Einführung neuer Mitglieder in
den Kirchenrat
Begrüßung
Stilles Gebet, Eingangswort, Gloria, Gruß
Eingangslied: Lied
644 : 1 – 4 Vergiss nicht zu danken
dem ewigen Herrn
Gebet
Lesung: Römer 1, 1 – 7 und 13 - 17
Singen: Psalm
25 : 2 Zeige, Herr, mir deine
Wege
Singen Lied
252 : 1, 2 Jesu, der du bist
alleine
Einführung
Beiheft S. 49 - 56
Singen Psalm 134 : 1, 3 Lobt Gott, den HERRN der
Herrlichkeit
Gebet des gesamten verbleibenden Kirchenrates
Singen: Lied
250 : 2, 5 Du rufest auch noch
heutzutage
Singen Kindergottesdienst zum Muttertag
Segen
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Liebe Gemeinde, Dank,
„zuerst danke ich meinem Gott … für euch alle“ schreibt Paulus, Dank ist die
rechte Haltung für jedes Gemeindeglied und für jedes Kirchenratsmitglied: „Ich
danke meinem Gott – für euch alle.“ Bei uns ist weniger dieser Dank und die
Freude über die anderen Gemeindeglieder zu spüren. „Ich danke meinem Gott für
euch alle“ – wann sagen wir das schon?
Bei uns sind eher
Zurückhaltung oder sogar Ängste vorhanden. Angst voreinander, Angst vor der
Arbeit, die auf uns zukommt, Angst vor der Verantwortung! Ob ich wohl Zeit
genug finde? Ob ich wohl gläubig genug bin? Ob ich klug genug bin? Ob ich
beredt genug bin? Das sind einige der Fragen, die uns persönlich bewegen beim
Gemeindeaufbau, bei der Mitarbeit in der Gemeinde und insgesamt der Leitung der
Gemeinde.
Dabei gehen wir dann von uns
aus. Wir sehen auf uns selbst – und dann bleibt uns nur der Rückzug. Nein, ich
habe nicht Zeit genug. Ich bin nicht gläubig genug. Ich weiß nicht genug. Ich
kann nicht genug. Ich habe nicht genug! …
Wie oft habe ich das schon
gehört, auch hier in der Gemeinde! Zum Glück bei dieser Kirchenratswahl nicht,
dafür bin ich sehr dankbar. Wenn wir von uns ausgehen, dann sind wir zum
Scheitern verurteilt. Dann finden wir keine Kraft und keine Freimütigkeit zum
Dienst und keine Freude.
Wenn der Bauer das Pferd zum
Acker tragen muss oder mit einem großen Karren zum Acker fahren muss, dann wird
dieses Pferd den Pflug bestimmt nicht ziehen. Dann kann der Bauer besser selber
den Pflug ziehen. Pferde, die man zur Arbeit tragen muss, sind ein Widerspruch
in sich selbst. Sie sind für die Arbeit nicht viel wert.
Zur Kirchenratsarbeit und
zur Gemeindearbeit muss man als Pastor viel zu viele Menschen tragen und
schleppen. Da ist wenig Freimütigkeit und wenig Freudigkeit zum Dienst. Wenig
Spannung und Kraft und Energie! Wenig Phantasie und Opferbereitschaft! Da
findet sich viel Müdigkeit, Verzagtheit und Lauheit in vielen Diensten und
Aufgaben der Gemeinde.
Es hat sicher nicht jeder
die Gabe, eine Gruppe, einen Hauskreis oder einen Verein zu leiten. Aber es
sind doch auch nicht nur Leitungsgaben und Vorstandsgaben gefragt. Wir
benötigen in der Gemeinde Jesu alle Gaben, die es gibt – so vielfältig wie das
Leben ist. Hier ist keiner völlig unbegabt und keine ganz und gar unfähig.
Aber was wir tun? Wir
verstecken ängstlich unsere Gaben! Sonst könnte ja jemand uns bitten, sie einzusetzen für die Gemeinde und für
die Sache Jesu Christi. Wir wollen nicht auffallen – und uns nicht hervortun.
Wenn man bei uns ein Foto
von der Gemeinde machen würde – dann glaube ich, wollten alle am liebsten
hinten stehen. Ihr kennt das von Familienfotos: Alle wollen in der zweiten
Reihe stehen. Von uns möchte schon gar keiner den anderen sagen: „Stell du dich
bitte dort hin und du bitte da hin.“ Nur – auf einem Foto können nicht alle
hinten stehen!
Kirche und Glauben – sind
bei uns vielfach zur Privatsachegeworden.. Im Leben sind wir sonst schon genug
gefordert. Da bremsen wir leicht, wenn es um Kirche und Glauben geht.
Aber so bremsen wir uns
selbst aus. Der Motor unseres Lebens fängt an zu stottern, er setzt aus – und
ehe wir uns versehen, stehen wir am Rand der Piste. Die anderen ziehen an uns
vorbei – und drehen ihre Runden auf der Bahn des Lebens und der Bahn des
Glaubens.
Christ sein „light“ – Christ
sein ohne Verpflichtungen, ohne Aufgaben, ohne Mitarbeit in der Gemeinde, ohne
Aktivitäten für Christus und sein Reich. Christ sein, sozusagen im Verborgenen,
im Stillen, im Kämmerlein nur für uns selbst, das mögen viele.
Aber das kann nicht gut
gehen. Wenn wir uns schämen für unseren Glauben, wenn wir uns schämen für Jesus
Christus – dann schämt er sich für uns. Wenn wir uns von ihm zurückziehen, dann
zieht er sich auch zurück. Wenn wir ihn ausklammern aus unserem Leben und
unserer Welt, dann klammert er uns aus seinem Reich. Es gibt also kein
Christsein auf Sparflamme oder im Energie-Sparmodus.
Wer sich viel einbringt und
wer viel mitarbeitet, empfängt auch viel zurück. Wer sich wenig einbringt und
wenig mitmacht, empfängt auch wenig.
Bei den Römern wird das ganz
deutlich. „Ich danke meinem Gott für euch alle“, schreibt Paulus. Nicht weil
ihr so zurückhaltend seid und so unauffällig. Auch nicht, weil ihr so nette
Bürger und Menschen seid. „Ich danke meinem Gott für euch alle.“ Weswegen? Weil
„man von eurem Glauben spricht in alle Welt“.
Also: Dankeschön, liebe Römer,
weil ihr den Glauben nicht verschweigt, sondern ihn bezeugt und bekannt macht.
Dankeschön, weil ihr nicht nur leere Worte macht, sondern weil ihr in der
Hauptstadt des Reiches es wagt, eine christliche Gemeinde zu bauen. Weil ihr an
die Öffentlichkeit geht. Weil man von eurem Glauben in aller Welt spricht. Weil
ihr Phantasie entwickelt, Neues wagt und auf Menschen zugeht im Namen Jesu.
Phantasie brauchen wir für
Gott und Gottes Sache. So wie ein kleiner Junge sie hatte. Ich las die
Geschichte gerade heute morgen auf einem Kalenderblatt. Da führt ein kleiner
Junger mit seinem Roller immer rund um den Altar oder den Abendmahlstisch vorne
in der Kirche. Der Pastor kommt herein und weiß gar nicht, was das soll. Er
fragt völlig erstaunt: „Junge, was machst du denn da?“ Und der kleine Knirps
erwidert ganz fröhlich: „Ich drehe Ehrenrunden für Gott!“ Solche Liebe und
solche Phantasie braucht die Gemeinde.
Ich möchte gerne zu euch
kommen, fährt Paulus in Römer 1 fort, und ich möchte euch gerne stärken durch
die Gaben, die Christus mir geschenkt hat. Wenn ich euch stärke, heißt das,
„dass ich zusammen mit euch getröstet werde durch euren und meinen Glauben, den
wir miteinander haben“.
Ein geteilter und
mitgeteilter Glaube, ein gemeinsam erlebter Glaube, ein ausgesprochener und
ausgedrückter Glaube, ein Glaube der Form und Gestalt gewinnt, der Amt und
Aufgabe annimmt, so ein Glaube, der sich selbst gibt und einsetzt für andere,
der wird gestärkt.
Es ist in der Kirche wie in
der „Muckibude“, wie beim Fitnesstraining oder beim Sport. Wer sich da schont,
wer dort alle Aufgaben den anderen überlässt, der wird niemals stark, sportlich
oder fit. Du musst trainieren, die Bälle annehmen und schießen oder werfen. Du
wirst beim Fußball manches Mal am Tor vorbeischießen. Aber je öfter du schießt,
desto sicherer wirst du – und desto mehr Bälle gehen ins Tor.
Das ist in der Kirche nicht
anders. So lange du am Spielfeld stehst und nur zuschaust und zuhörst, bekommst
du keinen Ball ins Tor. Es müsste unser aller Verlangen sein, mitzuspielen,
mitzukämpfen, auf dem Spielfeld zu stehen und nicht auf der Bank zu sitzen.
Hier geht es ja nicht nur um
einen Ball, der ins Tor soll. Hier geht es um die Sache Jesu Christi, um sein
Reich, seine Gnade, sein Heil, seine Vergebung, seinen Frieden, die Menschen
erreichen und erfüllen wollen.
Wir sind alle gute Spieler –
aber wir sitzen häufig auf der Bank – und da wollen wir gerne bleiben. Im
Training gibt es wohl mal einen Bänderriss oder nachher einen Muskelkater. Wer trainiert, ist wohl mal
außer Atem. Aber er spürt auch, wie die Luft seine Lungen füllt, und wie seine
Kräfte wachsen und wie seine Zielsicherheit zunimmt.
Du musst deine geistlichen
Gaben einsetzen, um andere zu stärken. Jeder und jede von uns kann seine und
ihre Gaben einsetzen für die anderen. Dann werden wir ihr durch den gemeinsamen
Glauben an Jesus Christus und im Vertrauen auf ihn getröstet und gestärkt.
Um im Bild dieser Predigt zu
bleiben: Der Kirchenrat ist ein wenig wie der Trainer der Gemeinde, damit wir
alle als Mannschaft viele Tore schießen – für Jesus Christus und seine Sache.
Damit wir Menschen gewinnen. Der Trainer kann das Spiel allein nicht gewinnen.
Es nützt auch nicht, wenn er aufs Feld rennt und die Arbeit seiner Spieler
übernimmt. Er muss die gesamte Mannschaft im Blick haben, sie kennen und ihre
Stärken an der richtigen Stelle einsetzen.
Gott gebe uns viel Liebe und
Freundlichkeit – und den Mut, unseren Mund aufzumachen und zuzupacken, wo er
uns Gaben und Möglichkeiten gegeben hat. Ich würde mich freuen, wenn man vom
Glauben der altreformierten Hoogsteder Gemeinde noch mehr sprechen würde in der
Welt. Man spricht durchaus davon, von den vielen Besuchen bei den Gefangenen,
die schon seit Jahrzehnten jedes Woche gebracht werden; von den Hauskreisen und ihrer engen
Gemeinschaft; von den Konfirmanden und ihrem Lerneifer; von den vielen
Besuchern jeden Sonntag in den Gottesdiensten oder von den finanziellen Gaben
und Opfern.
Es kann noch mehr und weiterhin
deutlich werden: Das alles geschieht für Jesus Christus. Weil er uns berufen
hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht, wollen wir als Kirchenrat
und Gemeinde auch andere rufen und ziehen, und sehen, ob wir sie nicht für
Christus gewinnen können.
Dazu sind auch die Diakone
in der Gemeinde tätig. Dafür halten wir Sammlungen und Kollekten. Dafür bekommt
hier oder da innerhalb und außerhalb der Gemeinde auch jemand Unterstützung von
der Diakonie. Denn wir sind Glieder an dem einen Leib Christi.
„Ich schäme mich des
Evangeliums von Jesus Christus nicht. Denn es ist eine Kraft Gottes, die selig
macht, alle, die daran glauben“, schreibt Paulus. Ich wünsche euch allen und
dem Kirchenrat in besonderer Weise diese Kraft Gottes.
Er überwindet unsere Zurückhaltung
und unsere angeborene Ängstlichkeit. Er macht uns zu Zeugen und Boten des
Auferstandenen – hier und heute. So wächst der Glaube. So blüht die Gemeinde,
wo wir aus dem Glauben an Jesus Christus und aus seiner Kraft leben und die
Gaben, die Gott uns gibt, nutzen und einsetzen. Ihr werdet merken: Es geht mit
jedem Tag besser.
Ich danke meinem Gott für
euch alle, dass man von eurem Glauben in aller Welt spricht. Ich bete für euch
und möchte gerne diesen Glauben an Jesus Christus mit euch teilen. Ich schäme
mich nicht für Jesus Christus. So ungefähr schreibt Paulus.
Er gibt uns darin eine gute
Anleitung und gute Grundregeln für die Arbeit als Kirchenrat und Gemeinde.
Amen.