Evangelisch-altreformierte Kirche Hoogstede
Predigt vom 15. Dezember 2002

(Mit Dank für die Tonbandnachschrift an Gunda Klompmaker)

 Predigttext: Jesaja 6, 3 u. 7, 14
Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth,
alle Lande sind seiner Ehre voll! ...
Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären,
den wird sie nennen Immanuel (d.h. Gott mit uns“!

 Liebe Brüder und Schwestern, liebe Gemeinde,
das Wissen um die Heiligkeit Gottes ist uns modernen Menschen weithin verloren gegangen. Auch viele Christen können wenig damit anfangen. Heilige Zeiten, heilige Orte, heilige Momente oder heilige Menschen haben es besonders im evangelischen Bereich schwer.
Uns ist heute so gut wie gar nichts heilig! Wir reden über alles, wir zeigen alles im Fernsehen und in den Illustrierten, wir haben für alles Verständnis, wir verstehen und begreifen alles und können allen alles nachsehen. Ja, wir sind schon ein wenig abgestumpft gegenüber allem Heiligen.
"Das ist auch so’n Heiliger" - das ist eher ein Schimpfwort, als dass es ein Lob ist in unserer Gesellschaft. Das Heilige und der Heilige werden in unserer Gesellschaft ins Lächerliche gezogen. Man kann Witze darüber machen, und das geht prima. Es gibt kaum etwas unter uns, was tabu ist, worüber man nicht redet, worüber man stillschweigt in der Öffentlichkeit. Alle Tabus sind gebrochen, sind öffentlich geworden und mit den Tabubrüchen, mit der Abschaffung der Tabuzone, ist auch das Heilige entheiligt.

Im Gegenzug dazu stellt man fest, dass gerade in der katholischen Kirche die Heiligenverehrung wieder auflebt und man stellt erschrocken fest, wie im Islam der Ruf nach dem Heiligen immer lauter wird, oder die Abscheu über die verweltlichte westliche Welt, der alles erlaubt ist, die alles kann, die alles tut, die nirgendwo noch irgendeine Ehrfurcht oder irgendeine Achtung kennt, vor dem Göttlichen. Das sind beides Erscheinungen des selben einen Punktes: Die Wiederauflebung der Heiligenverehrung und die Abscheu islamischer Gläubiger über die westliche Welt. Kein Papst hat in 2000 Jahren Kirchengeschichte so viele Menschen heilig und selig gesprochen wie der jetzige. Es ist als ob die katholische Kirche dem Abbruch des Heiligen in unserer modernen Welt etwas entgegensetzen will. Als ob sie das Bewusstsein stärken will für die heiligen Momente, die heiligen Begebenheiten, die Heiligkeit des Lebens, für den heiligen Gott, dem diese heiligen Menschen gedient haben.

Und der Islam protestiert mit aller Macht gegen die Verweltlichung des Lebens. Ihm erscheint es, als ob Europäern und Amerikanern der westlichen Zivilisation alles erlaubt ist. Denn es gibt da nichts mehr, was heilig ist. Die Menschen versammeln sich kaum noch, um den ewigen Gott anzubeten und auf seine Gebote zu hören. Sie kennen nur sich selbst und suchen nur sich selbst. Der Islam findet in unserer Gesellschaft keinen Gott mehr, der angebetet wird und keine Ehrfurcht vor dem Heiligen. Und er hat ja weithin Recht: Die Ehrfurcht vor Gott und auch die Achtung des Lebens wird bei uns mit Füßen getreten.
Kinder werden abgetrieben, hunderttausende in unserem Land, und alte Menschen lässt man sterben. Die Euthanasie, der Abbruch des Lebens, die Rede vom lebensunwerten Leben greift immer mehr um sich, in unserem Land vielleicht noch nicht so viel, aber in benachbarten Ländern umso mehr. Die Achtung vor dem Leben wird mit Füßen getreten.

Wir trampeln in unserer Kultur und Gesellschaft das Heilige in den Dreck - in vielen Fernsehsendungen und Talkshows, was da alles über den Bildschirm flimmert, ist schlimm. Das geht schon los mittags um Zwei und nachts nach Zwölf geht es in besonderer schrecklicher Weise weiter. Viele Zeitungen, Theaterstücke und Filme sind einfach gott- und menschenverachtend. Es ist, als ob uns Menschen in unserem Land und in unserer Gesellschaft systematisch die Ehrfurcht vor dem Heiligen ausgetrieben wird. Da ist keine Ehrfurcht, da ist keine Scheu, da sind keine Zurückhaltung und keine Achtung mehr – Gott und dem Leben, dem Menschen, dem Bild Gottes, gegenüber.

Und bei uns? Bist du, bin ich je erschrocken, erschrocken vor der Heiligkeit Gottes? „Weh mir, ich vergehe, ich muss sterben, ich bin dem lebendigen Gott begegnet,“ so schreit, so ruft Jesaja es. Sind wir je erschrocken vor der Heiligkeit Gottes? Haben wir je gezittert und gezagt vor dem ewigen Gott?
Gott ist unser Kumpel geworden, unser Duzpartner, das liebe Christuskindlein, das in der Krippe liegt – und der sich unseren Spott gefallen lässt. Ja, es stimmt schon – Gottes Sohn wird Weihnachten einer von uns. Das ist wahr: Gottes Sohn wird Mensch, einer von uns. Aber er wird nicht unser Kumpan, nicht unser Kumpel, nicht unser Duzfreund, nicht unser Kollege, der mit uns geht, Böses zu tun. Er wird nicht so, wie wir es sind. Er passt sich unserem Denken und unserem Verhalten nicht an.

 Liebe Gemeinde, liebe Brüder und Schwestern, es ist kein Mensch auf dieser Erde so fremd gewesen und so fremd geblieben, wie Jesus Christus es war. Die Menschen seinerzeit haben an ihm durchaus dieses „Fremde“ erkannt und begriffen. Deswegen strömen sie ja in Scharen zu ihm hin, weil sie verstehen und begreifen: Der ist ganz anders als wir es sind. Der ist ganz anders auch als die Schriftgelehrten und Pharisäer, als die Frommen seiner Zeit. Der predigt ganz anders, der verhält sich ganz anders, der lebt ganz anders, der hat ganz andere Werte und Normen, ein ganz anderes Verhältnis zu Gott, dem Vater. Jesus Christus ist keiner von uns. Er bleibt der ganz andere, auch als Mensch. Er passt nicht in unser Schema von Menschlichkeit, Leistung und Ehre. Er ist und bleibt der Heilige, der Gerechte, der Sündlose, der Sohn Gottes.

Immanuel - Gott mit uns!, Gott bei uns!, Gott in unserer Mitte! - so wird der Sohn der jungen Frau in Jesaja 7 genannt werden. Aber bevor dieser Immanuel zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, wird das Land in dieser Gegend öde und wüst sein, so sagt Gott dem Ahas, dem König von Juda. Das Brudervolk im Norden, die zehn Stämme, ziehen unter König Pekach los und unter König von Aram die Aramäer. Sie wollen gemeinsam das kleine Juda erschrecken und überrennen und einen König ihrer Wahl, einen Gefolgsmann ihrer Wahl, einsetzen. Sie wollen Juda dem Erdboden gleich machen.
Aber Gott sagt zu Ahas, dem König von Juda, durch Jesaja: „Fürchte dich nicht vor diesen qualmenden Stinkern, vor diesen rauchenden Brandscheiten, diesen beiden Königen, die da so viel Lärm machen um nichts. Fürchte dich nicht vor ihnen, denn in 65 Jahren wird Ephraim, der Norden, vorbei und weg sein. Es wird aus sein mit Israel. Es hat keine Zukunft. Die Mächtigen und Machthaber, sie bleiben nicht“, sagt Gott. „Juda, du kleines Volk da im Süden, hab keine Bange.

König Ahas, du darfst ein Zeichen wählen.“ Gott selbst spricht mit Ahas: „Wähle dir ein Zeichen!“ Aber Ahas verweigert es mit frommen Worten. Man kann mit frommen Worten Gott die Tür weisen - und das tut Ahas. Unendlich fromm klingt er:  „Ich will’s nicht fordern, damit ich Gott, den Herrn, nicht versuche!“ – Die klassische fromme Antwort: Nein, das darf man doch nicht, das tut man doch nicht. Gott, das will ich nicht, was du sagst. Und dann muss Jesaja sagen - und es ist Gericht und Verheißung zugleich: „Gott selbst wird euch ein Zeichen geben. Ahas, wenn du nicht bereit bist, dem Wort Gottes zu folgen, wenn du nicht von Gott ein Zeichen fragen willst, das Gott dir geben wird, dann will Gott selber ein Zeichen setzen: Eine Jungfrau oder eine junge Frau (das ist im Hebräischen dasselbe Wort) wird schwanger werden und einen Sohn bekommen und man wird ihn Immanuel nennen, Gott mit uns!“

 Der Name dieses Jungen, der da geboren wird irgendwo im Palast oder irgendwo in Jerusalem, der Name dieses Jungen ist selber das Zeichen. Da heißt einer: Immanuel - Gott mit uns! Und bevor dieser Knabe Immanuel erwachsen sein wird, wird das Land der beiden mächtigen Könige veröden. Und in Juda, in diesem bedrohten Ländchen im Süden, da soll es Milch, Butter und Honig geben im Überfluss. „Wenn ihr Gott vertraut“, so sagt Gott dem Ahas und seinem Volk, „dann werdet ihr in Saus und Braus leben können, im Überfluss. Und das Land der Feinde, das Land derer, die euch bedrohen und nach dem Leben trachten, wird mit Dornen und Disteln bewachsen sein. Über die Weinberge wird man Schafe und Rinder treiben“.

 Der heilige Gott lässt nicht mit sich spotten – schon damals nicht. „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“, das ist das Motto, das ist die Losung, das ist das Wort Gottes! „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!“ Ohne Glauben, ohne Vertrauen auf Gott habt ihr keine Zukunft. Ohne Ehrfurcht vor Gott, ohne Wissen um die Heiligkeit Gottes geht alles den Bach herunter. Ohne Gott, ohne Gottes Heiligkeit könnt ihr nicht leben. Das ist Jesajas Botschaft bis heute.
„Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth“, zum Erschrecken für Jesaja und doch zum Heil. Zum Erschrecken: „Weh mir, ich vergehe“, und doch zum Heil, deine Sünde ist dir vergeben.

Die Gemeinde singt EG 185.3: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth

Liebe Gemeinde, bezeichnend ist die Reaktion Gottes auf die frommen, auf die scheinbar frommen Worte des Ahas. Was sagt Gott, wo Ahas so fromm tönt, man soll Gott doch nicht versuchen? Das sagt Jesaja (7,13): „Wohlan, hört ihr vom Hause David! Ist’s euch zu wenig, dass ihr Menschen müde macht? Müsst ihr auch meinen Gott noch müde machen?“
 Man kann Gott müde machen mit frommen Worten, die man eigentlich gar nicht so meint, wo man gar nicht richtig nachgedacht hat. Wir können Gott müde machen mit dem Geplärr unserer Lieder. Wir können Gott müde machen. Meint ihr nicht, dass Gott manchmal den Adventsrummel satt hat? Die Kerzen und die Lieder? All die Verkaufsschlager, all die Werbung, all die Anzeigen, all das Geld, was da ausgegeben wird?

 „Macht doch meinen Gott nicht so müde!“, sagt Jesaja. „Wenn es euch nicht um ihn geht, um ihn, den lebendigen und heiligen Gott, wenn es euch nicht um seine Sache geht, sondern wenn es euch nur um euch selbst geht, um euren Wohlstand, euer Wohlergehen, eure gute Stimmung, dann hat das keine Zukunft.“

 Dann haben wir keine Zukunft als Kirche, als Gemeinde, als einzelne, wenn es uns nicht um den lebendigen Gott zu tun ist. Der heilige Gott beansprucht unsere Zeit und unser Leben. Er sagt nicht: Du kannst wohl eben so nebenher auch noch Christ sein. Er sagt nach, das kannst du  5 nach 12 noch wohl erledigen, in der letzten Minute deines irdischen Lebens. Der heilige Gott beansprucht unser Leben und unsere Zeit.

Jesaja sagt im Grunde, wenn du Gott los werden willst, dann tu es doch. Du kannst zwar ohne ihn leben, aber dann verbaust du dir deine eigene Zukunft. Dann wundere dich nicht, dass am Ende nur noch Dornen und Disteln wachsen, dass alles den Bach herunter geht. Dass sich fruchtbare Felder in Dornengestrüpp verwandeln, dass Millionärsvillen und feste Steinhäuser zu Steinhaufen werden, dass bewohnte Siedlungen verlassen werden. „Wundert euch nicht“, sagt Jesaja dem Volk damals. Und er sagt es uns: Wer die Heiligkeit Gottes mit Füßen tritt, wer sich über Gott, Gottes Gemeinde und Wort lustig macht, wer ihn nicht ernst nimmt, der gräbt sozusagen sein eigenes Grab und verbaut sich die eigene Zukunft.

 „Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein“, so klang es über die Felder und durch die Dörfer der ehemaligen DDR - und bald gab es sie nicht mehr. Sie ist von der Landkarte verschwunden, aufgelöst, der Bundesrepublik beigetreten!

Meint ihr nicht, dass so etwas öfter passieren kann? Kann Gott nicht  auch unser Land, ganz Westeuropa, ganz Nordamerika, die ganze westlichen Kultur auflösen? Sollte es uns besser ergehen, wenn wir uns genauso verhalten? Wir mögen wohl andere Lieder singen. Aber es gilt auch uns: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ – das ist der beschwörende Appell des Jesaja.
Das ist keine Drohung, sondern eine Einladung: Wenn ihr Zukunft haben wollt, wenn ihr etwas Gutes tun wollt für euch und eure Kinder und Enkel, für die Zukunft des Landes, dann bleibt bei diesem Gott! Dann glaubt und vertraut diesem Gott, dann hört auf ihn.
Dann hört und lebt das Programm dieses Jungen, der geboren wird. Sein Name ist das Programm: Immanuel - Gott mit uns. Wer Gott verachtet, wird einfach ausradiert von der Landkarte. In 65 Jahren ist es aus mit Ephraim und Aram. Das dauert noch eben.
Ja, das dauert noch eben, Gott schlägt nicht gleich drein, es dauert manchmal sehr, sehr lange. Aber Gott vergisst nicht, wo Menschen über ihn spotten und sich über ihn lustig machen. Gott vergisst auch nicht, wo die Kleinen unterdrückt werden, wo die Kleinen platt gewalzt werden. Gott gibt noch Zeit, Zeit der Umkehr, auch für Aram, auch für das Nordreich Israel. 65 Jahre haben sie noch Zeit, sich zu bekehren, zum Glauben zu kommen, auf das Wort des Gottes Israel zu hören. Und wenn sie es nicht tun, dann setzt Gott ihnen eine ganz deutliche Frist und Stunde.

 Ich denke, das gilt auch bei uns. Vertun wir uns nicht! Die Zeit des Wohlstands ist eine Zeit der Gnade. Es ist eine Zeit der Bekehrung. Advent ist Zeit der Buße und der Umkehr. Advent ist nicht die Zeit, wo wir es uns gut gehen lassen. Advent ist nicht die Zeit, wo wir uns ergötzen an den Dingen dieser Zeit und Erde, sondern ist die Zeit, wo wir das Wort des Jesaja hören: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth.“

 Machen wir uns nichts vor! Menschen ohne Gott und eine Welt ohne Gott haben keine Zukunft. Sie taumeln von einem Extrem ins andere, von einer Lust zur nächsten, von einem Laster zum nächsten. Die Gottlosigkeit breitet sich aus – aber Zukunft hat sie nicht.

 Machen wir uns nichts vor! Wer Gott nicht nötig hat, den hat Gott am Ende auch nicht nötig. Wer Gott loslässt, dem gibt Gott viel Zeit, aber am Ende wird Gott den auch loslassen und fallen lassen.

Juda muss in dieser Zeit noch viel leiden. Da kommen doch die umliegenden Völker, die vom Norden und die von Aram, und sie überrennen das kleine Juda. Aber "aus alledem hilft der Herr". Gottes Volk muss viel leiden, so schon bei Jesaja im Alten Testament. Aber "aus alledem hilft der Herr."

 Es ist nicht vergebens, wo einer schreit zu Gott. Es ist nicht vergebens, wo wir die Not unserer Zeit und unseres Leben, auch die Not unserer Gemeinde, die Gottlosigkeit in der Welt und auch die Gottlosigkeit in unserer Gemeinde, in unserem eigenen Leben, in den eigenen Häusern und Familien, vor Gott bringen.

 Es ist nicht vergebens, wo einer sagt: „Herr, hier bin ich, sende mich, ich will dein Bote sein.“ „So seid ihr nun nicht mehr Ferne“, so steht es im Neuen Testament bei dem Paulus. So seid ihr nun nicht mehr die Fernen, ihr seid nicht mehr die Gottlosen, sondern ihr seid Heilige, Auserwählte, Berufene, Gottesfürchtige, Gläubige, Kinder, Söhne und Töchter des lebendigen Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch den, der dann später wieder Immanuel heißt. Durch den großen Immanuel, der seinem Namen alle Ehre macht, der es überall in dieser Welt deutlich macht: Gott ist mit uns, Gott ist mitten unter uns! Er trägt den Retternamen als einziger zu Recht: „Jesus, sollst du ihn nennen, denn er wird sein Volk retten von allen ihren Sünden", aus allen ihren Nöten, aus allen ihren Bedrängnissen, aus aller Gottesferne, aus aller Finsternis, aus allen Schmerzen und aller Krankheit. Er wird sein Volk, er wird die Seinen retten durch Tod und Sterben hindurch. Er rettet, er erlöst. Er allein trägt den Jesusnamen, der durchaus ein Allerweltsname ist zu seiner Zeit, er allein trägt ihn zu Recht. Er rettet und sonst nichts und niemand. Er schenkt Erfüllung und sonst nichts und niemand.

 „Glaubt ihr nicht, dann bleibt ihr nicht!“ Oder andersherum: Glaubt es doch, dass es nichts wichtigeres gibt in dieser Welt als Gott und Gottes Wort!  Und tun wir heute doch nicht so, als gäbe es irgendetwas in unserem Leben, was wichtiger, bedeutsamer, größer oder herrlicher wäre. Glauben wir doch nicht, dass wir ohne Gott und Gottes Gegenwart, Leben, Freiheit und Erfüllung finden. Wir werden immer wieder leer zu ihm zurückkommen. Es bringt alles nichts, wenn wir ohne ihn leben. Dann bringt das ganze Leben keine Erfüllung.

 „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth und alle Lande sind seiner Ehre voll.“

 Die Engel im Himmel singen es schon, die Seraphinen. Sie singen schon, was wir kaum erahnen. Was wir uns kaum vorstellen können, alle Länder, alle Völker, die ganze Welt, alle Orte, alle Zeiten sind voll von der Ehre, von der Herrlichkeit Gottes. „Heilig, heilig, heilig, ist der Herr und alle Lande sind seiner Ehre voll“. Die ganze Erde, das ganze Weltall, der ganze Kosmos, die kleinste Zelle und die größte Einheit, voll der Ehre Gottes. Wenn wir nur schauen, wenn wir nur sehen. Auch der ganze Adventsrummel, voll der Ehre Gottes. Ja, Gott erweist seine Herrlichkeit im kleinsten und im größten Augenblick unseres Lebens.

So sehe ich Advent und Weihnachten. Dann schimpfe ich nicht mehr. Nein, die ganze Welt singt doch schon das Loblied. Es ist oft verweltlicht – wohl wahr. Es ist oft ein Rummel geworden – wohl wahr. Und doch: Über dieser ganzen Erde klingt der Name Jesus Christus, Christus ist geboren. Welt war verloren, Christ ist geboren, freue dich, freue dich Christenheit. Gottes Sohn wird Mensch, uns zu gut. Gott und Menschen vereinen sich beide, Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah? Sie werden eins, wir bei ihm und er bei uns. Eins mit dem Heiligen und Ewigen, mit dem der ohne Schuld und Sünde ist. Ein neuer Anfang, ein neues Leben hier und heute und eine neue Zukunft für alle Ewigkeit.

Wer will das weitersagen? Wer will das hineintragen in den Alltag? Was wir hier in der Kirche tun und hören, liebe Gemeinde, das ist nicht etwas Nebensächliches. Das ist lebenswichtig für uns und unsere Welt, zweimal am Sonntag. Wo wir Gottes Wort hören oder lesen, ist das lebenswichtig für uns und unsere Welt. Es muss gesagt werden. Es muss gelebt und verkündet werden. Es muss geschrieben und hinaus gerufen werden: „ Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth und alle Lande sind seiner Ehre voll!“  Und nichts und niemand ist größer als er und besser als er. Glaubt es doch und bleibt dabei und ihr werdet euch freuen an eurer und an Gottes Zukunft.

 AMEN

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