Herbstsynode 2004

    20. November 2004

    Die 24. Generalversammlung des Reformierten Weltbundes in Accra /Ghana steht im Mittelpunkt der diesjährigen Herbstsynode. Pastor Bernd Roters und Silke Rath, Abgeordnete der Reformierten Kirche zu unserer Synode, berichten von ihren Erfahrungen in Accra. Die Verhandlungen mit der Protestantischen Kirche in den Niederlanden bezüglich der Versicherungen unserer Kirche ist ein weiterer Hauptpunkt dieser Synode. Der Ausschuss für Kindergottesdienst und Jugendarbeit legt einen ausführlichen Bericht seiner Arbeit vor. Die Vorbereitungen zur Erstellung eines neuen Gemeindebuches setzen sich fort.

    Aus dem Moderamen

    Zum ersten Mal entsendet die Protestantische Kirche in den Niederlanden eine stimmberechtigte Abgeordnete zu unserer Synode. Schwester E. de Haan-Verduyn hat den weiten Weg aus Maastricht angetreten, um ihre Kirche zu vertreten. Bruder D. Wiggers nimmt zum ersten Mal als Jugendpastor mit beratender Stimme an der Synode teil.

    Verwaltung und Planung: Haushaltspläne für 2005

    Für die Synodekasse wird der Bedarf für 2005 auf 52.000,- € veranschlagt. Das sind 9.000,- € weniger als im laufenden Jahr. In dem Ansatz sind die allgemeinen Verwaltungskosten in Höhe von 28.000,- € und die Personalkosten für den Jugendpastor in Höhe von 24.000,- € enthalten. Die Reduktion ist auf die verminderte Umlage der "Algemene Kas Geref. Kerken" zurückzuführen.

    Für die Unterstützung der sog. Zuschussgemeinden wie für die Finanzierung der Kinderzulagen ist voraussichtlich ein Betrag von 80.000,- € auf die Gemeinden in die Kasse Gegenseitige Hilfe umzulegen.

    Der vorliegende Haushaltsplan für die Pensionskasse geht von einem Bedarf von 274.000,- € aus; das sind 48.000,- € weniger als für 2004. Die Reduzierung des Bedarfs für 2005 ist in erster Linie auf eine Gesetzesänderung in den Niederlanden zurückzuführen. Zukünftig wird im Krankheitsfall ab der siebten Woche kein Krankengeld mehr gezahlt. Das Herausnehmen dieser Versicherungsleistung für die Gemeinden entlastet die Pensionskasse um 33.800,- €.

    • Die Synode beschließt die vorgeschlagenen Haushaltsansätze für das Jahr 2005.

    Urlaubsgeld/Weihnachtsgeld

    Angesichts der enger werdenden finanziellen Möglichkeiten soll das Urlaubsgeld für Pastoren ab 2005 nicht mehr gezahlt werden. Die Zahlung eines zusätzlichen Gehaltes zu Weihnachten wird fortgesetzt, weil ein durchgehender Vergleich mit dem öffentlichen Dienst nicht immer möglich ist. Die Synode schließt sich den Ausführungen an und beschließt:

    • Die Streichung des Urlaubsgeldes und die Beibehaltung des Weihnachtsgeldes wird umgesetzt.

    Sachkosten Jugendpastor

    Es wird für wenig praktikabel gehalten, die Sachkosten für den Jugendpastor über die Kasse "Kirchliches Schrifttum" abzurechnen. Die Kasse für diese Sachkosten sollte ähnlich wie die Kasse für die Rumänienhilfe von der Gemeinde Veldhausen verantwortet werden. Die Kassenprüfung erfolgt ebenfalls so wie die Prüfung der Rumänienkasse durch die Gemeinde Veldhausen.

    • Die Synode stimmt mit dieser Sichtweise des Verwaltungsausschusses überein. Sie legt Nachdruck darauf, dass die öffentliche Einsicht hergestellt werden muss. Der Ausschuss für Kindergottesdienst und Jugendarbeit, dem diese Kasse zugeordnet ist, wird dafür sorgen.

    Pensionskasse

    Für die Pensionszahlungen wird es eine wesentliche Änderung geben. Die Abrechnung der Pensionen sowie die Zahlungen an die Pensionäre werden aller Voraussicht nach ab 2005 durch die niederländischen Gremien direkt erfolgen. Pensionszulagen – insbesondere Zuschüsse zu den Krankenversicherungsbeiträgen – sind dann nicht mehr möglich. Jetzige Pensionäre sind von dieser Regelung nicht betroffen. Alle zukünftigen Pensionäre werden eine Minderung ihrer Pension in Höhe der Hälfte des zu zahlenden Krankenversicherungsbeitrages bekommen.

    • Dieser Abwicklung der Pensionszahlungen mit der daraus resultierenden Pensionskürzung für zukünftige Pensionäre stimmt die Synode zu.

    Ecclesia-Versicherung

    Seit einigen Jahren besteht ein Versicherungsschutz für hauptamtliche, nebenamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter der Ev.-altreformierten Kirche, sofern sie sich auf einer Dienstfahrt befinden. Dieser Versicherungsschutz erstreckt sich auf Unfallschäden, die bei der Ausübung der Dienste der Mitarbeiter für die Gemeinden entstehen. Die Ecclesia-Versicherung hat – aufgrund zahlreicher Schadensmeldungen aus dem Bereich der Ev.-altreformierten Kirche – den Jahresbeitrag von 1840,- € auf 2000,- € sowie die Selbstbeteiligung in Schadensfällen von 150,- € auf 300,- € erhöht.

    • Die Synode beschließt, dass die Selbstbeteiligung in Schadensfällen nicht durch die Synode getragen werden kann. Es bleibt den Gemeinden oder Synodalverbänden vorbehalten, diese Kosten für ihre Mitarbeiter zu übernehmen.

    • Zudem weist die Synode nachdrücklich darauf hin, dass dieser Versicherungsschutz nur für Dienstfahrten in Anspruch genommen werden kann.

    Beiträge für die Synodekasse

    Der VPA weist darauf hin, dass die Beiträge für die Synodekasse vierteljährlich abzuführen sind.

    • Diesem Hinweis schließt sich die Synode an und sie bittet die Gemeinden, entsprechend zu verfahren.

    Verhandlungen über Versicherungen

    Der VPA berichtet von den Verhandlungen, die zur Zeit mit den entsprechenden Stellen der Protestantischen Kirche in den Niederlanden bezüglich der zukünftigen Altersversorgung der Pastoren und dem so genannten Wartegeld geführt werden. Zudem weist der VPA auf seine Bemühungen hin, Zusatzversicherungen für die Gemeinden bei längerer Erkrankung von Pastoren ausfindig zu machen, da diese Regelung in den Niederlanden entfallen ist.

    • Die Synode nimmt den Stand der Verhandlungen dankend zur Kenntnis und wünscht dem VPA Freude und gutes Gelingen bei ihren Bemühungen.

    • Sie erklärt sich bereit, sollten die Verhandlungen dies als nötig erweisen, eine Sondersynode einzuberufen.

    Missionsausschuss: Besuch aus Sumba

    Der Missionsausschuss setzt die Synode vom Stand der Vorbereitung des Besuches einer Delegation aus Sumba in Kenntnis. Es haben sich sechs Personen aus Sumba gefunden, die im Frühjahr 2005 den Bereich der Ev.-altreformierten Kirche besuchen werden. Dieser Besuch wird zur Zeit durch den Missionsausschuss vorbereitet. Zugleich kommen die Ausschüsse für Mission, für Diakonie und für Kirche und Theologie ihrem Auftrag nach, Gespräche mit der Delegation über die Themen von Accra vorzubereiten.

    • Die Freude über diesen Besuch bringt die Synode zum Ausdruck. Sie wünscht den Vorbereitenden gutes Gelingen.

    Diakonieausschuss: Kollektenplan 2005

    • Der Ausschuss legt der Synode folgenden Kollektenplan für das Jahr 2005 vor, dem die Synode zustimmt:

    Januar – Kirchliches Schrifttum
    Februar – Jugendpastor (Sachkosten)
    März – Innere Mission
    April – Öffentlichkeitsarbeit (Kirchentag, Ausstellungsmaterialien etc.)
    Mai (Pfingsten) – Äußere Mission
    Juni – Jugendbund und Freizeiten
    August – Bauhilfskasse
    September – Aus- und Fortbildung
    Oktober – Reformierte Kirchen in Osteuropa
    November – Äußere Mission
    Dezember (Weihnachten) – Brot für die Welt

    Der Ausschuss weist darauf hin, dass die Synode im vergangenen Jahr den Gemeinden nahe gelegt hat, für das Aktionsbündnis gegen AIDS in den Jahren 2004 und 2005 zu kollektieren.

    • Die Synode bekräftigt diesen Hinweis und verweist auf die im vergangenen Jahr ausgegebenen Kollektenempfehlungen, die auch für das Jahr 2005 Gültigkeit besitzen.

    Der Ausschuss erläutert den vorliegenden Kollektenplan durch zwei Hinweise: Aufgrund eines Antrages an die Bauhilfskasse, die keinen nennenswerten Bestand aufweist, muss die Kollekte für diese Kasse wieder eingeführt werden. Auf dem Kirchentag 2005 wird unsere Kirche mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten sein. Ein Teil der Kollekte vom April 2005 soll für die Präsentation unserer Kirche dort Verwendung finden, der Rest wird für die Finanzierung des Kirchentages insgesamt zur Verfügung gestellt.

    • Dankend nimmt die Synode die ergänzenden Hinweise des Ausschusses zu dem vorgelegten Kollektenplan entgegen.

    Ausschuss für Kirchliches Schrifttum: Der "Grenzbote"

    Die Firma Hellendoorn hat dem Redaktionsteam des "Grenzboten" mitgeteilt, dass der Preis für den Druck und die Verarbeitung des "Grenzboten" ab 2005 aufgrund der allgemeinen Kostensteigerung für z.B. Papier, Druckplatten, Lohnkosten usw. um 5% erhöht werden muss. Zudem weist dieser Ausschuss darauf hin, dass schon seit längerer Zeit der "Grenzbote" sich nicht selbst trägt, sondern nur durch Zuschüsse aus der Kasse "Kirchliches Schrifttum" tragbar ist.

    • Daher beschließt die Synode die Erhöhung des Bezugspreises des "Grenzboten" ab 2005 beim Bezug über die Gemeinden von 21,- € auf 25,- €, beim Postbezug von 34,- € auf 40,- € jährlich.

    Präsentationsstand beim Kirchentag 2005

    Der Ausschuss wurde beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem Jugendbund einen Präsentationsstand beim Kirchentag 2005 vorzubereiten. Mit diesem Projekt verbindet der Ausschuss folgende Zielsetzung: Der Präsentationsstand soll ansprechend gestaltet werden und das aktuelle kirchliche Leben widerspiegeln. Er soll möglichst so angelegt sein, dass er nicht nur einmal Verwendung findet, sondern auch bei anderen Gelegenheiten gute Dienste tun bzw. von den Gemeinden ausgeliehen werden kann. Die Synode beschließt daher:

    • Anlässlich des Kirchentages 2005 wird eine synodale Kollekte vereinbart (siehe Kollektenplan). Der Ertrag wird u.a. für die Finanzierung der Anschaffung eines mehrfach verwendbaren Präsentationsstandes verwendet. Die Kosten der Präsentation auf dem Kirchentag werden auf max. 4.500,- € festgelegt. Sollte durch die Kollekte der benötigte Betrag nicht gedeckt sein, wird die Kasse "Kirchliches Schrifttum" den Restbetrag zusteuern.

    • Der Flyer "Die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen – Eine reformierte Freikirche in der Grafschaft Bentheim, Ostfriesland und Wuppertal" wird in aktualisierter Fassung neu aufgelegt. Die Kirchenräte bekommen die Möglichkeit, für den eigenen Bedarf Bestellungen aufzugeben. Die Kosten der gelieferten Exemplare werden in Rechnung gestellt. Die übrigen Kosten trägt die Kasse "Kirchliches Schrifttum".

    Liturgie und Kirchenmusik: Gemeindebuch

    Der Ausschuss legt der Synode eine Reihe von Elementen vor, bei denen Unklarheit herrscht, ob sie ins neue Gemeindebuch aufgenommen werden sollen oder nicht. Die Meinungsbildung der Synode zum Inhalt des neu zu erstellenden Gemeindebuches nimmt einen breiten Raum ein.

    • Mehrheitlich spricht die Synode sich aus für die Aufnahme der Verfassung der EAK, des Niederländischen Glaubensbekenntnisses und der Charta Oecumenica.

    • Im Anschluss daran bittet die Synode den Ausschuss, im kommenden Jahr ein vollständiges Exemplar des neuen Gemeindebuches zur zweiten Lesung vorzulegen.

    • Zudem beauftragt die Synode den Ausschuss, in der "Reformierten Liturgie" nach einer Abendmahlsordnung zu suchen, die gegebenenfalls in unser Gemeindebuch aufgenommen werden kann.

    • Der Ausschuss Kirchliches Schrifttum, Kirchenordnung und Formulare wird beauftragt, das Görlitzer Abendmahlsformular sprachlich und inhaltlich der heutigen Zeit anzupassen.

    Monatslieder

    • Die Synode nimmt dankend den Vorschlag des Ausschusses für die Monatslieder 2005 entgegen.

    Kindergottesdienst und Jugendarbeit: Themenplan für den Kirchlichen Unterricht

    Der Ausschuss legt einen ausführlichen Bericht über seine Arbeit und über die Arbeit des Jugendpastoren vor. In dem Bericht ist ein Themenplan für den Kirchlichen Unterricht enthalten, der nach Altersgruppen gestaffelt ist.

    • Die Synode nimmt den Themenplan dankend entgegen und empfiehlt den Kirchenräten und den Unterrichtenden der Gemeinden, den Themenplan für den Kirchlichen Unterricht im laufenden Unterrichtsjahr soweit möglich zu beachten und in Anwendung zu bringen. Nach Ablauf des Unterrichtsjahres sollen bei einem Treffen der Unterrichtenden Erfahrungen mit der Nutzung des Themenplanes ausgetauscht und ausgewertet werden.

    Sachkostenkonto Jugendpastor

    Dem Ausschuss ist die Kasse zugeordnet, welche die Sachkosten des Jugendpastoren verwaltet. Die Finanzmittel dieser Kasse dienen in erster Linie für die Deckung der Fahrt- und Bürokosten des Jugendpastoren. Darüber hinaus sollen die Mittel, soweit vorhanden, für weitergehende Maßnahmen zur Förderung der Jugendarbeit Verwendung finden. Die Verwendung der Finanzmittel über den Bereich der Kostendeckung hinaus obliegt dem Jugendpastor in Absprache mit dem Ausschuss bis zu einer Summe von 300,- € und bei größeren Anschaffungen nach Zustimmung durch den Ausschuss.

    • Die Synode stimmt dieser Regelung zu.

    Ablegen des Öffentlichen Glaubensbekenntnisses

    Der Bericht des Ausschusses weckt eine Diskussion über das Ablegen des Öffentlichen Glaubensbekenntnisses in den Gemeinden. Es entsteht ein Gedankenaustausch über das Für und Wider der gängigen Fragen beim Ablegen des Glaubensbekenntnisses, wie sie im Beiheft des Gemeindebuches aufgeführt sind.

    • Der Ausschuss für Kindergottesdienst und Jugendarbeit wird beauftragt, sich mit dieser Problematik auseinander zu setzen.

    Wahlen und Ernennungen

    • Als Vertreter unserer Kirche in den reformierten Ausschuss für Ältestenpredigerinnen und Ältestenprediger wird Pastor G. Klompmaker, Laar, gewählt. Seine Stellvertreterin wird G. Gülker, Nordhorn, sein.

    • F. Gerritzen, Nordhorn, wird für den verstorbenen G. Bosink mit der Verwaltung der Synodekasse, der Kasse Aus- und Fortbildung und der Evangelisationskasse betraut.

    Gerold Klompmaker, Schriftführer

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