Synode der Evangelisch-altreformierten Kirche
in Niedersachsen
Beiheft
zum
Gemeindebuch für den
Gebrauch im Gottesdienst,
im kirchlichen Unterricht
und in der Familie
Mai 1999
Inhaltsangabe
Seite
1. Gottesdienst – Eingangsteil
Eröffnung
und Anrufung (I) 4
Eröffnung und Anrufung (II) 5
2. Taufe
2.1. Kindertaufe (I) 6
2.2. Kindertaufe (II) 11
2.3. Erwachsenentaufe 14
3. Abendmahl
3.1. Abendmahl (I) 15
3.2. Abendmahl (II) 20
4. Öffentliches
Glaubensbekenntnis
4.1. Öffentliches Glaubensbekenntnis (I) 27
4.2. Öffentliches Glaubensbekenntnis (II) 31
4.3. Öffentliches Glaubensbekenntnis (III) 32
5. Trauung
Worte
zur Ehe 36
6. Einführung
6.1. Einführung Diener/Dienerinnen des Wortes 41
6.2. Einführung Älteste, Diakone/Diakoninnen (I) 49
6.3. Einführung Älteste, Diakone/Diakoninnen (II) 57
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Beuker
Zur Einführung
Dieses Beiheft zum Gemeindebuch will
den Gemeinden bekannte Formulare aus dem altreformierten Gottesdienst der
letzten Jahre wieder zugänglich machen wie sie etwa beim Öffentlichen Glaubensbekenntnis,
der Trauung oder der Einführung in kirchliche Ämter gebraucht wurden. Die
Eröffnung des Gottesdienstes sowie die Ordnungen für Taufe und Abendmahl werden
neben den Formularen aus dem Gemeindebuch in einigen Gemeinden schon länger genutzt,
in anderen Gemeinden sind sie völlig neu.
Die Ausschüsse haben versucht, Material
aus den Gemeinden zu sammeln. Hier und da sind neue Elemente eingeflossen. Fast
alle vorliegenden altreformierten Formulare werden in das Reformierte
Kirchenbuch (Reformierte Liturgie) aufgenommen, das Ende des Jahres erscheinen
soll. Sie verdanken dem Ausschuß des Reformierten Bundes viele sprachliche
Verbesserungen.
Gegenüber dem Entwurf, der der
evangelischen-altreformierten Synode 1998 vorgelegen hat, sind in diesem
Beiheft besonders bei den Einführungsformularen viele Kürzungen vorgenommen worden.
Sie werden dadurch wesentlich übersichtlicher, werden in dieser Form auch im
Reformierten Kirchenbuch erscheinen und hätten im bisherigen Umfang den Rahmen
dieses Heftes gesprengt. Die Gemeinden mögen die hier vorliegenden Entwürfe und
Formulare nutzen und erproben, um Bewährtes in ungefähr fünf Jahren in ein
neues evangelisch-altreformiertes Gemeindebuch einzubringen.
Der
Ausschuß für Liturgie und Kirchenmusik Hoogstede und Wilsum
der
Synode der Ev.-altref. Kirche in Niedersachsen Im März und April 1999
Arnd
Klompmaker, Gerrit Kortmann, Gerrit Dams, Irene Sweers, Dieter Wiggers
Bad Bentheim Nordhorn Neuenhaus Westoverledingen Wilsum
Der Ausschuß für Kirchliches Schrifttum, Kirchenordnung und Fomulare
Lothar
Heetderks, Wilhelmina Helweg, Helmut Büchsenschütz, Hermann Klinge, Gerrit Jan
Beuker
Nordhorn Ringe Wuppertal Uelsen Hoogstede
1. Gottesdienst - Eingangsteil
Übersetzung der "Orden van Dienst voor de
Gereformeerde Kerken in Nederland", sogenannter "Katern",
Leusden 1981,02-15
Eröffnung und Anrufung (I)
Psalm oder Lied
Gruß
P Der
Herr sei mit euch.
G Auch
mit dir sei der Herr.
Schuldbekenntnis
P Unsere
Hilfe steht im Namen des Herrn,
G der
Himmel und Erde gemacht hat. (Psalm
124,8)
G Vor
dir, allmächtiger Gott,
und
voreinander bekennen wir,
daß wir
gesündigt haben in Gedanken,
Worten und Werken.
P Der
allmächtige Gott erbarme sich über uns.
Er vergebe unsere
Sünden
und leite uns zum ewigen Leben.
G Amen.
Hier
kann ein Psalm oder Lied gesungen werden.
Eröffnung und Anrufung (II)
Gruß
P Der
Herr sei mit euch.
G Auch
mit dir sei der Herr.
Vorbereitungsgebet:
P Unsere
Hilfe steht im Namen des Herrn,
G der
Himmel und Erde gemacht hat. (Psalm
124,8)
P O
Herr, wende dich uns zu
G und
schenke uns Leben für Leib und Seele.
P Laß
uns, o Herr, deine Liebe sehen
G und
gib uns dein Heil.
P O
Herr! - höre unser Gebet
G und
laß unser Rufen zu dir kommen.
Psalm oder Lied
Bittgebet
P Freies Gebet
Einzelne Abschnitte können jeweils abgeschlossen werden mit den Worten:
So beten wir
gemeinsam:
G Herr,
erbarme dich!
Lobgesang
2.1. Kindertaufe im Gemeindegottesdienst (I)
Aus Reformierte
Liturgie (Entwurf) 1998,207ff
[Lied]
Einleitung
In
diesem Gottesdienst soll(en) das Kind (die Kinder) … auf den Namen des
dreieinigen Gottes getauft werden. Hört
die Worte, mit denen Jesus Christus die Taufe eingesetzt hat:
Einsetzungsworte
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf
Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.
Taufet sie auf den Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt.
28,18-20
Gebet
Lieber
Vater im Himmel,
du gibst uns allen das Leben
und erhältst uns von Tag zu Tag.
In der Taufe rufst du uns bei unserem Namen
und sagst uns zu, daß du für uns da bist.
Wir danken dir,
daß wir diese Kinder heute auf deinen Namen taufen dürfen,
daß du sie zu dir rufst,
daß sie das Zeichen deiner Liebe tragen
und zu deiner Gemeinde gehören.
Du hast sie erkannt und geliebt,
ehe sie das Licht der Welt erblickten.
Du hast
Mütter und Kinder bewahrt bei der Geburt.
Wir danken dir dafür, daß du in der Kraft deines Heiligen Geistes
ihr ganzes Leben hindurch bei ihnen sein willst
mit deiner Liebe, deiner Kraft und deiner Vergebung.
Gib ihnen,
daß sie hineinfinden in den Reichtum des Glaubens
und einmal Ja zu dir sagen, wie du zu ihnen Ja gesagt hast,
damit sie lernen, dir zu vertrauen,
vor dir mit Freuden zu leben
und auf dich zu hoffen im Leben und im Sterben.
Amen.
Taufbesinnung
Falls
keine freie Ansprache gewählt wird,
kann eine der folgenden Vorlagen bei der Gestaltung helfen.
Wir
haben die Worte gehört, mit denen unser Herr Jesus Christus die Taufe
eingesetzt hat.
Was bedeutet uns dieser Auftrag?
Wir
taufen auf den Namen des Vaters:
Gott, der Schöpfer aller Menschen, weiß auch um das Leben dieses Kindes und
bejaht es.
Das gibt uns die Gewißheit, daß Gott ihm zugewandt bleibt.
Wir
taufen auf den Namen des Sohnes:
Jesus Christus ist das Licht der Welt. Er liebt sie; er gibt sie nicht auf.
Darum ist auch die Zukunft dieses Kindes hell.
Wir
taufen auf den Namen des Heiligen Geistes:
Er weckt den Glauben in uns und stellt uns in die Gemeinschaft seiner Kirche.
In ihr soll auch unser Kind leben.
Die
Taufe mit Wasser gibt dem Kind die Zusicherung:
Du bist eingetaucht in Gottes Liebe, in seine Vergebung, in seine Verheißung.
Oder:
Die
Taufe ist das Siegel auf die Zusage der Kindschaft Gottes, die unser Herr Jesus
Christus uns erworben und geschenkt hat. Er spricht: „Wer nicht von neuem aus Wasser und Geist geboren wird, kann nicht ins
Reich Gottes kommen“ (Joh 3,5).
Weil
Gott uns durch seinen Heiligen Geist zu neuen Menschen macht, sind wir nicht verloren.
Wir können unser Heil nicht mit unserem Willen oder mit unserem guten Tun
bewirken. Aber Gott stärkt unseren Glauben durch sein Wort, vergibt uns alle
Sünden und erneuert uns durch seinen Geist.
Darum
hat Jesus Christus befohlen, daß wir auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes getauft werden sollen.
Wir
werden auf den Namen Gottes des Vaters getauft, weil wir durch Jesus Christus
Gottes Kinder sind, der für uns sorgt wie ein guter Vater im Himmel.
Wir
werden auf den Namen Gottes des Sohnes getauft, weil wir im Leben und im
Sterben zu Jesus Christus gehören.
Wir
werden auf den Namen Gottes des Heiligen Geistes getauft, weil er uns durch den
Glauben mit Christus verbindet, uns tröstet und alle Zeit bei uns bleibt.
Säuglinge
und kleine Kinder verstehen noch nicht, was die Taufe bezeugt. Dennoch steht
dieselbe Zusage Gottes über ihrem Leben. Auch sie gehören in den Bund Gottes
und in seine Gemeinde hinein.
Die
Taufe ist das Zeichen der Gnade Gottes. Dieses Zeichen kann nicht mehr
widerrufen werden. Unser ganzes Leben hindurch und auch, wenn wir im Glauben
unsicher werden, soll uns dieses Zeichen wieder gewiß machen, daß wir zu Jesus
Christus gehören. Dafür sei Gott Ehre und Dank jetzt und zu aller Zeit.
[Lied oder Psalm]
Glaubensbekenntnis
Mit der
ganzen Christenheit auf Erden bekennen wir den Glauben an den dreieinigen Gott,
auf dessen Namen diese(s) Kind(er) getauft wird (werden):
G Apostolikum
Tauffragen
Liebe
Eltern, wollt ihr, daß … (diese Kinder)
auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft wird (werden),
und versprecht ihr, nach bestem Vermögen dafür zu sorgen,
daß … (diese Kinder) im christlichen Glauben erzogen wird (werden),
so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort
[einzeln]: Ja, mit Gottes Hilfe
Taufhandlung
…, ich
taufe dich auf den Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
[Zuspruch wird meist als Bibelwort jedem
getauften Kind einzeln gegeben, z.B.:
„Der Gott aller Gnade, der dich berufen hat zu
seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird dich… aufrichten, stärken,
kräftigen, gründen“.
1Petr 5, 10]
[Ansprache an die Gemeinde
(möglichst von
einem Mitglied des Presbyteriums / Kirchenrates gesprochen)
…
ist/sind nun getauft und gehört/gehören damit zur christlichen Kirche. Wir
heißen sie/ihn in unserer Gemeinde willkommen. Wir wollen sie/ihn mit unserem
Gebet begleiten und dazu helfen, daß sie/er mit uns glauben, hoffen und lieben
lerne/n.
Euch
alle bitten wir, nehmt diese(s) Kind(er) an.
Schenkt ihm (ihnen) eure Zuwendung und Liebe.
Bleibt
offen für das Suchen und die Unruhe junger Menschen. Seid bereit, sie zu
verstehen und helft mit, daß sie in unserer Gemeinde einen Ort der Gemeinschaft
finden.]
Dankgebet und Fürbitten
Gott,
du guter Vater,
halte deine Hand über dieses Kind,
verliere es nicht aus den Augen,
und laß es alle Zeit
unter den Menschen
Liebe finden.
Jesus,
du Freund der Menschen,
begleite dieses Kind auf seinen Wegen
in unserer Welt
und in der Ewigkeit.
Heiliger
Geist,
du Kraft Gottes,
erfülle dieses Kind
mit Fröhlichkeit und Zuversicht,
wecke seinen Glauben
und erhalte ihm die Hoffnung
bis an das Ende seiner Tage. Amen.
Der
Gottesdienst wird in der üblichen Ordnung fortgesetzt.
2.2. Kindertaufe im Gemeindegottesdienst (II)
Nach
Gemeindebuch 1977,25ff
… und …
möchten, daß ihre Tochter/ ihr Sohn ... getauft wird.
Hört die
Worte, mit denen Jesus Christus die Taufe eingesetzt hat:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf
Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Volker.
Taufet sie auf den Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt.
28,18-20
Wir
werden auf den Namen Gottes des Vaters getauft, weil wir durch Jesus Christus Gottes Kinder sind, der für uns sorgt wie
ein guter Vater im Himmel.
Wir werden auf den Namen Gottes des Sohnes getauft, weil wir im Leben und im
Sterben zu Jesus Christus gehören.
Wir werden auf den Namen Gottes des Heiligen Geistes getauft, weil er uns durch
den Glauben mit Christus verbindet, uns tröstet und alle Zeit bei uns bleibt.
Die
kleinen Kinder verstehen noch nicht, was die Taufe bezeugt, doch die Zusage der
Kindschaft Gottes steht schon über ihrem Leben. Auch sie gehören in den Bund
Gottes und in seine Gemeinde hinein.
Die
Taufe ist das Zeichen der Gnade Gottes. Dieses Zeichen kann nicht mehr widerrufen
werden. Unser ganzes Leben hindurch und auch, wenn wir im Glauben unsicher
werden, soll uns dieses Zeichen wieder gewiß machen, daß wir zu Jesus Christus
gehören. Dafür sei Gott Ehre und Dank, jetzt und zu aller Zeit.
Gebet
Dir sind
wir Dank schuldig, Herr unser Gott,
denn du hast dich mit uns auf Leben und Tod verbunden.
Du hast die Erde aus den Wassern der Urflut ins Leben gerufen.
Du hast mit deiner Schöpfung
durch das Wasser der Sintflut einen neuen Anfang gemacht.
Du hast dein Volk Israel aus der Knechtschaft befreit
und durch das Wasser des Roten Meeres in das Land der Verheißung geleitet.
Du hast
uns deinen Sohn bekannt gemacht, als er im Wasser des Jordans getauft wurde.
Du hast ihn als Erstgeborenen deiner kommenden Welt aus dem Tode auferweckt.
Du bringst durch ihn eine Gemeinde zusammen,
die mit ihm getauft, gestorben und auferstanden ist.
Sie wird durch deinen Geist zum Leben erweckt und ist unterwegs in seine
Zukunft.
Wir
bitten dich für …, der (die) die Taufe empfangen hat (haben):
Nenne ihn (sie) dein(e) Kind(er),
rette ihn (sie) durch Jesus deinen Sohn;
leite und bewahre ihn (sie) durch deinen Geist.
Gib ihm
(ihr / ihnen) Menschen,
die ihm (ihr / ihnen) in Treue zu dir und deiner Gemeinde vorangehen.
Laß ihn
(sie) im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe wachsen,
so daß er (sie) sich als Partner deines Bundes
und lebendige(s) Glied(er) an dem Leibe Jesu Christi, unseres Herrn, erweist
(erweisen).
Dir, dem Herrn, sei Ehre und Lob in Ewigkeit!
Amen.
Glaubensbekenntnis
Da
dieses Kind auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft wird,
wollen wir nun gemeinsam stehend unseren christlichen Glauben bekennen:
G Apostolikum
(EG S. 1579)
Gemeinde oder/und Kinder: Lied (z.B. EG
596, EG 595)
Tauffragen: (Ich bitte euch,
aufzustehen.)
Weil
Gott unser und unserer Kinder Bundesgenosse sein will, dürfen die Kinder
getauft werden.
Da sie nicht in eigener Sache antworten können, frage ich euch als Eltern:
Wollt
ihr, daß … auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes getauft wird?
Versprecht
ihr, eurem Kind
in Wort und Tat auf den Wegen voranzugehen,
die der Herr uns in seinem Wort gezeigt hat,
und es in diesem Wort unterweisen zu lassen?
Was ist
darauf eure Antwort?
Eltern
[einzeln]: Ja.
Taufhandlung
…, ich
taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Lied/
Psalm zur Taufe (z.B. EG 200, 1)
Gebet
Herr
Gott, schenke …, der/die getauft wurde auf deinen Namen, die Gaben
des Heiligen Geistes, damit er/sie dir diene als Mensch,
der tot war, aber jetzt lebt, denn dein ist die Herrlichkeit:
Vater, Sohn und Heiliger Geist jetzt und in Ewigkeit. Amen
Weitere
Gebete siehe Reformierte Liturgie (Entwurf) 1998,225ff.
2.3 Erwachsenentaufe
Siehe
Reformierte Liturgie (Entwurf) 1998, 219ff
3.1. Abendmahl (I)
Nach
Reformierte Liturgie (Entwurf) 1998,233ff
Wort zum Abendmahl
Im Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Jesus
Christus spricht: Ich bin das Brot des
Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch
widerfahren.
Joh.
6,35; 15,5.7
Oder
Jesus
spricht: Kommt her zu mir, alle,
die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Mt. 11.28
Einsetzungsworte
Liebe
Gemeinde, wir sind versammelt,
um in der Gemeinschaft des Glaubens,
der Liebe und der Hoffnung
das Abendmahl unseres Herrn Jesus Christus zu feiern.
Denn
der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte, brach's und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird,
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl
und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er
kommt. Amen.
1. Kor
11,23-26
[Abendmahlsbesinnung
Jesus
Christus, unser Heiland, lädt uns an seinen Tisch. Er schenkt uns Kraft und
Zuversicht durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen. In Brot und Wein, den
Zeichen seiner Gegenwart, verbindet er uns mit sich selber und schließt uns zusammen
zu seiner Gemeinde.
Er ist
Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden und mit gleichem Ernst auch
Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben. Durch ihn widerfährt uns
frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem
Dienst an seinen Geschöpfen.
Laßt uns
darum unsere Gewissen prüfen, um zu erkennen, wo wir so gehandelt haben, als ob wir nicht Jesus
Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären; wo wir den Herrn, unsern Gott,
nicht geliebt haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt,
und auch unseren Nächsten nicht wie uns selbst.
Jesus
Christus, unser Heiland, lädt uns an seinen Tisch. Er ist unser Friede und
spricht unserem Glauben Gottes Vergebung zu. Er läßt uns in der Gemeinschaft
seines Geistes in seiner Kirche als Brüder und Schwestern leben, Frieden mit
allen Menschen suchen und der Versöhnung der Gruppen, Parteien und Völker dienen.
Er sendet uns, mit ihm die Verachteten zu ehren, die Verirrten zu suchen, die
Hungernden zu speisen, den Leidenden zu helfen, nicht zu richten, sondern zu
schlichten, nicht zu vergelten, sondern zu vergeben, und in allen Gedanken, Worten
und Taten in seiner Nachfolge zu bestehen.
Wir
essen und trinken miteinander, wie Jesus Christus es angeordnet hat, und hoffen
auf das Kommen der neuen Welt Gottes, in der kein Leid, kein Schmerz, keine
Schuld und kein Tod mehr sein werden. Wir hoffen auf das ewige Freudenmahl in
seinem Reich und eine Gemeinschaft in der Herrlichkeit, die kein Ende haben
wird. Als die Hoffenden warten wir in Geduld auf das Ziel alles Lebens.
Zugleich eilen wir der Vollendung entgegen und haben schon jetzt an dem die
Welt verwandelnden Wirken Gottes teil, das mit der Auferstehung Jesu Christi
von den Toten begonnen hat. ]
[Lied]
Abendmahlsgebet
Du lädst
uns, Herr, zu deinem Mahl,
zum Brot des Lebens und zum Trank der Freude.
Wir
danken dir, Gott, Schöpfer aller Welt,
der Menschen, Tiere, Pflanzen deiner Erde,
der Leben gab und der es noch erhält,
ins Licht gerufen durch das Wort: Es werde!
Wir
loben dich, Herr Christus, Gottes Sohn,
für uns gestorben und vom Tod erstanden.
Du stellst uns einst mit dir vor Gottes Thron,
Verlorene, die Rettung fanden.
Wir
preisen dich, Vollender, Heiliger Geist,
vom Vater durch den Sohn für uns gegeben.
Du Gottesatem, der uns mit sich reißt,
komm nun, erwecke uns zum Leben. Amen.
[Gebet des Herrn
Mancherorts wird das Gebet des
Herrn in der Schlußliturgie gesprochen und entfällt an dieser Stelle.]
Einladung und Austeilung
Kommt,
denn es ist alles bereit!
Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist.
Bei
größeren Abendmahlsfeiern kann die Gemeinde während der Austeilung Psalmen oder
Abendmahlslieder singen.
Geeignete Schriftabschnitte können gelesen oder Choräle gespielt werden.
Während des
Brotbrechens:
Das
Brot, das wir brechen,
ist die Gemeinschaft des Leibes Christi. 1. Kor. 10,16
Bei der
Austeilung:
Nehmt,
eßt, spricht unser Herr Jesus Christus,
das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird;
das tut zu meinem Gedächtnis. 1. Kor. 11,23
Während der
Kelch genommen wird:
Der
Kelch der Danksagung, über dem wir danksagen,
ist die Gemeinschaft des Blutes Christi. 1. Kor. 10,16
Während der
Kelch gereicht wird:
Nehmt
hin und trinkt alle daraus,
spricht unser Herr Jesus Christus.
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem
Blut;
der für
euch und für viele vergossen wird
zur
Vergebung der Sünden
das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu
meinem Gedächtnis
1.
Kor. 11,25
Nach einer
Austeilung in Gruppen wird jede Gruppe entlassen mit einem Bibelwort und / oder
mit:
Geht hin
in Frieden.
Danksagung
Danket dem Herrn, denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich. Psalm 106,1
Laßt uns
beten:
Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist,
seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.
Barmherzig und gnädig ist der HERR,
geduldig und von großer Güte.
Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
läßt er unsere Übertretungen von uns sein.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
Darum soll mein Mund und Herz des HERRN Lob
verkündigen
und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.
Psalm 103, 1-4.8.10-13; 145,21
Psalm oder Lied
Der
Gottesdienst schließt nach der üblichen Ordnung. Mancherorts wird das Gebet des
Herrn vor der Einladung gesprochen;
in diesem Fall entfällt es in der Schlußliturgie.
3.2 Abendmahl
(II)
Nach
Reformierte Liturgie (Entwurf) 1998,240ff
Eingangsteil
Lobgebet L = Liturg/Liturgin
L Der
Herr sei mit euch
G und mit deinem Geist
L Erhebet
eure Herzen.
G Wir erheben sie zum Herrn.
L Laßt
uns danken dem Herrn, unserem Gott.
G Das ist würdig und recht.
oder
L Der
Herr sei mit euch.
Erhebt eure Herzen zu Gott.
Laßt uns Gott, dem Herrn,
danken
denn ihm gebührt unser Dank.
L Wahrhaft
würdig ist es und recht,
daß wir dich, Herr,
heiliger Vater, allmächtiger Gott,
zu allen Zeiten und an
allen Orten loben
und dir danken durch
unseren Herrn Jesus Christus.
Es folgt
ein Teil, der nach dem Kirchenjahr wechselt:
Ihn hast du der Welt zum Heil
gesandt,
damit wir durch seinen Tod
Vergebung der Sünde
und durch seine Auferstehung
das Leben haben.
Schlußteil:
Darum loben die Engel deine
Herrlichkeit,
beten dich an die Mächte und fürchten dich alle Gewalten.
Dich preisen die Kräfte des Himmels
mit einhelligem Jubel.
Mit ihnen vereinen auch wir unsere Stimmen
und bekennen ohne Ende:
Sanctus
(Heilig)
G Heilig, heilig, heilig ist der Herr
Zebaoth;
alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe.
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Hosianna in der Höhe.
Das
„Heilig“ wird in der Regel gesungen.
Siehe EG 185, 1-5.
[Abendmahlsgebet
Die
Einsetzungsworte können mit einem Abendmahlsgebet (Eucharistiegebet) entweder eingeleitet (1a), umrahmt (1a+1b) oder
abgeschlossen (1b, 2, 3) werden.
L (1a) Wir
preisen dich, Herr, und singen dir unser Lob.
Du
hast nicht der Sünde und dem Tod überlassen,
was
du, Gott, erschaffen hast.
Durch
Jesus Christus, dein Wort,
rufst
du uns alle zum Leben.
Er
hat unsere Schuld auf sich genommen
und Frieden
gemacht zwischen dir und den Menschen. ]
Einsetzungsworte
L Der Herr Jesus,
in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte, brach's und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird,
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach:
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut, sooft ihr daraus trinkt zu meinem Gedächtnis.
Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er
kommt.
Amen. 1. Kor
11,23-26
G Deinen Tod verkündigen wir
und deine Auferstehung preisen wir,
bis du kommst in Herrlichkeit.
[
Abendmahlsgebet
L (1b) Darum danken wir dir, Vater im Himmel,
für das Leben und Leiden deines Sohnes,
für sein Opfer am Kreuz.
Wir preisen seine Auferstehung,
den Sieg über Unheil und Tod.
Gib uns, Herr, den heiligen
Geist
und erneuere durch ihn unser Leben.
Segne diese Gaben, das Brot des Lebens
und den Kelch des Heils.
Vereine alle, die teilhaben an Christi Leib und Blut,
in der Einheit des Glaubens,
in der Gemeinschaft der Liebe
und in der Hoffnung auf deine Herrlichkeit.
Gemeinsam
beten wir:
G Unser Vater im Himmel …
Oder
L (2) Allmächtiger Gott, sende herab auf uns
den heiligen Geist und belebe deine Kirche
mit dem Hauch deines Mundes.
Segne und heilige diese Gaben
zum Brot des Lebens und zum Kelch des Heils.
Segne und heilige auch uns zu deinem Dienst.
Und wie du deinen Christus auferweckt hast
vom Tode und den irdischen Leib verwandelt hast
in himmlisches Wesen, so wandle uns, Herr,
und schaffe diese Welt neu nach deiner Verheißung.
Und wie dieses Brot zerstreut war
auf den Feldern und zusammengebracht eins wurde,
so bringe zusammen dein Volk
aus aller Welt in deinem Reich.
Gemeinsam
beten wir:
G Unser Vater im Himmel…
Oder
L (3) Schöpfer des Lebens, wir loben dich.
Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und
der menschlichen Arbeit. Laß dieses Brot für uns zum
Brot des Lebens werden.
Schöpfer des Lebens, wir loben dich.
Du schenkst uns die Frucht des Weinstocks,
das Zeichen des Festes. Laß diesen Kelch
für uns zum Kelch des Heils werden.
Wie aus den Körnern das Brot und aus den Trauben der Wein
geworden ist, so mache aus uns eine Gemeinde,
ein Zeichen des Friedens für diese Welt.
Gemeinsam beten wir:
G Unser Vater im Himmel … ]
Oder es
folgt unmittelbar auf die Einsetzungsworte die Aufforderung:
L Wir
heißen Kinder Gottes und sind es.
Darum beten wir voll Vertrauen:
G Unser Vater im Himmel …
Friedensgruß
L. Der Friede des Herrn sei mit euch allen.
G. Friede
sei mit dir.
L. Gebt
einander ein Zeichen des Friedens
und
der Versöhnung.
Oder
Jesus spricht: Friede
sei mit euch!
Wie mich mein Vater gesandt hat,
so sende ich euch.
(Joh.
20,21)
Der Friede des Auferstandenen
sei mit euch allen.
Keiner sei gegen die anderen,
keiner in sich selbst verschlossen;
vergebt, wie euch vergeben ist;
nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat.
Gebt einander ein Zeichen des Friedens.
Die
Gemeindeglieder reichen einander die Hand oder geben sich ein anderes Zeichen
des Friedens.
Lamm
Gottes (Agnus Dei)
G (singt
EG 190,2)
Christe,
du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der
Welt,
erbarm dich unser.
Christe,
du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der
Welt,
erbarm dich unser.
Christe,
du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der
Welt,
gib uns deinen Frieden.
Amen.
Einladung
Für
Einladung, Austeilung und Danksagung siehe auch
unter 3.1. Abendmahl (I)
L Kommt (Seht), es ist alles bereit.
[G Herr, ich bin nicht
wert, daß du unter mein Dach gehst,
sondern sprich nur ein Wort,
so wird meine Seele gesund.
nach Mt. 8,8]
L Schmeckt und seht,
wie freundlich der Herr ist Ps. 34,9
Austeilung
L Christi Leib, für dich gegeben.
Christi Blut, für dich
vergossen.
Oder ein anderes Spendewort (s. oben). Bei Gruppenkommunion
entläßt der / die Liturg/in jede
Tischgruppe mit einem Friedenswunsch, der mit einem Sendungswort verbunden sein
kann:
Geht hin im Frieden.
Danksagung
L Danket dem Herrn,
denn er ist freundlich,
und seine Güte währet
ewiglich. Ps. 106,1
Wir danken dir, Herr, für dein Wort
und die Zeichen deiner Nähe.
Wir danken dir für unsere Gemeinschaft.
Halte uns verbunden, wenn wir nun auseinandergehen.
Bleibe bei uns im Lärm und in der Hetze des Alltags.
Richte uns auf, wenn wir müde werden.
Auf dich vertrauen wir, heute und alle Tage bis in Ewigkeit. Amen.
Oder ein Dankpsalm
Lied
4.1. Öffentliches Glaubensbekenntnis (I)
Aus:
Weitere (übersetzte) Gottesdienstordnungen und Formulare, 1994,22-24.
Auch in Reformierte Liturgie (Entwurf) 1998,292ff
P =
Pastor/Pastorin, Ä = Älteste(r)
Einleitung
P Jesus Christus spricht:
Wer mich bekennt vor den Menschen,
den will ich auch bekennen vor meinem
himmlischen Vater. Mt
10,32
Heute wollen
sich einige Gemeindeglieder zum Bund Gottes bekennen und den Namen des
dreieinigen Gottes, auf den sie getauft sind, öffentlich in der versammelten
Gemeinde bezeugen. Wir freuen uns über ihren Entschluß und geben ihnen gern die
Gelegenheit, mit ihrem Jawort in das Bekenntnis des Glaubens einzustimmen. (Sie
erlangen damit auch den Zugang zum heiligen Abendmahl.)
Bekennen wir
zuvor gemeinsam unseren christlichen Glauben mit den Worten des Apostolischen
Glaubensbekenntnisses:
G Gemeinsames
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Lied
P Wir legen euch nun
einige Fragen zum Glauben vor,
mit denen ihr euch im Unterricht befaßt habt.
Fragen zum Glauben
Ä 1. Unser Glaube ist in
der Bibel verwurzelt. Das Evangelium des Alten und Neuen Testaments gibt ihm
Inhalt und Ziel.
Das Bekennen der Kirche erwächst aus der Heiligen Schrift. Die
Bekenntnisschriften helfen uns, die Mitte und den entscheidenden Inhalt der
Schrift zu erkennen.
Die Heilige Schrift selbst ist jedoch Grund und Maßstab aller Verkündigung und
Lehre.
P So fragen wir euch:
Erkennt ihr das Evangelium des Alten und Neuen Testaments
als den von Gott gegebenen Grund und Maßstab eures Glaubens und Lebens?
Ä 2. Unser Bekenntnis zu
Gott ist immer Antwort. Bevor wir uns zu ihm bekennen, hat er sich schon zu uns
bekannt.
Die Taufe ist Zeichen und Siegel des Evangeliums, daß Gott uns mit täglicher
Fürsorge, in der Erlösung durch Jesus Christus und im Wirken seines Heiligen
Geistes begegnet.
Wir gehören allein Jesus Christus und nicht uns selbst, auch nicht anderen
Menschen oder Mächten.
P So fragen wir euch:
Ist die Taufe für euch ein Zeichen und Siegel des Bundes, den Gott in Christus
mit uns geschlossen hat?
Ä 3. Gott gibt uns und
unserem Leben Sinn, Halt und Ziel. Jesus Christus ist unser Friede und unser
Heil. Er hat die Weisung an Israel, Gott von ganzem Herzen zu lieben und den
Nächsten wie sich selbst, auch uns gegeben. Darum sollen wir in der Nachfolge
Jesu Christi nach Gottes Willen leben und allem entgegentreten, was ihm
widerspricht.
P So fragen wir euch:
Wollt ihr im Vertrauen auf Gottes Treue Jesus Christus
im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe nachfolgen?
Ä 4. Jesus Christus ist das
Haupt der Gemeinde. Durch seinen Heiligen Geist fügt er sie zur Einheit seines
Leibes zusammen. Wir leben in der Gemeinde in Verbundenheit miteinander,
in Achtung voreinander und im Achthaben aufeinander. Jesus Christus macht uns
frei von den gottlosen Bindungen dieser Welt zu einem dankbaren Dienst an der
ganzen Schöpfung.
P So fragen wir euch:
Wollt ihr euch am Leben der Kirche Jesu Christi beteiligen, euch mit der
Gemeinde im Gottesdienst versammeln, das Wort Gottes hören und das Mahl des
Herrn feiern?
Wie lautet eure Antwort?
Der
Pastor/Die Pastorin nennt einzeln die Namen der Glieder, die ihren Glauben bekennen.
Er/Sie kann ihnen jeweils nach ihrem Jawort ein Bibelwort zusprechen.
Dies kann mit oder ohne Handauflegung geschehen.
P Im Namen des Herrn Jesus
erklären wir voller Freude, daß ihr zum heiligen Abendmahl eingeladen seid. Wir
dürfen einstimmen in die Zuversicht des Apostels Paulus, der sagt: "Der in
euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden bis auf den Tag
Jesu Christi." Amen (Phil. 1,6b)
Gebete
P Lieber Vater im Himmel,
wir bitten dich:
Nimm dieses Ja an. Gib zum Wollen das Vollbringen.
Stärke uns in unsrer Schwachheit mit deiner Kraft.
Hilf, daß wir dir recht dienen und in deiner Liebe
unseren Nächsten begegnen.
Erhalte uns bei unserem Heiland Jesus Christus. Amen.
(Reformiertes Kirchenbuch S. 181)
oder
P Herr, unser Gott,
durch deine Gnade sind diese Menschen
mit Wasser und Geist getauft
und aus der Macht der Sünde befreit.
Wir bitten dich, gib deinen Geist, den Tröster,
den Geist der Weisheit und des Verstandes,
den Geist der Einsicht und Kraft, den Geist
der Erkenntnis, der Ehrfurcht und der Liebe zu dir.
G Amen.
(Orden van Dienst voor de Gereformeerde Kerken in Nederland, 1981,26f.)
oder
P Herr, unser Gott,
schenke denen,
die deinen Namen bekannt haben,
die Gaben deines Heiligen Geistes,
damit sie viel Frucht tragen.
Dir sei die Herrlichkeit,
Vater, Sohn und Heiliger Geist,
jetzt und in Ewigkeit.
G Amen
(Orden van Dienst voor de Gereformeerde Kerken in
Nederland, 1981,27.)
Segenslied (z.B. EG 170)
4.2
Öffentliches Glaubensbekenntnis (II)
Aus Orden van
Dienst voor de Gereformeerde Kerken in Nederland, Leusden 1981,25-27
(Weitere übersetzte Ordnungen, S. 20f)
Wir wollen mit Mund und Herz
unseren Glauben bekennen,
damit diejenigen, die jetzt ihr Glaubensbekenntnis
ablegen,
sich durch den Glauben der Gemeinde getragen wissen.
Gemeinsam
gesprochenes Apostolikum
Vorstellung:
Der
Pastor nennt ihre Namen.
Bekenntnis
Ihr habt die Gemeinde um die
Möglichkeit gebeten,
in ihrer Mitte vor dem Angesicht Gottes
euren Glauben zu bekennen.
Deshalb fragen wir euch:
Glaubt ihr an Gott, den Vater,
unseren Schöpfer und Erlöser?
Wollt ihr Jesus Christus, seinem Sohn, unserem
gekreuzigten und auferstandenen Herrn, nachfolgen?
Versprecht ihr, mit der Gemeinde,
die um die Heilige Schrift und den Abendmahlstisch
vereint ist
und in deren Mitte ihr getauft worden seid,
dem Herrn treu zu dienen beim Aufbau
seiner Kirche und im Kommen seines Reiches?
Wie lautet deine Antwort?
(Jede(r)
wird mit Namen genannt.)
Gebet
Lied der Gemeinde
Persönlicher Bibelspruch für jede(n)
4.3.
Öffentliches Glaubensbekenntnis (III)
P = Pastor, Ä = Ältester, E = Elternvertreter,
J = Jugendlicher,
GG = Glaubensbekenntnisgruppe
P Eingangswort
G Lobpreis Gottes
in Psalm oder Lied
Begrüßung
Ä Im Namen des Kirchenrates grüße ich
Sie alle, die Sie heute morgen in unseren Gottesdienst gekommen sind, um Zeugen
des Bekenntnisses einiger junger Glieder unserer Gemeinde zu sein. Wir freuen
uns und sind dankbar dafür, daß …… ihren Glauben vor Gott und seiner Gemeinde
bekennen wollen und sie dadurch zur Feier des heiligen Abendmahls zugelassen
werden. Ich darf die jungen Gemeindeglieder, ihre Eltern, Verwandten und
auswärtigen Gäste besonders grüßen und willkommen heißen.
Wir wollen jetzt nichts anderes, als einen Gottesdienst miteinander feiern in
der Freude über Gott, in der Erwartung seines Handelns an uns allen und im
ehrlichen Bekenntnis zu ihm. Darum laßt uns beten:
Gebet
P Vater im Himmel, du hast uns gnädig
geführt und läßt uns diesen Tag erleben. Du weißt, was uns heute bewegt.
E Wir denken an die Erfahrungen, die
wir mit unseren Kindern gemacht haben. Wir danken dir für deine Geduld und
Güte.
J Wir denken an unsere Eltern und an
alle, die bisher unseren Weg begleitet haben und danken dir für alle, die uns
auf dem Weg zum Glauben geholfen haben.
Ä Herr Jesus Christus! Wir freuen uns,
daß du deine Gemeinde auf Erden sammelst, und danken dir für deine Treue. In
deiner Gemeinde läßt du uns Heimatrecht finden, Geschwisterschaft erfahren und
Aufgaben erkennen. Wir bitten dich: Lenke unsere Schritte auf dich selbst. Laß
uns in deiner Nachfolge tapfere Schritte tun.
P Herr Gott, Heiliger Geist, kehre
bei uns ein und bestimme unser Singen und Beten, unser Hören und Reden und laß
unser Bekenntnis, wie es uns heute möglich ist, vor dir gelten. Amen.
G Psalm oder Lied
J Predigttext
P Predigt
G Psalm oder Lied
Ansprache
P Liebe (Katechesanten), ihr seid auf
den Namen des dreieinigen Gottes getauft worden und in unserer Gemeinde
unterwiesen worden. Ihr habt in Predigt und Unterricht die Botschaft vom
gekreuzigten und auferstandenen Heiland Jesus Christus vernommen. Der Herr
macht euch durch seinen Geist und sein Wort fest im Glauben und gewährt uns die
Gnade, in der Gemeinschaft der Glaubenden zu leben. Unser Bekenntnis bestätigt,
daß wir mit diesem Herrn in seiner Gemeinde leben wollen. Darum sagt mit uns
allen, was die christliche Gemeinde glaubt.
G Gemeinsames
Apostolikum
Frage an die
Glaubensbekenntnisgruppe:
P Ich frage euch: Wollt ihr Glied der
Gemeinde sein,
die diesen Glauben bekennt?
So antwortet mit : Ja, mit Gottes Hilfe.
GG Antwort (einzeln oder gemeinsam)
Ja, mit Gottes Hilfe.
Bekenntnis der Glaubensbekenntnisgruppe
P So bekennt mit dem Heidelberger
Katechismus, was unser einziger Trost im Leben und im Sterben ist.
GG Daß ich mit Leib und Seele ...
Bestätigung durch einen Ältesten
Ä Im Namen des Kirchenrates erkläre
ich, daß ihr nun Anteil habt an allen Diensten in der Gemeinde, deren Herr
Jesus Christus ist.
Gott gebe, daß ihr euch zu seinem Wort haltet und an der Feier des heiligen
Abendmahls, zu der ihr jetzt zugelassen seid, immer wieder teilnehmt.
Er stärke euch durch seinen Heiligen Geist und mache euch bereit, seinen Namen
mit Wort und Tat zu bekennen, ihm je länger je mehr dankbar zu gehorchen und
euren Nächsten in Liebe zu dienen.
Helft mit, in eurer Umgebung etwas mehr vom Willen Gottes sichtbar zu machen.
Wartet nicht auf andere, sondern fangt an, als junge Christen „etwas Tapferes
zu tun“!
P Der
Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in
Christus Jesus, der wird euch … aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm
sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1. Petrus 5, 10f
G Psalm 134, 3
Ä Presbyter sprechen jedem
Konfirmanden einen biblischen
Denkspruch zu
G Psalm oder Lied
P Einsetzungsworte zum Abendmahl
oder ein ganzes Formular
Kommunion
GS Zwolle 1977/79 Art. 140; Kerkinformatie Nr. 81,
April 1978, 25f
Auch in Reformierte Liturgie (Entwurf) 1998, 311ff
Worte
zur Ehe
Wir sind hier als Gemeinde
versammelt, um die Ehe von … und …
vor dem Angesicht Gottes zu bestätigen und mit ihnen
und für sie seinen Segen zu erbitten.
Die Ehe ist nach Gottes Willen
eine Gemeinschaft
für das ganze Leben, in der zwei Menschen
einander erfreuen und dienen
und in Glück oder Unglück
Liebe und Treue schenken und empfangen.
Wenn ein Mann und eine Frau im
Namen des Herrn
ihren Bund der Ehe schließen, bezeugen sie:
Wir wollen einander in allen Dingen treu zur Seite stehen
und in Liebe ganz gehören.
Sie suchen gemeinsam nach dem Willen Gottes für ihr Leben.
Gemeinsam erfüllen sie ihre
Aufgabe
und sorgen für ihre Familie.
Gemeinsam gehen sie Kindern, die ihnen anvertraut werden,
voran in einem Leben mit Gott und seiner Gemeinde.
Gemeinsam nehmen sie als Mann und Frau
ihren Auftrag in der Gesellschaft wahr
als Menschen, die in die Zukunft Gottes unterwegs sind.
Ihre Verbundenheit miteinander
ist ein Gleichnis des Bundes zwischen Christus und seiner Gemeinde.
Darum, … und …, liebt einander,
wie Christus seine Gemeinde geliebt hat.
So sollt auch ihr einander in Liebe dienen,
in Weisheit führen und helfen,
in Geduld annehmen und Vergebung gewähren.
Teilt alles miteinander,
ohne dem anderen die Freiheit zu nehmen.
Steht einander in allen Lebensumständen zur Seite,
ohne den andern zu beherrschen oder ihm willenlos zu folgen.
Bildet eine feste Gemeinschaft,
seid euch aber dessen bewußt, daß eure Familie
Teil einer größeren Gemeinschaft ist. Seid bereit,
Verantwortung außerhalb der eigenen Familie zu übernehmen.
Ihr sollt eure Aufgaben
erfüllen und einander helfen,
aber auch dafür sorgen,
daß Ruhe und Freude genügend Raum erhalten
und das Leben als Geschenk erfahren wird.
So bleibt in der Liebe des
Herrn,
der sich selbst mit uns verbunden hat
und uns zum großen Hochzeitsfest ruft (Offb. 19,7).
Der Pastor bittet das Brautpaar
aufzustehen, einander die rechte Hand zu geben
und das Eheversprechen zu geben bzw. die Traufrage(n) zu beantworten.
Das
Eheversprechen
Der
Bräutigam
Ich, … nehme dich, … zu meiner Frau.
Ich bekenne hier vor Gott und seiner Gemeinde,
daß wir von Gott zu dieser Ehe berufen sind,
und ich verspreche, dich zu lieben, zu beschützen und zu
trösten.
Ich verspreche, dich nicht zu verlassen,
weder in guten noch in schlechten Tagen,
weder in Reichtum noch in Armut,
weder in Gesundheit noch in Krankheit.
Ich werde dir die Treue halten, bis der Tod uns scheidet.
Die Braut
Ich, … nehme dich, … zu meinem Mann.
Ich bekenne hier vor Gott und seiner Gemeinde,
daß wir von Gott zu dieser Ehe berufen sind,
und ich verspreche, dich zu lieben, zu beschützen und zu
trösten.
Ich verspreche, dich nicht zu verlassen,
weder in guten noch in schlechten Tagen,
weder in Reichtum noch in Armut,
weder in Gesundheit noch in Krankheit.
Ich werde dir die Treue halten, bis der Tod uns scheidet.
Falls
eine Übergabe der Ringe erfolgt, wird gesagt:
Mit diesem Ring gelobe ich dir meine Liebe und Treue
Anstelle
des Eheversprechens können folgende Traufragen gestellt werden:
Traufragen
… und … bekennt ihr, daß ihr in
eurer Ehe
durch Gott berufen seid zu gegenseitiger Liebe und Treue
in guten und schlechten Tagen, in Reichtum und Armut,
in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod euch scheidet?
Wollt ihr nun gemeinsam in Gottes Namen
Verantwortung füreinander übernehmen,
für alle, die euch anvertraut werden,
und für euren Dienst als Familie in der Gesellschaft?
Brautpaar (einzeln): Ja!
Oder:
Ja, mit Gottes Hilfe.
Ergänzte
Seite (GJB) Traufragen Gemeindebuch S. 45
N.N. erklärst du vor Gott und seiner Gemeinde, daß du zu
deiner Frau / deinem Mann genommen hast und nimmst N.N., und versprichst du,
daß du sie / ihn nicht verlassen wirst, weder in guten noch in schlechten
Tagen, weder in Reichtum noch in Armut, weder in Gesundheit noch in Krankheit,
bis der Tod euch trennen wird? – Versprichst du auch, daß du sie / ihn lieben
und beschützen wirst, wie es sich für eine(n) gottesfürchtige(n) Mann / Frau geziemt?
Daß du ihm / ihr die Treue halten wirst in allen Dingen, wie es uns im
Evangelium geboten wird?
Das
Brautpaar kniet nieder.
Gebet
Herr, unser Gott, Gott des Bundes,
wir bitten dich für diese beiden Menschen,
Mann und Frau, die in deinem Namen verbunden sind:
Hilf ihnen, einander beizustehen.
Bewahre und erneuere durch deine Nähe ihre Liebe und
Treue
in guten wie in schlechten Tagen
durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen
Segen:
Der Gott Abrahams [und Saras,]
Isaaks und [Rebekkas,]
Jakobs [und Rahels],
der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
segne und behüte euch,
damit ihr in Frieden und Freude
euer Leben lang
zum Segen vieler verbunden bleibt. Amen.
Gebet
Herr des Himmels und der ewigen Liebe,
wir danken dir,
daß diese beiden Menschen in einander
soviel Liebe und Treue gefunden haben,
daß sie ihr Leben verbinden
und ihr Leben lang zusammensein wollen.
Weil wir Menschen ohne deine Hilfe nichts vermögen,
bitten wir dich, verleihe ihnen deinen Heiligen Geist.
Hilf ihnen, sich in kindlichem Vertrauen
unter deinen liebevollen Schutz zu stellen,
und in ihrem Ehebund auf deine unvergängliche Gnade zu
bauen,
durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen
Segen
Der Vater der Barmherzigkeit,
der euch durch seine Gnade
zu diesem heiligen Stand der Ehe berufen hat,
verbinde euch mit rechter Liebe und Treue
und gebe euch seinen Segen. Amen
Psalm
oder Lied (Wunsch der Gemeinde, z.B. Psalm 121,4)
Weitere
(übersetzte) Gottesdienstordnungen und Formulare, 1994, 28 - 38.
6.1. Einführung
Diener/Dienerinnen des Wortes
(Proeven 40ff und 55ff)
Siehe auch Reformierte Liturgie (Entwurf) 1998, 363ff
Im Anschluß an das Lied nach der Predigt
Ansprache
Gemeinde des Herrn Jesus Christus!
Wir sind nicht die ersten,
die glaubend den Weg der Verheißung
gehen wollen. Viele Zeugen sind uns vorausgegangen.
Unter Hoffen und Bangen brachen sie auf,
das Land der erfüllten Verheißungen zu betreten,
voller Verlangen nach einem Leben
in Recht und Gerechtigkeit,
Wahrheit und Frieden auf Gottes Erde
unter seinem Himmel.
Immer wieder gab es Menschen, die vorangingen:
die Erzväter und -mütter in Israel,
Mose und Elia, Debora und Hulda,
Sänger, Seher und Priester
Propheten und Prophetinnen.
Sie alle zeigten uns die Richtung des Weges.
Schuldlos blieb keiner von ihnen,
doch der Gott des Himmels und der Erde
rief sie beharrlich – und sie gingen.
Als die Zeit erfüllt war,
sandte der Gott Israels seinen Gesalbten.
Er ging seinen Weg, um auch uns zu begegnen.
Er liebte die Seinen bis ans Ende,
ja bis in den Tod.
Dadurch hat er den Weg gebahnt
und ruft uns, ihm zu folgen.
In Freude, Gottesfurcht und voller Erbarmen haben
Apostel, Evangelisten, Hirten und Lehrer (Eph.4,11),
Männer und Frauen bezeugt:
Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh.14,6).
Wir suchen diesen Weg,
um ihn in der Nachfolge Christi zu gehen,
beständig in der Lehre der Apostel zu bleiben (Apg 2,42),
in der Gemeinschaft der Heiligen,
im Teilen des Brotes und des Kelches
und im gemeinsamen Gebet.
Den Dienern und Dienerinnen des Wortes ist
anvertraut,
euch zu ermutigen und zurechtzuweisen,
die Zeugen für euch zur Sprache zu bringen
und die Leugner zum Verstummen,
um mit euch das Loblied zu singen
und um Erbarmen zu flehen
und um euch die Zeichen des Heils erkennen zu lassen.
Dies alles auf dem gemeinsamen Weg
zum Reich des Friedens,
wo die Gerechtigkeit wohnt
und Gott sein wird alles in allen (1Kor 15,28).
Gebet
Laßt uns beten:
Gepriesen seist du, Herr, unser Gott.
Du hast Israel aus Ägypten befreit
und es durch den Dienst von Mose,
Mirjam und Aaron herausgeführt.
Du hast dein Volk prophetisch gelehrt,
priesterlich versöhnt,
königlich regiert und dazu Männer und Frauen
berufen und gesalbt mit deinem Geist.
Gepriesen seist du, Herr, unser Gott.
Deinen Sohn hast du gesandt, Jesus, den Messias.
Er kam, um zu dienen, und hat Menschen gerufen,
einander in seinem Namen beizustehen
und den Weg zu zeigen.
Du bist es auch, der heute seiner Gemeinde
einen Diener / eine Dienerin schenkt.
Du beauftragst ihn / sie, durch Verkündigung
und Feier, Lehre und Leitung dein Volk zuzurüsten
zu guten Worten und Werken (Eph.
4,12).
Wir bitten dich: Gib nun ihm / ihr,
der / die mit dieser Gemeinde verbunden wird, die Kraft -
deinem Ruf gehorchend
und deinen Verheißungen vertrauend -
unerschrocken dein Wort weiterzusagen
zur Ehre deines Namens,
zu unser aller Freude durch Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist,
ein einiger Gott, lebt und regiert in
Ewigkeit. Amen
Einführungsfrage
Der / die Einzuführende tritt vor
Lieber Bruder / Liebe Schwester,
du sollst als Diener/Dienerin des Wortes eingeführt werden.
Bist du der Überzeugung
daß Gott selbst dich durch diese Gemeinde
berufen hat?
Nimmst du die Heilige Schrift,
in deren Licht wir leben,
als die eine Regel des Glaubens an?
Verwirfst du und widerstehst du allem,
was dagegen streitet?
Versprichst du, mit strenger Verschwiegenheit zu
behandeln,
was dir vertraulich zur Kenntnis gebracht wird?
Bist du bereit, dich dem Wort Gottes
und der Aufsicht der Kirche
zu unterstellen?
Versprichst du, dein Amt treu wahrzunehmen
in Liebe zu der Gemeinde und zu allen Menschen,
die der Herr auf deinen Weg führt?
Antwort: Ja.
Zuspruch
Der / die
Einzuführende kniet nieder.
Der / die Einführende legt ihm / ihr beide Hände auf und spricht:
Gott, unser himmlischer Vater,
der dich zu diesem heiligen Dienst berufen hat,
und in dessen Namen wir dich jetzt in das Amt
eines Dieners / einer Dienerin am Wort einführen,
erleuchte dich durch seinen Geist
und stärke dich durch seine Hand.
Er segne dich in deinem Dienst,
daß seine Gemeinde gebaut werde,
und die Herrschaft des Messias,
seines Sohnes, bald erscheine.
Amen.
Hiernach legen alle anderen Diener und Dienerinnen
des Wortes, die anwesend sind, dem/der gerade Eingeführten die Hände auf
und sprechen ein Segenswort. Danach wendet sich der/die Eingeführte der
Gemeinde zu und die Gemeinde erhebt sich.
(Händedruck)
Ansprache
an die Gemeinde
Liebe Schwestern und Brüder!
Nehmt diesen Bruder / diese Schwester mit seiner/ihrer Familie
in der Gemeinschaft eurer Gemeinde auf,
wie es von der Kirche Jesu Christi erwartet wird.
Begleitet und tragt ihn/sie in seinem/ihrem Dienst
durch eure Fürbitte und dient mit ihm/ihr zusammen
freudig unserem gemeinsamen Herrn.
Ich bitte euch, dies zu versprechen,
indem ihr aufsteht und gemeinsam singt:
Psalm 121,
2 und 3
Fürbitten
Laßt uns beten:
Herr, unser Gott, heute rufst und sammelst du uns,
damit wir deine Kirche seien,
deinem Wort auf Erden Gestalt zu geben,
daß wir uns freuen mit den Fröhlichen
und weinen mit den Weinenden, (Röm
12,15)
daß wir dem helfen, der keine Helfer hat, (Ps
72,12)
und dein Heil vernehmen und es teilend feiern.
Laß nicht zu, daß wir diese Aufgabe vergessen,
oder daß deine Stimme im Lärm der Völker untergeht.
Mache uns zu Tätern deines Wortes.
Darum bitten wir:
Liedstrophe EG 423,1
Heute ist in unserer Gemeinde
ein Mensch zu deinem Dienst gerufen.
Du hast ihn uns gegeben,
einen Menschen mit Gaben und Gebrechen,
mit Glaube und Zweifel, bewegt durch deinen Heiligen Geist.
Wir bitten dich, bewahre ihn bei deinem Wort.
Schütze ihn davor,
hochmütig die Menschen zu verachten.
Schenke ihm Freude, Weisheit und Ausdauer
im Dienst in und an deiner Gemeinde.
Und droht etwa die Feindschaft der Welt,
will die Zwietracht spalten,
so mache du ihn standhaft und treu.
Darum bitten wir:
Liedstrophe EG 423, 3
Für deine ganze Gemeinde und alle Christen
an diesem Ort, wo wir wohnen und arbeiten,
bitten wir dich,
daß wir in unserem Dienst unerschrocken
wie Stefanus sein mögen, getrieben wie Paulus,
aufmerksam wie Maria, einsatzfreudig wie Marta,
zurückhaltend wie Thomas
und in aller Schwachheit felsenfest wie Petrus.
Mache uns mit diesem Diener / dieser Dienerin in unserer Mitte
zu Zeugen deiner Menschenliebe und Treue.
Darum bitten wir dich:
Liedstrophe EG 423,6
Bei einer Einführung in einer
späteren Gemeinde ändern sich Fragen und Zuspruch folgendermaßen:
Lieber Bruder / Liebe Schwester,
Du bist bereits als Diener / Dienerin des Wortes eingesetzt worden.
Damals hast du bestätigt, daß du die Heilige Schrift,
in deren Licht wir leben, als die eine Regel des Glaubens annimmst,
und daß du darum auch verwirfst und dem widerstehen willst,
was dagegen streitet.
Du hast versprochen, alles mit strenger Verschwiegenheit zu behandeln,
was dir vertraulich zur Kenntnis gebracht wird.
Schließlich hast du versprochen, dich der Zucht des Glaubens
und der Aufsicht der Kirche zu unterstellen.
Da du dein Amt fortan in der Gemeinde . . . ausüben
wirst,
frage ich dich:
Bist du der Überzeugung,
daß Gott selbst dich durch diese Gemeinde gerufen hat?
Antwort: Ja.
Versprichst du, dein Amt auch hier treu wahrzunehmen,
in Liebe zu der Gemeinde und zu allen Menschen,
die dir der Herr auf deinen Weg führt?
Antwort: Ja, von ganzem Herzen.
Zuspruch
Gott, unser himmlischer Vater, der dich an diesen Ort
gerufen hat,
verbinde dich mit dieser Gemeinde
und gebe dir die Gnade, daß du in ihr treu und fruchtbar wirken mögest.
6.2. Einführung Älteste,
Diakone/Diakoninnen (I)
(Proeven, S. 70ff)
Auch Reformierte Liturgie (Entwurf)
1998,383ff
Im Anschluß an das Lied nach der
Predigt:
Gebet
Gott, unser Vater,
Herr des Himmels und der Erde,
wir danken dir, daß du uns durch deinen Sohn
in die Gemeinschaft deiner weltweiten Kirche
gerufen hast.
Höre unser Gebet für alle deine Gläubigen,
damit jeder von uns
in dem Dienst, zu dem du uns rufst,
ein gutes Werkzeug deiner Liebe sei.
Durch unseren Herrn und Heiland Jesus Christus.
Gemeinde: Amen.
Lied EG 123,1+6
Verabschiedung
Für einige unserer Amtsträger und Amtsträgerinnen
ist die Amtszeit beendet, nämlich für die Ältesten …
und für die Diakone / Diakoninnen …
Ich bitte die Genannten aufzustehen.
Liebe Brüder und Schwestern, eure Arbeit
als Älteste, Diakon(e) und Diakonin(nen) endet heute.
Was auch nach dem Ausscheiden aus eurem Amt bleibt,
ist das Versprechen geheimzuhalten,
was euch vertraulich mitgeteilt wurde.
Nach bestem Wissen habt ihr danach getrachtet,
die Kirche Christi zu bauen und den Gliedern der Gemeinde,
die eurer Fürsorge anvertraut waren, zu dienen.
Wir sagen euch dafür Dank.
Laßt uns nun Gott danken und ihn bitten:
Gebet
Herr, unser Gott, wir danken dir für die Hingabe
derer, die nun aus dem Amt ausscheiden.
Dich, die Quelle alles Guten, preisen wir
für ihr Durchhalten und ihre Treue.
Herr, … fördere das Werk unserer Hände
bei uns.
Ja, das Werk unserer Hände wollest du fördern! (Ps 90,16)
Dem aber, der überschwenglich tun kann über
alles hinaus, was wir bitten oder verstehen,
nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre
in der Gemeinde und in Christus Jesus
zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Eph 3,20f)
Gemeinde: Amen.
Vorstellung
Zweimal hat der Kirchenrat die Namen derer
mitgeteilt, die in das Ältestenamt oder das Diakonenamt eingeführt werden
sollen. Es sind dies …
Unterweisung
Um seine Kirche zu sammeln und zu
erhalten, nimmt unser Herr Jesus Christus Menschen in seinen Dienst. Er
vertraut ihnen in seiner Gemeinde besondere Aufgaben an. Ihr Amt soll die Gläubigen
zurüsten zum Zeugnis und Dienst in der Welt (Eph 4,12). Sie dürfen dieses Werk tun in der Nachfolge
des Herrn, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu
dienen (Mk 10,45).
Dieser Dienst bekommt eine
sichtbare Gestalt im Amt der Diakone und Diakoninnen.
Von alters her haben sie die Aufgabe, unter Beachtung
des Wortes Gottes so zu dienen (Apg 6,2), daß den Bedürftigen geholfen wird (1Kor 11,22). Sie tragen die Gaben der Gemeinde zusammen, um alle, die Hilfe brauchen,
die Liebe Christi erfahren zu lassen, sei es innerhalb oder außerhalb der
Kirche, in der Nähe oder in der Ferne. Durch ihr Handeln und Gebet treten sie
für das Recht der Armen ein, die um Hilfe schreien, und für die Elenden, die
keine Hilfe haben (Ps 72,12).
So sollen sie die Begegnung zwischen Armen und
Reichen fördern, denn der Herr hat sie alle gemacht (Spr 22,2). Sie erinnern uns immer wieder an diese Verbundenheit mit allen Menschen
und der ganzen Schöpfung, auch da, wo sie uns Brot und Kelch reichen und wir
den Tod des Herrn verkündigen, bis er kommt (1Kor 11,26).
Ein anderes Amt ist das der Ältesten.
Wie die Ältesten in Israel das Volk vertraten (Ex 24,9) und zugleich die Verantwortung für die Gemeinde Gottes trugen (Num 11,16), so werden die Ältesten in der Gemeinde Christi eingesetzt. Durch ihren
Dienst soll die Gemeinde sich ihrer Berufung bewußt bleiben, ein Königreich von
Priestern und ein heiliges Volk zu sein (Ex 19,6 / 1Petr 2,9).
Indem sie als Vertrauenspersonen
und als das Gewissen der Gemeinde in dieser Zeit tätig sind, ermutigen sie ihre
Schwestern und Brüder in der Nachfolge Christi, unseres Herrn. Wie könnten wir
eine lebendige Gemeinde sein, wenn Menschen nicht immer wieder uneigennützig besucht
würden? Und wie könnten die Pastoren und Pastorinnen den Auftrag des guten
Hirten "Weide meine Schafe!" (Joh 21,16) erfüllen, wenn
sie dabei nicht auf die Mitarbeit der Ältesten bauen dürften?
Alle Amtsträger und Amtsträgerinnen
gemeinsam sind der Kirchenrat dieser Gemeinde.
Sie haben miteinander den Auftrag und die
Verantwortung, alle, die zur Gemeinde gehören, zu ermutigen, zuerst nach dem
Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit zu trachten (Mt 6, 33), wie unser Herr Jesus Christus es gesagt hat, und so das Geheimnis des
Glaubens (1Tim 3,9-16) zu bewahren, von dem der Apostel geschrieben hat.
Damit dienen sie der Gemeinde Christi (Apg 20,29-31).
Liebe Schwestern und Brüder, ihr
seid nun bereit, euer Amt zu übernehmen. Vergeßt nie, daß es die Gemeinde Jesu
Christi selbst ist, die euch anvertraut wird. Tut euren Dienst mit Freuden.
Wirkt mit am Aufbau der Gemeinde. Stärkt euch mit den Worten des Glaubens und
der guten Lehre (1Tim 4,6) und bittet in Schwachheit um die Kraft des Heiligen
Geistes (2Kor 12,9).
Einführungsfragen
Liebe Schwestern und Brüder, die ihr in das Ältesten-
oder Diakonenamt eingeführt werden sollt, bezeugt jetzt allen,
daß ihr im Glauben euren Dienst übernehmt. Ich bitte euch, aufzustehen und auf
folgende Fragen zu antworten.
Seid ihr überzeugt, daß Gott selbst euch durch seine
Gemeinde
zu diesem Dienst berufen hat?
Haltet ihr die Heilige Schrift, in deren Licht wir
leben,
für die alleinige Regel des Glaubens, so daß ihr verwerft
und allem widersteht, was dem widerspricht?
Versprecht ihr, euer Amt treu zu erfüllen in Liebe
zur Gemeinde
und zu allen Menschen, die der Herr auf euren Weg führt?
Versprecht ihr auch, für immer geheimzuhalten,
was euch vertraulich mitgeteilt wird?
Seid ihr bereit, euch in eurem Dienst dem Wort Gottes
und der Aufsicht der Kirche zu unterstellen?
Wie lautet eure Antwort,
Schwester … , Bruder … ?
Antwort: Ja.
Gebet
Höre uns, Gott, unser Heiland, und gib deinen
Dienern und Dienerinnen die Gaben des Heiligen
Geistes, die sie zur Erfüllung ihres Amtes brauchen.
Sieh in Gnaden alle an, die wir dir befehlen, und schenke
ihnen den unerschöpflichen Reichtum deiner Gnade
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Zuspruch
des Segens
Gott, unser himmlischer Vater,
der euch zu diesem heiligen Dienst berufen hat
und in dessen Namen wir euch jetzt in
das
Ältestenamt oder Diakonenamt einführen,
erleuchte euch durch seinen Geist
und stärke euch durch seine Hand.
Er segne euch in eurem Dienst,
damit seine Gemeinde unter euren Händen gebaut werde
und die Herrschaft des Messias,
seines Sohnes, bald erscheinen werde. Amen.
Frage an
die Gemeinde
Die Gemeinde erhebt sich
Gemeinde von …, da nun diese Schwestern
und Brüder als Älteste und Diakone eingeführt sind,
versprecht ihr, sie anzunehmen, sie zu unterstützen,
sie zu begleiten in euren Gebeten und mit ihnen
im Dienst unseres Herrn tätig zu sein?
Liebe Schwestern und Brüder,
wie lautet darauf eure Antwort?
Gemeinde: Ja.
Lied: Psalm 134,1+3
Die Gemeinde setzt sich
Dankgebet
und Fürbitten
Herr, unser Gott,
an diesem Tag rufst du uns, deine Kirche zu sein,
deinem Wort auf der Erde Gestalt zu geben,
froh mit den Fröhlichen
und weinend mit den Weinenden, (Röm 12,15)
dem zu helfen, der keinen Helfer hat (Ps 72,12).
Du rufst uns, dein Heil zu feiern
mit Wasser, Brot und Kelch.
Gib, Herr, daß deine Stimme nicht untergeht
im Lärm der Völker, daß wir tun,
was du von uns erwartest.
Herr, unser Gott, wir danken dir,
daß du Menschen bereit machst,
sich loszulassen und für andere einzustehen.
Wir danken dir,
daß du deiner Gemeinde Amtsträger
und Amtsträgerinnen schenkst,
um ihr den Weg zu zeigen.
Gib ihnen die Weisheit deiner Liebe
und die Tatkraft deines Heiligen Geistes,
damit wir sie achten und ihnen vertrauen,
als ob du selbst uns an die Hand genommen hättest.
Für alle, die ein Amt bekleiden, bitten wir, gib
auch,
daß das Amt nicht als Gelegenheit für Starrsinn
und Kritiksucht benutzt wird
und auch nicht zur Ablenkung von eigener Unzulänglichkeit.
Wir bitten dich, gib, daß sie uns lehren,
das rechte Wort am rechten Ort zu sagen.
Laß sie standhaft bleiben,
auch wenn Anfeindung und Widerstand
sie bedrohen, damit die Welt erfährt,
daß Jesus Christus ein zuverlässiger Hirte ist,
ein Ratgeber und eine Zuflucht
in allen Irrungen und Wirrungen des Lebens.
Für deine ganze Kirche und für diese Gemeinde
insbesondere bitten wir,
laß an ihr - trotz aller Schwächen - erkennbar sein,
daß du unser Begleiter und Wegweiser bist.
Brich bei uns allen Widerstand gegen deinen Geist,
damit du nach deinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
nicht vergeblich suchst.
Wirke so an uns,
daß du uns an deiner Seite findest
im Glauben an deine Zukunft.
Für deine ganze Gemeinde
und alle Christen an diesem Ort und in aller Welt
bitten wir dich:
Laß uns in unserem Dienst freimütig sein
wie Stefanus, bewegt wie Paulus,
aufmerksam wie Maria,
voller Hingabe wie Marta,
zurückhaltend wie Thomas
und in aller Schwachheit
doch felsenfest wie Petrus.
Gib, daß wir miteinander Zeugen
deiner Liebe und Treue zu den Menschen sind.
So bitten wir dich gemeinsam:
Gebet des
Herrn
6.3.
Einführung Älteste, Diakonen/Diakoninnen
(II)
(Erweiterungen
gegenüber dem vorigen Formular sind kursiv gedruckt.)
Verabschiedung
und Vorstellung (siehe
6.2)
Unterweisung:
Um seine
Kirche zu sammeln und zu erhalten, nimmt unser Herr Jesus Christus Menschen in
seinen Dienst. Er vertraut ihnen in seiner Gemeinde besondere Aufgaben an. Ihr
Amt soll die Gläubigen zurüsten zum Zeugnis und Dienst in der Welt und zum Aufbau des Leibes Christi beitragen
(Eph 4, 12). Sie dürfen dieses Werk in der Nachfolge des Herrn tun,
der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (Mk
10,45). In der Fußwaschung hat
er uns dafür ein Beispiel gegeben. In ihrem Dienst dürfen sie sich getragen
wissen durch das Wort des Herrn: "Wer aufnimmt, wenn ich jemanden senden
werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich
gesandt hat" (Joh 13,
20).
Dieser
Dienst bekommt eine sichtbare Gestalt im Amt der Diakone und Diakoninnen.
Von
alters her haben sie die Aufgabe, unter Beachtung des Wortes Gottes so zu
dienen (Apg 6,2), daß den Bedürftigen geholfen
wird (1Kor 11,22). Sie tragen die Gaben der Gemeinde zusammen, um alle,
die Hilfe brauchen, die Liebe Christi erfahren zu lassen, sei es innerhalb oder
außerhalb der Kirche, in der Nähe oder in der Ferne. Durch ihr Handeln und
Gebet treten sie für das Recht der Armen ein, die um Hilfe schreien, und für
die Elenden, die keine Hilfe haben (Ps 72,12).
So
sollen sie die Begegnung zwischen Armen und Reichen fördern, denn der Herr hat
sie alle gemacht (Spr 22, 2). Sie sollen die Gemeinde dahin führen, daß sie ihre Verantwortung
gegenüber den Nächsten in der Welt versteht und wahrnimmt. Sie erinnern uns
immer wieder an diese Verbundenheit mit allen Menschen und der ganzen
Schöpfung, auch da, wo sie uns Brot und Kelch reichen und wir den Tod des Herrn
verkündigen, bis er kommt (1Kor 11,26).
Ein
anderes Amt ist das der Ältesten.
Wie die
Ältesten in Israel das Volk vertraten (Ex 24,9) und
zugleich die Verantwortung für die Gemeinde trugen (Num
11,16), so werden die Ältesten in der Gemeinde Christi
eingesetzt. Durch ihren Dienst soll die Gemeinde sich ihrer Berufung bewußt
bleiben, ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk zu sein (Ex 19,6
/ 1Petr 2,9).
Indem
sie als Vertrauenspersonen und als das Gewissen der Gemeinde in dieser Zeit
tätig sind, ermutigen sie ihre Brüder und Schwestern in der Nachfolge Christi,
unseres Herrn. Wie könnten wir eine lebendige Gemeinde sein, wenn Menschen
nicht immer wieder uneigennützig besucht und
auf die Nachfolge Christi angesprochen würden? Und wie könnten die Pastoren
und Pastorinnen den Auftrag des guten Hirten „Weide meine Schafe!“ (Joh
21,16) erfüllen, wenn sie dabei nicht auf die Mitarbeit der Ältesten bauen
dürften? Für die Ältesten gilt, was der
Apostel Paulus den Ältesten in der
Gemeinde Ephesus ans Herz gelegt hat: „So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in die euch der heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu
weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat." (Apg 20,28).
Als Hirten sollen sie zusammen mit den Dienern des
Wortes die Gemeinde auch vor dem Eindringen falscher Lehren bewahren, die sie
von Christus trennen könnten. Dazu ist es erforderlich, daß sie auch selbst
Gottes Wort erforschen, damit sie in den Dingen des Glaubens Bescheid wissen (l. Tim.4,6). Weiter gehört zu den Aufgaben der
Ältesten, mit den Dienern des Wortes darauf zu achten, daß es in der Gemeinde
ordentlich zugeht und keine Unordnung entsteht, „denn Gott ist nicht ein Gott
der Unordnung, sondern des Friedens" (lKor 14,33). In den
größeren kirchlichen Versammlungen finden sie zusammen mit den anderen
Amtsträgern eine Aufgabe im Dienst des Herrn, der seine Kirche auch durch diese
Arbeit bauen will.
Auch sind sie mitverantwortlich für das
Hinaustragen des Evangeliums, das auch an diejenigen ergeht, die außerhalb der
Gemeinschaft mit Christus leben. Sie sollen die Gemeindeglieder ermuntern, in
dieser Hinsicht ihre Verantwortung wahrzunehmen und dem Herrn zu dienen, der
gesagt hat: „Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch
sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden“ (Joh.10,16).
Alle
Amtsträger und Amtsträgerinnen gemeinsam sind der Kirchenrat dieser
Gemeinde.
Sie
haben miteinander den Auftrag und die Verantwortung, alle, die zur Gemeinde
gehören, zu ermutigen, zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner
Gerechtigkeit zu trachten (Matth 6, 33), wie unser Herr Jesus Christus es
gesagt hat, und so das Geheimnis des Glaubens (1Tim 3,9-16) zu
bewahren, von dem der Apostel geschrieben hat. Damit dienen sie der Gemeinde
Christi (Apg 20, 29-31).
Liebe
Schwestern und Brüder, ihr seid nun bereit, euer Amt zu übernehmen. Vergeßt
nie, daß es die Gemeinde Jesu Christi selbst ist, die Euch anvertraut wird. Tut
euren Dienst mit Freuden. Wirkt mit am Aufbau der Gemeinde. Stärkt euch mit den
Worten des Glaubens und der guten Lehre (1Tim 4,6) und
bittet in Schwachheit um die Kraft des Heiligen Geistes (2Kor
12,9).
Fortführung
entsprechend der Ordnung von 6.2
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Beuker