auf. Für Mosambik sei vor allem die schnelle Bereitstellung von Hubschraubern für die Rettung der Eingeschlossenen vorrangig, erklärte Kock am 2. März in Hannover.

Der mutige und bewundernswerte Einsatz der wenigen südafrikanischen Hubschrauber reiche bei weitem nicht aus. Er hoffe, auch die seitens der Bundesregierung angelaufene logistische Hilfe könne möglichst schnell dazu beitragen, die in ihrer Not auf Bäume und Dächer geflüchteten Menschen zu retten.

Der Ratsvorsitzende ruft zur Fürbitte und zu Spenden für die Flutopfer im südlichen Afrika auf. Er setze auf eine internationale Hilfsaktion, damit Leben gerettet und ein Neubeginn ermöglicht werden kann, sagte Kock. Das Diakonische Werk der EKD beteiligt sich in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Ökumenischen Komitee Mosambiks an Maßnahmen zur Evakuierung und Ersthilfe.

Pressestelle der EKD, Hannover

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Johannes Calvin (1509 – 1564)

"Beliebt war er nie und am wenigsten in Genf: Aus Rache an ihrem sittenstrengen Reformator sollen viele Genfer Mitte des 16. Jahrhunderts ihre Hunde "Calvin" genannt haben. Vielleicht hätte der schüchterne Gelehrte bei seinen Studien bleiben sollen – und bei seinem Entschluss, nur eine Nacht in Genf zu verbringen."

So fängt Martin Franke in der Wochenzeitung "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt" vom 26.11.1999 einen Artikel über Johannes Calvin an. Die Zeitung porträtierte aus jedem der vergangenen 20 Jahrhunderte eine Persönlichkeit. Die Auswahl ist bemerkenswert. Der jüdische Rebell Bar Kochba vertritt das 2. Jahrhundert, der Kirchenvater Augustinus das fünfte. John Lennon steht für unser, Georg Friedrich Händel für das 18. Jahrhundert. Die Persönlichkeiten stammen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, aus Kirche und Politik, Kunst und Wissenschaft.

Jugend, Studium, Flucht

Johannes Calvin wird am 10. Juli 1509 in Noyon in der Picardie geboren. Sein Vater ist Notar des Domkapitels. Seine Ausbildung erhält er zunächst in Noyon und ab 1523 in Paris im College La Mace.

Er zeichnet sich durch Lerneifer, sittliche Strenge und Frömmigkeit aus. Er verlässt Paris 1528 als Magister der freien Künste und geht nach Orleans, um Rechtswissenschaft zu studieren. Nach Abschluss seiner juristischen Studien kehrt er 1532 nach Paris zurück und beschäftigt sich mit dem Studium der Literatur.

Er lernt die Reformation Martin Luthers kennen und wendet sich von der katholischen Kirche ab. Aus diesem Grund muss er Paris verlassen. Mit Zwischenstationen in Straßburg und Basel kommt er nach Genf. Hier gehört er zu den Gründungsvätern der Reformierten Kirche.

Calvin kommt nach Genf

Franke schildert: "Im Sommer 1536 muss Jean Calvin Frankreich verlassen. Schon anderthalb Jahre flieht er vor König Franz I., der Lutheraner und Humanisten auf den Scheiterhaufen werfen lässt. Während seines Studiums hat der 1509 im nordfranzösischen Noyon geborene Jurist zum evangelischen Glauben gefunden. Jetzt will er nach Straßburg im Elsass. Aber französische Truppen versperren ihm den Weg. So weicht er aus nach Genf. Dort war er bereits bekannt als Autor einer "Einleitung in die christliche Religion", die sich an Martin Luthers Katechismus anlehnt. Der Genfer Stadtpfarrer Guillaume Farel überfällt Calvin in seiner Herberge mit einem dringenden Ansinnen: Er möge ihm doch beim Aufbau einer evangelischen Kirche in Genf helfen. Doch Calvin lehnt ab. Als Farel durch Bitten nichts erreicht, flucht er: "Gott möge Calvins Ruhe und Studien verdammen, wenn er in einer so großen Notlage seine Hilfe versage!" Diese Worte erschütterten Calvin so, dass er, wie er selbst schreibt, "auf die beabsichtigte Reise verzichtete". Von dem Tag an hat Genf einen engagierten Reformator und Calvin eine lebenslange Aufgabe."

Hauptwerke

Ab 1535 lebt Calvin in Basel und schreibt ein Vorwort für die französische Übersetzung des Neuen Testaments. Schon 1536 erscheint dort die Erstausgabe seines Hauptwerks "Institutio" (Unterricht in der christlichen Religion). Calvin ist erst 27 Jahre alt. Als er im Sommer des Jahres - von Italien kommend - durch Genf reist, überredet ihn der dortige Prediger Guillaume Farel zum Bleiben. Doch Genf war für einen gründlichen Neubau des kirchlichen Wesens noch nicht reif. Calvin lebt zunächst einige Jahre in Straßburg.

Als Calvin sich der Theologie zuwandte, fand er den Protestantismus in dessen Frühentwicklung schon vor. Es war im Wesentlichen die Leistung Luthers, an die er anknüpfen konnte. Aber was Calvin tat, war doch keine einfache Übernahme dessen, was die deutsche Reformation ans Licht gebracht hatte. Calvin hat sich für seine Lehre allein auf die Schrift berufen, deren Mitte die Offenbarung Gottes in Jesus Christus ist. Diesem Zentrum der evangelischen Botschaft war alles untergeordnet. Calvin schrieb Kommentare zu allen Büchern der Bibel, ausgenommen die Offenbarung. Diese Kommentare haben Generationen der reformierten Kirche geprägt.

Die Ordnung der Kirche

Der Artikel von Martin Franke über Calvin ist getitelt: "Zuchtmeister des Glaubens - Der Reformator Johannes Calvin führt in Genf ein sittenstrenges Regiment". Franke betont ein wenig zu sehr Calvins Strenge. Aber er zeigt sehr deutlich die Abhängigkeiten zwischen Kirche und politischem Stadtrat.

"Zum Osterfest 1538 befiehlt der Rat Calvin und Farel, allen Bürgern unterschiedslos das Abendmahl in beiderlei Gestalt auszuteilen, auch denen, die noch nicht den Kirchenreformern folgen wollen. Doch die beiden Theologen lehnen das Ansinnen ab. Die Situation eskaliert, als sie beschließen, nun gar kein Abendmahl mehr zu feiern. Erzürnt über dieses Missachtung verweist der Stadtrat seine Chefprediger der Stadt. Calvin interpretiert diese Ausweisung nur als Beurlaubung. Drei Jahre später haben sich die Machtverhältnisse im Rat zu Gunsten Calvins verändert. Seine Anhänger holen ihn von Straßburg, wo er Pfarrer der französischen Flüchtlingsgemeinde ist, zurück nach Genf."

"Knapp einen Monat nach seiner Rückkehr handelt Calvin mit dem Genfer Stadtrat eine Kirchenordnung mit vier kirchlichen Ämtern (Pfarrern, Lehrern, Ältesten und Diakonen) aus. Umstrittenes Zentrum dieser Ordnung ist das ‚Konsistorium’, in dem zwölf Älteste und neun Pastoren über die Lehre der Pfarrer und den Lebenswandel der Gemeindeglieder richten. Für Calvin ist dieses Gremium wichtig, weil es die Selbständigkeit der Kirche garantiert. Die Kirche dürfe nur von Gottes Wort, wie es in der Bibel steht, aber nicht von der weltlichen Obrigkeit geleitet werden. So hätte Calvin – im Unterschied zu deutschen Reformatoren – Landesfürsten niemals als Bischöfe anerkannt."

Kirchenordnung

Im September 1541 zieht Calvin nach Genf und legt dem Rat eine Kirchenordnung vor, in der vier Ämter vorgesehen sind: die Pastoren, die Lehrer, die Ältesten und die Diakone. Damit fällt dem Laienelement eine aktive und verantwortliche Rolle bei der Leitung der Gemeinde zu. Die Ältesten bilden gemeinsam mit den Pastoren ein Konsistorium, dessen Aufgabe es ist, die kirchliche Ordnung aufrecht zu erhalten und die Undisziplinierten zur Ordnung zu rufen. Es ist die Eigentümlichkeit der Genfer Kirche, und es wird die Eigentümlichkeit aller calvinistisch geprägten Kirchen sein, dass in viel stärkerem Maße als in dem zur Pastorenkirche tendierenden Luthertum das kirchliche Leben auf der Aktivität von "Laien" beruht. Für die Durchsetzung seines Gemeindeideals hat Calvin fünfzehn Jahre innerhalb des Genfer Stadtstaates kämpfen müssen.

Castellio gegen Calvin

Stefan Zweig hat 1936 das Buch "Castellio gegen Calvin" - Ein Gewissen gegen die Gewalt" verfasst. 1954 und 1987 erschienen neue deutsche Auflagen. Das Buch ist im Buchhandel unter ISBN 3-10-097071-3 für 49.50,- DM erhältlich. 1946 erschien eine französische und schon 1936 eine englische und eine niederländische Ausgabe ("Strijd rond een Brandstapel").

Das Buch hat viel Aufsehen erregt. Am 19. März 1936 wurden Zweigs Bücher konfisziert. Das Buch wurde wie viele andere verboten. Die Machthaber jener Zeit fühlten sich durch Zweig an den Pranger gestellt. Zweig hatte an den Personen Calvin und Castellio deutlich gemacht, dass sich die Stimme des Gewissens und der Freiheit nicht unterdrücken lässt.

"Freiheit ist nicht möglich ohne Autorität (sonst wird sie zum Chaos) und Autorität nicht ohne Freiheit (sonst wird sie zur Tyrannei). Diese Forderung Stefan Zweigs nach politischer Vernunft und humaner Toleranz bilden den Kern dieses 1936 geschriebenen Buches gegen alle Gewalten der Gewalt", heißt es im Klappentext. Auch wenn in diesem Buch einige wenige französische Zitate und Begriffe vorkommen, die nicht übersetzt sind, ist es doch für alle empfehlenswert. Es zeichnet allerdings kein Idealbild des Reformators Calvin, sondern ein sehr menschliches. Besonders zum Schluss des Buches wird auch der Unterschied zwischen dem Werk Calvins und dem späteren Calvinismus deutlich. "Stefan Zweig hat", heißt es in einem Brief, der in den Nachbemerkungen des Herausgebers aufgenommen ist, "versucht, auch gegen Calvin gerecht zu sein, so schwer es einem fällt". Dabei konnte er ganz sicher nicht nur die positiven Züge Calvins aufzeigen. Acht Bildtafeln runden das Werk ab. Stefan Zweig (1881 – 1942) war österreichischer Schriftsteller. Er hat neben vielen anderen Büchern auch über Maria Stuart, Marie Antoinette und "Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam" geschrieben.

Ein Flüchtling als Reformator - Bühnenszenen

Günter Stanienda, freischaffender Journalist und Autor in Berlin, hat im letzten Jahr über "Jean Cauvin, oder so …" einige Bühnenszenen verfasst. In sechs Bildern werden Stationen aus Calvins Leben gezeigt, unter anderem: Calvin als Flüchtling an der Genfer Zollgrenze, Calvin und sein Wirken im Kirchenrat von Genf, der alte Calvin in seinem Arbeitszimmer, Calvin in der Akademie, Calvin und Servet sowie Calvins Sterben. Auch wenn das Stück für norddeutsche Ohren hier und da ein wenig verändert werden muss, als Grundlage für ein Laienspiel über Calvin eignet es sich allemal. Der Text umfasst 20 DIN-A4- Seiten, relativ eng bedruckt; er ist bei mir einzusehen. Vielleicht gibt es Mutige, die sich einmal daran versuchen.

Gerrit Jan Beuker, Hoogstede
(wird fortgesetzt)

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Synodalverband Grafschaft Bentheim

Kirchenratsarbeit, Kirchlicher Unterricht, Öffentliches Glaubensbekenntnis

Am 25. März tagen die Synodalverbandsabgeordneten in Wuppertal. Womit werden sie sich beschäftigen? Zum einen noch einmal mit dem zusammenfassenden Bericht der Visitatoren Dr. Gerrit Jan Beuker, Habbo Heikens, Hindrik Jan Schöppert und Dirk Züter vom 28. Oktober 1999 über die Kirchenvisiation. Die Themen "Lehren und Lernen" und "Zweiter Gottesdienst" wurden am 6. Oktober 1999 in Wilsum erörtert (vgl. "Der Grenzbote" vom 24. Oktober 1999, S. 163 f.). Teil 3 und Teil 4 des Berichts werten aus, was die Visitatoren mit den Kirchenräten über "Die Arbeit der Kirchenräte" und "Kirchlicher Unterricht und Öffentliches Glaubensbekennntis" beraten haben. Ein zweiter Schwerpunkt der Tagung in Wuppertal liegt in der Erörterung mehrerer Berichte, z. B. des Abschlussberichtes über den Besuch der Kirche in Bangladesch im Februar 1999 (verbunden mit Überlegungen des Missionskreises zur weiteren Arbeit) und des Berichtes, den Gerrit Wieking, Vertreter des Synodalverbandes im Vorstand der Grafschafter Arbeitsstelle Religionspädagogik, über die Arbeit der ersten drei Jahre der GAR vorgelegt hat. Zum Mitdenken an dieser Stelle - geringfügig verschlankt - Teil 3 und Teil 4 des Berichts über die Kirchenvisitation.

JA

Die Arbeit der Kirchenräte

Mehrere Kirchenräte haben darum gebeten, mit den Visitatioren über die Kirchenratsarbeit nachzudenken. Die Aufsicht des Kirchenrates über Lehre und Handeln der Gemeinde, die Verantwortung des Kirchenrates für das Öffentliche Glaubensbekenntnis, Sinn, Ziel und Häufigkeit der Hausbesuche, Ziele der Kirchenratsarbeit oder das Gefühl der Überforderung waren Diskussionspunkte.

Die Kirchenräte sehen ihre Verantwortung für die Leitung der Gemeinde, insbesondere für die Seelsorge und die Gottesdienste, und nehmen sie auch wahr. Dabei entstehen durchaus neue Fragen und Unsicherheiten. Ist ein Kirchenrat für alles zuständig? Wo liegen die Schwerpunkte der Kirchen-ratsarbeit? Können Schwerpunkte von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein? Viel Energie wird auf den zweiten Gottesdienst verwendet. Wenn er kaum noch angenommen wird, kann es dann auch an der Zeit sein, die Schwerpunkte anders zu setzen? Muss jeder alle Papiere und Unterlagen von Synodalverband, Synode und Generalsynode lesen? ... Auch bei Kirchenratsmitgliedern gibt es unterschiedliche Talente, Vorlieben und Interessen!

Die Situation kann verbessert werden, indem Gemeinden mehr über die Arbeit ihrer Kirchenräte informiert werden. Das Bewusstsein könnte gefördert werden, dass die Ausübung eines Amtes nicht an ein Ideal, sondern an die eigenen Möglichkeiten gebunden ist. Hilfreich wäre es, bei seelsorgerlichem "Handlungsbedarf" informiert zu werden. Ein Gedankenaustausch im Kirchenrat könnte dem Leistungs- und Erwartungsdruck und auch der ohnmächtigen Resignation entgegenwirken.

Die Gespräche machten deutlich, dass verschiedene Amtsträger die Größe und Vielfalt der Aufgaben als außerordentlich belastend empfinden. Dabei spielt nicht nur der Faktor "Zeit" eine Rolle. Als besonders belastend werden die hohen Ansprüche empfunden, die an Amtsträger gestellt werden oder Amtsträger an sich selber stellen. Das Empfinden zu hoher Belastung erschwert nicht nur die Aufgaben der Amtsträger, sondern auch die Gewinnung künftiger Kandidaten für ein Amt. Orientierungshilfen und Schulungen für Amtsträger sind also nicht nur wichtig beim Einstieg, sondern auch während der gesamten Amtszeit. Die Gespräche zeigten, dass ein Gedankenaustausch auf der Ebene des Synodalverbandes oder der Synode angebracht wäre zum Thema: "Was kann und soll ein Amtsträger leisten? Welche Ansprüche sind berechtigt? Wie wird man mit den Belastungen fertig?"

Den Visitatoren erscheint wichtig, dass die Kirchenräte lernen, Aufgaben an kleinere Gruppen und eventuell auch übergemeindlich zu delegieren. Bestimmte Entscheidungen können z.B. dem Moderamen überlassen werden, das darüber im Kirchenrat berichtet oder Vorschläge zur Entscheidung vorlegen kann. Nur wenige Kirchenräte kennen regelmäßige Moderamenssitzungen. Noch seltener kommt es vor, dass Diakone und Älteste regelmäßig getrennt versammeln, um eigene Aufgaben zu verhandeln. Die Kirchenordnung weist speziell auf diese Möglichkeit hin.

Die einzelnen Aufgaben der Amtsträger, so ein allgemeiner Trend, müssen neu überdacht und verteilt und gegebenenfalls reduziert werden, um einer Überforderung entgegenzuwirken. Das gilt für alle drei Ämter.

Kirchlicher Unterricht und Öffentliches Glaubensbekenntnis

In mehreren Gemeinden wurden die Visitatoren darauf angesprochen, dass einige Jugendliche zwar am kirchlichen Unterricht, aber so gut wie gar nicht an Gottesdiensten teilnehmen. Sie versprechen im Öffentlichen Glaubensbekenntnis, dass sie sich "mit der Gemeinde im Gottesdienst versammeln, das Wort Gottes hören und das Mahl des Herrn feiern" wollen. Wo fängt die Verantwortung des KR in diesem Punkt an, wo endet sie? ... Einerseits möchte man einen Automatismus beim Ablegen des Glaubensbekenntnisses vermeiden, andererseits aber jungen Leuten die Tür zur Gemeinde nicht zuschlagen.

Wie funktioniert das "Patenamt" der Gemeinde? Sie ist doch auch für die christliche Erziehung der in ihr Getauften verantwortlich. Es gibt genügend Angebote der Gemeinden in Kinderhort, Kindergottesdienst, Jungschar und kirchlichem Unterricht. Aber wenn Eltern diese Angebote nicht wahrnehmen? ....

In den Gemeinden sind die Jugendlichen oft die am stärksten eingebundenen Gemeindeglieder. Jahrelang gehen sie jede Woche zum Unterricht und erledigen meistens ihre Hausaufgaben. Bis auf wenige Ausnahmen sind praktisch alle anwesend. Das kann doch nicht ohne Folgen bleiben. Wie werten wir diesen Einsatz der Jugendlichen? Geht es dabei nur um Traditionen - oder ist das auch ein Teil des Gemeindeaufbaus?

Gerrit Jan Beuker, Habbo Heikens, Hindrik Jan Schöppert, Dirk Züter

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Buber-Rosenzweig-Medaille 2000 für Johannes Rau

Als junger Landtagsabgeordneter hat Rau 1959 die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Wuppertal und 1960 die Arbeitsgemeinschaft der Gesellschaften in Nordrhein-Westfalen mitbegründet. Seitdem fördert er christlich-jüdische Zusammenarbeit auf allen Ebenen seiner politischen und kirchlichen Tätigkeiten. Als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen hat er freundschaftliche Kontakte zum Staat Israel gepflegt. Mit Rat und Tat hat er zahlreiche wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen unterstützt, die der Erforschung der deutsch-jüdischen Geschichte und dem Gedenken an die Shoah dienen. Ebenso setzt er sich für Einrichtungen ein, die sich die Gestaltung einer friedvollen Zukunft zwischen Juden und Christen. Israelis und Deutschen, dem Staat Israel und seinen Nachbarn zur Aufgabe machen.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird Bundespräsident Johannes Rau am Sonntag, dem 19. März 2000, im Rahmen der zentralen Eröffnungsfeier der Woche der Brüderlichkeit in Köln verliehen. Sie findet seit 1951 jährlich statt und weist auf die Zielsetzung und das Jahresthema der deutschen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hin.

Die Buber-Rosenzweig-Medaille erinnert an die jüdischen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929). Ausgezeichnet werden Personen, Institutionen oder Initiativen, die sich in besonderer Weise um eine Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben. Preisträger 1999 war Henryk Muszynski, Erzbischof von Gnesen.

aus: "Der Gemeindebrief" 2/2000, S. 8

Das Forum Juden - Christen der Stiftung Kloster Frenswegen lädt ein zu einem Gottesdienst zur Woche der Brüderlichkeit 2000. Das Thema des Gottesdienstes lautet: "Auf drei Säulen ruht die Welt: Recht - Wahrheit - Frieden", Termin: Sonntag, 19. März 2000, 18 Uhr, Klosterkapelle.

JA

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Pro Christ 2000

19. - 25. März, 19.30 Uhr

Nordhorn, Alte Weberei, Vechteaue 2
Veranstalter: Ev.-freikirchl. Gemeinde, Freie Christengemeinde

Schüttorf, Kleintierzüchterzentrum, Eichenstraße
Veranstalter: Gemeindeglieder aus Kirchengemeinden, Mitglieder aus CVJM-Vereinen

Neuenhaus, Aula des Gymnasiums
Veranstalter: Freie Evangelische Gemeinde

Übertragungen in Ostfriesland in:
Aurich, Elisabethfehn, Emden, Großefehn, Moorhusen, Moormerland, Weener, Westerstede, Westoverledingen

Aus Bremen werden evangelistische Ansprachen mit einem attraktiven Rahmenprogramm aus Musik, Kleinkunst und Interviews in 12 Sprachen übersetzt und per Fernsehsatellit in über 1100 Veranstaltungsorte in 13 Ländern übertragen. Deutschland ist mit 850 Orten am stärksten beteiligt. Hauptredner an allen Abenden ist Ulrich Parzany, bekannt als Buchautor und Vorsitzender vom CVJM Gesamtverband Deutschland. Wenn die Übertragungen aus Bremen beendet sind, geht das Programm an den einzelnen Orten weiter. Ein ProChrist-Abend dauert ca. 1˝ bis 2 Stunden. Vor Ort führen Moderatoren durch das Programm, in Schüttorf z.B. Helmut Pante, Pastor der ev.-ref. Gemeinde Meppen.

Durch die missionarische Aktion ProChrist 2000 sollen über eine Million Menschen mit der christlichen Botschaft erreicht werden. Die Aktion wird wahrscheinlich die größte evangelistische Veranstaltung dieses Jahres in Europa. ProChrist für Kinder wird am Samstag, dem 18.3., nachmittags um 15.00 Uhr live aus Bremen übertragen. Sollten Sie nicht wissen, wo eine Veranstaltung in Ihrer Nähe stattfindet oder Fragen zu ProChrist 2000 haben, wenden Sie sich direkt an: ProChrist e.V., Wilhelmshöher Allee 258, 34131 Kassel, Tel.: 0561/937790.

Programm

Sonntag, 19.3. Unbegrenzte Möglichkeiten - Wie kann unser Leben gelingen?
Montag, 20.3. Grenzenloses Elend - Abstumpfen oder abhelfen?
Dienstag, 21.3. Grenzenlose Freiheit - Wo finde ich Schutz ?
Mittwoch, 22.3. Grenzenlose Kommunikation - Wer reißt die unsichtbaren Mauern ein?
Donnerstag, 23.3. Grenzenlose Traurigkeit - Kann man sie besiegen?
Freitag, 24.3. Grenzüberschreitung - Entscheidung für Gott
Samstag, 25.3. Gottes grenzenlose Liebe

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26.3.: Geistliche Abendmusik in Emlichheim

Chor- und Instrumentalmusik zu Passionsliedern aus verschiedenen Jahrhunderten und zum Genfer Psalter wird am Sonntag, dem 26. März, um 17 Uhr in der ev.-ref. Kirche zu hören sein. Mit Vertonungen aus der Entstehungszeit des Genfer Psalters im 16. Jahrhundert von Louis Bourgeois und Claude Goudimel wird die Abendmusik eröffnet. Die Melodien des Genfer Psalters wurden besonders im 16. und 17. Jahrhundert von Komponisten in ganz Europa in ihren Chor- und Orgelwerken verwendet. Der 130. Psalm von Heinrich Kaminski und eine Trauermusik von Henry Purcell sind zwei weitere Chormusiken des Programms, außerdem Lauten-, Gamben- und Orgelmusik, gespielt vom ortsansässigen Organisten Egbert Schoenmaker.

Durch Psalmenlesungen und das gemeinsame Singen von Psalmen und Passionsliedern werden die Zuhörer in die Geistliche Abendmusik einbezogen, u. a. mit dem Lied "Holz auf Jesus Schulter" aus dem 20. Jahrhundert. Der Projektchor der ev.-ref. Gemeinde singt u.Ltg.v. Edzard Herlyn. Der Eintritt ist frei.

Gerrit Dams, Neuenhaus

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