Meldung

Grafschafter Nachrichten, 17.08.01, S. 17

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Die Landkarte macht uns ein wenig traurig

 

Altreformierte Gemeinde Hoogstede pflegt seit zehn Jahren Partnerschaft mit Reformierten in Ungarn

 

Seit zehn Jahren gibt es die Partnerschaft zwischen der altreformierten Gemeinde Hoogstede und der reformierten Gemeinde im Budapester Stadtteil Békásmegyer. Nachdem dort dank finanzieller Hilfe aus Deutschland ein neues Gemeindezentrum gebaut werden konnte, waren in dieser Woche 35 Ungarn zu Gast in der Grafschaft, um sich zu bedanken und die Partnerschaft zu pflegen.

 

gn Hoogstede. „Die Landkarte macht uns ein wenig traurig, da die Entfernung zwischen uns und euch zu groß ist.“ Mit diesen Worten beschrieb der reformierte Pastor Dr. Peter Buday aus Budapest vor einiger Zeit sein Verhältnis zur altreformierten Gemeinde in Hoogstede. Die offizielle Partnerschaft der beiden Gemeinden besteht seit 1991. Das gesellschaftliche Klima in Ungarn hat sich in den letzten zehn Jahren merklich verbessert.

Zur Jahreswende konnte in Budapest in einer Filialgemeinde ein eigenes kirchliches Zentrum für 300 Besucher in Betrieb genommen werden. Zur Einweihung am 16. Juni 2001 waren auch sechs Vertreter aus Hoogstede angereist. Der stellvertretende Vorsitzende des Hoogsteder Kirchenrats, Alfred Schepers, überbrachte zu diesem Anlass Grüße und Geschenke aus der Grafschaft Bentheim. Insgesamt gibt es über 40 reformierte Gemeinden in der Zwei-Millionen-Stadt Budapest. Etwa 20 Prozent der zehn Millionen Ungarn gehören der reformierten Kirche an.

 

Das Kirchenzentrum in Budapest-Békásmegyer ist mit Unterstützung der altreformierten Gemeinde Hoogstede und der Synode der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen entstanden. Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (Aktion Hoffnung für Osteuropa) unterstützte die Aktion mit 150.000 Mark. Für die korrekte Abrechnung und Verwendung der Gelder zeichneten die Altreformierten aus Hoogstede verantwortlich. Sie halfen auch mit einem zinslosen Darlehen in Höhe von noch einmal 150.000 Mark aus, die noch an der Bausumme von fast einer Million Mark fehlten.

Mit dem Neubau des Kirchenzentrums geht für den Architekten György Békefi ein Traum in Erfüllung. Im Kulturhaus des Stadtteils war die wachsende Arbeit der Gemeinde nicht mehr zu leisten, zumal es sich um einen sozialen Brennpunkt der Metropole handelt. In der Gemeinde geht es nicht nur um Seelsorge und Verkündigung, sondern vielfach auch um praktische Lebenshilfe und Beratung. In dem Zentrum gibt es regelmäßige Sprechstunden des Pastoren, der notfalls auch an andere Einrichtungen weiter verweisen kann.

 

Um sich für die Unterstützung aus der Grafschaft zu bedanken und die Partnerschaft mit neuem Leben zu erfüllen, waren in dieser Woche 35 Budapester zu Gast in Hoogstede, 15 waren zum ersten Mal dabei. Jeweils ein Drittel kam aus der Muttergemeinde Budapest-Csillaghegy und der Filialgemeinde Békásmegyer. Die anderen waren Bekannte und Freunde der Gemeindeglieder. Zum fünften Mal war der Kurator der Budapester Gemeinde, György Békefi, mit dabei. Er gilt als Motor der Begegnungen.

„Immer mehr Budapester sprechen sehr gut Deutsch“, stellte Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker fest. In diesem Jahr war es erstmals möglich, sich mit sechs Übersetzern in drei Gruppen und Themenstellungen über kirchliches und gesellschaftliches Leben in Ungarn und Deutschland auszutauschen. Besonders interessieren Beuker Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Jugendarbeit und -kultur beider Länder.

 

Nach der Ankunft am Sonnabend wirkten die Gäste zunächst im Gottesdienst mit. Am Montag besuchten Ungarn und Deutsche ein biblisches Freilichtmuseum im niederländischen Nijmegen. Am Dienstag stand eine Stadtführung in Osnabrück und ein Besuch der Burg Bentheim auf dem Programm. Am Mittwoch und Donnerstag machten Gäste und Gastgeber eine Radtour und einen Besuch auf einem Bauernhof. Ferner nahmen sie an einem Seniorennachmittag des SV Hoogstede und am altreformierten Gemeindeabend mit anschließendem Grillen teil. Außerdem unternahmen sie eine Rundfahrt durch die Grafschaft Bentheim. Heute morgen heißt es dann schon wieder Abschied nehmen.

 

Mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland entstand im Budapester Stadtteil Békásmegyer ein neues Gemeindezentrum für 300 Besucher.

 

Kurator György Békefi

 

 

 

Pastor Dr. Peter Buday

 

 

 

Besucher und Gäste im Jahre 2001 auf dem Hof Krans