Der Grenzbote

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Ev.-altref. Kirche
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Nr. 25 (22. Dezember 2002):

Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr. - EG 17 (Andacht von Arnd Klompmaker, Bad Bentheim)
Im Strom der Zeit: Weihnachtsbotschaft 2002 - K.Raiser, Generalsekr. d. ÖRK
Weihnachten – das große Wunder
Generalsynode/SOW-Kerken: Die Generalsynode in Emden
Schlussgebet (auf der Synode vom 23.11.2002)
Randbemerkungen: Uhren kann man kaufen, aber keine Zeit
O du fröhliche, o du selige
Monatslied: Uns wird erzählt von Jesus Christ - EG 57
Weihnachtsgruß und -gebet


Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.

EG 17

Es ist lange her, dass die Tage der Vorweihnachtszeit Tage der Stille und der Einkehr waren, eine Zeit, in der Menschen einen inneren Weg gingen auf jenes Geheimnis zu, das sich uns in dem Kind von Bethlehem geoffenbart hat. Das Geheimnis des Sohnes Gottes, der Mensch wurde, wird überflutet von Lichtern, überlärmt von unseren Worten und überrannt von rastloser Leere. Wie sollen die biblischen Aufrufe zur Freude hier noch ein Gehör finden? Beizeiten möchte man auch selber schweigen. Ist denn alles nicht schon so oft gesagt worden? Vielleicht aber finden wir in diesen Tagen eine kleine Zeit, in der wir allein sind mit einem Wort, in dem wir ein wenig vom Sinn unseres Daseins und dem Geheimnis Gottes berührt werden. Das könnte ein Wort von Jochen Klepper (1903-1942) sein, geschrieben in ganz dunkler Zeit, ein "Weihnachtslied im Kriege".

Nun ruht doch alle Welt. O Herz, wie willst du’s fassen?
Die Erde liegt im Streit, von allem Heil verlassen,
ist friedlos weit und breit und wider dich gestellt.

Doch der die Erde schuf, hat deine Angst gesehen
und hat sich aufgemacht, will dir zur Seite stehen,
ein Helfer voller Macht. Hell klingt sein Friedensruf.

Wie wird die Welt so still. O Herz, wie sollst du’s glauben?
Du trägst so schwere Last. Die Welt will alles rauben,
was du so heiß umfasst. Des Leidens ist kein Ziel.

Doch der das A und O, der Anfang und das Ende,
tritt heut in deine Zeit und legt in deine Hände
das Pfand der Seligkeit. Das macht dich reich und froh.

Die Welt jauchzt fröhlich auf. O Herz, wie kann’s dich wecken?
Dich hat die Not versteint. Der Erdkreis hat viel Schrecken
zu deiner Qual vereint und türmt sie dir zu Hauf.

Doch der das Leben gab, den Mund mit Odem füllte,
spricht selbst dir Tröstung zu. Kein Schmerz, den er nicht stillte!
Kein Werk, das er nicht tu! Dein Heiland kommt herab! –

Die Tannen freuen sich. Die Hürden auf dem Felde
erhellt ein klarer Schein. Komm, Engel, komm und melde:
Was bricht zur Nacht herein? Kommst du und meinst auch mich?

Gott Lob! In deinem Licht darf ich das Licht erschauen,
das Kind, den Herrn der Welt! Ihm will ich mich vertrauen.
Er ist es, der mich hält und rettet im Gericht.

Also doch: "Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr!" Jesus von Nazareth ist gekommen, der ‚Grund ewiger Freude’.

Arnd Klompmaker. Bad Bentheim

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Im Strom der Zeit

Weihnachtsbotschaft 2002

Die Weihnachtsbotschaft des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), in dem 342 Kirchen in über 100 Ländern auf allen Kontinenten verbunden sind, geht in diesem Jahr auf die zunehmende Angst ein, die Menschen in unserer Zeit bewegt. Darin heißt es:

Wieder einmal gehen wir auf Weihnachten zu, aber gerade in diesem Jahr sind Menschen in allen Teilen der Welt von Befürchtungen und Ängsten geplagt: Angst vor einem möglichen Krieg im Nahen Osten mit seinen unabsehbaren Konsequenzen weit über die Region hinaus; Angst vor mörderischen Terroranschlägen, wie vor kurzem in Bali oder in Moskau; Angst vor dem Verlust der Lebensgrundlage und vor Verarmung, wie in Argentinien; Angst vor dem langsamen Dahinsiechen und vor dem Tod unter AIDS-Kranken, vor allem im südlichen Afrika; Angst davor, zum Opfer von Fanatismus, Hass und Gewalt zu werden unter Angehörigen ethnischer oder religiöser Minoritäten in Ländern wie Indien; oder schlicht die Angst vor Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen, Überschwemmungen, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen und den Folgen des Klimawandels. Die Liste könnte verlängert werden, und sie zeugt von einem weit verbreiteten Empfinden von Ungesichertheit und Ohnmacht.

Fürchtet euch nicht
In dieser von Angst geprägten Stimmungslage hören wir von neuem die alt bekannten Worte des Engels an die Hirten in der ersten Christnacht: "Fürchtet euch nicht!" (Lk 2,10). Die Hirten auf dem Feld bei Bethlehem fürchten sich angesichts der unerwarteten Begegnung mit dem Heiligen und seiner überwältigenden Macht. In dieser Furcht nehmen sie wahr, dass ihr Leben verletzlich ist, dass sie einer Macht gegenüberstehen, die sich ihrer Kontrolle entzieht und sie zerstören oder retten kann. Aber sie erinnern uns auch daran, dass Angst und Furcht nicht Zeichen menschlicher Schwäche sind, die es zu verbergen gilt. In der Empfindung von Angst erahnen wir eine mögliche Gefahr oder Bedrohung und mobilisieren unsere Abwehr. Wir müssen uns unserer Ängste nicht schämen: sie erinnern uns daran, dass wir menschliche Geschöpfe sind und nicht Gott.

Umgehen mit der Angst
Die natürliche und instinktive Reaktion auf Angst und Furcht ist die Suche nach Schutz und Sicherheit. Wir rücken näher zusammen. Die Solidarität der Angst kann Menschen zum Handeln mobilisieren. Sie kann auch dazu führen, dass Menschen blindlings dem folgen, der Sicherheit anbietet oder verspricht. Aber wie können wir uns vor denen schützen, die unsere Ängste für ihre eigenen Interessen ausnutzen und uns von sich abhängig machen? Wie können wir dem Teufelskreis entkommen, dass das Verlangen nach Sicherheit selbst zur Quelle von noch mehr Angst wird, dass die Sicherheitsvorkehrungen zum Selbstzweck werden, die uns zu Geiseln unserer Ängste machen?

Neue Möglichkeit
Weihnachten eröffnet uns die Möglichkeit, unsere Ängste dem Gott vorzulegen, der nicht der unnahbare, furchteinflößende heilige Andere ist. Gott kennt unsere Furcht und unsere Ängste, aber Gott will uns davon befreien, indem er uns, wie den Hirten, zuruft durch seinen Engel: "Fürchtet euch nicht!" Gott verspricht uns nicht Sicherheit, sondern die zutiefst verletzliche Liebe in dem Kind von Bethlehem. Die Liebe des "Gott mit uns" kann die Furcht austreiben (1. Joh 4,18) und uns von der Vergötzung der Sicherheit befreien. Darauf zielt auch die Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt. Denn, wie der Apostel Paulus sagt: "Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herren." (Röm 8,38f)

Dr. Konrad Raiser
Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen

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Weihnachten – das große Wunder

Weihnachten
ist das große Wunder
der vergebenden Gnade Gottes:
den verlorenen Leuten
bietet er ewiges Leben.

Das ist das Wunder
der Heiligen Nacht,
dass ein hilfloses Kind
unser aller Helfer wird.

Das ist das Wunder
der Heiligen Nacht,
dass in die Dunkelheit der Erde
die helle Sonne scheint.

Das ist das Wunder
der Heiligen Nacht,
dass traurige Leute
ganz fröhlich werden können.

Das ist das Wunder
der Heiligen Nacht:
Das Kind nimmt unser Leben
in seine Hände,
um es niemals wieder loszulassen.

Friedrich von Bodelschwingh

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Generalsynode/SOW-Kerken

Die Generalsynode in Emden

Die Generalsynode (GS) ist die höchste Instanz der Gereformeerde Kerken in Nederland (GKN). Ihr Moderamen, der geschäftsführende Vorstand, besteht aus vier Personen. Vorsitzender ist Pastor J. W. Doff aus Rotterdam und Schriftführerin die Älteste Frau de Haan-Verduin aus Maastricht. Beisitzer sind der aus Campen gebürtige und in Emden aufgewachsene Pastor Jan Gerd Heetderks aus Oosterhout und Diakon Drs. G.de Boer aus Amersfoort. Jeder Synodalverband (früher Klassis) entsendet einen Abgeordneten. Eine Sitzungsperiode dauert zwei Jahre. Die Beschlüsse der GS tragen den Namen der einberufenden Gemeinde. 2001/2 war das Franeker, ab 2003 ist das Emden. Im Dezember 2003 soll über die Vereinigung der drei protestantischen Kirchen in den Niederlanden abgestimmt werden. Sie erhält voraussichtlich den Namen Protestantse Kerk in Nederland (PKN).

Als ich das erste Mal Februar 1998 zur GS kam und als Abgeordneter aus Emden vorgestellt wurde, hieß es schon, es sei an der Zeit, einmal die GS in Emden zu eröffnen, weil die erste Synode der Reformierten Kirche in den Niederlanden im Oktober 1571 ebenfalls in Emden getagt habe. Ich habe das zunächst von der Hand gewiesen, wohl wissend, dass wir als kleine Gemeinde damit hoffnungslos überfordert sein würden. Aber irgendwie hat mich diese Idee weiter beschäftigt.

Als dieses Thema einmal auf der Kirchenratssitzung zur Sprache kam, wurde es nicht gleich abgewiesen. Man war der Meinung: Allein schaffen wir das nicht, aber vielleicht mit Hilfe von außen.

Erste Erkundungen und Unterstützung

Zunächst habe ich mich beim Synodesekretariat erkundigt, ob überhaupt eine Möglichkeit bestehe, eine Generalsynode nach Emden einzuladen. Die Antwort war positiv. Der nächste Schritt war, einen Tagungsort zu finden. Natürlich wurde die Johannes a Lasco Bibliothek ins Auge gefasst. Pastor Dr. Beuker übernahm die Aufgabe, dies auszuloten.

Von Pastor W. Schulz, Direktor der Bibliothek, kam postwendend am 10.01.01 eine begeisterte Zusage. Nun konnten wir weiter planen. Eine Informationsmappe wurde zusammengestellt.

Zusagen zur Unterstützung kamen von der altreformierten Synode in Nordhorn, dem altreformierten Synodalverband Ostfriesland und der reformierten Gemeinde vor Ort.

Von den anderen Kirchengemeinden der Stadt Emden kamen Zusagen, uns bei der Unterbringung der ca. 80 Tagungsgäste zu unterstützen. Unsere Bewerbung ging Ende Februar 2001 nach Utrecht. Auf der Sitzung der GS am 20. April 2001 habe ich die Einladung noch einmal mündlich vorgetragen. Die Abstimmung danach war ohne Gegenstimme oder Enthaltung, sie wurde sogar mit Applaus begrüßt. Jetzt konnten wir konkret planen.

Am 6. Mai 2002 war eine Delegation des Synodesekretariats in Emden zu Besuch. Sie schaute die örtlichen Gegebenheiten an und besprach den Stand der Planungen. Die Mitglieder waren beeindruckt von der Bibliothek. Sie fanden den Tagungsort ideal.

Historische Bedeutung

Bei unserer Bewerbung haben wir die geschichtliche Bedeutung der Stadt Emden hervorgehoben. In den christlichen Kreisen in den Niederlanden ist Emden ein fester Begriff. Hier in Emden wurden im 16. Jahrhundert Tausende Glaubensflüchtlinge aus Holland, Flandern und Frankreich aufgenommen. Die Zahlen sprechen für sich: Die Stadt hatte damals ca. 7.000 Einwohner, die gleiche Zahl an Flüchtlingen kam hinzu. Solch eine Aufgabe würde uns heute bestimmt überfordern.

Mit Emden ist die erste Generalsynode der Protestantische Kirchen in den Niederlanden verbunden. Sie fand 1671 aus politischen Gründen in der damaligen Stadthalle statt.

Seit ihrem "vorläufigen" Anschluss im Jahre 1923 ist die Evangelisch-altreformierte Kirche anfangs mit fünf, seit den fünfziger Jahren mit drei stimmberechtigten Abgeordneten auf der GS vertreten. Seit Januar 2001 sind es nach der Neuordnung der Klasses in den Niederlanden noch zwei Abgeordnete.

September 2001 in Utrecht

Eine Frage war: Wie geht es mit der Ev.-altreformierten Kirche weiter im niederländischen SoW-Prozess? Am 4. September 2001 reiste deswegen eine altreformierte Delegation nach Utrecht. Die altreformierte Synode in Nordhorn hatte schon vorher beschlossen, sich aus Kostengründen nicht an der neu errichteten Verwaltungszentrale in Utrecht zu beteiligen. Sie wollte auch ihre Eigenständigkeit z.B. bei der Verwaltung der Immobilien nicht verlieren, wie es in der neuen Kirchenordnung der PKN geschieht.

Es blieb die Frage: Wie reagieren die Verantwortlichen in Utrecht? Wir haben dort den altreformierten Standpunkt vorgetragen und ausgiebig besprochen.

Wir verblieben, es solle mit der EAKN ein Weg gesucht werden, die gegenseitigen Beziehungen unter Artikel 14 der Verordnungen unter "ökumenische Beziehungen" unter zu bringen.

Darin ist u.a. festgelegt, dass die EAKN in Zukunft mit zwei stimmberechtigten Abgeordneten auf der GS vertreten sein wird. Pastoren sollen weiterhin gegenseitig zu berufen sein, die Missionsarbeit bleibt an die Zentrale in Utrecht gekoppelt, ebenso die Pensionsregelung für die Pastoren, wie auch Vorruhestandsregelung oder Berufsunfähigkeitsrente.

Es wurde betont, die EAKN müsse die Freiheit behalten, im eigenen Land nach möglichen Partnern Ausschau zu halten und dürfe darin nicht durch die Verbindung mit den PKN behindert werden.

Gute Ökumene vor Ort

Ich möchte betonen, dass die überkonfessionelle Zusammenarbeit in Emden sehr gut ist. Sie ist für die altreformierte Gemeinde Emden notwendig, weil wir als kleine Gemeinde kaum die (finanzielle) Möglichkeit haben, allein etwas zu organisieren. Diese gute Zusammenarbeit zeigt sich auch in der Vorbereitung der Eröffnungssitzung der GS. Wir möchten als altreformierte Gemeinde schon jetzt für die Hilfsbereitschaft der anderen Kirchen in der Stadt danken.

Bedeutung

Die Einberufung der Generalsynode von Emden 2003/4 am 20. und 21. Januar 2003 ist von großer Bedeutung.

1. Die stadtmissionarische Arbeit der altreformierten Gemeinde Emden, und damit auch der EAKN wurde seit etwa 1980 bis ins Jahr 2000 von den Gereformeerde Kerken jährlich mit rund 25.000 Euro unterstützt. Wir haben jetzt die Gelegenheit, uns dafür erkenntlich zu zeigen.

2. Es ergibt sich mit dieser Einberufung der GS in Emden die Möglichkeit, dass sich die reformierten Kirchen in den Niederlanden und Deutschland besser kennen lernen.

3. Die Kirchengeschichte wird mit dieser Einberufung wieder lebendig, insbesondere auch für Jüngere.

4. Die Johannes a Lasco Bibliothek ist als Tagungsort prädestiniert. Zugleich ist sie Tagungsort der voraussichtlich letzten GS der Gereformeerde Kerken in Nederland, bevor diese als Kirche in die PKN übergehen.

Einladung zur Eröffnung

Ich möchte meine Ausführungen nicht beenden, ohne alle Leser und Leserinnen des Grenzboten und wer immer möchte, herzlich einzuladen, an dem Gebets- und Abendmahlsgottesdienst am Montag, dem 20.01.2003 um 19.30 Uhr in der a Lasco Bibliothek in Emden teilzunehmen. Pastor Hindrik Heerspink leitet den Gottesdienst, die Predigt hält der Präses der vorigen Generalsynode von Franeker, Pastor J.W. Doff.

Die musikalische Gestaltung liegt bei den Bläsern und Bläserinnen der altreformierten Gemeinde Emden und der Lutherischen Markusgemeinde unter Leitung von Monte Braaksma. Es singt der Projektchor der ostfriesischen altreformierten Gemeinden unter Leitung von Frau Irmtraut Baumann.

Die Eröffnungssitzung der Generalsynode unter der Leitung von Pastor Dr. Beuker mit den Wahlen des neuen Moderamens am Dienstag, dem 21.Januar 2003 ab 9.00 Uhr ist öffentlich. Auch hier ist jedermann herzlich willkommen. An diesem Tag kommen in verschiedenen Grußworten sicher auch die kirchlichen Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden zur Sprache. Eine Anmeldung ist für beide Tage nicht erforderlich.

Ich wünsche allen Lesern des Grenzboten ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Anfang des "Emder-Synodejahres" 2003.

Wiebe Bergsma, Emden
Schriftführer im Kirchenrat der altreformierten Gemeinde
Abgeordneter der Generalsynode

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Schlussgebet

auf der Synode vom 23.11.02

Herr, unser Gott, du hast uns geschaffen und
zu deinem Volk berufen.
Aus dem ganzen Menschengeschlecht
hast du dir deine Gemeinde erwählt.
Wir danken dir für diese Gemeinschaft über
alle Grenzen hinweg,
für die weltweite Christenheit und die Vielfalt der Kirchen.
Wir bitten dich, überwinde du die Schranken zwischen
den Kirchen und Konfessionen,
befähige uns alle, die Eintracht des Geistes
durch das Band des Friedens zu bewahren.

In allen Unterschieden der Erkenntnis und des Glaubens
und in aller Verschiedenheit unseres Denkens
lass uns eins werden in geschwisterlicher Liebe,
im Hören und im Vertrauen auf dein gutes Wort.
Lass uns in Trauer die Arme umeinander legen,
in Freude zusammen singen und lachen.
Lass uns im Leben fröhlich miteinander sein
und im Tod unsere Hoffnung miteinander teilen
durch Jesus Christus, das Leben der Welt.

Herr, unser Gott, so legen wir nun im Vertrauen
auf deine Zusagen auch alle Gespräche und
Entscheidungen dieses Tages zurück in deine Hände.
Gib zu allem deinen Segen.
Schenke Klärung in Fragen, die noch offen sind,
wo wir den Weg nicht wissen.
Geleite uns auf unseren Wegen und lass uns
fröhlich unseren Dienst tun.
Bleibe bei uns, bei deiner ganzen Kirche.
Führe alles zu einem guten Ende.

Amen

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Randbemerkungen

Uhren kann man kaufen, aber keine Zeit

Es wird vielen Lesern so gehen wie uns. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Sendungen von Institutionen mildtätiger Art ins Haus kommen, oft zwei oder mehr an einem Tage, und das vor allem in der Adventszeit und einige Wochen vorher. Ich kann es niemandem verübeln, denn die Not ist groß, jede Gesellschaft möchte ihr irgendwo und irgendwie Einhalt gebieten, Photos mit weinenden Kindern gibt es zu Tausenden, und Adressenlisten kann man sich mühelos besorgen. Respekt für alle, die etwas zur Linderung der Not beisteuern und dafür Zeit und auch Geld hingeben.

Ich kann den Berg der Bitten (wohl einige von ihnen) nicht mehr bewältigen; als Kirchgänger nehme ich schließlich auch an allen kirchlichen Bemühungen und Aktionen teil; so darf ich hoffen, dass auch Mitbürger, die nicht zur Kirche gehen, ihr Herz erweichen lassen und hier oder da möglichst tief in ihre Tasche greifen.

Und dann werde ich als Zeitungsleser mit einem Schlage in eine ganz andere Welt versetzt. Ein Juwelier bietet Uhren an, zu Preisen, die mich in Schwindel versetzen: Uhren der Spitzenklasse zu Preisen, die zwischen 16.000 und 17.000 EURO liegen. Man stelle sich vor: Wer in Erwägung zieht, so viel Geld für eine Uhr auszugeben, wägt dabei zugleich ab, was ihm oder ihr mehr wert ist: 16.000 EURO, nur um zu wissen, wie spät es ist, oder eintausend mal 16 EURO zu spenden, damit irgendwo in der Welt wieder ein Lächeln über die Gesichter von Menschen huscht. Für ihn oder sie bedeutet diese Uhr aus Gold, vielleicht mit vielen Brillanten besetzt, mehr. "... und er lebte alle Tage herrlich (wirklich herrlich?) und in Freuden (wirklich in Freuden?), und Lazarus lag vor seiner Tür voll von Geschwüren" (Lukas 156,19f.).

Der hier folgende Text, der mir gerade in die Hände fiel, will uns helfen, weiter zu denken:

Für Geld kann man ein Bett kaufen, aber keinen Schlaf,
ein Haus, aber kein Zuhause,
Vergnügen, aber keine Zufriedenheit.
Für Geld kann man eine Uhr kaufen, aber keine Zeit,
Medizin, aber keine Gesundheit,
eine Kirchenbank, aber nicht den Himmel,
eine Lampe, aber keine Erleuchtung.
Für Geld kann man ein Kruzifix kaufen, aber keinen Erlöser.
Für Geld kann man einen Weihnachtsbaum kaufen, aber kein Christfest.
Das, was man mit Geld nicht kaufen kann, gibt Jesus Christus umsonst.

Ein gesegnetes Christfest wünscht euch

Heinrich Baarlink, Nordhorn

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O du fröhliche, o du selige

Eines der bekanntesten Weihnachtslieder deutscher Sprache kennt fast jeder; aber kaum jemand den Textdichter: Johannes Daniel Falk, ein Zeitgenosse und Freund von Goethe. Der Sohn eines armen Perückenmachers aus Danzig begann im 22. Lebensjahr mit einem Stipendium vom Rat der Stadt Danzig das Studium an der Universität Halle an der Saale. Schon im Jahre 1798 ließ er sich in Weimar als Privatlehrer nieder und empfahl sich auch als satirischer Schriftsteller.

Wege und Umwege

Als französische Truppen 1806 nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt plündernd durch Weimar zogen, trat Falk den Siegern entgegen und gebot ihnen mit diplomatischem Geschick Einhalt. Daraufhin ernannte ihn der französische Stadtkommandant zu seinem Sekretär und Dolmetscher. In dieser Position setzte sich Falk in selbstloser Weise für die Stadt und ihre Bürger ein.

Im Jahr 1813 starben in kürzester Zeit vier seiner sechs Kinder am Fieber. Darauf stellte er seine schriftstellerischen Aktivitäten und die von ihm herausgegebene "Zeitschrift für Poesie, Kunst und Zeitgeschichte" ein. Noch im gleichen Jahr nahm er sich als Beauftragter der Regierung der vom Krieg heimgesuchten Landbevölkerung in Thüringen an.

Um Notleidenden zu einer neuen Existenz zu verhelfen, gründete er eine ungewöhnliche diakonische Einrichtung: "Gesellschaft der Freunde in Not". Sie verlieh Geld ohne Zinsen, kaufte den Armen das Saatgut, bezahlte das Schulgeld für verwahrloste Kinder und brachte diese bei rechtschaffenen Handwerkerfamilien unter, wo sie zu Lehrburschen und Gesellen ausgebildet wurden.

Jugendlichen eine Chance geben

Höhepunkt von Falks Wirken war die Errichtung des "Lutherhofes" im Jahr 1823. Eine von den Zöglingen als Schulhaus und Betsaal errichtete und eine der ersten Erziehungsanstalten Deutschlands, in der erstmals Erziehung in und zur Freiheit verwirklicht wurde. "Ohne Kette, Zwang und Schläge bei völlig unverschlossenen Türen und Toren. Alle können davonlaufen, aber keiner läuft davon. Wir schmieden unsere Ketten inwendig und brauchen keine, die man außen anlegt", beschreibt Falk sein Konzept. Seine Motivation war sein Christsein und die Frömmigkeit Luthers, die sich der Welt zuwendet, ohne sich von ihr formen zu lassen. Falk meinte: "Solange dem Menschen die Veredelung von Viehrassen mehr am Herzen liegt als die Veredelung des in Kerker und Ketten herabgestoßenen Ebenbildes Gottes, solange dürfen wir nicht sagen, dass wir Christen sind."

Seine Arbeit um den "Lutherhof" untergrub seine Gesundheit. Eine schmerzhafte Krankheit warf ihn im 58.Lebensjahr nieder und machte seinem Leben am 14. Februar 1826 ein Ende. Bis zu Falks Tod hatte die Anstalt in sechzehn Jahren 293 Jugendliche als Handwerksgesellen ausgebildet.

Übrigens, um seine Waisenkinder zu erfreuen und ihnen gleichzeitig die Bedeutung des christlichen Weihnachtsfestes deutlich zu machen, dichtete Falk auf eine alte italienische Seefahrermelodie das Lied: "O du fröhliche, o du selige...".

Karl H. Gries (aus Sonntagsblatt)

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Monatslied

Uns wird erzählt von Jesus Christ – EG 57

Das Monatslied für Januar 2003 ist ein Weihnachtslied, dass die Botschaft von Weihnachten auf einfache und ansprechende Weise zum Klingen bringt. Text und Melodie sind von der Art, dass sie auch für Kinder gut geeignet sind. Den Rahmen jeder Strophe bilden die Worte "uns wird erzählt, von Jesus Christ" und "Christ ist geboren, Christ ist geboren, darüber freun wir uns". Dazwischen beschreibt das Lied unterschiedliche Aspekte des Weihnachtsfestes: "dass er als Mensch geboren ist", "dass er ganz arm geworden ist", "dass er uns Bruder worden ist", "dass er die Tür zum Vater ist" und "dass er die Liebe Gottes ist".

Wenn man das Lied – wie vorgeschlagen - im Wechsel von zwei Gruppen singt, kommt das "Gesagt-Bekommen" und Weitersagen der Weihnachtsbotschaft noch stärker zur Geltung.

Text und Melodie sind von Kurt Rommel, von dem wir mehrere Lieder im EG haben. Er wurde 1926 in Kirchheim/Teck geboren, war seit 1955 Pfarrer in Friedrichshafen (Bodensee), Stuttgart und Schwenningen. Von 1974 bis 1992 war er Redakteur in Stuttgart.

Hermann Teunis, Ihrhove

1. Uns wird erzählt von Jesus Christ,
dass er als Mensch geboren ist,
Christ ist geboren!
Darüber freun wir uns!

2. Uns wird erzählt von Jesus Christ,
dass er ganz arm geworden ist,
Christ ist geboren!
Darüber freun wir uns.

3. Uns wird erzählt von Jesus Christ,
dass er uns Bruder worden ist,
Christ ist geboren!
Darüber freun wir uns.

4. Uns wird erzählt von Jesus Christ,
dass er die Tür zum Vater ist.
Christ ist geboren!
Darüber freun wir uns.

5. Uns wird erzählt von Jesus Christ,
dass er die Liebe Gottes ist.
Christ ist geboren!
Darüber freun wir uns.

 

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Wir wünschen unseren
Leserinnen und Lesern
ein gesegnetes Weihnachtsfest
und ein gutes neues Jahr!

Die Grenzboten-Redaktion


Weihnachtsgebet

Bring doch – Gott
in unsere Dunkelheit – dein Licht,
in unsre Zwietracht – deine Versöhnung,
in unseren Kummer – deine Freude,
in unsere Kälte – deine Liebe,
in unseren Tod – dein Leben,
dann haben wir teil an deinem Fest.
Dann feiern wird wirklich die Geburt Jesu Christi.
Amen

Peter Klever