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Beschlussprotokoll der Synode vom 1. Juni 2005


Gäste aus Indonesien – Hilfe für Südostasien

Diesmal gibt es nicht nur ein Beschlussprotokoll, sondern ich möchte auch einige Eindrücke von der Synode den Grenzbotenlesern weitergeben. Dies aus besonderem Anlass: Die Delegation der GKS (Sumba) ist auf der Synode anwesend, zudem ist eine Delegation der Karo Batak Kirche (Gäste des Synodalverbandes Grafschaft Bentheim der Ev.- ref. Kirche) zu Gast und berichtet Dr. Baumgarten von der VEM (Vereinte Evangelische Mission) über die angelaufenen Hilfsmaßnahmen u.a. in Indonesien nach den Naturkatastrophen in Süd-Ost-Asien.

Karo Batak Kirche

Die Vertreter der Karo Batak Kirche stellen sich kurz vor und berichten in aller Kürze von ihren Eindrücken, die sie bisher in der Grafschaft Bentheim gemacht haben. Mit der Delegation aus Sumba (Gäste unserer Kirche) waren sie nicht nur im Kloster Frenswegen zu einem Austausch, sondern auch auf dem 30. Evangelischen Kirchentag in Hannover.

Der Leiter der Delegation aus Daily (in der ref. Kirche würde man vom Kirchenpräsidenten sprechen) zeigt sich beeindruckt von der guten Zusammenarbeit und vom guten Zusammenleben der reformierten und der altreformierten Kirche.

Eine Pastorin der Delegation, die die durch den Tsumani zerstörte Region Aceh besucht hatte, berichtet von den Zuständen dort. Sie seien schlimmer als die Fernsehbilder es transportieren könnten. Sie weist auf Schwierigkeiten bei den Hilfsmaßnahmen gerade bei der christlichen Bevölkerung hin, die auch darauf zurück zu führen seien, dass die muslimische Regierung zum Teil muslimische Regionen bei der Hilfe besser unterstützen als christliche Regionen.

Gereja Kristen Sumba (GKS)

Natürlich durfte ein Grußwort der Gäste aus Sumba nicht fehlen. Pastor Daniel Ghoenoe spricht den Dank der Delegationsmitglieder für die Begegnungen aus, die sie seit dem 11. Mai in Ostfriesland und in der Grafschaft Bentheim erleben konnten. Vieles von der europäischen Kultur haben sie kennen gelernt, sogar hier und da das Biertrinken. Vieles haben sie auf ihrer Reise gesehen: Kirchen, Kindergärten, Bauernhöfe, Schulen, Krankenhäuser usw.! Ein voller Fahrplan, der aber sehr inspirierend für sie war.

In diesem Zusammenhang lädt Pastor Daniel Ghoenoe eine Delegation der EAK zur Synode der GKS im nächsten Jahr ein.

VEM

Das Moderamen der Synode hatte Pastor Dr. Baumgarten von der VEM zu dieser Synode eingeladen, um über die Hilfsmaßnahmen der VEM in den durch den Tsunami betroffenen Gebieten zu berichten. Über 80.000,- € hat die Ev.-altref. Kirche der VEM für diese Hilfsmaßnahmen bisher überwiesen. Pastor Baumgarten legt dar, dass dieses Geld zum Wiederaufbau der Regionen Aceh und Nias verantwortlich eingesetzt wird. In vier Schritten gliedert er seine Ausführungen.

1. Wie ist die Situation zur Zeit?

Baumgarten berichtet u.a. von zahllosen Menschen, die in Aceh nach Medan, der Hauptstadt, geflohen sind. Dort herrscht ein großes Flüchtlingsproblem.

Die Insel Nias, die durch das schwere Beben vom 28. März 2005 zusätzlich zum Tsunami schwer zerstört ist, leidet unter einer katastrophalen Versorgungslage. Dies liegt auch daran, dass die überwiegend christliche Insel Nias von der muslimischen Regierung bei Hilfsmaßnahmen lange Zeit vernachlässigt wurde.

Aus Sri Lanka weiß Baumgarten zu berichten, dass eins der vielen Probleme dort die ungeklärte Frage nach den zukünftigen Grundstücken ist. Es ist nicht geklärt, in welchem Abstand zum Meer die Menschen ihre Häuser wieder aufbauen können. So lange diese Frage ungeklärt ist, laufen notwendige Aufbaumaßnahmen nur schleppend.

2. Infrastruktur der Hilfe der VEM

Baumgarten macht deutlich, dass die VEM mit Partnern vor Ort die Gelder sinnvoll investiert. Mit den Kirchen vor Ort wird versucht, ein entsprechendes Hilfsprogramm zu entwickeln und die Gelder zu verteilen.

3. Probleme bei der Umsetzung der Hilfe

Der Vorschlag des Bundeskanzlers nach dem Tsunami, Partnerschaften mit Betroffenen einzugehen, hat auch seine Schattenseiten, so Baumgarten. Neben den Sprachproblemen sei auch nicht immer deutlich, wer nun vor Ort der direkte Partner ist. Oftmals sind Institutionen in staatlichen Händen. Dies stellt die direkte Hilfe vor große Probleme. Zudem erschwert die doch zuweilen sehr schleppende Briefkultur einen schnellen Transport von notwendigen Informationen. Erschwerend für eine solide Arbeit vor Ort sind manche evangelikale Gruppen aus Amerika. Diese haben Gelder gezielt eingesetzt, um Muslime zu bekehren. Entsprechende Gegenbewegungen der Muslime beeinträchtigen stark das Miteinander der Bevölkerung.

Ein weiteres Hindernis bei den Hilfsmaßnahmen ist die Korruption gerade in Indonesien. Nicht nur staatliche Stellen, sondern auch Kirchen sind davon betroffen.

4. Grundsätze der VEM

- Die Hilfe vor Ort wird nach dem Grad der Bedürftigkeit geleistet. Das bedeutet, dass die Hilfe an die Bedürftigen egal ob christlich oder muslimisch gegeben wird.

- Die VEM steht in Kontakt mit anderen Hilfsorganisationen und versucht mit ihnen, die Hilfe zu koordinieren.

- Es wird im Sinne der Betroffenen gehandelt und nicht primär dem Wunsch des Spenders nachgegangen. Sollte also der Wunsch des Spenders nicht mit der tatsächlichen Bedürftigkeit vor Ort übereinstimmen, so handelt die VEM im Sinne der Betroffenen vor Ort.

- Die VEM ist bestrebt, langfristige Hilfe zu leisten. Es soll durch diese Hilfe ein nachhaltiger Aufbau der betroffenen Regionen garantiert werden.

So konnten bisher bereits über 700.000,- € durch die VEM weiter geleitet werden. Unterstützt wurden damit z.B. Landwirtschaftsprojekte, Ausbildung von Fachleuten zur Traumabewältigung. Angeschafft wurden LKW’s und Lebensmittel bzw. medizinische Nothilfe. Beim Druck von Bibeln sowie beim Kauf von Großzelten, die zerstörte Kirchen ersetzen sollten, war man behilflich. Ein Mädcheninternat wurde aufgebaut. Weitere Projekte sind in Arbeit. Um nachhaltige Hilfe leisten zu können, hat die VEM zwei Fonds aufgelegt: "Kinder wollen lernen" und "Zurück ins Leben". Informationen zu diesen Fonds und zu den aktuellen Hilfsmaßnahmen findet man im Internet unter www.vemission.org.

Pastor Baumgarten dankt der Ev.-altreformierten Kirche für ihre große Spendenbereitschaft und dafür, dass die EAK diese Gelder nicht zweckgebunden der VEM anvertraut hat. Somit sei ein notwendiger Spielraum zur effektiven Hilfe vor Ort gewährleistet.

Gerold Klompmaker, Schriftführer

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Beschlussprotokoll der Synode vom 1. Juni 2005

Neben der Begegnung mit den Delegationen aus Sumba und Sumatra und dem Vortrag von Pastor Dr. Baumgarten stehen die Anstellung von Frau Nina Oltmanns als Pastorin der Gemeinde Campen und die damit verbundenen notwendigen Schritte zentral auf der Synode. Es wird ein kurzer Rückblick auf die Aktivitäten der Ev.- altreformierten Kirche (EAK) während des Kirchentages in Hannover gehalten.

Protokoll

Pastor Teunis weist darauf hin, dass das Bedenken der Frage nach der Zukunft der "Monatlichen Lesepredigten" nicht, wie im Protokoll dargestellt, dem Ausschuss Kirchenmusik und Liturgie zuzuschreiben ist.

Aus dem Moderamen

Kirchentag

Pastor Baarlink vom Ausschuss kirchliches Schrifttum, Kirchenordnung und Formulare berichtet vom Stand der EAK auf dem Markt der Möglichkeiten während des 30. Ev. Kirchentages in Hannover vom 25.-29. Mai 2005. Viele Besucher zeigten sich interessiert am Wesen und Leben der Ev.-altreformierten Kirche. Der Stand hatte eine hohe Qualität. Er wurde von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus dem Bereich der EAK präsentiert.

Posaunenchöre

Der Synodalverband Grafschaft Bentheim reicht ein Schreiben der Posaunenchöre der Grafschaft Bentheim an die Synode weiter. In diesem Schreiben wird die Arbeit der Landesposaunenwartin der Ev.- ref. Kirche Helga Hoogland gewürdigt und eine generelle Unterstützung ihrer Arbeit seitens der EAK erbeten.

Verwaltung und Planung

Kassenbericht

Rückzahlungen aus den Niederlanden ergeben einen Überschuss von 100.000,- € in der Pensionskasse. Seit Anfang 2005 sind bei längerer Dienstunfähigkeit von Pastoren oder bei zerrütteten Dienstverhältnissen (Wartegeld) keine Zahlungen aus den niederländischen Kassen zu erwarten. Nach Meinung des Ausschusses ist es sinnvoll, mit dem Überschuss einen Sicherheitsfonds für die Gemeinden einzurichten, der in entsprechenden Fällen zu Hilfe gezogen werden könnte.

Der auf der Herbstsynode 2004 festgelegte Haushaltsansatz für die Pensionskasse in Höhe von 274.000,- € für das Jahr 2005 kann im laufenden Jahr um 44.000,- € auf 230.000,- € reduziert werden.

Der Ausschuss hat u.a. die Frage nach der Mitwirkung der EAK in der "Centrale Kas" der PKN behandelt und unterbreitet der Synode eine entsprechende Beschlussvorlage.

Die Synode würdigt die Bemühungen des Ausschusses und des Pensionsbeauftragten und beschließt:

Gemeinde Campen

Der gesamte Kirchenrat der Gemeinde Campen ist anwesend. Der Vorsitzende des Kirchenrates, Ältester Weert Arnold Sweers erläutert, wie man in Campen zur Entscheidung gekommen ist, Pastorin coll. Nina Oltmanns zu 60% anstellen zu wollen. Der Kirchenrat der Gemeinde Campen hatte das Moderamen gebeten, alles Notwendige für eine Anstellung von Frau Oltmanns zu veranlassen. Daraus ergaben sich vor der Synode eine Reihe von Gesprächen, die das Moderamen und der VPA mit dem Kirchenrat Campen geführt haben. Der Synode liegt u.a. ein befristeter Anstellungsvertrag und eine Gehaltsberechnung vor. Im Vorfeld der Synode hatte der VPA der Gemeinde Campen einige Anforderungen zur Anstellung von Frau Oltmanns genannt, die das Solidarprinzip der EAK betreffen. Der VPA berichtet der Synode nun, dass die gestellten Anforderungen erfüllt seien.

Ausschuss Kirche und Theologie

Kolloquium

Pastorin Oltmanns hat ihre Ausbildung in der Ev.- reformierten Kirche erhalten. Die Synode muss entscheiden, wie ihr Weg in die EAK geebnet werden kann. Dazu hatte das Moderamen den Ausschuss für Kirche und Theologie gebeten, der Synode einen Vorschlag zu unterbreiten. Diesem Vorschlag gemäß beschließt die Synode:

Ältestenpredigerinnen/Ältestenprediger

Der Ausschuss legt der Synode einen Entwurf einer Ordnung für den Dienst der ehrenamtlichen Ältestenpredigerinnen und Ältestenprediger in der EAK vor. Der darüber entstehende Gedankenaustausch macht deutlich, dass es noch weitere Fragen bezüglich des Amtes in unserer Kirche sowie kirchenrechtliche Hinweise gibt, die es zu klären gilt.

Abo "Ja – Christsein heute"

Das Moderamen hat den Ausschuss beauftragt, das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Abonnements des Evangelisationsblattes "Ja – Christsein heute" zu überprüfen. Durch einen Verlagswechsel sind die Kosten dieses Blattes, die aus der Evangelisationskasse beglichen wurden, stark angestiegen. Zudem scheint sich das Interesse an diesem Blatt in Grenzen zu halten.

Finanzierung Stipendium

Die Theologische Universität tritt mit der Bitte um finanzielle Unterstützung eines neuen Stipendiums-Projektes an unsere Kirche heran. Es handelt sich hierbei um eine Förderung von jungen Pastorinnen/Pastoren aus der Gereja Kristen Sumba, denen in Kampen das Promotionsstudium ermöglicht werden soll. Der Ausschuss weist die Synode darauf hin, dass die EAK gegenwärtig Pastorin Kolimon aus Ost-Timor mit einem Betrag in Höhe von 2.500,- € unterstützt. Der Ausschuss empfiehlt, diesen Betrag auf die neuerliche Anfrage aus Kampen umzuschichten, ihn aber aufgrund der gegenwärtigen Kassenlage nicht zu erhöhen. Die Synode stimmt den Vorschlägen des Ausschusses zu und beschließt:

Diakonieausschuss

Der Ausschuss berichtet der Synode über wichtige Sanierungsarbeiten am Kirchengebäude in Nearsova. Da nicht alle Kosten dieses Projektes gedeckt sind, schlägt der Ausschuss der Synode vor, die Restfinanzierung aus dem Kollektenaufkommen 2005 für die Kasse "Kirchen in Osteuropa" zu gewährleisten.

Kindergottesdienst und Jugendarbeit

Bericht Jugendpastor

Der Jugendpastor legt einen Bericht über seine Tätigkeit und eine aus seiner Sicht notwendig gewordene neue Struktur der übergemeindlichen Jugendarbeit vor. Sie müsse alle Gemeinden und möglichst alle Bereiche der Jugendarbeit abdecken. Die jetzige Struktur, die auf den Strukturen des Jugendbundes basiert, kann dies nicht leisten, da der Jugendbund ein Zusammenschluss der Jugendvereine ist. Die Jugendvereine zielen auf die Altersstufe ab 16 Jahren. Jugendarbeit fängt viel früher an. Nicht in allen Gemeinden gibt es noch Jugendvereine. Der Jugendbund in seiner jetzigen Form ist eine gute und sinnvolle Dachorganisation für bestehende und funktionierende Jugendvereine. Er ist von seiner Struktur her keine Organisation, die übergemeindliche Jugendarbeit für alle Bereiche in allen Gemeinden verantwortlich gestalten kann.

Gerold Klompmaker, Schriftführer