Emder Zeitung, 12.05.2001
„Dieser Ort hier – das ist
ja der Clou!“
Die
Generalsynode der Gereformeerde Kerken in Nederland tagt 2003 in Emden
Von EZ-Redakteurin Ina
Wagner, Tel. 04921 89 00 42
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Für zwei Tage wird sich die Johannes a Lasco Bibliothek im Jahre 2003 in den Standort einer „Emder Synode“ verwandeln wie sie hier zuletzt 1571 stattfand. Das denkwürdige historische Ereignis vollzog sich in der damaligen Stadthalle am Falderntor. Hier hatten sich am 4. Oktober 1571 insgesamt 29 Abgeordnete der Gemeinden unter dem Kreuz und der Flüchtlingsgemeinden zehn Tage lang beraten. Das Ergebnis der Synode war eine Kirchenordnung, die auf die ganze reformierte Kirche eingewirkt hat.
Die Generalsynode der Gereformeerde (altreformierte) Kerken in Nederland wird nun auf Fürsprache des Gemeindeältesten Wiebe Bergsma, der zugleich Abgeordneter zur Generalsynode ist, 70 Synodale und einen ganzen Tross von Beratern und Verwaltungsmitarbeitern nach Emden bringen. Ein wesentlicher Tagesordnungspunkt ist dabei die Neuwahl des vierköpfigen Moderamens.
Die Generalsynode, die normalerweise reihum in den niederländischen Provinzen eröffnet wird, wurde nur möglich, weil es die Bibliothek gibt, sagte Hermann Assink, Mitglied im Gemeinsamen Ausschuss der reformierten und altreformierten Kirche. Die deutschen Altreformierten sind Mitglied der Gereformeerde Kerken in Nederland.
„Dieser Ort hier – das ist ja der Clou!“ versicherte er gestern im Rahmen eines Pressegespräches. Doch auf die kleiner Emder Gemeinde mit ihren etwa 130 Gliedern kommt dabei viel Arbeit zu. Denn die Synodalen werden für die Eröffnungssitzung stets privat untergebracht.
Pastor Hindrik Heerspink, Mitglied der sogenannten Faldernkonferenz, einem lockeren Treffpunkt der Innenstadtpastoren, löste das Problem ökumenisch. Nicht nur die Emder Reformierten wollen bei der Unterbringung helfen. Auch die anderen Konfessionen werden Gäste aufnehmen. „Diese private Unterbringung ist ein Prinzip der niederländischen Synoden“, erklärte Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker, Vorsitzender der Synode der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen. Man erhoffe sich davon, dass Gäste und Gastgeber miteinander ins Gespräch kommen.
Ähnliches erwartet man auch auf höherer Ebene. Pastor Dr. Beuker erwartet, dass durch die Eröffnung der niederländischen Generalsynode in Emden die Beziehungen zwischen den Reformierten in Deutschland und den Niederlanden verstärkt werden. Beuker: „In vielen Zeitungen und Reportagen wird über die Eröffnung und die kirchliche Umgebung der eröffnenden Stadt berichtet. Solche Informationen können das Verständnis füreinander fördern und Wege zueinander ebnen.“
Ostfriesen Zeitung vom 12.05.01
Altreformierte
tagen in Emden
epd Emden. Zu einer gemeinsamen Synode werden sich im Jahre 2003 deutsche und niederländische Altreformierte in Emden treffen. Die evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen teilte am Freitag mit, dass die Generalsynode der Gereformeerde Kerken in Nederland eine Einladung ihrer deutschen Mitglieder angenommen hat. Die Generalsynode wird in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek in Emden zusammentreten. An die Tagung wird die Hoffnung geknüpft, dass die Beziehungen zwischen den Reformierten in Deutschland und den Niederlanden verstärkt wird. Das sagte Pastor Dr. Beuker aus Hoogstede in der Grafschaft Bentheim. Er ist Vorsitzender der Synode der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen.
Während es in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim etwa 7.000 Altreformierte gibt, sind es in den Niederlanden etwa 700.000. Außerdem gibt es in den Niederlanden etwa zwei Millionen, die der Nederlandse Hervormde Kerk angehören, sowie 17.000 Lutheraner. Alle drei Kirchen bemühen sich seit einiger Zeit um eine Kirchenvereinigung. Ihre Synoden tagen schon teilweise gemeinsam. In Utrecht gibt es ein gemeinsames kirchliches Dienstzentrum.
Die fünf altreformierten Gemeinden in Ostfriesland – Bunde, Ihrhove, Neermoor, Emden und Campen – sind zwischen 1854 und 1861 entstanden. Die Gemeinde Emden zählt heute 132 Mitglieder. Pastor ist Hindrik Heerspink. Seit 1983 gibt es eine Zusammenarbeit mit der Niederländisch-reformierten Gemeinde Wuppertal-Elberfeld. Seit 1923 ist die altreformierte Kirche in Niedersachsen als selbständige Kirche Teil der Gereformeerde Kerken in Nederland. Bisher wurde die niederländische Generalsynode erst einmal in Deutschland eröffnet, und zwar die Generalsynode von Bentheim im Jahr 1981/82.