Ungarn fühlen sich wohl in der Grafschaft

BESUCH  Partnerschaft mit Altreformierten verbindendes Element in Budapest

 

Hoogstede/ GN -  42 Männer, Frauen und Jugendliche aus zwei Gemeinden der ungarischen Hauptstadt Budapest haben in der vergangen Woche die Grafschaft besucht.Die Ungarn unterhalten seit 1992 eine Partnerschaft mit der altreformierten Gemeinde Hoogstede, wo sie in Gastfamilien untergebracht waren. Höhepunkt der Begegnung war eine Fahrt auf die niederländische Insel Ameland.

Zur homepage von Pastor Dr. Beuker

 

Ein Höhepunkt der Begegnung war die Fahrt von 30 Hoogstedern, die gemeinsame mit den Ungarn am Dienstag die niederländische Insel Ameland besuchten. Der Tag war lang und dauerte von 7.30 Uhr bis 22.00 Uhr. Zwei Bullis und ein überfüllter Bus waren nötig.

Schon vor Wochen hatten die Ungarn den Wunsch geäußert, einmal eine Nordseeinsel zu besuchen. Die Wahl fiel auf Ameland, so Pastor Dr. Beuker von der altreformierten Gemeinde, weil diese Insel am einfachsten zu erreichen und von den Gezeiten unabhängig.

Etwa zwanzig Jugendliche ließen es sich trotz durchwachsenen Wetters nicht nehmen: Sie schwammen zum ersten Mal in der salzhaltigen Nordsee.

Am Samstag, dem 16.08.03 trafen die Budapester nach zwei Tagen Busfahrt in Hoogstede ein. Sie übernachten bei der An- und Abreise in Süddeutschland. 18 Teilnehmer sind zum ersten Mal in Hoogstede, etwa zehn davon zum ersten Mal in Deutschland. Ihnen gefallen besonders die gepflegte Landschaft und die guterhaltenen historischen Denkmähler.

Die 20-jährige Andrea Szabo war überrascht davon, dass die Mitglieder ihrer Gastfamilie bei den Mahlzeiten meistens gemeinsam am Tisch sitzen. Das gebe es in Budapest nur noch ganz selten, berichtete sie. Der angehende Mediziner Dániel Veres und der künftige Historiker Àron Fülöp wie auch Chefredakteur György Szabó und sein Sohn David zeigten sich bei Hofbesuchen beeindruckt von der Landwirtschaft in der Region. Für alle gehörte ein Abstecher auf den Arendshof in Eschebrügge zum Besuchsprogramm. Außerdem genossen die Gäste eine Fahrt auf allen Schmugglerpfaden mit Bernd Stegink als Führer sowie eine Rundreise über Uelsen, Hesingen und Lage nach Ootmarsum.

 

Motor der Partnerschaft ist der Architekt György Békefi. Er hatte seine Frau und zwei Kinder mitgebracht. Békefi übersetzte am Sonntag die Predigt von Pastor i.R. Zoltán Déak. Dabei war auch der Hauptpastor der Muttergemeinde, Gábor Füstos. Für die musikalische Begleitung des Gottesdienstes sorgte die Kurrende aus Drebach. Jugendliche dieser Gemeinde aus dem Erzgebirge in Sachsen, die Partnergemeinde der Lutheraner in Emlichheim und Hoogstede ist, musizierten und sangen im ersten gemeinsamen lutherisch-altreformierten Sonntagsgottesdienst, der am 17.08.03 gefeiert wurde. „Musik ist eine Sprache, die man in allen Sprachen versteht“, meint Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker, der gemeinsam mit Reinhard Golde und den Kirchenvorständen das Treffen geplant hatte.

 

Außerdem besuchte die Gruppe die Lebenshilfe in Nordhorn. Seit einigen Jahren wächst bei beiden Partnern das Interesse an den diakonischen Einrichtungen der jeweils anderen Kirche. Im vergangenen Herbst hatten de Hoogsteder bei ihrem Besuch in Budapest ein ähnliches Werk besichtigt.

Zum ersten Mal seit dem Beginn der Partnerschaft gab es eine gemeinsame ungarisch-deutsche Kirchenratssitzung in Hoogstede. Vier Mitglieder der Gemeinde Csillaghegy und ein Vertreter von Békásmegyer sowie sieben Hoogsteder nahmen daran teil. Die Ungarn berichteten, dass die Tochtergemeinde Békásmegyer rapide wachse, während die Muttergemeinde Csillaghegy einen Rückgang erlebe. Außerdem bringe der Wechsel in der Generation der Pastoren Veränderungen mit sich. Bis vor einem Jahr leitete der heute 71-jährige Zoltán Déak als Hauptpastor die Gemeinde, sein Nachfolger Gábor Füstös ist nur halb so alt.

Die Hoogsteder berichteten ebenfalls von Startschwierigkeiten der eigenen Gemeinde in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung in 1953. Sie regten regelmäßige gemeinsame Kirchenratssitzungen der beiden Budapester Partner an. Nach Békefis Worten ist die Beziehung nach Hoogstede ein verbindendes Element zwischen Mutter- und Tochtergemeinde. Auch die Besucher in Hoogstede stammen ungefähr je zur Hälfte aus beiden Gemeinden. Deutsche und Ungarn beschlossen, in Zukunft jährlich eine gemeinsame Kirchenratssitzung zu halten, ein Jahr in Budapest, das andere Jahr in Hoogstede.

Am Donnerstag gab es ein Gemeinde- und Bibelgespräch mit vier bis acht Dolmetschern.  Nach einer Radtour, einer Kutschfahrt und einem Volleyballturnierging der Besuch mit einem gemeinsamen Grillabend zuende.

 

Der ursprünglichere und ausführlichere Bericht findet sich auf

www.altreformiert.de

unter dem Link „Der Grenzbote“ Beitrag vom 31.08.03