Der Grenzbote
Nr.07 (26. März 2000):

Der feste Halt unseres Lebens Jesaja 42,3 - Andacht v. Hermann Teunis, Ihrhove
Der Traum vom Ende des Hasses
Spannungen auf den Molukken halten an
Johannes Calvin (2)
Ein kurzer Blick in die Geschichte
Monatslied April 2000: Psalm 43 A
Begeisterung für den Psalter
Musik: Improvisationslehrgang für Organisten - und: CD-ROM zum EG
Leserbrief: Ich kenne den ERF.....
Arend Klompmaker - 25 Jahre Pastor
Ökumenische Pilgerwege - unterwegs zum Leben

Der feste Halt unseres Lebens

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und
den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen
Jesaja 42, 3

Die Bibel spricht oft in Bildern, wenn sie zeigen will, wie Gott mit Menschen umgeht. Zwei sehr eindrucksvolle Bilder finden wir in dem Gottesknechtlied in Jesaja 42, Vers 3: Der Knecht Gottes, der im Auftrag Gottes zu den Völkern gesandt ist, wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen.

Das geknickte Rohr und der glimmende, fast erloschene Docht stehen für das Volk Israel im babylonischen Exil, also für Menschen, die ihr Zuhause, vielleicht auch ihnen wichtige Menschen verloren haben. Sie stehen für Menschen, die von einer Last gebeugt sind, deren Licht der Hoffnung fast erloschen ist. Sie sollen wissen: Der von Gott beauftragte Knecht wird uns nicht zerbrechen, er löscht uns nicht aus.

Eine besondere Bedeutung hat das Rohr als Teil einer Pflanze. Ist es abgeknickt, ist die Verbindung mit dem Lebensgrund abgebrochen. So steht der abgeknickte Stängel auch für Menschen, die die Lebensverbindung mit Gott verloren haben - wie das Volk Israel im fremden Land ohne den Tempel als Ort der Gegenwart Gottes, wie Menschen in unserer Zeit, denen Gebet und Bibel, Gottesdienst und Gemeinde nicht mehr viel bedeuten. Gott will sie nicht aufgeben. In der Gestalt des Gottesknechtes will er sich ihnen in besonderer Weise zuwenden.

Kein Wunder, dass schon in der frühen Kirche Jesus Christus als Erfüllung dieser Verheißung angesehen wurde. Er hat die "Geknickten" nicht zerbrochen, sondern aufgerichtet, er hat Schuldigen Vergebung zugesprochen, Blinden die Augen geöffnet. In besonderer Weise hat er durch sein Versöhnungswerk am Kreuz die Verbindung zum himmlischen Vater neu begründet.

Im Glauben an Jesus Christus gilt auch uns diese Zusage Gottes: "Er wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen". Darin liegt der feste Halt für unser Leben.

Die Frage an uns ist dann aber auch, wie wir mit Menschen umgehen, insbesondere mit Menschen, denen der Glaube nicht mehr viel sagt oder der Bezug zur Gemeinde verloren gegangen ist. Lassen wir "das geknickte Rohr" ganz abbrechen? Oder hat Gott uns etwas gegeben, das aufrichtet und aufbaut?

Hermann Teunis, Ihrhove

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Der Traum vom Ende des Hasses

Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King 39jährig auf dem Balkon eines Motels in Memphis von einem weißen Attentäter erschossen. Christlicher Glaube und politischer Auftrag bildeten für den Friedens-Nobelpreisträger von 1964 eine untrennbare Einheit. Er ist ein Vorbild für den gewaltlosen Kampf gegen Unterdrückung und Rassismus.

Alles begann am 1. Dezember 1955. Abends in Montgomery, Alabama, Vereinigte Staaten. Die afroamerikanische Näherin Rosa Parks war nach einem strengen Arbeitstag müde. Wie gewohnt setzte sie sich in den städtischen Bus - hinter die für Weiße reservierten Sitzplätze. Der Busfahrer befahl ihr aufzustehen, um weissen Fahrgästen Platz zu machen. Doch Rosa Parks blieb ruhig sitzen. Sie wurde dafür verhaftet und verurteilt.

Damit begann die Geschichte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Noch am selben Tag vereinbarten schwarze Kirchenführer einen Busboykott. Sie wollten die Rassentrennung in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht länger hinnehmen. Zum Anführer des Streiks wurde der junge, 26jährige Baptistenprediger Martin Luther King. Die Stadtverwaltung versuchte, die Bewegung mit Verhaftungen und Prozessen zu bekämpfen. Der Ku-Klux-Klan legte Bomben. Doch die afroamerikanischen Männer und Frauen von Montgomery gingen mit unerschütterlichem Stolz und Würde zu Fuss. Manche nahmen stundenlange Arbeitswege auf sich. Martin Luther King lehrte sie unermüdlich die Regeln der Gewaltlosigkeit. Nach einem Jahr war es soweit. Das oberste Bundesgericht entschied: Die Rassentrennung in Bussen ist ungesetzlich. King wurde weltweit bekannt. Seine Predigten und Reden faszinierten die Massen. In Birmingham, ab 1960 als Pfarrer in seinem Geburtsort Atlanta und in anderen Orten zwang er die Behörden der Südstaaten mit Demonstrationen, Gebetswachen, Geschäftsboykotten und Sit-ins, die Rassentrennung aufzuheben. Dafür saß er fast dreißigmal im Gefängnis.

I have a dream

Am 28. August 1963 kamen 200000 Menschen nach Washington, um für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen zu demonstrieren. Sie hörten, wie Martin Luther King über seinen Traum sprach. Ein Ausschnitt aus dieser Rede:

"Wir können nicht zufrieden sein, solange unsere Kinder ihrer Freiheit und Würde beraubt werden mit Aushängeschildern, worauf steht: "Nur für Weiße". Ich weiß wohl, dass manche unter euch aus großer Bedrängnis hierhergekommen sind. Einige von euch stammen aus Gegenden, wo ihr aufgrund eures Verlangens nach Freiheit verfolgt und mit polizeilicher Gewalt unterdrückt wurdet. Lasst uns nicht Gefallen finden am Tal der Verzweiflung. Denn ich sage euch, meine Freunde, trotz der Schwierigkeiten von heute und morgen, ich habe einen Traum. Es ist ein Traum, der tief verwurzelt ist im Traum ganz Amerikas. Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter zusammensitzen am Tisch der Brüderlichkeit. Ich habe einen Traum, dass diese Nation aufwachen und ihr Bekenntnis zur Gleichbehandlung aller Menschen erfüllen wird. Ich habe einen Traum, dass der Staat Mississippi, wo großes Unrecht schwelt, sich in eine Oase der Freiheit und Gerechtigkeit verwandelt. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einem Volk leben, das sie nicht nach ihrer Hautfarbe beurteilt, sondern nach ihrem Charakter. Ich habe einen Traum, dass in Alabama mit seinen bösartigen Rassisten kleine schwarze Jungen und Mädchen die Hände schütteln mit kleinen weißen Jungen und Mädchen. Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Berg geebnet wird. Die rauhen Orte werden geglättet, und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar. Das ist mein Glaube. Mit diesem Glauben werden wir es schaffen, den Berg der Verzweiflung in einen Felsen der Hoffnung zu verwandeln. Das wird der Tag sein, an dem alle Kinder Gottes - Schwarze und Weiße, Juden und Heiden, Protestanten und Katholiken - sich die Hände reichen und die Worte des alten Negro Spirituals singen: "Endlich frei! Großer allmächtiger Gott, wir sind endlich frei!"

Die letzten Jahre in Kings Leben brachten Veränderungen, die ihm Mühe machten. Die radikale Schwarzenbewegung von Malcom X entfernte sich von seinen gewaltlosen Idealen. Und bei den Aktionen im Norden der USA blieb er weitgehend erfolglos. King wurde zunehmend gesellschaftskritisch, wandte sich gegen den Vietnamkrieg und ergriff Partei für die Armen. Er sprach unablässig von einer "Revolution der Werte" und gerechten Gesellschaft ohne Zerrissenheit zwischen Schwarz und Weiß, Arm und Reich. Am 4. April 1968 wurde Martin Luther King bei einer Kundgebung in Memphis erschossen. Sein Traum vom Ende des Hasses und der Gewalt bleibt lebendig.

Zusammenfassung eines Artikels in:
"Kirchenbote für den Kanton Zürich" 8/98
Jan Alberts, Nordhorn

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Spannungen auf den Molukken halten an

Am 19. Januar jährte sich zum ersten Mal der Ausbruch der Unruhen auf den Molukken. Diese Inselgruppe kommt noch stets nicht zur Ruhe. Molukker, die in den Niederlanden leben, sind beunruhigt. Sowohl Christen als auch Moslems unter ihnen versuchen von Europa aus mäßigend auf die Fronten einzuwirken. Im vergangenen Jahr ist eine Delegation auf Einladung des damaligen Präsidentschaftskandidaten Abdurraham Wahid zwei Mal nach Indonesien gereist, um einflussreiche Politiker und Militärs zu konsultieren. Auch die Pastoren J. Rutumalessy und O. Matulessy von der Evangelischen Kirche auf den Molukken (GIM) gehörten dieser Delegation an.

Zur Versöhnung beitragen

Die Sorge ist groß, dass die Unruhen auch auf andere Inseln übergreifen können. Inzwischen melden bereits die Inseln Lombok und Sulawesi verschiedene Übergriffe unter den Volksgruppen. In der aktuellen Phase der staatlichen Neuorientierung und Demokratisierung steht mit den Unabhängigkeitsbestrebungen sogar die Einheit Indonesiens auf dem Spiel. Deshalb beobachtet auch das Ausland die aktuellen Entwicklungen sehr aufmerksam.

Für die staatlichen Stellen ist es ungemein schwierig, der Situation Herr zu werden. Die Rädelsführer sind nur schwer auszumachen und festzunehmen. Pastor J. Rutumalessy, Vorsitzender der Synode der GMI, weist darauf hin, dass es in diesem Konflikt um den Machtkampf verschiedener Interessensgruppen gehe: Da sei zum einen das Militär, andererseits eine fundamentalistische Moslemgruppe um den Parlamentspräsidenten Rais und schließlich der Clan des früheren Präsidenten Suharto. Jede dieser Gruppen habe ein Interesse, dass die Unruhen anhalten. Das Militär könne seine Präsenz ausbauen, die Moslems möchten den einheitlich islamischen Staat rechtfertigen, und die noch stets einflussreiche Gruppe um Suharto begründe damit ihre Ablehnung der Demokratisierungsbewegun-gen.

Pastor J. Rutumalessy sieht die einzige Lösung in dem Einsatz von internationalen Friedenstruppen, was die Indonesier kaum akzeptieren dürften, es sei denn, dass der gemäßigte Präsident den Machtkampf dieser Interessensgruppen für sich entscheiden könne.

Die Evangelische Kirche auf den Molukken hat gemeinsam mit der Katholischen Kirche und Führern des Islam verschiedene Erklärungen abgegeben, in denen sie sich gemeinsam für Frieden und Versöhnung einsetzen. Rutumalessy räumt ein, dass diese Verlautbarungen nur eine begrenzte Wirkung zeigen: "Den Mann von der Straße erreicht solch ein Papier nicht. Die Führer der Gruppierungen können so viele Erklärungen unterschreiben, wie sie wollen, aber üben sie noch einen Einfluss auf ihre eigenen Leute aus? Es ist kürzlich die Aufforderung laut geworden, den Gouverneur auf den Molukken und den örtlichen Kommandanten der Armee abzulösen. Aber Wahid fragt sich, ob dadurch das Problem gelöst wird. Wir aber meinen, dass man irgendwo beginnen muss. Wenn die Führer kein Vertrauen bei den Untergebenen besitzen, dann muss man sie absetzen."

Ein großes Schachspiel

Pastor Matulessy vertritt gleichzeitig die Molukkische Unabhängigkeitsbewegung RMS und macht eine bedeutungsvolle Feststellung: "Dieses Treffen mit Wahid war für uns ein historischer Moment, denn er durchbrach damit als erster Politiker ein Tabu, das über der RMS lag." Nach den internationalen Protesten im Zusammenhang mit dem Verhalten Indonesiens in dem zurückliegenden Konflikt um Ost-Timor sucht Präsident Wahid das Gespräch mit allen wichtigen Gruppen, auch mit der Unabhängigkeitsbewegung.

Auf den Molukken existieren zwei Versionen, die den Beginn und Verlauf der Kämpfe unterschiedlich wiedergeben. Die islamische Darstellung schiebt den Christen die Schuld zu. Pastor O. Matulessy weist jedoch auf die Hintergründe dieses Konfliktes hin: Seit drei Jahrhunderten lebten hier die Christen und Moslems in guter Nachbarschaft friedlich nebeneinander. Aber durch die sogenannte "Transmigration", die Aussiedlung von Familien aus der übervölkerten Insel Java, geriet das Gleichgewicht auf den Molukken in eine verhängnisvolle Schieflage. Die Moslems bilden inzwischen eine deutliche Mehrheit von 60:40, einige sagen sogar von 80:20 Prozent. Außerdem erhielten die (moslemischen) Neusiedler Grund und Boden sowie weitere staatliche Unterstützung, wodurch sie besser dastanden als viele Molukker. Durch dieses Ungleichgewicht entstanden Spannungen, die vom Militär ausgenutzt wurden, um die eigene Position zu stärken. Die Armee unterstütze mal die eine und mal die andere Seite, um den Konflikt immer neu aufleben zu lassen.

Die Unruhen konzentrieren sich zur Zeit auf die nördliche Insel Halmahera. Pastor O. Matulessy sieht die Ursache jedoch in der Hauptstadt Jakarta: "Wir sind Opfer eines großen Schachspiels. Denn es sind 17000 Soldaten allein auf Ambon stationiert, auf einer Insel, die mit dem Auto in einer dreiviertel Stunde durchquert werden kann. Wahid ist im Gegenteil zu seinem Vorgänger ein gerechter und integerer Präsident. Seine politische Vision ist die eines Einheitsstaates, aber davon reden wir jetzt nicht. Die Zukunft wird zeigen, ob er das Militär in Schranken weisen kann oder nicht."

Nach zwei Artikeln von Annelies Berth
in: "Vandaar", März 2000, S. 8-10
Fritz Baarlink, Veldhausen

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Johannes Calvin (2)

In einem Artikel der Wochenzeitung "Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt" vom 26.11.1999 zeigt Martin Frankeauf, dass Johannes Calvin (1509 - 1564) mit Martin Luther und Ulrich Zwingli zu den großen Reformatoren der Kirche gehört. Andererseits ist auch Frankes Darstellung der Person und des Wirkens Calvins nicht frei davon, bestimmte Einzelheiten zu überzeichnen.

Gott allein die Ehre

Mit wenigen Sätzen beschreibt Franke Calvins Persönlichkeit: "Das rastlose Arbeiten Calvins, seine Standfestigkeit und seine Intoleranz gegen andere Auffassungen sind nur durch sein Selbstbewusstsein zu verstehen. Er sieht sich als Diener Gottes. "Wir sind nicht unsere eigenen Herren, also darf bei unseren Plänen und Taten weder unsere Vernunft noch unser Wille die Herrschaft führen …", schreibt Calvin. Persönliches Glück oder Wohlbefinden sind für ihn keine Kategorien. … Im Gegensatz zu Luther schreibt Calvin kaum über sich selbst. Zu sehr fühlt er sich fremdbestimmt, getrieben von Gott, für dessen Ehre er arbeitet. Erkennbar ist dieser Gott nur in der Bibel."

Aus der "Institutio"

In seinem theologischen Hauptwerk, der "Christianae Religionis Institutio", erläutert Calvin den für seine Lehre zentralen Begriff der Erwählung oder Prädestination:

"Gott hat in seinem ewigen und unwandelbaren Ratschluss einmal festgestellt, welche er einst zum Heil annehmen und welche er andererseits dem Verderben anheim geben will. Dieser Ratschluss ist, das behaupten wir, hinsichtlich der Erwählten auf Gottes unverdientes Erbarmen begründet, ohne jede Rücksicht auf menschliche Würdigkeit. Den Menschen aber, die er der Verdammnis überantwortet, denen schließt er nach seinem zwar gerechten und unwiderruflichen, aber unbegreiflichen Gericht den Zugang zum Leben zu! ... Wie aber der Herr seine Auserwählten durch die Berufung und Rechtfertigung kenntlich macht, so gibt er den Verworfenen durch ihren Ausschluss von der Erkenntnis seines Namens und der Heiligung seines Geistes wie durch Zeichen bekannt, was für ein Gericht ihrer wartet."

Ketzerfeind

Franke berichtet weiter über den Ketzerprozess gegen Michel Servet. Der französische Arzt bestreitet in seinen Schriften die Dreieinigkeit Gottes. Auf der Flucht vor der Todesstrafe landet er in Genf. Calvin zeigt ihn dem Stadtrat an. Vor dem Hintergrund der Wiedertäufer, die 1534 in Münster das Regiment übernommen hatten, wird Servet vom Rat der Stadt Genf zum Tode verurteilt. Er stirbt am 27. Oktober 1553 auf dem Scheiterhaufen. Franke weist zu Recht darauf hin: Servet ist der einzige Märtyrer in Genf. In den umliegenden Gebieten wurden regelmäßig Ketzer, meist Protestanten, verbrannt. Nicht Calvin, sondern der Rat der Stadt Genf hat das Urteil gesprochen. Die eingeholten Gutachten der vier benachbarten Städte hatten einstimmig für diese Strafe votiert.

Papirus Masson in seinen Elogen (Lobreden) über Calvin

"Kaum einen Tag ließ er vergehen, dass er nicht vor dem Volk eine Predigt über heilige Dinge hielt. Solange er lebte, las er dreimal in der Woche über Theologie, sehr fleißig schrieb er immer und überdachte etwas. Sein Körper war auffallend schwach, durch Wachen, Lektüre, Schriften. Nachsinnen, Predigten, Krankheiten und Ereignisse angegriffen. Er schlief sehr wenig und diktierte den größten Teil seiner Werke des Nachts von seinem Bett einem Hausgenossen, der ihm als Schreiber diente. Nur einmal aß er am Tage, indem er das für das wirksamste Mittel gegen die Schwäche seines Magens und die Schmerzen seines Kopfes hielt. Seine Kleidung war sehr gering, mehr um den Körper zu bedecken als ihn zu schmücken."

Ausweitung und Auswirkung

Calvin hat nachträglich das von Melanchton ausgearbeitete lutherische Augsburger Bekenntnis unterzeichnet. Calvins Bemühungen führen 1549 zu einer Übereinstimmung in der Abendmahlsfrage zwischen Genf und Zürich. Die Verständigung mit den deutschen Lutheranern misslingt. Noch einmal Franke:

"Calvin hat seine Reformation nie auf Genf beschränkt. Er will den Protestantismus in ganz Europa verbreiten. Sein Hauptwerk, die "Einführung in die christliche Religion", entwickelt sich vom schmalen Katechismus in 1536 zum dicken Wälzer in 1559. In Genf bildet er reformierte Prediger aus, die er nach Frankreich und Schottland schickt. Diesem Zweck dient auch die 1559 gegründete Genfer Universität. Auch nach England, Polen und Ungarn hat Calvin Kontakte.

Und tatsächlich gehört die calvinistische zu den wirkungsvollsten Reformbewegungen. Besonders das Widerstandsrecht, das religiös begründete Recht der Auflehnung gegen staatliches Unrecht, gewinnt Einfluss auf die Entwicklung neuer demokratischer Strukturen. Aber auch das demokratische Entscheidungsgremium in einer vom Staat unabhängigen Kirche – die Synode – gehört zum Erbe der calvinistischen Reformbewegung."

Theologie

In seiner Theologie ist er der Mann der zweiten reformatorischen Generation, der größte Schüler Luthers, dem er seine entscheidenden theologischen Erkenntnisse verdankt. Aber als Luther-Schüler ist Calvin zugleich der Theologe gewesen, der - wie keiner sonst - den Wittenberger Reformator verstanden hat und von seinem reformatorischen Ansatz her ein selbständiges und einheitliches theologisches System entworfen hat.

Ausgangspunkt seiner Theologie ist das Bekenntnis zur Allmacht Gottes, dem in unbedingtem Gehorsam die Ehre gegeben werden muss. Daraus ergibt sich seine Lehre von der doppelten Prädestination (Erwählung). Insbesondere in der Abendmahlslehre, in der er die Gegenwart Christi im Geist vertrat und Brot und Kelch lediglich zeichenhaft verstand, unterscheidet er sich von Martin Luther.

Ein unbekanntes Grab

"Wie erfolgreich die Bemühungen um eine vom Staat unabhängige Kirche sind, zeigt die Gründung der ersten reformierten Untergrund-Gemeinde in Frankreich 1555. Schon vier Jahre später findet trotz Verfolgungen die erste Nationalsynode reformierter Gemeinden Frankreichs statt."

In diesem Jahr 1559 verfasst der Wallone Guido de Bres das Niederländische Glaubensbekenntnis in französischer Sprache (das Bekenntnis steht in unserem Gemeindebuch von 1977, Seite 86 – 120). Es handelt in seinem vorletzten Artikel ausführlich über die Aufgaben von Staat und Regierung. Die Kirchen der Abscheidung sind von diesem Bekenntnis geprägt, besonders von dem Artikel 29 über die wahre und falsche Kirche. 1567 erleidet de Bres für dieses Bekenntnis den Märtyrertod im französischen Valenciennes.

"Geschwächt von Krankheiten und übermäßiger Arbeit stirbt Jean Calvin am 27. Mai 1564. Da nur Gott die Ehre gebühre, wollte Calvin keinen Grabstein. So ist sein Platz auf dem Genfer Friedhof bis heute unbekannt."

Gerrit Jan Beuker, Hoogstede

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Ein kurzer Blick in die Geschichte

Die reformierte Kirche geht wie die lutherische auf die Reformation im 16. Jahrhundert zurück. Darum "reformierte", das heißt erneuerte Kirche! Die reformierte Kirche ist nicht das Werk eines einzigen. Unter ihren "Vätern" ragen besonders zwei hervor: Ulrich Zwingli (1484-1531), der Reformator Zürichs, und Johannes Calvin (1509-1564), der Reformator Genfs. Sie wollten das Wort Gottes als Maßstab und Mitte kirchlichen Lebens zur Geltung bringen und vollzogen den Bruch mit der mittelalterlichen katholischen Kirche besonders radikal: Sie gaben den traditionellen Ablauf der Messe auf und feierten ihre Gottesdienste mit Gebet, Bibellesungen, Predigt und Psalmengesang.

Reformierte Kirchen haben sich überall in Europa und Übersee ausgebreitet. Dem Reformierten Weltbund gehören heute 202 Kirchen in 102 Ländern an. Die Zahl der Christinnen und Christen mit reformiertem Bekenntnis wird weltweit auf über 70 Millionen geschätzt. Während des 19. Jahrhunderts wurden in einigen Gebieten Deutschlands Lutheraner und Reformierte in einer evangelischen Kirche vereint ("Unierte Kirchen"). Auch in diesen Kirchen haben viele Gemeinden ihre reformierte Prägung behalten (z. B. am Niederrhein, im Siegerland, in Hessen).

Im Nordwesten Deutschlands blieben die beiden großen evangelischen Konfessionen selbständig nebeneinander bestehen. 1882 ermöglichte Kaiser Wilhelm I. als König von Preußen den Reformierten in seinem Herrschaftsgebiet die Gründung einer eigenen Kirche. Reformierte Gemeinden in Ostfriesland, den Grafschaften Bentheim und Lingen und der Herrschaft Plesse schlossen sich zu einer eigenständigen Kirche zusammen.

Andere freie reformierte Gemeinden vorwiegend hugenottischen Ursprungs haben sich in der Folgezeit der Evangelisch-reformierten Kirche angeschlossen – zuletzt 1988 die reformierten Gemeinden in Bayern. Heute gehören 142 Gemeinden mit etwa 200.000 Gemeindegliedern zur Evangelisch-reformierten Kirche.

aus dem Internet, GJB

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Monatslied April 2000: Psalm 43 A

Das Monatslied finden wir in unserem EG in zweifacher Bereimung, zum einen in der uns bekannten Fassung von Matthias Jorissen aus dem Jahr 1793 als Psalm 43 B mit fünf Strophen, zum anderen in der neuen Fassung von Alfred Rauhaus aus dem Jahr 1992 als Psalm 43 A mit vier Strophen. Rauhaus hat die Strophen 3 und 4 der alten Bereimung zusammengefasst.

Schon an den Jahreszahlen der Entstehung der Texte lässt sich erkennen, dass die A-Fassung von Rauhaus unserem Sprachgebrauch näher kommt. Die Melodie aus Genf ist in beiden Fassungen dieselbe.

Der Psalm 43 gehört in den Korah-Psalter, der die Psalmen 42-49 umfasst. Sie wurden von den Korah-Söhnen verfasst, die zur Spätzeit Davids Chorleiter des Tempelgottesdienstes waren. Damit sind diese Psalmen als Gemeindelieder für das Singen im Gottesdienst gedacht. Psalm 43 schließt übergangslos an Psalm 42 an; beide bilden eine Einheit. Es lohnt sich, beide Teile im Zusammenhang zu lesen.

Der Psalm redet von einem Beter, dessen Seele unruhig und betrübt ist. Sein einziger Trost besteht darin, dass er unterwegs ist zu dem Gott, der seine Freude und Wonne ist. Der Beter weiß aus Erfahrung, dass seine Niedergeschlagenheit verfliegt, sobald er im Tempel auf seiner Harfe Gott danken wird.

Auch der Sänger Martin Luther hat einmal gesagt: "Musik ist eine schöne, liebliche Gabe Gottes, sie hat mich oft also erweckt und bewegt, dass ich Lust zu predigen gewonnen habe... Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Fröhlichen traurig, die Verzagten herzhaft zu machen, die Hoffärtigen zur Demut zu reizen, den Hass und den Neid zu mindern, denn die Musik."

Zu diesem Psalm fällt mir der bekannte Kanon ein: "Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deiner Wohnung und ich dir danke, dass du mir hilfst" (EG, Lied 172). Ich schlage vor, diesen Kanon, der sich auf den dritten Vers dieses Psalmes bezieht, zusätzlich im Gottesdienst zu singen.

Irene Sweers, Ihrhove

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Begeisterung für den Psalter

"Da soll noch mal einer sagen: die Psalmen sind altmodisch", so die erste spontane Reaktion einer Besucherin am späten Sonntagnachmittag beim Ausgang aus der Klosterkapelle Frenswegen. Eineinviertel Stunden dauerten die Darbietungen des Chores der Reformierten Kirche Neuenhaus unter der Leitung von Betty Alsmeier, untermalt, unterstützt und ergänzt durch zwei Bläsergruppen. Die Kapelle war überfüllt, eine ebenso große Menge lauschte den Darbietungen im Klostergang, während andere fünfzig Besucher wegen Überfüllung wieder nach Hause gegangen sind. So groß war das Interesse für diese Stunde am Spätnachmittag des letzten Sonntags bereits im Voraus. Wie groß es im Nachhinein war, verrät allein schon die oben zitierte Reaktion.

Es ist nicht der Sinn dieser Randbemerkungen, eine musikalische Würdigung zu geben. Sie wird ohne jeglichen Zweifel auch bei kompetenten Beurteilern sehr positiv ausfallen. Hier soll es nur darum gehen, wie groß die Aussagekraft der biblischen Psalmen ist, denn das war es, was den Chor inspirierte und die Stunde beherrschte. Wer beim Hineingehen vielleicht noch gedachte haben mag, ihm würden altmodische Lieder präsentiert, konnte nur mit dem nachhaltigen Eindruck hinausgehen, dass er hier mit den aktuellsten und existentiellsten Lieder konfrontiert wurde, die es nur gibt.

Ja, aktuell und existentiell, das scheinen mir angemessene Bezeichnungen zu sein. Da wird nicht nur Glaube beschrieben, wie in vielen Kirchenliedern aus älterer oder auch neuerer Zeit; da wird im Glauben gerungen; da wird gefragt und gesucht, gebangt und gehofft, geliebt und gelitten. Da ringen Menschen mit Gott, da tasten sie sich im Dunkeln vor oder erschrecken vor ihren eigenen Taten; da rufen sie aus der Tiefe, und schließlich: da singen sie leise das Lied der Geborgenheit.

Die Psalmen theoretisieren nicht über Sünde, Vergebung und Versöhnung. Sie belehren auch nicht über die Gebote Gottes; noch viel weniger stöhnen sie über sie; nein, sie singen über die Weisung Gottes in ihrem Leben, weil sie wissen, was der Gläubige dem zu verdanken hat.

Die Psalmen sind alt, und zugleich sind sie hoch modern. Sie wagen – um nur dieses Beispiel zu nennen – selbst, das Leiden über die Machenschaften der Feinde zu beklagen. Ist das nicht modern? In unserer Zeit des ‚mobbing‘ mit allen raffinierten Formen der Feindseligkeit? In unseren Tagen, in denen viele Schulkinder sich kaum noch auf den Heimweg wagen aus Angst vor Gewalt von Mitschülern? Die Psalmen bringen Hohn und Spott zur Sprache. Wäre es nur so, dass solche Dinge überholt sind! Die Psalmen verraten Angst vor dem Ungewissen, vor dem nahen Tod, vor der Verlassenheit von Menschen und von Gott. Sie bieten dann auch auch Antworten, und wir dürfen sie hören und selbst übernehmen; es sind Antworten des Glaubens und der Bewährung, und die Beter oder Sänger bezeugen, dass sie diese Antworten der Treue Gottes verdanken.

Die Psalmen müssen der Gemeinde in den Gottesdiensten immer wieder nahe gebracht werden. Als Prediger und Liturgen, die bestimmen, was gesungen wird, haben wir darin eine besondere Verantwortung. Wir enthalten der Gemeinde etwas sehr Kostbares vor, wenn wir sie nicht an die Psalmen heranführen und sie einladen, sie mitzusingen. Nein, nicht hin und wieder ein Psalm als liturgisches Feigenblatt, sondern als Kern des Gemeindegesanges. "Psalmen und Lobgesänge und geistliche Lieder", schreibt Paulus in Kol. 3,16. Das ist die Reihenfolge in der Bibel und in den ersten Gemeinden; das ist die Reihenfolge in der reformierten Christenheit seit der Reformation; das ist die Reihenfolge in unserem Gesangbuch. Wir können alle Choräle und Lieder nicht besser ehren, als dass wir ihnen einen Ehrenplatz gleich hinter den Psalmen geben. Das ist schließlich auch der Grund dafür gewesen, dass die Psalmen noch vor wenigen Jahren in großartiger Gemeinsamkeit erneuert und zu einem Teil für den Gemeindegesang neu gedichtet worden sind.

Im Übrigen erinnerte Dr. Petermann in seiner Begrüßung daran, dass Augustiner Chorherren an derselben Stelle seit dem Mittelalter täglich Psalmen gebetet und gesungen haben. Das ist die ungebrochene Tradition seit der Zeit Israels, über die Apostel Jesu, über Kirchenväter und Klosterbrüder, über Reformatoren und Dichter bis in die Gottesdienste in unseren Tagen. Nur zu unserem eigenen Schaden könnten wir versäumen, mit dieser Tradition pfleglich umzugehen.

Heinrich Baarlink, Nordhorn

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Improvisationslehrgang für Organisten

Für Organisten und Orgelschüler aller Konfessionen findet am Samstag, dem 6. Mai 2000, in der katholischen Kirche in Neuenhaus ein Improvisationslehrgang mit Christiane Michel-Ostertun aus Mannheim statt. Die Organistin zeigt anhand ihres gleichnamigen Buches, das im Strube-Verlag erschienen ist, wie Vorspiele zu Liedern aus dem evangelischen und katholischen Gesangbuch (EG bzw. Gotteslob) gestaltet werden können.

Dauer des Lehrgangs: 10.00-12.30 Uhr und 13.30-15.30 Uhr, Kosten: DM 20,--pro Teilnehmer. Anmeldungen u.a. bei Gerrit Dams, Tel.: 05941-6203.

Die Musikschule Niedergrafschaft bietet zwei Veranstaltungen als Nachtrag zu ihrem zwanzigsten Jubiläum im Jahr 1999 an: am 28. Mai ein "Konzert auf Harmonium und Orgel" und am 9. September eine Orgelfahrt zu den historischen Orgeln in der Grafschaft Bentheim. Nähere Einzelheiten werden rechtzeitig mitgeteilt.

CD-ROM zum EG

Für Kirchenmusiker, Pastoren und alle mit musikalischer Gottesdienstgestaltung Beschäftigen ist ein interessantes Hilfsmittel erschienen, das bei der Vorbereitung von Gottesdiensten und Andachten sowie bei der Erstellung von Lied- und Textblättern Hilfe bietet. Die CD-ROM "EG elektronisch" offeriert sämtliche Lieder des Stamm- und Regionalteils für Deutschland, Österreich und Elsass-Lothringen. Umfangreiche Suchfunktionen erleichtern das Auffinden eines etwa zum Predigtext passenden Liedes. Liedtexte, Melodien und mehrstimmige, im EG vorhandene Sätze lassen sich ohne weiteres in die gängigen Textverarbeitungsprogramme importieren. Auf dem Datenträger befindet sich auch ein elektronisches Exemplar der Lutherbibel. Wem eine Melodie ein wenig zu hoch ist, der transponiert komfortabel mit ein paar Klicks, und wer statt aller neun Strophen einmal nur die zweite, fünfte und achte unterlegen möchte, der kann das ebenso einfach bewerkstelligen wie die Einbeziehung eigener dichterischer Versuche. Alle Melodien und Sätze lassen sich über eine Soundkarte zum Klingen bringen. Aus dem Vorwort: "Die Deutsche Bibelgesellschaft hat die Entwicklung der CD-ROM übernommen und im Zusammenwirken mit der EKD als Herausgeber die nicht unerheblichen technischen Schwierigkeiten bewältigt."

Zu bestellen bei:
Deutsche Bibelgesellschaft, Postfach 81 03 40, 70520 Stuttgart, Preis: DM 148.--

Gerrit Dams, Neuenhaus

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Leserbrief: Ich kenne den ERF.....

6,6 Millionen Deutsche kennen den Evangeliums-Rundfunk (ERF). Darf ich Ihnen einmal erzählen, warum ich so begeistert bin von diesem Sender? Der ERF existiert bereits 40 Jahre. Ich hörte ihn früher in einer mangelhaften Qualität über die Mittelwellensender, meist abends oder morgens zum Wecken. Dann kam’s schon vor, dass ich mit dem Ohr am Radiokasten hing, um die interessanten Botschaften mitzubekommen. Heute haben wir eine "Schüssel", und der Empfang ist ausgezeichnet. So bekommen wir über den Satellit Astra die Programme des ERF 1 und 2 rund um die Uhr in bester Qualität.

Die christliche Botschaft wird europaweit von diesem Sender verbreitet. Es ist ein reines Spendenwerk, das auch Weltmission mit einem Viertel der Einnahmen unterstützt. Die Programme laufen in 20 Fremdsprachen. Partner ist Trans World Radio (TWR), der in 150 Sprachen sendet und über den Globus verteilt seine Sendestationen hat. Über 700 Seniorenheime und Krankenhäuser in unserem Land erhalten den ERF-Kassettendienst. In einigen Regionen außerhalb der Grafschaft ist es möglich, auch über UKW und Kabel-Fernsehen zu empfangen. Seit Januar 2000 ist es neu, dass wir auch hier bei uns einmal wöchentlich über Kabel TV des englischen Senders NBC ein ERF-Fernsehprogramm in deutscher Sprache empfangen können. Wir sahen christliche Sendungen, die in Zusammenarbeit mit EO (Holland) entstanden.

Alle, die für den Fernsehempfang eine Schüssel haben, können nicht nur im Fernsehen den Ton des ERF-Radios hören, sondern auch über die Stereoanlage oder Radio. Ein Verbindungskabel zwischen Receiver und Radioempfänger stellt den Empfang her. Der Fernseher, der den Ton vom ERF- Sender bringt, allerdings mit Bildern eines Werbesenders, muss dabei nicht unbedingt eingeschaltet sein.

ERF 1 sendet überwiegend klassische Musik, Kirchenlieder, Psalmen, dazwischen Kurzandachten wie "Das Wort zum Tag" - identisch mit der Losung oder Auslegungen zur Bibel, Sendungen zu bestimmten Themen, Gottesdienste, Lesezeichen, kirchliche- und Missions-Nachrichten, Stellenmarkt, Seelsorgesendungen mit Anrufmöglichkeiten u.a. Dazu jede Stunde Nachrichten, so dass man auch aus der Welt nichts verpasst. ERF 2 bringt hauptsächlich Interessantes für die Jugend: aktuelle Musik, "music for teens", Sendungen für coole Kids, Bibel aktuell, Kurzandachten, Hörspiele, Denkanstöße.

1.400 ehrenamtliche Verkünder arbeiten beim ERF mit. Der Direktor, Jürgen Werth, bekannt auch durch die "Pro Christ"-Moderation, sagte in einem Interview über Gründung und Zukunft des ERF: "Christen haben sich zusammengetan, um ein christliches Programm zu gestalten. Wir bleiben theologisch und geistlich auf Kurs." Das macht mir den Sender so sympathisch - vor allem die ansprechenden klaren wegweisenden bibeltreuen Auslegungen zur Schrift. Ein Sender, der darauf hinweist und das "In-Jesus-Christus-bleiben" (Joh.15,5) konkret werden lässt, ist eine Bereicherung für mein Leben geworden.

Die monatliche Programm-Zeitschrift "antenne" kostet 5,- DM im Jahr. Der Bezug ist im ersten Jahr kostenlos. Weitere Infos gibt Ihnen gern der ERF, Anschrift: ERF, Postfach, 35573 Wetzlar.

Einige technische Hinweise: Kabel-Fernsehen über NBC, sonntags von 11.00 bis 12.00 Uhr; Radio: Mittelwelle aus Mainflingen 1539 kHz, von 5.00 bis 24.00 Uhr; Mittelwelle aus Monte Carlo 1467 kHz um 5.45 und 21.30 Uhr; Kurzwelle aus Monte Carlo 7160 kHz ,10.05 und 15.30 Uhr; nur mit Schüssel: Satellit Astra 11,038 GHz vertikal, (ERF 1) 7,38 Mhz, (ERF 2) 7,56 Mhz, 24 Stunden täglich; RealAudio im Internet: www.erf.de

Ulrike Nyboer, Nordhorn

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Arend Klompmaker - 25 Jahre Pastor

Pastor Arend Klompmaker, Bad Bentheim, feiert dieser Tage sein fünfundzwanzigtes Dienstjubiläum. Er stammt aus der Gemeinde Emlichheim, machte zuerst eine kaufmännische Lehre und holte dann von Emlichheim aus in Emmen in den Niederlanden sein Abitur nach. Er studierte 1968 bis 1975 in Kampen. Er ist mit Dina Baarlink aus Echteler verheiratet.

Trotz intensiver Kontakte jenseits der Grenze entschieden Klompmakers sich 1975, einem Ruf der Gemeinde Bunde in Ostfriesland zu folgen. Sein dortiger Vorgänger im Amt, Pastor Jan Kortmann, der von 1968 bis 1974 in Bunde tätig war, führte Arend Klompmaker in sein Amt ein. In Bunde wurden dem Ehepaar Klompmaker zwei der drei Töchter geboren. Zum 1. 7. 1979 wechselte Klompmaker zur Gemeinde Veldhausen, seit dem 29.7.1990 ist er in der altreformierten Gemeinde Bad Bentheim tätig.

Einer seiner ersten Anträge an die Synode war im November 1975 die Bitte um ein klärendes Wort zur Verbindung von Öffentlichem Glaubensbekenntnis und Zulassung Jugendlicher zum Abendmahl. Er wollte und will beides gerne entkoppeln.

Im synodalen und ökumenischen Bereich war und ist Arend Klompmaker in vielen Bereichen tätig. Anfang 1977 wurde er in den Ausschuss für diakonische Angelegenheiten berufen, der sich in der Zeit mit Fragen eines neuen Lebensstils beschäftigte. Klompmaker gehört diesem Ausschuss bis 1994 an. Seit 1991 hat er die Ev.-altref. Kirche mehrmals in der Diakonischen Konferenz des Diakonischen Werkes in Stuttgart vertreten. Er beteiligte sich 1991 bis 1993 an der Herausgabe des Buches "Lebenswelten - Materialien für kirchlichen Unterricht und Gemeindearbeit....". Für das Buch verfasste er den Beitrag "Diakonische Gemeinde".

1978 bis 1983 vertrat er die Synode im Moderamen des Reformierten Bundes. Die Friedensfrage war in diesen Jahren sehr aktuell. Im Herbst 1978 machte Klompmaker gemeinsam mit dem Schatzmeister des Reformierten Bundes seine erste Reise nach Rumänien. Er hat wesentlich zum Aufbau der Rumänienhilfe beigetragen. Sobald es möglich war, wurden von Veldhausen aus Hilfstransporte organisiert. Ab 1985 entwickelten sich - auch von Veldhausen und Hoogstede aus - Kontakte nach Polen (Weihnachtspäckchen, Kirchendach in Zelow).

1980 bis 1988 war Klompmaker Mitglied im Ausschuss für Kirchliches Schrifttum. 1983 bis 1987 übernahm er die Arbeit des Synodesekretärs. Ab 1987 gehörte er mehrere Jahre dem Ausschuss für die Betreuung der Theologiestudenten und –studentinnen an, seit 1987 ist er im Ausschuss für Kirchenmusik.

1990 wurde Klompmaker vom Moderamen des Reformierten Bundes in eine Kommission berufen, die sich mit der sprachlichen Überarbeitung des Heidelberger Katechismus beschäftigte. Ein Jahr später gehörte er auch der altreformierten Kommission an, die sich mit dieser Arbeit befasste. Seit 1994 ist er Mitglied im Ausschuss der Synode für Liturgie und Kirchenmusik. Klompmaker arbeitete mit an der Vorbereitung und Herausgabe des Ende 1999 erschienenen Buches "Reformierte Liturgie".

Er beteiligte sich mehrmals an Veranstaltungen zur Schulung von Amtsträgern und war Abgeordneter der Generalsynode in 1984 und in 1989/90. 1998 veröffentlichte er eine Broschüre mit Predigten über Texte aus dem Hiobbuch. Sie trägt den Titel "Warum müssen gute Menschen leiden?"

Seit mehreren Jahren hat Pastor Klompmaker mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sie schränken die Möglichkeiten übergemeindlicher Tätigkeiten sehr ein. Es ist bewundernswert, mit welcher Energie er weiterhin seine Arbeit in der Gemeinde verrichtet. Die Evangelisch-altreformierte Kirche dankt ihm für seinen vielfältigen Einsatz. Die Leser und Leserinnen des Grenzboten wünschen ihm von dieser Stelle aus weiterhin Kraft und Gottes Segen für sein Amt, seine Arbeit und seine Familie.

Gerrit Jan Beuker, Hoogstede

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Ökumenische Pilgerwege - unterwegs zum Leben

Unter diesem Titel hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen eine kleine Broschüre herausgegeben. Das Vorwort weist auf die lange Tradition der Pilgerwege hin. In unserer Zeit werden die Pilgerwege neu entdeckt und von vielen Christen unter die Füße genommen.

Pilgerwege setzen Zeichen: Zeichen der Versöhnung, der Umkwehr und der Hoffnung. "Sie können eine Antwort sein auf die Suche heutiger Menschen nach anderen Formen der Spiritualität. Sie schärfen die Einheit von Leib und Seele, der Natur und den Mitmenschen. Elementare Erfahrungen des christlichen Glaubens erschließen sich im Zusammenhang des Pilgerns: Gastfreundschaft ebenso wie die Begegnung mit Fremden, die Erfahrung des Ausgesandtseins und des Angenommenwerdens."

Im Hauptteil der Broschüre werden 13 Pilgerwege in Niedersachsen vorgestellt. Für alle Altersgruppen gibt es geeignete Wege. Auch wenn uns reformierten Christen "Pilgerwege" fremd sind, lohnt sich der Einsatz. Probieren geht über Studieren.

Die Broschüre kann bestellt beim Amt für Gemeindedienst, Archivstr. 3, 30169 Hannover, Tel.: 0511-1241140, Fax 0511-1241 499. Infos im Internet unter http://www. europilgrimage.ong.

Hindrik Heerspink, Emden