Gott wird dich tragen (Gemeinschaftsliederbuch Nr. 505)

Gott wird dich tragen, drum sei nicht verzagt,
treu ist der Hüter, der über dir wacht.
Stark ist der Arm, der dein Leben gelenkt,
Gott ist ein Gott, der der Seinen gedenkt.
Refrain:
Gott wird dich tragen mit Händen so lind.
Er hat dich lieb wie ein Vater sein Kind.
Das steht dem Glauben wie Felsen so fest:
Gott ist ein Gott, der uns nimmer verlässt.
Gott wird dich tragen, wenn einsam du gehst;
Gott wird dich hören, wenn weinend du flehst.
Glaub es, wie bang dir der Morgen auch graut:
Gott ist ein Gott, dem man kühnlich vertraut.
Refrain
Gott wird dich tragen durch Tage der Not;
Gott wird dir beistehn in Alter und Tod.
Fest steht das Wort, ob auch alles zerstäubt:
Gott ist ein Gott, der in Ewigkeit bleibt.
Refrain.
Sammlung während des
letzten Liedes:
beim Ausgang: für die
Äußere Mission
Nach dem Gottesdienst
Gelegenheit zur
Gratulation.
Gottesdienst mit Öffentlichem Glaubensbekenntnis
Pfingstsonntag, 3. Juni 2001, 14.00 Uhr

Stilles Gebet, Eingangswort, Gruß
Eingangslied: Lied 659 Ins Wasser fällt ein Stein
Gebet
Lesung: Lukas 15, 1 – 7
Singen: Lied 663 Herr, deine
Liebe ist wie Gras und Ufer
Singen Lied 645 Lasst uns miteinander, singen, loben, danken dem Herrn,
Überreichen
der Urkunden
Zusingen Lied GL 505 Gott wird dich tragen
Gebet
Singen: Lied 670 Hört, wenn Jesus glücklich preist
Segen
Leitung: Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker
An der Orgel: Jenni Rottmann
Lied 659 : 1 - 3
1. Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise;
und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.
Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,
da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in unsre Welt.
2. Ein Funke, kaum zu sehn, entfacht doch helle Flammen,
und die im Dunkeln stehn, die ruft der Schein zusammen.
Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt,
da wird die Welt vom Licht erhellt; da bleibt nichts, was uns trennt.
3. Nimm Gottes Liebe an. Du brauchst dich nicht allein zu mühn,
denn seine Liebe kann in deinem Leben Kreise ziehn.
Und füllt sie erst dein Leben, und setzt sie dich in Brand,
gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand.
Text: Manfred Siebald 1973 nach dem
englischen "Pass it on"
Melodie: Kurt Kaiser (1965) 1969
Lied 663
1. Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,
wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.
Frei sind wir, da zu wohnen und zu gehen.
Frei sind wir, ja zu sagen oder nein.
Kehrvers
Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,
wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.
2. Wir wollen Freiheit, um uns selbst zu finden,
Freiheit, aus der man etwas machen kann.
Freiheit, die auch noch offen ist für Träume,
wo Baum und Blume Wurzeln schlagen kann.
Kehrvers wird nach jeder Strophe wiederholt.
3. Und dennoch sind da Mauern zwischen Menschen,
und nur durch Gitter sehen wir uns an.
Unser versklavtes Ich ist ein Gefängnis
und ist gebaut aus Steinen unsrer Angst.
4. Herr, du bist Richter! Du nur kannst befreien,
wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit da.
Freiheit, sie gilt für Menschen, Völker, Rassen,
so weit wie deine Liebe uns ergreift.
Text: Ernst Hansen 1970 nach dem
Schwedischen; Melodie: Lars Åke
Lundberg 1968

Lied 645
1. Lasst uns miteinander, lasst uns miteinander
singen, loben, danken dem Herrn.
2. Lasst uns das gemeinsam tun:
singen, loben, danken dem Herrn,
3. singen, loben, danken dem Herrn,
singen, loben, danken dem Herrn,
4. singen, loben, danken dem Herrn,
singen, loben, danken dem Herrn.
Text und Kanon
für 4 Stimmen: Peter van Woerden um 1960
Lied 670
1.
Hört, wen Jesus glücklich preist, Halleluja,
wem er Gottes Reich verheißt, Halleluja.
2.
Dem, der Gott nichts bieten kann, Halleluja,
bietet Gott die Freundschaft an. Halleluja.
3.
Wem hier großes Leid geschah, Halleluja,
dem ist Gottes Trost ganz nah. Halleluja.
4.
Wer von Macht und Krieg nichts hält, Halleluja,
erbt am Ende Gottes Welt. Halleluja.
5.
Hungert uns nach Gerechtigkeit, Halleluja,
steht uns Gottes Tisch bereit. Halleluja.
6.
Keinen, der barmherzig ist, Halleluja,
Gottes Liebe je vergisst. Halleluja.
7.
Die hier rein durchs Leben gehn, Halleluja,
werden Gottes Antlitz sehn. Halleluja.
8.
Wer zum Frieden sich bekannt, Halleluja,
der wird Gottes Kind genannt. Halleluja.
9.
Wer hier leidet für den Sohn, Halleluja,
den erwartet Gottes Lohn. Halleluja.
Text: nach Matthäus 5,2-10 Kurt Hoffmann und
Friedrich Walz 1964
Melodie:
Spiritual "Michael row the boat ashore"
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Dr. Beuker
Liebe Gemeinde, es ist nicht normal, wie der erste Sohn handelt. Ganz im
Gegenteil: Zwar würde der erste Sohn nach dem Tod den Hof erben - aber eben
erst nach dem Tod des Vaters. Unverschämt verlangt der Jüngere zu Lebzeiten des
Vaters, dass ihm sein Erbe ausgezahlt wird. Das ist damals so, als ob der Sohn
den Vater für tot erklärt, obwohl dieser noch lebt. Du bist für mich gestorben!
- Wer diesen Satz schon einmal gehört hat, weiß wie sehr er verletzt.
Aber der Vater reagiert völlig anders, als wir es tun würden,
wenn wir so etwas hören. Er überlegt nicht lange, ob er durch die Auszahlung
des Erbes vielleicht selber in Schwierigkeiten kommt. Er beklagt sich nicht
über seinen Sohn. Er sagt kein Wort der Kritik, sondern zahlt das Erbe aus.
Nebenbei: Auch der ältere Sohn bekommt gleichzeitig mit dem Jüngeren sein Erbe, obwohl dieser es
nicht verlangt hatte. Aber der Vater ist gerecht und bevorzugt keinen der
beiden. „Da teilte der Vater Hab und Gut unter sie.“
Der jüngere Sohn verplempert innerhalb kurzer Zeit das
gesamte Vermögen. Der Absturz kommt. Er „geht vor die Hunde“, wie wir heute
wohl sagen. Damals heißt das: „Er geht vor die
Schweine.“ Er wird ein Schweinehirt.
Das war ein Beruf, den alle frommen Juden verachteten. Schweine
galten im religiösen Sinn als unreine Tiere. Wer mit Schweinen zu tun hatte,
der hatte absolut keinen Kontakt mehr zur jüdischen zur Gemeinde. Der war
ausgestoßen und ausgeschlossen. Dieser junge Mann hat also auch jeden Kontakt
und jede Verbindung zum Gott Israels verloren. Das zeigt uns schon sein Beruf
als Schweinehirt.
Aber irgendwann erinnert sich der jüngere Sohn: „Den Knechten zuhause geht es besser als mir. Ich möchte Knecht sein, zu Hause bei seinem Vater.“ Als
er dort ankommt, erlebt er eine Überraschung: Der Vater lässt den Sohn nicht
einmal ausreden. Der Vater schließt ihn in seine Arme. Er will gar nicht hören,
was der Sohn alles verbockt hat. Er setzt ihn wieder ein, als seinen Sohn, mit
allen Rechten und Pflichten. Als wäre nichts gewesen, ohne irgendeine Vorleistung. Als Zeichen für seine Wiederannahme
bekommt der Sohn den Tresorschlüssel, den Siegelring, und man feiert ein großes
Fest.
Liebe Gemeinde, die Art, wie der ältere Sohn reagiert, ist
sehr verständlich: Voller Wut poltert er los: "so
viele Jahre diene ich dir, Vater, und
ich habe dein Gebot noch nie übertreten, und mir hast du noch nie einen Bock
gegeben, das ich eine Fete machen könnte. Nun aber ist dieser dein Sohn
gekommen. Er hat dein Hab und Gut verprasst und zum Fenster rausgeworfen. Ihm
hast du das gemästete Kalb geschlachtet.
Der Vater aber sagt: „Mein Sohn, du bist immer bei mir. Was
mein ist, das ist dein. Du sollst fröhlich sein und guten Mut haben. Dieser
dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden. Er war verloren und ist
wiedergefunden."
Der Vater hat Recht. Er hat auch dem älteren das Erbe
ausgezahlt. Der hätte sich ja ruhig etwas gönnen können.
"Dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig
geworden." Der war nicht tot in unserem Sinn.
Tod bedeutet hier, dass ein Mensch keine Beziehung mehr hat
zu Gott und zu anderen Menschen. Beziehungslosigkeit war das, was den ersten
Sohn auszeichnete: Die Verbindung zum Vater, zu Gott, ist ihm völlig abhanden
gekommen. Darin, liebe Gemeinde, finden sich wahrscheinlich viele
Menschen heute wieder: Wie ist das bei dir?
Bist du nur gerade jetzt einmal im Jahr im Gottesdienst, weil jemand aus deinem
Bekanntenkreis konfirmiert wird?
Die Beziehung zu Gott spielt für viele Menschen kaum eine
Rolle. Manchmal fangen solche Menschen nachzudenken, wenn sie an einem Punkt
angelangt sind, wo sie nicht mehr arbeiten können, wo sie so krank sind, wo
alles liegen bleiben muss. Manche fangen an, über ihre Beziehung zu Gott
nachzudenken, wenn sie arbeitslos werden oder wenn es in der Familie kriselt
oder im Beruf. Da kann die Krise auch zur Chance werden, wie bei dem verlorenen
Sohn.
Liebe Gemeinde, ich bin immer wieder selber dieser verlorene
Sohn, und du wohl auch. Aber - und das ist das Ermutigende: Gott, der Vater gibt
nicht auf. Er wartet auf uns, bis wir umkehren. Bis wir uns in unserem Inneren
verändern und zu ihm zurückkehren. Er
trägt uns durch die Krise.
Liebe Gemeinde, und dann gibt es ein Fest - so sagt es das Gleichnis Jesu.
Wenn Menschen anfangen, umzukehren, dann bricht Erweckung aus. Wenn das Innere
und in Folge auch der sichtbare Lebenswandel sich ändern, wenn Menschen
zurückkehren zu Gott, dann ändert sich die Familie, die Gemeinde und manchmal
sogar ein ganzes Volk. Die Liebe Gottes,
diese göttliche Umarmung, trotz allem, ist der Anfang des neuen Lebens, ist der
entscheidende Schritt. Deswegen steht auf der Liturgie heute das Taufbecken
hier vorne aus der Kirche abgebildet. Gott nimmt uns sozusagen in den Arm. Ganz
am Anfang unseres Lebens hat er gesagt: Du gehörst zu mir. Und es ist schön,
wenn junge Menschen heute sagen: Ja, das will ich, das soll auch für mich
gelten.
Wir wünschen euch, liebe Konfirmanden, dass ihr und viele
andere mit euch die offenen Vaterarme Gottes nie verpasst und nie vergesst.
Er leite und begleite euch alle Tage eures Lebens, bis er
euch aufnimmt in seine Herrlichkeit.
Da wird er dann mit euch feiern – ein Fest, das niemals
endet.
Amen