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Ev.-altref. Kirche
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Die Synode hatte u.a. die Zusammenlegung von zwei Gemeinden unter einer Pfarrstelle zu bestätigen und zu regeln.
 
 

 

Das Moderamen als leitendes Gremium (v.l.n.r.):
Vorsitzender Fritz Baarlink, Beisitzerin Sophie Alsmeier, Schriftführer Habbo Heikens und Synodesekretär
Dr. Gerrit Jan Beuker.

Kurzbericht und Beschlussprotokoll der Synode vom 23. Mai 2007

Andacht

Pastorin Nina Oltmanns eröffnet für die einberufende Gemeinde Campen die Frühjahrssynode mit einer Andacht zu Joh. 6, 1 - 15 über die Speisung der 5000.
(Der Text ist weiter hinten unter den Beschlüssen aufgenommen)

Eröffnung und Grußworte

Der Vorsitzende, Pastor Fritz Baarlink, eröffnet die Versammlung und begrüßt Abgeordnete und Gäste. Dazu gehören u.a. die erstmals mitarbeitenden Gäste von der Evangelisch-reformierten Kirche, Pastor Thomas Allin aus Nordhorn und Vizepräsident Dr. Johann Weusmann aus Leer, beide Mitglieder im Moderamen der Ev.-reformierten Gesamtsynode. Dr. Weusmann erinnert an den Kooperationsvertrag und ermutigt dazu, die Dienste des reformierten Landeskirchenamtes in Anspruch zu nehmen. Ihm schwebt das Ziel einer "vollen synodalen Gemeinschaft" vor Augen so wie sie die Ev.- altref. Kirche mit den Geref. Kerken gehabt hat. Sie könnte bei Wahrung ihrer Eigenständigkeit Teil der Gesamtsy-node der Ev.- ref. Kirche werden. Aus einem freundschaftlichen Nebeneinander müsse ein familiäres Miteinander werden. Unterschiede seien eine Bereicherung, die es zu schützen gelte. Mehr Gemein-samkeit zwischen den Kirchen und Gemeinden reformierter Tradition sei wichtig.

Beschlüsse und Aufträge

Vokation

Fragen im Zusammenhang mit der Vokation, der kirchlichen Beauftragung von Lehrkräften im Fach Religion, sind inzwischen geklärt. Informationshefte für Betroffene gibt es über den Synodesekretär.

Vakanzdienste

Entsprechend ihrem Auftrag, über eine Neuregelung der Vakanzdienste nachzudenken, schlagen VPA und Moderamen eine Reduzierung der Vakanzdienste um die Hälfte vor.

Supervision

Supervisionen sind eine sinnvolle und oftmals hilfreiche Begleitung für Pastorinnen und Pastoren so-wie auch für Gemeinden.

Ruffreigabe Laar

Die mit dem Abschied von Pastor Gerold Klompmaker vakant werdende Gemeinde Laar hat die Ruf-freigabe beantragt und soll sie auch erhalten. Diese Zuschüsse sollen künftig mit Sonderbeauftragun-gen verknüpft werden.

Gemeindeaufbau und Abendmahl

Zwei Anträge aus dem Synodalverband Grafschaft Bentheim werden nach kurzem Gespräch an die zuständigen Ausschüsse weitergegeben.

Ergänzung Kooperationsvertrag

Die Ergänzung des Kooperationsvertrages ist erforderlich, damit der Vizepräsident der Ev.- ref. Kirche die Interessen der Evangelisch-altreformierten Kirche in der EKD, der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen wirkungsvoll vertreten kann.

Gemeinsame Pastorenstelle für Campen und Emden

Der Vorsitzende erinnert daran, dass die Synode nach langjähriger Unterstützung der beiden Gemein-den Campen und Emden darauf hingewirkt hat, dass beide zukünftig von einem gemeinsamen Pastor bzw. einer gemeinsamen Pastorin betreut werden und dass beide Gemeinden auch entsprechende Ver-einbarungen getroffen haben. Seinerzeit war Campen vakant. Da noch nicht abzusehen war, wann auch Emden vakant werden würde, schloss die Gemeinde Campen mit Pastorin Nina Oltmanns zu-nächst einen Angestelltenvertrag mit der Option einer Verlängerung. Das Ziel dabei war, diesen Ver-trag in eine Berufung für beide Gemeinden umzuwandeln, sobald Emden vakant würde. Entsprechend wurde der Kirchenrat der Gemeinde Emden um Zustimmung für diesen Übergangsvertrag gebeten, und er hat sie auch gegeben.
Als Emden schon bald darauf ebenfalls vakant wurde, bat der Kirchenrat um eine zweijährige Ausset-zung des Beschlusses hinsichtlich einer gemeinsamen Pastorenstelle, um sich zunächst finanziell zu konsolidieren. Diese der Gemeinde gewährte Frist läuft in diesem Sommer aus. Der Kirchenrat der Gemeinde Campen bekräftigt seine Absicht, die Arbeit mit Pastorin Oltmanns fortzusetzen. Die Um-wandlung ihres Angestelltenverhältnisses in ein Berufungsverhältnis bedarf keiner erneuten Wahl, da die Gemeinde Campen sich schon einmal für sie als künftige Pastorin in einer Wahl ausgesprochen hat. Außerdem hatte der Kirchenrat Emden die erforderliche Zustimmung erklärt. Pastorin Oltmanns wurde seinerzeit eine volle Stelle in Aussicht gestellt. Und die wird seitens der Synode nach wir vor angestrebt.

Predigterlaubnis

Im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Diakonin Petra Burmester in der Gemeinde Emden, hatte der Kirchenrat für sie die Predigterlaubnis beantragt.

Die Synode setzt die Beratungen über die Situation in der Gemeinde Emden fort, deren Kirchenrat sich inzwischen nicht mehr an die damaligen Vereinbarungen gebunden sieht und die Versorgung der Gemeinde eigenständig und unabhängig von Campen regeln möchte. Leider ist eine Diskussion mit den Vertretern aus Emden über dieses Thema nicht mehr möglich, weil sie die Synode vorzeitig ver-ließen. Am Ende der Debatte steht folgender Beschluss:

Altersversorgung künftig zu berufender Pastorinnen und Pastoren

Der Pensionsbeauftragte Hermann Breukelman erläutert den sehr komplexen Sachverhalt in Kurzform. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass künftig neu zu berufende Pastorinnen und Pastoren nicht mehr wie bisher in den Niederlanden versichert werden. Ihre Versorgung wird über die VERKA in Berlin (Kirchliche Versorgungskasse) geregelt.

Umlageverfahren

Die Synode hatte den Antrag zu behandeln, künftig die synodalen Umlagen nicht mehr nach der An-zahl der Gemeindeglieder, sondern nach der Höhe der Einnahmen der Kirchenkasse zu verteilen. Aus einem Vergleich beider Möglichkeiten ergibt sich, dass eine Umlage nach Einnahmen kaum von einer nach der Gemeindegliederzahl abweicht. Der VPA rät deshalb von einer Umstellung des Verfahrens ab.

Wahlen und Ernennungen

In den Rechtsausschuss der reformierten Gesamtsynode wird Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker entsandt. Als mitarbeitende Gäste der reformierten Gesamtsynode bestätigt die Synode die Pastoren Fritz Baar-link und Dr. Gerrit Jan Beuker. In der Mittel-Osteuropa Kommission des Reformierten Bundes werden Pastor Heinrich Lüchtenborg und Gerrit Jan Vette beauftragt, weiter mitzuarbeiten.
In das Leitungsgremium des Kirchentages Bremen 2009 wird Pastor Lothar Heetderks ernannt. In den Konvent Nord des Reformierten Bundes werden Pastor Gerold Klompmaker und Hanna Boerrigter (Wilsum/Münster) entsandt. Vertreter in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersach-sen ist seit dem Sommer 2006 Pastor Tammo Oldenhuis; sein Vertreter ist Pastor i.R. W.Vennegeerts. Pastor Dieter Bouws arbeitet im Evangelischen Missionswerk in Deutschland (Hamburg) mit.

Pastor Allin und Dr. Weusmann nennen sieben Ausschüsse der Ev.- ref. Kirche, in denen um die Mit-arbeit von altreformierter Seite gebeten wird. Es sind dies die Ausschüsse für Theologie, Recht, Mu-sik, Gemeindeaufbau und Volksmission, Ältestenprediger, Globalisierung und Diakonie.

Herbstsynode 2007


 

Andacht zur Eröffnung Synodesitzung

Pastorin Nina Oltmanns, Campen

Joh 6,1-15

Liebe Schwestern und Brüder,
an den Menschen bin ich hängen geblieben. Natürlich ist da erst einmal das Volk, das Jesus nachfolgt, weil sie die Zeichen sahen, die Jesus an den Kranken tat, wie es heißt. Versprechen sie sich Hoffnung für ihr eigenes Leben? Merken sie, dass ihnen jemand hier die Angst nehmen kann vor dem Tod, vor dem Leben?
Da sind auch die beiden Jünger: Philippus und Andreas. Zwei Menschen, die ganz nah mit Jesus leben, die mit ihm reden und von ihm lernen. Sie umtreibt eine Angst: die Angst, dem Volk nicht genug Nahrung geben zu können. 200 Silbergroschen ist nicht genug für sie, dass jeder ein wenig bekomme, sagt Philippus. Wir haben viel zu wenig für so viele Menschen. Das genügt nie im Leben. Und ich höre aus den Worten des Philippus eine noch tiefere Angst: Wir genügen nie im Leben.
Und auch der andere Jünger, Andreas, er entdeckt den kleinen Jungen mit den fünf Broten und den zwei Fischen und bemerkt: Fünf Brote und zwei Fische; was ist das für so viele? Wir haben viel zu wenig für so viele Menschen. Das genügt nie im Leben. Und auch aus seinen Worten ist zu hören: Wir genügen nie im Leben.
Die Jünger, beide, sind umtrieben von der Angst, zu wenig bieten zu können. Sie verspüren den Hunger nach einem Leben, in dem sie genügen können.
Und dann ist da noch das Kind. Es ist ein Kind hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische, heißt es. Welch Ungerechtigkeit: 5000 Männer haben womöglich gar nichts und ein kleines Kind hat so viel für sich allein.

Finden wir uns wieder in diesen Menschen?
Sind wir vielleicht wie der kleine Junge, der dasteht und für sich alleine eigentlich viel zu viel hat und gar nicht weiß, wohin mit alledem?
Oder sind wir eher wie die Jünger, die ständig die Angst haben, nicht genug bieten zu können? Kennen wir sie nicht, diese Angst, den Erwartungen der Menschen nicht zu entsprechen? Diese Angst, von den Anforderungen des Lebens überfordert zu werden? Die Familie, die Arbeit - oder die fehlende Arbeit - , die Beziehung, die Kinder, die wirtschaftliche Situation in unserem Land - all das kann uns unter Druck setzen und tut es auch all zu oft. Schnell ist uns dann vieles eine Nummer zu hoch.
Oder sind wir wie das Volk, das in Mengen beieinander hockt und darauf wartet, dass wieder mal etwas Sensationelles geschieht? Sind wir wie das Volk, das in Mengen beieinander hockt und in dem jeder einzelne darauf wartet, dass Brot vom Himmel fällt? - in dem jeder einzelne darauf hofft, dass die Krankheit ja nicht einen von uns erwischt, dass sie ja nicht einen von unseren Liebsten erwischt? Sind wir wie das Volk, das in Mengen beieinander hockt und darauf wartet, dass uns die Todesangst genommen wird?

Egal wo in der gehörten Geschichte wir uns wieder finden, egal, welche Rolle uns am meisten zusagt, oder in welcher wir uns nun überhaupt nicht wieder finden können: Der Hunger hat viele Gesichter und wir stehen da mitten drin wie alle Beteiligten der Speisungsgeschichte: mit Hunger nach dem täglichen Brot und nach einem Sinn im Leben.
Und da ist ja auch noch jemand in der Geschichte: Jesus. Jesus ist es, der die Augen aufschlägt und nicht nur einfach eine Menge Menschen da sitzen sieht. Er sieht mehr als einen Haufen Menschen, die noch mehr und immer mehr und unaufhörlich Zeichen und Wunder von ihm verlangen. Da hob Jesus seine Augen auf und sieht. Er sieht Menschen, die hungern. Denen es nach Leben hungert, nach sinnvollem und lebenswertem Leben. Und denen sagt er: Macht es euch bequem auf dem Boden, den unser Vater im Himmel uns gemacht hat. Lasst die Leute sich erst einmal lagern. Es war aber viel Gras an dem Ort, heißt es. Und damit sagt er: Sorgt euch nicht, legt eure Sorgen - um was auch immer - in meine Hände. Und dann vollbringt er das Wunderbare. Er gibt das Brot, über das wir mit unserem Menschenverstand sagen würden, es wäre überhaupt nicht da. Er gibt, was die Menschen so dringend brauchen: Brot, echtes Brot, das die Mägen befriedigt, das die Leiber stärkt und die Seele zusammenhält. Echtes Brot und echte Fische für 5000 hungrige Männer. Und Zuspruch all denen, die sich so sehr nach Liebe und Anerkennung, nach einem lebenswerten und sinnvollen Leben sehnen. Denen sagt er, uns allen also: "Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nicht hungern und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten".