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Ev.-altref. Kirche
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Die Synode vom 21. Mai 2008 in Nordhorn


Das Synodemoderamen (v.l.n.r.) Beisitzerin Sophie Alsmeier (Bad Bentheim), Vorsitzender Pastor Fritz Baarlink (Veldhausen), Schriftführer Pastor Habbo Heikens (Wilsum) und Synodesekretär Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker (Laar)
 


Kirchenpräsident Pastor Jann Schmidt (Leer) überbringt der Grüße des Moderamens der Ev.-reformierten Kirche

Eröffnung

Für die einberufende Gemeinde Emlichheim eröffnet Pastor F. Schrader die Versammlung mit einer Andacht und Gebet. Der Andacht legt er die Worte "Sorget nicht!" (Mtth. 6, 25) und "Die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen" (Mtth. 16, 18) zu Grunde.
Er erinnert daran, dass die Kirche nicht Herrin über sich selbst ist. Der Herr trägt sie. Deshalb dürfen wir vertrauen und müssen uns um ihre Zukunft keine ernsthaften Sorgen machen.
Gleichwohl ist Profil gefragt, das aber nur im Wegblicken von sich selbst auf Christus zu gewinnen ist. Die aussichtsreichste Zukunftsstrategie kann den Heiligen Geist nicht ersetzen, in dessen Kraft die Gemeinde lebt und wirkt. Der Geist Gottes macht sie sprach- und wirkfähig und hilft, versöhnend auf die Menschen zuzugehen.

Grußwort

Der Synodevorsitzende Pastor F. Baarlink leitet die Versammlung und gibt nach Erledigung der nötigen Regularien zunächst Kirchenpräsident Jann Schmidt aus Leer die Gelegenheit zu einem Grußwort. Darin erinnert er an die Nähe, die in 18 Jahren gemeinsamen Unterwegsseins zwischen unseren Kirchen entstanden ist und die beiden gut tut. Im Zusammenhang mit dem Hinweis auf die Perspektivgespräche innerhalb der EKD betont er, dass Traditionen für die Kirchen wichtig sind, aber nicht um die alte Asche zu bewahren sondern um das Feuer am Brennen zu halten, das die Vorfahren entfacht haben.
J. Schmidt erwähnt auch den Kooperationsvertrag zwischen unseren Kirchen und sagt:
"Der Kooperationsvertrag beschreibt ein Maß an Zusammenarbeit, das seinesgleichen unter den Kirchen sucht." Zu sprechen kommt er auch auf das Angebot der "vollen synodalen Gemeinschaft" und erklärt dazu, dass es diesbezüglich keinerlei Zeitdruck gäbe. "Es ist nicht entscheidend, ob wir oder unsere Kinder oder Enkel dieses Ziel erreichen. Wir sind auf einem guten Weg und sollten in Freiheit damit umgehen."


Die Abgeordneten der Kirchenräte haben eine umfangreiche Tagesordnung zu behandeln.

Deutscher Posaunentag in Leipzig 30. Mai bis 1. Juni 2008

Die Synode und die Gemeinde Emlichheim unterstützen diese kirchenmusikalische Großveranstaltung mit je 500,00 €, die Gemeinden Nordhorn, Uelsen und Veldhausen tragen je 250,00 € dazu bei.

Hauptamtliche Kraft für die Jugendarbeit

Die Gemeinde Bunde wird zum 1. August 2008 Frau Miriam Meseck als Teilzeitkraft (50 %) zur Förderung der Jugendarbeit einstellen. Sie hat an der FTA (Freie Theologische Akademie) in Gießen ihr Theologiestudium absolviert.

Neues Kirchensiegel

Die Synode beauftragt ihr Moderamen, den vorgelegten Entwurf mit dem seitlich angeordneten Kreuz, den Initialen "EAK" sowie dem kreisrund umfließenden Text "Evangelisch -altreformierte Kirche in Niedersachsen" als Muster für das neue Siegel der Synode zu verwenden und dieses Siegel ab dem Datum der Veröffentlichung zu gebrauchen.
Außerdem beschließt sie, dass Siegel und Briefkopf der Synode künftig identisch sein sollen.

Pastorenstelle in Laar

Das Synodemoderamen und der Kirchenrat der Gemeinde Laar haben gemeinsam folgenden Vorschlag erarbeitet, den sich die Synode zu eigen gemacht hat. Entsprechend ihr Beschluss:

Diese Regelung gilt so lange, wie die Gemeinde Laar Unterstützung aus der Kasse "Gegenseitige Hilfe" erhält.

Fortbildung der PastorenInnen

Zwar bestehen schon seit Jahren Regeln für Fortbildungsmaßnahmen. Da aber selten davon Gebrauch gemacht wurde, betont die Synode deren Bedeutung und beschließt:


Dr. Achim Detmers (Hannover) stellt als Beauftragter der EKD und des Reformierten Bundes die Pläne für das Calvinjahr 2009 vor.
 


Pastor Lothar Heetderks (Nordhorn) bringt die Gesprächsimpulse und Anträge des Jugendausschusses ein.

Neuauflage der "Institutio" von Calvin

Der Reformierte Bund plant anlässlich des Calvinjahres 2009 eine Neuauflage der bekannten Dogmatik "Institutio" des Reformators Johannes Calvin. Die Synode beschließt :

Calvinjahr 2009

Über die Planungen der dafür eingerichteten Projektstelle gibt Pastor Dr. Achim Detmers aus Hannover einen ausführlichen Bericht. Er ist Beauftragter der EKD und des Reformierten Bundes für das Calvinjahr. Im Blick auf den Reformator Calvin, der besonders für die reformierte Tradition eine große Bedeutung hat, gibt es nach seinen Worten einen starken Nachholbedarf an Information. Da wenig brauchbares Material vorhanden ist, muss neues zu seiner Person und seinem Wirken erarbeitet werden. Das Motto des Gedenkjahres wird lauten: "Calvin - der europäische Reformator". An Themen bieten sich u.a. an: "Erwählung", "Vorsehung und freier Wille"; "Gottesvolk und Bundeseinheit", "Menschenrechte", "Demokratie", "Abendmahl und Kirchenzucht", "Psalmen", "Amtsverständnis", "Toleranz, "Ökumene", "Bilderfrage", "Calvinismus und Kapitalismus", "Luther und Calvin".
Dr. Detmers gibt einen Überblick über die Vielfalt geplanter Veranstaltungen und Aktionen wie Ausstellungen und Tagungen und über Arbeitsmaterialien und Veröffentlichungen..

Fünfter Ostfriesischer Kirchentag in Norden (4. - 6 Juli)

Der Synodalverband Ostfriesland wird an diesem Kirchentag u.a. mit einem Stand beteiligt sein und möchte Verteilhefte für Kinder und kleine Präsente anbieten. Er geht von Kosten in Höhe von 500,00 € aus und bittet die Synode um Unterstützung.
Beschluss:

Abendmahl auch mit Kindern

Der Ausschuss für Kindergottesdienst und Jugendarbeit präsentiert der Synode eine Liste mit verschiedenen Arbeitsmaterialien zu diesem Thema und überreicht jedem Kirchenrat je ein Exemplar der Handreichung "Auch wir sind eingeladen - Abendmahl feiern mit Kindern" (vom Landesverband für Evangelische Kindergottesdienstarbeit in Bayern) und der Arbeitshilfe "Abendmahl mit Kindern"(von der Ev. Landeskirche in Württemberg).
Eine spezielle Liturgie mit angepasstem Formular hält die Synode nicht für erforderlich. Im deutschsprachigen Raum gibt es auch nichts Entsprechendes, auch nicht in der "Reformierten Liturgie", obwohl in vielen reformierten Gemeinden Kinder zum Abendmahl eingeladen werden. Jede Gemeinde, die das Abendmahl auch für die Kinder öffnet, sollte anhand zur Verfügung stehender Arbeitshilfen die Liturgie kindgerecht zu gestalten versuchen und Erfahrungen damit machen.
Die Synode beschließt dazu:

Der zuständige Ausschuss plant die Erarbeitung einer eigenen Handreichung zum Thema "Abendmahl mit Kindern", das auf Kinder im Grundschulalter zugeschnitten sein soll.
Dazu wird beschlossen:

Liederheft für Kinder

Jugendpastor Dieter Wiggers regt die Erarbeitung eines Liederheftes für Kinder an. Die Synode begrüßt diese Idee. D. Wiggers nimmt dazu gerne Liedervorschläge aus den Gemeinden entgegen.

Das Öffentliche Glaubensbekenntnis

Die Synode hatte die Ausschüsse für Kirche und Theologie und für Kindergottesdienst und Jugendarbeit beauftragt, sich mit der Problematik rundum das Öffentliche Glaubensbekenntnis zu befassen. Anlass dazu war, dass verstärkt Jugendliche ihren Glauben öffentlich bekennen wollen, obwohl sie sich mit ihrem Fernbleiben vom Gemeindeleben in Widerspruch zu dem begeben, was sie versprechen. So konzentriert sich das Gespräch über dieses Thema auf die vierte Frage des Formulars, das die Teilnahme am Gemeindeleben, an den Gottesdiensten und am Abendmahl anspricht.

Frage 4:
"Wollt ihr euch am Leben der Kirche Jesu Christi beteiligen, euch mit der Gemeinde im Gottesdienst versammeln, das Wort Gottes hören und das Mahl des Herrn feiern?"

Die Ausschüsse halten es für die wichtig, die Synodalen mit einzubeziehen. Deshalb werden Gruppengespräche anhand einer vorbereiteten Problemskizze geführt. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Das Öffentliche Glaubensbekenntnis hat einen wichtigen Stellenwert und deshalb sollte es nach Meinung vieler auch erhalten bleiben. Die Verantwortung liegt zwar in erster Linie bei denen, die die Fragen beantworten wollen. Trotzdem bleibt auch die Verantwortung der ganzen Gemeinde für diesen öffentlichen Bekenntnisakt und für die Betreuung aller Jugendlichen. Könnten sie mit der vierten Frage auch überfordert sein oder zur Unwahrhaftigkeit animiert werden?
So gilt es weiter darüber nachzudenken, ob die vierte Frage überarbeitet werden sollte oder ob es auch andere und geeignetere Formen des Bekennens geben kann, die das gewohnte Ritual ersetzen und den "gesellschaftlichen Druck" auf die Jugendlichen mildern, sich zuweilen auch der eigenen Meinung zum Trotz anzupassen.

Volle synodale Gemeinschaft

Der Ökumeneausschuss legt einen schriftlichen Bericht über den Stand der Beratungen über das Angebot der Ev.-reformierten Kirche vor. Eine Reihe von Gemeinden haben Mitglieder des Ökumeneausschusses eingeladen, um das Angebot näher zu erläutern und darüber ins Gespräch zu kommen. Der vorgelegte Bericht wie auch die Erfahrungen mit den Informationsabenden in den Gemeinden führen zu einem engagierten Gedankenaustausch in der Synode. Dabei geht es um Fragen wie: "Geht das nicht alles viel zu schnell?", "Reicht für eine Entscheidung über eine Antwort die einfache Mehrheit?", "Ist bei einer vollen synodalen Gemeinschaft überhaupt ein eigenständiges kirchliches Leben möglich?", "Sind die Gespräche zwischen den beiden Kirchen ergebnisoffen oder gibt es Vorgaben?", "Wird auf gleicher Ebene verhandelt?", "Reagieren wir als Ev.- altreformierte Kirche in dieser Angelegenheit nur oder agieren wir auch?".
Die Meinungen gehen darüber weit auseinander, ob das angebotene Modell der Kirchengemeinschaft förderlich oder eher hinderlich für die Entwicklung unserer Gemeinden sein könnte. Der Ökumeneausschuss sieht seine Aufgabe entsprechend dem Synodebeschluss im vergangenen Jahr gegenwärtig darin, das Angebot der Ev.- reformierten Kirche zu erläutern. Nun bleibt das Amtsträgertreffen am 30. August abzuwarten, zu dem Kirchenpräsident Jann Schmidt und Vizepräsident Dr. Johann Weusmann erwartet werden. Danach wird die Synode darüber befinden, ob offizielle Gespräche mit den zuständigen Vertretern der Ev.- reformierten Kirche über ihr Angebot aufgenommen werden sollen.
Der Vorsitzende, Pastor F. Baarlink rundet die Aussprache mit der Feststellung ab: "Eine Kirchenspaltung können wir uns nicht leisten. Es sollte in einer so wichtigen Frage möglichst Einmütigkeit herrschen, alles andere würde uns als Kirche dezimieren."

Überarbeitete Verfassung

Die Verfassung der Ev.- altreformierten Kirche vom November 2001 mit Veränderungen in 2005 und 2006 bedarf einiger Ergänzungen, da sie an wichtigen Stellen noch Lücken aufweist. Nun liegt der mit Hilfe von Kirchenjurist Dr. J. Weusmann überarbeitete und erweiterte Entwurf vor, sowie auch Synopsen, die den bisherigen sowie den erweiterten und ein wenig geänderten Text zum vergleichenden Lesen nebeneinander stellen.
Dazu beschließt die Synode:

Supervision

Der Beschluss der Synode vom 23. Mai 2007 über Supervisionen (Begleitung und Beratung in diesem Fall von Pastoren und Pastorinnen) wird auf Antrag des Ausschusses für Kirche und Theologie dahingehend revidiert, dass bei den Honorarzahlungen ein Eigenanteil in Höhe von 25% der Kosten veranschlagt wird und beim Synodemoderamen zu beantragen ist.
Beschluss:

Termine:

Amtsträgertreffen

am Sa., 30.08.08, um 11.00 Uhr in Hoogstede

Sondersynode

am Mi., 10.09.08, um 10.00 Uhr in Ihrhove
Angaben und Anträge bitte bis zum 01.08.2008 an den Synodesekretär.

Ordentliche Synode    

am Sa., 22.11.08, um 9.00 Uhr in Nordhorn
Angaben und Anträge bitte bis zum 04.10.08.