Der Grenzbote
Nr.26 (24. Dezember):

Der wahre Grund von Weihnachten: Gott ist Liebe - 1. Johannes 4,8 - Andacht v. Stefan Kolthoff, Bunde
Im Strom der Zeit: Aufruf zur 42. Aktion "Brot für die Welt" - "Auf eigenen Füßen"
Der Wal, die Klosterkirche und der Heilige Stuhl (EXPO)
Diakonie Katastrophenhilfe
Schritte wagen
"Ich bin der Weg"
Bonhoeffer – "Die letzte Stufe" (zum neuen Film)
Jahreslosung 2001 (Gruß des Schriftleiters / der Redaktion)
Leserbrief: "Evangelisch" nicht mit "Reformiert" verwechseln

Andacht:

Der wahre Grund von Weihnachten: Gott ist Liebe

1. Johannes 4, 8

Advent, Weihnachten. Schon sind die Adventswochen vorüber, wir feiern das Fest. Wie? Und warum? Geschenke sind gekauft - und ausgepackt. Wir haben an alle gedacht? Nicht jemanden vergessen? Bei den üblichen Weihnachtsvorbereitungen ist die Gefahr groß, dass wir kaum Zeit finden, über die eigentliche Bedeutung von Weihnachten nachzusinnen. Oder haben wir uns Gedanken über den ursprünglichen Grund von Weihnachten gemacht?

Nicht ohne weiteres erkennbar
Unsere Zeit ist vom Konsumdenken und Konsumverhalten geprägt. Geschäfte und Boutiquen waren seit Wochen mit – mehr kitschigen als schönen - Weihnachtsdekorationen geschmückt und überfluteten uns mit Weihnachtsliedern, denen keiner wirklich zugehört hat. Zuhören und von einem Termin zum andern hetzen – das passt nicht zusammen.
Das zu beklagen hat nur Sinn, wenn dabei beachtet wird, dass der wahre Grund des Kommens Gottes in unserer Welt nicht ohne weiteres erkennbar ist. Er muss Menschen mitgeteilt werden. So ist es schon in den biblischen Geschichten. Die Hirten auf Ephratas Feldern brauchten die Botschaft der Engel. Was einst im Stall von Bethlehem geschehen ist, kann leicht übersehen werden. Es muss mitgeteilt und öffentlich gemacht werden. Darum sind Gottesdienste, ist die Verkündigung der Kirche so wichtig.

Keine Selbstverständlichkeit
Sehen wir Weihnachten als "christliche Selbstverständlichkeit" an, die jedes Jahr wiederkehrt und sich von selbst versteht? GOTT ist zu uns gekommen! Das ist keine Selbstverständlichkeit, denken wir doch immer noch und immer wieder, Gott sei weit weg und unsere Welt total gottlos. Advent und Weihnachten teilen uns das Gegenteil mit: GOTT ist in der Welt. Das ist Grund zur Freude und zum Staunen.
Die Hirten in der Weihnachtsgeschichte sind ein gutes Beispiel: Als sie mit dem Kommen Gottes konfrontiert wurden, fürchteten sie sich sehr, machten sich aber auf, das in Windeln gewickelte und in einer Krippe liegende Kind zu sehen. Als sie es sahen, freuten sie sich. Der wahre Grund von Weihnachten ist ihnen bewusst geworden: Gott kommt, um uns zu helfen.

"Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd .." (EG 41,3)
Bei all seiner Macht schickt Gott nicht irgendjemanden, sondern kommt selbst zur Welt - in dem Kind in der Krippe. Gott in einem Kind: dem niedrigsten, geringsten und schwächsten Glied der Gesellschaft! Geboren in einem Winkel, zwischen Tieren im Stall, nicht in einem Kreißsaal oder einer warmen Stube.
Die Bibel bezeugt auf vielfältige Weise, dass Gott selbst in Jesus zur Welt gekommen ist, und sie lässt keinen Zweifel an der Bedeutung der Menschwerdung Gottes. Gott kommt uns zu Hilfe. Grund ist Gottes Barmherzigkeit, Gottes Erbarmen. Ziel ist das Heil der Welt, unsere Rettung. Der Höchste, der in einem unzugänglichen Licht wohnt, kommt in seinem Sohn zur Welt, um dich und mich zu retten.

Weihnachten - das Fest der Liebe Gottes
Ich wünsche uns ein gesegnetes Weihnachtsfest, das unsere Ohren und Herzen öffnet für diesen wahren Grund von Weihnachten: Gott ist elend und arm zur Welt gekommen, weil er uns nicht überwältigen und nicht verloren gehen lassen will. Gott ist für uns da, er kommt, um uns zu retten. Weihnachtslieder, in Geschäften oft überhört, bezeugen das und möchten als Glaubenslieder gesungen werden: "Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht traurig sein! Der immer schon uns nahe war, stellt sich als Mensch den Menschen dar." Denken wir daran – nicht nur an den Festtagen.

Stefan Kolthoff, Bunde

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Im Strom der Zeit

Aufruf zur 42. Aktion "Brot für die Welt"
"Auf eigenen Füßen"

Weltweit leiden Menschen unter Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Armut. Ihr Überleben hängt häufig von der Gnade, den Almosen oder dem Abfall anderer ab. Wir wollen sie so unterstützen, dass sie nicht mehr auf Almosen und fremde Hilfe angewiesen sind. Mit unserer "Hilfe zur Selbsthilfe" sollen sie Startchancen für ein Leben "auf eigenen Füßen", d.h. in Selbstverantwortung und in Würde bekommen.

Im Mittelpunkt der neuen Aktion "Auf eigenen Füßen" wird das Thema Arbeit und Existenzsicherung stehen. Wir wollen damit bewusst eine Brücke schlagen zwischen der Situation in Deutschland und in den Ländern des Südens. Arbeitslos sein und unter dem Druck hoher Arbeitslosigkeit ungerechte und krank machende Bedingungen akzeptieren zu müssen, ist heute eine globale Bedrohung. Sie trifft die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika besonders hart.

"Brot für die Welt" versucht deshalb, Menschen im Süden zu helfen, Arbeitslosigkeit und Rechtlosigkeit zu überwinden: zum Beispiel durch Ausbildung und Kreditvergabe an junge Erwachsene in Kamerun, wenn sie sich selbstständig machen wollen; zum Beispiel durch Unterstützung von Textilarbeiterinnen in Haiti, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in Textilfabriken engagieren; zum Beispiel durch Befreiung und Rehabilitation von lastenlosen Schuldknechten in indischen Steinbrüchen.

"Auf eigenen Füßen" heißt, Möglichkeiten schaffen

  • sieh seinen Lebensunterhalt selbst verdienen zu können
  • eine eigene Existenz aufbauen zu können
  • ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen zu können.

Es geht um die Zukunft, die Gott allen Menschen schenkt.

Immer wieder sind wir begeistert darüber, wie energisch, vertrauensvoll und konsequent unsere Partner in Afrika, Asien und Lateinamerika ihr Schicksal in die Hand nehmen. Ihre Kreativität, ihre Glaubensstärke und ihr Durchhaltevermögen sind der Schlüssel zum Erfolg der Projekte, die von "Brot für die Welt" gefördert werden. Dieses große Engagement ermahnt auch uns immer wieder, angesichts der Not in der Welt und vieler Rückschläge der Entwicklungszusammenarbeit nicht zu resignieren, sondern im Vertrauen auf Gott hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken und unsere Füße auf den Weg des Friedens und der Gerechtigkeit zu richten. Wir bitten Sie deshalb, uns auch bei der 42. Aktion "Brot für die Welt" zu unterstützen, damit unsere Partner in eine Chance bekommen in ihrem Bemühen, "Auf eigenen Füßen" zu stehen.

Zu den Fundamenten der Arbeit von "Brot für die Welt"
"Hilfe zur Selbsthilfe", um "Auf eigene Füße" zu kommen mit Gottes Gabe: das tägliche Brot

"Unser tägliches Brot gib uns heute" beten Christinnen und Christen mit Jesu Worten. Jesus lehrt uns, die Bitte um das Tägliche Brot in der Mehrzahl zu sprechen: nur wenn wir Gott zugleich um das tägliche Brot für unsere Nächsten bitten, liegt auf unserem Gebet Segen und Verheißung.

Martin Luther bat zu seiner Zeit ausgedruckt, was für ihn alles zum täglichen Brot gehört: "Alles, was Not tut für Leib und 1,eben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld und Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen."

Für uns bedeutet das Wort Brot gerade auch heute mehr als Backwerk oder Nahrung. Es steht für alles Lebensnotwendige, über das alle Menschen in der Welt, also nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Nächsten, verfügen sollen. Dies ist die zentrale Aufgabe und Botschaft von " Brot für die Welt".

Aus: "Den Armen Gerechtigkeit 2000"

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Der Wal, die Klosterkirche und der Heilige Stuhl
Noch nie waren Kirchen bei einer Weltausstellung so präsent

Circa zehn Wochen durfte ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin auf der EXPO 2000 in Hannover im Pavillon der Hoffnung, dem Wal, und im Christus-Pavillon, der EXPO-Kirche, mitarbeiten. Es war für mich eine spannende und segensreiche Zeit.

Im Jahr 1851 fand die erste Weltausstellung in London statt. Christliche Kirchen und Werke waren auf einer Weltausstellung noch nie so präsent wie in diesem Jahr, rund 2000 Jahre nach dem Geburtstag ihres Namensgebers. Etwa 10% aller Besucher der EXPO statteten den oben genannten Pavillons einen Besuch ab.

Im Bauch des Fisches

Da war der "Wal" am Südeingang der EXPO, wie ein gestrandeter Fisch an einem See, die Schwanzflosse in die Höhe gestreckt: ein Jugendpavillon mit dem Motto "Welcome to the future". Wegen seiner charakteristischen Architektur wurde der Wal gleich zu Anfang der EXPO zum offiziellen Wahrzeichen gewählt.

Die Besucher konnten eine "Reise der Hoffnung" erleben, u. a. in einem Film. Im Maul des Wals (einem Amphitheater) wurde gesungen, gerappt und getanzt, um die Zeit bis zum Einlass ins Kino zu verkürzen. Musste mal ein Chor seinen Auftritt kurzfristig absagen, bat man die Nachbarn, Vereinigte Arabische Emirate oder Jemen, um Aushilfe. Dann wurde ein Säbeltanz aufgeführt. Alle 30 Minuten wurde der Kinosaal geöffnet und den Besuchern der Film "The Choice" (Die Wahl) gezeigt, eine neue Version des Gleichnisses vom verlorenen Sohn. Der Text war über Kopfhörer in sechs Sprachen zu verstehen.

Über eine Rolltreppe gelangte man auf die Ausstellungsebene mit den "Fenstern der Hoffnung". Hier wurde auch zur Erläuterung des Films eingeladen. Längst nicht alle Besucherinnen und Besucher kannten den Hintergrund der Geschichte. Die Einladung, das "Gebet der Hoffnung" mitzusprechen, nahmen viele an.

Es bestand die Möglichkeit, sich über verschiedene Projekte zu informieren, die Hoffnung für die Welt vermitteln, etwa für Kinder in Indien, die in Steinbrüchen arbeiten müssen, oder Mädchen in Afrika, die schon als Kinder militärisch ausgebildet werden oder unter alten Stammesritualen leiden (Genitalverstümmelung). Informiert wurde auch über Hoffnungsprojekte, die die Kampagne "Erlassjahr 2000" unterstützen.

Die Workcamps des CVJM wurden vorgestellt, z. B. das in Bergen-Belsen. Hier arbeiten Jugendliche mit beim Freilegen baulicher Überreste des ehemaligen Konzentrationslagers. Fundsachen wie Schuhe, Knöpfe oder Brillen ehemaliger Häftlinge waren stumme Zeugen dieser diabolischen Zeit. Besucherinnen und Besucher veröffentlichten ihr persönliches Foto neben Aufnahmen und Angaben zu den Opfern und Tätern von Bergen-Belsen. So hingen Fotos von Jan Alsmeier, Janette Brünink, Gesine Eggengoor, Margot und Anne Frank, Gregor Hüging, Myong Joo, Stefan Kühnle, Karen Lammering, Jutta Renken, Swetlana Skorinko, Frieda Walter, Volker und Heinke Walzer, Hannelore Weerda und Peter Weingärtner über einem Buch mit den Namen der in Bergen-Belsen Ermordeten.

Bei allen "Hoffnungsprojekten" gaben ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitwillig Auskunft - auch ganz persönlich über die eigene Hoffnung für die Welt.

Mitarbeit - das hieß aber auch: sich einfügen in ein internationales und multikulturelles Team aus 38 Nationen. Heute noch staune ich, dass so viele Jugendliche aus allen osteuropäischen Ländern anwesend waren. Ohne Komplikationen durften sie im Westen an einem missionarischem Projekt mitarbeiten. Das haben sie und wir Betern in Plauen und Leipzig und anderswo zu verdanken.

Jeder Arbeitstag begann mit einer Andacht, immer mit englischer Übersetzung. Natürlich haben wir viel gesungen, überwiegend Loblieder, die mir fremd waren. Reimpsalmen kannten andere nicht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom afrikanischen Kontinent ließen es beim Singen nicht zu, dass Schwaben, Grafschafter oder auch Ukrainer behaglich auf ihren Plätzen sitzen blieben. Dann erinnerte ich mich an die Zeilen in der Ballade "Jona und die schöne Stadt Ninive":

"Der Fischbauch war wie ein Gewölbe,
das Echo sang noch mal dasselbe.
Die Stimme schwang, das Echo klang,
der ganze Fisch war voll Gesang."

In der EXPO-Kirche

Die EXPO-Kirche, der Christus-Pavillon, setzte dagegen auf Stille, Meditation, klassische Liturgie. Viele Besucher verlangsamten ihre Schritte, wenn sie den Kreuzgang betraten. Die Fenster waren – motivisch dem EXPO-Thema "Mensch – Natur – Technik" verbunden - mit natürlichen und technischen Materialien gefüllt. Viele Kirchgänger staunten über die Zuordnung von Musikkassetten und Kiefernzapfen, Quarzsand und Glasscherben, Mohnkapseln und Einwegspritzen, Zahnbürsten und Kandis.

Zwischen Kreuzgang und Sakralraum zeigten kleine Räume, sogenannte Kabinette, wie christlicher Glaube in Leben und Kultur zum Ausdruck kommen kann. So sollte eine große, mit frischem Brot gefüllte Schale die andauernde Einladung zum Tisch des Herrn symbolisieren. Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter luden immer wieder ein, Brot zu nehmen und zu teilen.

Jeweils zur vollen Stunde fand ein ökumenisches Stundengebet statt. Dabei wurde der 8. Psalm gelesen, das "Unser Vater" gebetet und den Besuchern der Reisesegen zugesprochen. Viele haben diese "Pause" genutzt, um zu verweilen und innezuhalten. Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass regelmäßiges Wiederholen eines aussagekräftigen Textes, z.B. Psalm 8, nicht abstumpfend wirken muss, sondern im Gegenteil neues Staunen hervorbringen kann.

Brennende Kerzen in der Kirche - ein uraltes Symbol des Gebets. Die Arbeit im Kerzenkabinett war für mich als Altreformierte ein neues, aber wertvolles Terrain! Ökumenische Gottesdienste, Konzerte, Theateraufführungen - viele Menschen haben sich neu inspirieren lassen. Einige hinterließen ihren Dank im Gästebuch mit dem Hinweis, "lange nichts mit Kirche am Hut gehabt zu haben".

Rund 350 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hielten im Christus-Pavillon 153 Tage lang "den Betrieb aufrecht". Das herzliche Miteinander, die guten Gespräche während der Pausen in den Katakomben, die mit viel Phantasie gestalteten Abschiedsfeiern - alles war sehr beeindruckend.

Was bleibt?

Der Pavillon des Vatikan, kein monumentales, eher ein unauffälliges Gebäude, verzeichnete von allen drei Pavillons die meisten Besucher. Er bestach durch seine klare, eindeutige Botschaft: "Jesus Christus, gestern, heute und in Ewigkeit". Erwähnt werden muss auch, dass während der EXPO – wie bei jeder Messe in Hannover – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Seelsorgezentrum bereit waren, mit Menschen zu sprechen oder zu beten.

Am 31. Oktober endete die EXPO - und für mich eine Zeit, an die ich mich gern und dankbar erinnere. Was bleibt von den kirchlichen Einrichtungen? Fast alles! Der Wal bleibt, wenn sich ein Käufer findet, an seinem Platz. Wenn nicht, wird er wohl in Leipzig "anlanden". Der Christus-Pavillon wird in Volkenroda in Thüringen wieder aufgebaut. Er gehört dann der Jesus-Bruderschaft aus Gnadenthal. Der Pavillon des Vatikan findet in Lettland eine neue Heimat.

Die nächste Weltausstellung findet 2005 in Japan statt. Ob ich dabei sein möchte, wenn Kirchen sich auch dort engagieren? So Gott will, und ich lebe!

Fenna Wanink, Ratzel

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Diakonie Katastrophenhilfe

Rund zehn Millionen Mark im Jahr stellt "Brot für die Welt" der Diakonie Katastrophenhilfe (DKH) zur Verfügung. Bei ihrem Einsatz geht es nicht nur um direkte Überlebenshilfe durch Nahrung, Decken oder Medikamente. Es geht auch um die Verhinderung von Katastrophen im Vorfeld und um Hilfe beim Wiederaufbau, der sogenannten Rehabilitation.

Das Konzept
Oftmals kündigen sich Krisen lange Zeit vorher an. So zeichnet sich eine Hungersnot über Monate hinweg ab und bricht nicht nach einmaliger Missernte aus. DKH versucht, rechtzeitig auf solche Entwicklungen aufmerksam zu machen und ihnen entgegenzuwirken, um die Schäden zu begrenzen. Dabei ist sie auf Spenden angewiesen schon bevor Krisen Medienwirklichkeit werden. Wenn die Berichterstatter in die nächste Krisenregion wandern, versiegen auch die Spenden, beginnt der Wiederaufbau und die Neubelebung der Landwirtschaft erst. Die Spenden versiegen, aber sowohl Vorsorge als auch Rehabilitation sind unverzichtbar.
DKH arbeitet in der Regel mit langjährigen Partnern von "Brot für die Welt" und im Verbund mit ACT (Action by Churches Together), dem weltweiten Netzwerk von über 200 evangelischen Kirchen, zusammen. In besonderen Krisenfällen richtet DKH auch Projektbüros vor Ort ein.

Hilfe für den Kosovo
1999 stellte der Kosovo die größte Herausforderung dar. In den ersten Monaten galt es die Grundversorgung der Flüchtlinge und ihrer Gastfamilien in den Anrainerstaaten Mazedonien, Albanien und Montenegro sicherzustellen. In Spitzenzeiten wurden in den einzelnen Regionen bis zu 40.000 Menschen versorgt. Außerdem fanden auch infrastrukturelle Maßnahmen für die Gastländer Berücksichtigung. Im Juni, als die ersten Rückkehrer im Kosovo eintrafen, startete das Programm "Wiederinstandsetzung von Wohn- und Lebensraum": Wiederaufbau von Häusern, Schulen, landwirtschaftliche Rehabilitation, Einkommen schaffende Maßnahmen. Es zielt auf Orte in ihrer Gesamtheit ab und bezieht alle Selbsthilfepotenziale mit ein. Im Kosovo unterhält DKH ein eigenes Projektbüro, da die Hilfe noch für einen langen Zeitraum notwendig sein wird.

Erdbeben in der Türkei
Über 14.000 Tote und über eine halbe Millionen obdachlose Menschen waren die Folgen der Erdbeben in der Türkei im August und im November. Über den Partner Anatolische Entwicklungsstiftung (ADF) war bereits am nächsten Tag die Versorgung mit dem Notwendigsten gesichert. Die Phase "Wiederaufbau", in der Schulen, Gesundheitszentren und Ähnliches errichtet werden, soll vorerst zwei Jahre dauern.

Weitere Schwerpunkte
Nach den Verwüstungen von "Hurrikan Mitch" (November 1998) wurden umfassende Rehabilitationsmaßnahmen in Nicaragua, Honduras und Guatemala ergriffen.
Überschwemmungen und Wirbelstürme forderten ähnliche Maßnahmen auch in Asien. Überlebenshilfe - häufig bedingt durch kriegerische Auseinandersetzung zwischen Staaten oder Volksgruppen - ist in vielen afrikanischen Staaten immer wieder notwendig. So mussten etwa in Somalia längerfristige Programme immer wieder durch Nahrungsmittelhilfe ergänzt werden.

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Schritte wagen

Die Bibel ist ein Buch, das uns auf den Weg mit Gott bringen will. Ein Beispiel: die Hirten. Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: "Kommt, wir gehen nach Bethlehem und sehen uns an, was da geschehen ist, was Gott uns bekannt gemacht hat!" (Luk 2, 15) Sie liefen, kamen zum Stall und fanden Maria und Josef und bei ihnen das Kind in der Krippe.

Der Weg der Hirten, Teil 2: Sie machten sich wieder auf den Weg, zurück zu ihren Herden, zurück in den Alltag des Lebens. Der hat sich nicht schlagartig verändert, ist aber auch nicht mehr wie vorher. Die Hirten priesen Gott und dankten ihm für das, was sie gehört und gesehen hatten (Luk 2, 20).

Es gibt eine Menge "Weg-Geschichten" in der Bibel: Israels Weg durch das Meer etwa, ein Weg zur Überraschung aller, oder Israels Weg durch die Wüste, ein Um-weg eigentlich (die Strecke hätte kürzer sein können), aber notwendig, Vertrauen und Hoffnung zu üben. Israel sammelte wichtige Erfahrungen. Zum Beispiel: Das Brot, das vom Himmel kam, reichte für alle. Niemand hatte zu wenig, keiner konnte Vorräte für viele Tage anlegen. Sie hatten alle genug. Am Sabbat war nichts zu holen. Der ist dann auch auf ewig ein wichtiges Zeichen des Bundes zwischen Gott und Israel.

Im Neuen Testament werden Jesus und seine Jünger als eine Gemeinschaft beschrieben, die ständig unterwegs war. Sie zogen von einem Ort zum andern, um die Menschen zu erreichen und ihnen die "Gute Nachricht" vom Anbruch des Reiches Gottes zu bringen. Die Bibel fordert uns immer und immer wieder auf, nicht stehen zu bleiben, sondern neue Schritte zu wagen.

Zacharias rühmte das aufgehende Licht aus der Höhe, das den in Finsternis und Schatten des Todes Sitzenden erscheint, und sagte, dass dieses Licht "richte unsere Füße auf den Weg des Friedens" (Luk 1,79). Der Weg des Friedens ist der Weg Jesu, der Weg der Gerechtigkeit.

Das Motto "Auf eigenen Füßen" der 42. Aktion "Brot für die Welt" erinnert an diese Zusammenhänge. "Es geht um Zukunft, die Gott allen Menschen schenkt", heißt es im Spendenaufruf. Gott will, dass Menschen "auf eigenen Füßen" stehen und vorangehen auf dem Weg des Friedens. Jesus war arm, er ging barfuß, aber er "hatte etwas an den Füßen". Nicht nur etwas, enorm viel! Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Liebe!

Wir können und sollen in seinem Namen mutige Schritte tun. Mit den Begabungen und Möglichkeiten, die Gott, der Schöpfer, uns gegeben hat, ist die kreative Aufforderung verbunden: Nutze sie! Für dich und andere - auf dem gemeinsamen Weg des Friedens. Ist mir das klar, kann ich nicht noch auf eine besondere Erleuchtung warten, sondern nur losgehen und tapfere Schritte wagen. Hier wäre Stillstand tatsächlich Rückgang. Kein Weg führt daran vorbei, Gottes gute Gaben mitzuteilen und mit anderen zu teilen. Andernfalls mögen wir gut vorankommen, können dabei aber nicht im Namen Jesu unterwegs sein.

Die Partner haben das Wort

Norbert Kenne, Kamerun

Ich schätze es, das BfdW mehr ist als nur die traditionelle Entwicklungshilfe, sondern einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Dass BfdW sich in den letzten drei Jahren für demokratie und den Frieden eingesetzt hat, war sehr wichtig für mein Land.

Pastor Norbert Kenne, vor kurzem verstorben, war Präsident einer Vereinigung zur Förderung von Gerechtigkeit, Frieden und Partizipation.

Rafael Alegría, Honduras

BfdW hat in Honduras viel dazu beigetragen, soziale Bewegungen zu stärken. Diese sozialen Bewegungen werden heute in unserem Land gehört. Der Beitrag von BfdW in Notsituationen war ebenfalls von größter Bedeutung. Sie helfen uns, unsere Gesellschaften wieder aufzubauen und die Menschen einzubeziehen in diesen Prozess.

Rafael Alegría ist Generalsekretär von "Vía Campesina, einem weltweiten Zusammenschluss alternativer Kleinbauernbewegungen.

Dr. Agnes Aboum, Kenia

BfdW ist ein verlässlicher Partner. Wir sind nun in der Lage, Fortschritte zu machen und die Gemeinden mit der Zivilgesellschaft zusammenzubringen. Der Anstoß hierzu ist zum größten Teil von BfdW ausgegangen.

Dr. Agnes Aboum ist Regionalkoordinatorin einer Organisation in Kenia.

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Ich bin der Weg

In einem seiner sieben "Ich bin-Worte" im Johannesevangelium hat Jesus sich selbst als "den Weg" beschrieben. Clemens Bittlinger verfasste dazu eine Meditation:

Ich bin der Weg

Ich bin der Weg,
nicht wie die große Chaussee,
auf der die Masse stolziert,
verlaufe ich - unscheinbar am Rande.
Nicht planen kann man mich,
nicht bauen kann man mich,
nur finden - ich bin.

Ich bin der Weg,
ich mache keinen Bogen
um die Wahrheit.
Im Gegenteil:
Ich bin gekommen,
um zu trösten den Hoffnungslosen
und nach Hause zu führen den Verlorenen,
Dich!

Ich bin der Weg.
Such mich an keiner Kreuzung,
denn ich durchkreuze alle Wege,
auch die frommen.
Wer mich finden will,
muss seinen Weg verlieren
und vordrängeln nützt gar nichts,
denn die, die ganz hinten stehen,
finden mich zuerst.
Ich beginne mit Umkehr.

Ich bin die Wahrheit,
der einzige Weg.
Wer die Wahrheit nicht scheut,
wird das Leben entdecken.
Leben, darum geht es.
Die Wahrheit ist der Weg zum Leben.
Ich bin der Weg.
Ich bin die Wahrheit.
Ich bin das Leben.
Jesus Christus

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Bonhoeffer – Die letzte Stufe

Eine Sonderveranstaltung der ABC-Kinos Nordhorns und der AEGN

Das hat es in Deutschland lange nicht gegeben: ein Theologe als Hauptfigur eines Kino-Films. In einer deutsch-kanadischen Zusammenarbeit sind die letzten sechs Lebensjahre Bonhoeffers verfilmt worden. Aus dem gut besetzten Darstellerfeld ragt Ulrich Tukur heraus, dem die Rolle des außergewöhnlichen Menschen und Christen Bonhoeffer vorzüglich gelingt. ...

Bonhoeffer, der Name stand und steht für authentisches Christentum, verbunden mit tiefgängigem theologischen Denken, für ein Schauen über Konfessionsgrenzen hinaus und ein auch dem Judentum zugewandtes Denken, für fundamentalen Pazifismus und tiefe Frömmigkeit. Zugleich aber spielt dieser Bonhoeffer in der aktuellen Theologie, im Glaubensleben der Gemeinden kaum eine maßgebliche Rolle. In der Regel wird sein Lebenswerk verkürzt auf einige wenige Textstellen, die gerne und oft zitiert werden.

Die AEGN (Aktionsgemeinschaft ev. Gemeinden Nordhorn) erhofft sich von der Vorführung dieses Filmes Denkanstöße für das christliche Leben, Denken und Glauben hier vor Ort. .... Der vielfach von der Fachpresse besprochene Film wird in den ABC-Kinos jeweils mittwochs am 27.Dezember 2000 und 10. Januar 2001 um 20.00 Uhr im Astoria-Kino am Stadtring gezeigt. Den dazwischen liegenden Mittwoch gestaltet die AEGN. Statt um 20.00 Uhr führt bereits um 18.45 Uhr Herr Christof Stocker knapp in das Leben Bonhoeffers ein. Der Film "Bonhoeffer – Die letzte Stufe" wird von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr gezeigt. Danach findet im Kino ein Meinungsaustausch zu Bonhoeffer statt. Die AEGN freut sich, dafür Herrn Stocker, einen Theologen, der sich seit langer Zeit mit Biographie und Theologie Bonhoeffers beschäftigt, gefunden zu haben. Der Eintrittspreis beträgt (auch für die anderen Mittwoch-Termine) 10,- DM.

Udo Sander, Nordhorn

Dietrich Bonhoeffer – Lebensdaten

4. Februar 111061923

Abitur und Beginn des Theologiestudiums in Tübingen

1924 – 1600

Fortsetzung des Studiums in Berlin; im Winter 1927/28 Erstes Theologisches Examen; Promotion mit einer Arbeit zur Lehre von der Kirche

1927/1928

Vikariat in der deutschen Gemeinde Gemeinde in Barcelona

1930/1931

Zweites Theologisches Examen; Habilitation; Studienjahr in New York

1931 - 1933

Privatdozent an der Universität in Berlin, Studentenpfarrer an der Technischen Hochschule; Bonhoeffer ist von Beginn an ein Gegner des Nationalsozialismus.

1933 - 1935

Auslandspfarramt der deutschen Gemeinde in London; August 1934 Ökumenische Konferenz in Fanö (Dänemark), Bonhoeffers Friedensrede

1935 - 1937

Direktor des Predigerseminars der Bekennenden Kirche in Finkenwalde; Bücher "Nachfolge und "Gemeinsames Leben"; 1937 schließt die Gestapo das Predigerseminar; die Arbeit wird im Untergrund fortgesetzt.

1939

Im Juni Einladung zu Vorlesungen in den USA; im August angesichts des drohenden Krieges Rückkehr nach Deutschland

1940

Über seinen Schwager Hans von Dohnanyi, im Amt für Spionageabwehr tätig, bekommt Bonhoeffer Kontakt zum politischen Widerstand um Admiral Canaris und General Oster; Reisen in die Schweiz, nach Norwegen, Schweden, Rom

Januar 1943

Verlobung mit Maria von Wedemeyer, Enkelin von Frau Ruth von Kleist-Retzow, einer pommerschen Gutsherrin

5. April 1943

Klaus von Dohnanyi und Bonhoeffer werden von der Gestapo verhaftet; Gefangenschaft in Berlin-Tegel; Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, später von Eberhard Bethge veröffentlicht ("Widerstand und Ergebung")

Nach dem 20. Juli 1944

Klaus Bonhoeffer und Schwager Rüdiger Schleicher verhaftet; Bonhoeffer wird in das Hauptgefängnis der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße verlegt.

7. Februar 1945

Verlegung in das KZ Buchenwald bei Weimar

9. April 1945

Dietrich Bonhoeffer wird einen Monat vor Kriegsende im Lager Flossenbürg (Bayern) erhängt. Am selben Tag wird Hans von Dohnanyi in Sachsenhausen ermordet. Rüdiger Schleicher und Klaus Bonhoeffer werden am 23. April 1945 in Berlin erschossen.

Der Film "Die letzte Stufe"
beginnt kurz vor dem Zeiten Weltkrieg. Bonhoeffer entscheidet sich gegen ein sicheres Leben in den USA. "Wenn ich hier bleibe, verrate ich alles, an das ich glaube." Bald wird er zum Mitwisser des geplanten Hitlermords.

Ein zweiter Handlungsstrang des Films ist die Beziehung zu Maria von Wedemeyer. Bonhoeffer nimmt sie, eine ehemalige Konfirmandin, zunächst kaum wahr. Die Liebe Marias öffnet schließlich sein Herz für die 17-Jährige. "Ich glaube an die Zukunft. Und ich möchte sie mit dir verbringen", sagt er zu ihr am Tag der Verlobung.

Jan Alberts, Nordhorn

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Jahreslosung 2001

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis
Kolosser 2 Vers 3

Mit dem Wort der Jahreslosung 2001 wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2001. Auch "Der Grenzbote" beschäftigt sich mit den Schätzen der Weisheit und der Erkenntnis, die in Christus verborgen liegen.

Viele haben Zeit und Mühe darauf verwendet, Artikel und Beiträge für den "Grenzboten" zu schreiben. Es geschah in dem Bestreben, den Schätzen, die in Christus verborgen sind, Aufmerksamkeit zu schenken und die Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Vielen Dank dafür!

Was verborgen ist – und sei es auch in einer ganz bestimmten Person -, liegt nicht offen zu Tage wie so vieles in unserer Welt. "Der Grenzbote" beteiligt sich an der Schatzsuche und will zur Beteiligung an dieser Schatzsuche einladen. Er vermittelt Informationen über das kirchliche Leben, Kirchenordnungsänderungen, Finanzentwicklungen usw. Manchmal fällt es schwer, im kirchlichen Leben den Schatz noch zu erkennen. Doch wollen die Informationen Anregungen und Anstöße für Bewegungen auf dem Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sein.

Vielen Dank denen, die dem "Grenzboten" seit langem die Treue halten! Weil es Sie gibt, geht es dem "Grenzboten" – auch finanziell – am Anfang des Jahres 2001 nicht schlechter als am Ende des Jahres 1999. Das kirchliche "Wir-Gefühl" bleibt nicht immer gleich. Doch gibt es viele, die mit Blick auf den "Grenzboten" sagen: "Du gehörst zu mir, denn ich gehöre zu der Kirche, deren Presseorgan du bist!" Das ist ähnlich wie bei einer Ehe. Nicht jeden Tag kann die Begeisterung Wellen schlagen, aber stetige Treue hat auch einen unschätzbar hohen Wert. So wissen Menschen, was sie aneinander haben. Es tut gut, und es ist schön.

"Der Grenzbote" hat Abonnentinnen und Abonnenten verloren. Er hat auch neue gefunden. Ihnen herzliche Willkommensgrüße! Gewiss, andere Zeitungen und Magazine sind professioneller und – noch viel - schöner gemacht. Aber im "Spiegel" und "Stern" steht nicht, was im "Grenzboten" steht, von "Bild" ganz zu schweigen. Bescheiden sei vermeldet: "Der Grenzbote" ist nicht einzigartig, aber er hat sein eigenes Profil – und spezifisches Gewicht.

Wenn Sie es so sehen, empfehlen Sie den "Grenzboten" bitte weiter: vielleicht Bekannten im Freundeskreis, vielleicht zugezogenen Gemeindegliedern, vielleicht den eigenen Kindern. "Der Grenzbote", der regelmäßig im Elternhaus auf dem Tisch lag und liegt, möchte seinen Platz auch im Haus der Kinder und Enkel haben. Passt er mit dem freundlichen Blau nicht auch gut zur modernen Einrichtung? Fehlt nicht etwas, wenn der "Grenzbote" fehlt?

Wo bestellen? In jeder Ausgabe steht ein "kleiner Kasten", das Impressum, u. a. mit der Angabe, dass der "Grenzbote" 14-tägig erscheint und beim Bezug über die Kirchengemeinde jährlich DM 40,-- kostet. Bestellungen nehmen die Kirchenräte entgegen.

Die nächste Ausgabe erscheint - wegen der Feiertagszeit im verlängerten Rhythmus - am 14. Januar 2001. Beiträge für diese Ausgabe bitte spätestens bis zum 4. Januar übermitteln.

I.A. des Redaktionsteams
Jan Alberts, Nordhorn

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Leserbrief

"Evangelisch" nicht mit "Reformiert" verwechseln

In der vorigen Ausgabe hat mich eine Aussage im Artikel über Ungarn ("Der Grenzbote" vom 10.12.2000, S. 202) stutzig gemacht. Am Ende heißt es, dass es in Ungarn nur eine evangelische Kirche gibt. Dies trifft so nicht zu.

Neben der reformierten Kirche mit etwa 2.000.000 Gliedern (in Ungarn gibt es wirklich nur eine reformierte Kirche - etwa im Gegensatz zu den Niederlanden) gibt es auch eine lutherische Kirche mit etwa 400.000 Gliedern, die sich ausdrücklich "evangelisch" nennt. Ich habe selbst persönlichen Kontakt zu Vertretern dieser Kirche gehabt. Außerdem weiß ich, dass es in Ungarn Baptisten (Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen) und Methodisten gibt.

Da ich seit Jahren im Europäischen Gebietsausschuss des Reformierten Weltbundes mitarbeite, kenne ich viele Kirchen in anderen Ländern Europas. Ich finde es nicht gut finde, wenn z.B. in Deutschland die Reformierten und Altreformierten einfach übersehen und vergessen werden. So könnten es umgekehrt auch nicht-reformierte Christen in Ungarn empfinden.

Mit freundlichen Grüßen
Hinnerk Schröder, Nordhorn