Meldung in den

Grafschafter Nachrichten vom 29.08.01, S. 19

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Indonesier zu Gast in Hoogstede

Altreformierte pflegen Austausch mit Gemeinden aus Sumba

 

gn Hoogstede. Nach dem Besuch einer Gruppe aus der ungarischen Partnergemeinde in Budapest haben in der vergangenen Woche neun Indonesier die altreformierte Kirchengemeinde Hoogstede besucht. Die altreformierte Kirche unterhält seit 1922 eine Mission auf der ostindonesischen Insel Sumba. Seit Anfang der 60er Jahre hat sich die Anzahl der Christen auf 250.000 verzehnfacht. Weitere 130.000 erhalten zur Zeit Taufuntericht.

Bis in den 60er Jahre reichen auch die Kontakte der Altreformierten aus der Grafschaft und der protestantischen Kirche auf Sumba zurück. Damals traten drei Familien den Dienst in der Mission an. Heinrich und Femmy Baarlink, Bernhard und Grete Alsmeier sowie Heinz und Jannie Alsmeier haben jeweils für einige Jahre am Aufbau der noch jungen Kirche mitgewirkt. Seitdem haben sich mehrfach Privatpersonen oder offizielle Delegationen gegenseitig besucht. Pastor Fritz Baarlink aus Veldhausen, der selbst seine Kindheit auf Sumba verbrachte, ist heute Missionsbeauftragter seiner Kirche.

Die indonesischen Gäste verbrachten ihre ersten Tage in Europa unter der Obhut von Fachleuten, die sie auf Land und Leute einstimmten und mit westeuropäischen Gewohnheiten vertraut machten. Zur Gruppe gehören zwei Landwirte, zwei Lehrerinnen, zwei Mitarbeiter staatlicher Verwaltungen und Mitarbeiter aus dem Umweltschutzbereich. Die Kontakte zwischen den altreformierten Gemeinden in der Grafschaft Bentheim und Ostfriesland dienen vor allem dazu, die kirchlichen Kontakte nach Indonesien zu vertiefen.

 

Anmerkung G.J. Beuker:

Der obige Artikel enthält einige Unrichtigkeiten, die die Redaktion zu verantworten hat.

Nachfolgende Informationen sind den GN eine Woche vor Erscheinen des Artikels zugegangen.

 

 

Indonesische Delegation zu Gast

Altreformierte seit 1922 auf Sumba aktiv

 

Die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen unterhält seit Jahrzehnten enge Kontakte zur Insel Sumba in Ostindonesien. Auf dieser Insel spielt der Islam keine Rolle, die Kirche dagegen findet unter den Anhängern eines Ahnenkultes einen starken Zulauf. Gerade junge Leute interessieren sich für den christlichen Glauben, so dass diese Kirche ihre Gliderzahl in 40 Jahren auf 250.000 verzehnfachen konnte. Weitere 130.00 erhalten zur Zeit Taufunterricht. Neun junge Erwachsene dieser Kirche nutzen einen Partnerschaftsaustausch mit den Niederlanden, um einige Tage auch die Altreformierten in der Grafschaft und in Ostfriesland zu besuchen.

 

 

Am Dienstag Mittag (22.8.01) kamen neun Indonesier, sechs Männer und drei Frauen, im Alter von 24 bis 40 Jahren in Veldhausen an. Zuvor waren sie seit dem 31.7.01 im Gebiet von Maas und Waal, südwestlich von Nijmegen in den Niederlanden gewesen. Im Sommer 2000 waren sechs Jugendliche aus jenen Gemeinden für einige Wochen auf der indonesischen Insel Sumba zu Gast. Sie erlebten dort den großen kulturellen und wirtschaftlichen Unterschied gegenüber ihrer Heimat. Von diesem Kulturschock blieben auch die neun Indonesier jetzt bei ihrem Gegenbesuch nicht verschont. Zwar verbrachten sie ihre ersten Tage in Europa in Obhut von Fachleuten, die sie auf Land und Leute einstimmten und mit westeuropäischen Gewohnheiten vertraut machten. Aber das Tempo des täglichen Lebens ist den Gästen entschieden zu hoch.

 

Pastor Fritz Baarlink konnte am Dienstag in Veldhausen u.a. den Jugendreferenten der Protestantischen Kirche von Sumba, Pastor Agustinus Ratundima begrüssen. In den Niederlanden standen vor allem Fragen des Umweltschutzes im Mittelpunkt.  Zur Gruppe gehören zwei Landwirte, zwei Lehrerinnen, zwei Mitarbeiter von staatlichen Kreisverwaltungen und Mitarbeiter aus dem Umweltschutzbereich.

Die Kontakte zwischen den Altreformierten der Grafschaft Bentheim und der protestantischen Kirche auf Sumba wurde in den 60er Jahren intensiviert, als drei Familien den Dienst in der Mission antraten. Heinrich und Femmy Baarlink, Bernhard und Grete Alsmeier sowie Heinz und Janni Alsmeier haben jeweils für einige Jahre am Aufbau der noch jungen Kirche mitgewirkt. Seitdem haben sich mehrfach Privatpersonen oder offizielle Delegationen gegenseitig besucht.

 

In der Grafschaft Bentheim und anschließend in Ostfriesland sollen vor allem die bestehenden kirchlichen Kontakte vertieft werden. Pastor Fritz Baarlink, der selbst seine Kindheit auf Sumba verbrachte, ist heute Missionsbeauftragter seiner Kirche. Für ihn sind die Begegnungen sehr wichtig, weil sie zum gegenseitigen Verständnis der Kulturen beitragen, wie er in seiner Begrüßung sagte.

Pastor Dr. Beuker, Vorsitzender der Synode der Evangelisch-altreformierten Kirche, begrüßte im Namen der Synode und des Synodalverbandes die Gäste und informierte sie über Kirchen und kirchliches Leben in Deutschland.

Die Sumbanesen sind bis Freitag in Emlichheim, Veldhausen, Nordhorn und Bad Bentheim untergebracht. Auf dem Programm stehen Besuche bei der Lebenshilfe in Nordhorn und der Burg Bentheim. Die altreformierte Gemeinde Emlichheim wird am Mittwoch Abend ihre inner- und übergemeindlichen Aktivitäten vorstellen, einen Tag später ist in Veldhausen eine Begegnung mit Vertretern der Missionskreis aller altreformierten Gemeinden geplant.

Von Freitag bis Montag werden die Indonesier Ostfriesland bereisen und auch die Meyer-Werft in Papenburg besuchen, die viele Passagierschiffe für Indonesien gefertigt hat. Der Rückflug nach Jakarta soll am Montag von Amsterdam aus erfolgen.

 

Zur Information: die Jahreszahlen der altreformierten  Mitarbeiter auf Sumba

Wiebe van Dijk, 1923-1946 West-Sumba
Heinrich und Femmy Baarlink, 1960-1967 Payeti sowie 1992 – 1995 in Salatiga
Bernhard und Grete Alsmeier, 1962-1966 Lewa
Heinrich und Janni Alsmeier, 1962-1963 Waikabubak

 

 

Foto:

Gastgeber und indonesische Gäste in Veldhausen

rechts vorne Pastor Agustinus Ratundima, rechts außen Prof. Dr. Heinrich Baarlink,

 

 

Informationen über Sumba via Internet

Sumba, eine isolierte Insel
Es gibt eine Telefonverbindung auf Sumba - allerdings nur mit der Hauptstadt Waingapu im Osten und mit dem Ort Waitabula im Westen. Internet und e-mails haben noch keinen Einzug gehalten. Die Bewohner der abgelegenen Insel im indonesischen Archipel werden über die jüngsten Ereignisse im fernen Jakarta oder auch auf der mehr in der Nähe gelegenen Insel Timor kaum informiert. Der Nachrichtenaustausch ist gering.

schreibt Wilhelm Vennegeerts in „Der Grenzbote“ im November 1999.

 

Die Insel Sumba zählt zu den wenig entwickelten Teilen des insgesamt 8000 Inseln umfassenden Staates Indonesien. Auf der Insel prallen eine moderne und eine fast steinzeitliche Kultur aufeinander. Einige Häuser sind mit Parabolantennen zum Empfang von Fernsehprogrammen ausgestattet, andere haben sich in den letzten 1000 Jahren scheinbar nicht verändert. Viele Handwerker sind Weber, Schreiner und Maurer. Sie arbeiten fast alle noch mit sehr einfachen Werkzeugen. Elektrische Hilfen sind kaum bekannt. Bretter werden mit Handsägen aus den Bäumen heraus getrennt, Webstühle per Hand betrieben.

 

Die Insel hat eine Grösse von 11000 km² und ca. 400'000 Einwohner. Der grösste Teil der Insel wird von einer savannenähnlichen Landschaft geprägt. Hier werden die berühmten, kräftigen Kleinpferde gezüchtet und ein Handel mit Sandelholz und Zimt betrieben. Die schönsten Ikat-Stoffe stammen von dieser Insel. Beeindruckend sind die Skulpturen und altmegalitischen Dörfer. Der grösste Teil der Bevölkerung bekennt sich zum Islam.

 

 

Holz ist eines der Exportgüter der Kleinen Sunda-Insel Sumba in Indonesien. Ihr Hauptort Waingapu ist Umschlagplatz für die landwirtschaftlichen Produkte aus der Umgebung, wie Reis, Mais, Tabak und Kopra. Die Sunda-Insel mit der steilen Felsküste wurde im 16. Jahrhundert erstmals von Europäern betreten. Der Name Sumba bedeutet im Deutschen Sandelholzinsel und geht auf die vielen Sandelholzbäume zurück, die es einst auf der Insel gab.