Herbstsynode 2005

    12. November 2005

    Zentrale Schwerpunkte der Synodeversammlung am 12. November 2005 waren die Frage der Ausbildung von Ältestenpredigern und -predigerinnen, der Inhalt eines neu zu erstellenden Gemeindebuches sowie eine neue Struktur der übergemeindlichen Jugendarbeit.

    Neues Gemeindebuch

    Der Ausschuss für Liturgie und Kirchenmusik hatte den Kirchenräten einen zweiten Entwurf des neuen Gemeindebuches zugesandt. Die daraufhin erfolgten schriftlichen Änderungsvorschläge liegen der Synode, zusammen mit einer jeweiligen Stellungnahme seitens des Ausschusses, zur Beratung und Beschlussfassung vor.

    • Die Synode nimmt den zweiten Entwurf des Gemeindebuches mit den vorgenommenen Änderungen dankbar entgegen.
    • Das Niederländische Glaubensbekenntnis wird in der sprachlich überarbeiteten Fassung aufgenommen.

    Die Synode dankt Dr. Georg Plasger für seine Arbeit am Niederländischen Glaubensbekenntnis.
    Die Synode beauftragt den Ausschuss, für die Herausgabe des neuen Gemeindebuches zu sorgen.
    Der Ausschuss wird gebeten:
    - für eine gestaffelte Auflagenhöhe Kostenvoranschläge von mehreren Druckereien einzuholen;
    - die Gemeinden zu befragen, wie viele Exemplare je Gemeinde benötigt werden;
    - eine CD mit den Texten des Gemeindebuches zu erstellen und herauszugeben.

    Landesposaunenwartin

    Eine Tischvorlage des Ausschusses weist auf eine Anfrage des Kirchenmusikausschusses der Ev.- reformierten Kirche hin, die eine Beteiligung der EAK an der Finanzierung der Stelle der Landesposaunenwartin beinhaltet.

    • Die Synode beschließt, die Arbeit der Landesposaunenwartin der Ev.- reformierten Kirche über einen Zeitraum von fünf Jahren mit jährlich 2000,- € zu unterstützen.
    • Dieses Geld ist der Kasse "Kirchenmusik" zu entnehmen.

    Die Synode weist darauf hin, dass dieses Geld zusätzlich zur Vergütung der Landesposaunenwartin der Ev.- ref. Kirche zu verwenden ist.

    Verwaltungs- und Planungsausschuss

    Der VPA legt der Synode zwei Berichte seiner Arbeit in den vergangenen Monaten vor, in denen eine Reihe von Schwerpunkten ausführlicher besprochen werden und zu verschiedenen Beschlüssen führen. Vergütung für freiwillige Predigtdienste
    Die Synode hat den Ausschuss um Klärung in der Frage gebeten, wie die Versteuerung der Honorare für in anderen Gemeinden geleistete Predigtdienste, für erteilten kirchlichen Unterricht und für weitere geleistete Dienste geregelt werden soll. Aus rechtlicher Sicht stellen derartige Entgelte Einkommen aus Honorartätigkeit dar und sind als solche Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit. Die Versteuerung obliegt den Beziehern, wobei sie einen Steuerfreibetrag von 320,00 € pro Jahr ansetzen können.
    Die Synode nimmt die in dieser Sache gültige Rechtslage zur Kenntnis. In den Gemeinden wird ab 1.1.2006 entsprechend verfahren.
    Der VPA wird die entsprechenden Regelungen in Absprache mit dem Moderamen vorbereiten und sie den Gemeinden zukommen lassen.

    Bauhilfskasse

    Die Gemeinde Bunde hat einen Antrag auf Unterstützung aus der Bauhilfskasse für die Sanierung des Kirchturmes vorgelegt.
    Die Synode stimmt dem Antrag der Gemeinde Bunde auf ein zinsloses Darlehen aus der Bauhilfskasse in Höhe von 5600,00 € zu.

    Kassenberichte und Haushaltspläne

    Bis auf die Zahlen aus der Synodekasse, der Evangelisationskasse und der Kasse Studium und Fortbildung liegen der Synode die Kassenberichte 2004 vor und werden von ihr genehmigt.
    Nach Rücksprache mit dem Kassenführer der Synodekasse ergibt sich für 2006 ein Finanzbedarf von 40.000,00 €.

    • Für die Unterstützung der so genannten Zuschussgemeinden wie für die Finanzierung der Kinderzulagen ist der Bedarf von 80.000,00 € auf 50.000,00 € für 2006 geschrumpft.
    • Der Finanzbedarf für die Pensionskasse wird im Jahr 2006 voraussichtlich 230.000,00 € betragen.

    Die Synode beschließt die vorgeschlagenen Haushaltsansätze für das Jahr 2006.

    Reisekostenvergütung

    Der Kassenführer der Synodekasse hat angeregt, dass die angefallenen Reisekosten möglichst im Jahr der Entstehung mit ihm abgerechnet werden.

    • Die Synode legt fest, dass Reisekosten zeitnah abzurechnen sind. Nach Ablauf von 12 Monaten besteht kein Anspruch mehr auf Erstattung der Reisekosten. Diese Regelung tritt am 1.1.2006 in Kraft.

    Die Synode bittet den VPA, in diesem Zusammenhang die seit dem 1.9.2005 bestehende Regelung im Bundesreisekostengesetz zu bedenken.

    Gemeinde Emden

    Die Gemeinde Emden ist seit dem 18.8.2005 vakant. Mit diesem Datum wurde Pastor Heerspink aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Über die derzeitige Situation sowie die Planungen des Kirchenrats Emden für die nähere Zukunft wird in geschlossener Sitzung beraten. Der Kirchenratsvorsitzende Ältester W. Bergsma gibt einen Bericht zur Situation und zu den Planungen. Zurzeit werden der kirchliche Unterricht und die Jugendarbeit auf Honorarbasis von der Religionspädagogin P. Burmester durchgeführt. Frau Burmester ist seit kurzem Gemeindeglied und Mitglied im Emder Kirchenrat. Außerdem übernimmt sie monatlich einen Predigtdienst. Die genannten Tätigkeiten sind befristet bis zum 31.7.2007. Der VPA weist deutlich darauf hin, dass im Anschluss daran seines Erachtens die schriftlich vorliegende Vereinbarung der Gemeinden Campen und Emden mit der Synode greifen sollte. Diese Vereinbarung besagt u.a, dass eine gemeinsame Versorgung beider Gemeinden durch einen Pastor oder eine Pastorin im Blick auf die Zukunft möglichst angestrebt werden soll. Der VPA - und mit ihm die Synode - sehen dies als Verpflichtung für die beiden Gemeinden an.
    Die Synode nimmt den Sachstand zur Kenntnis. Sie weist auf die Bedeutung von entstehenden Beziehungen hin, die sich leicht entwickeln und vertiefen können.

    • Die Gemeinde Emden wird gebeten, den Arbeitsvertrag zwischen der Gemeinde und Frau Burmester dem VPA vorzulegen.
    • Sie erklärt nachdrücklich: "Eine gemeinsame Pfarrstelle für Campen und Emden hat eindeutige Priorität."

    Besuch aus Sumba

    Noch einmal schaut die Synode dankbar auf den Besuch der Delegation aus Sumba im Frühjahr dieses Jahres zurück. Es gab überall freundschaftliche und inspirierende Begegnungen, das Programm konnte ohne Komplikationen durchgeführt und die Kontakte zur Partnerkirche vertieft werden. Die entstandenen Kosten in Höhe von 4452,14 € werden auf die Missionskasse, den Synodalverbänden und der Synodekasse verteilt.

    • Die Synode spricht ihre Freude aus über die gelungenen Begegnungen mit der Delegation der GKS.
    • Sie dankt allen, die sich an der Vorbereitung und Gestaltung des Besuchsprogramms beteiligt haben.
    • Die Synode übernimmt anteilig die Kosten für Gastgeschenke, Busfahrten und Abschlussabend in Höhe von 2319,25 €.

    Die Delegation aus Sumba hat eine Einladung zum Gegenbesuch zur Synode im Sommer 2006 ausgesprochen. Nun wird die Reise einer etwa gleich großen Delegation nach Sumba für das nächste Jahr vorbereitet.

    • Die Synode nimmt die Einladung zum Gegenbesuch auf Sumba zur Synode der GKS im Juni 2006 dankbar an.
    • Sie beauftragt Pastor Hermann Teunis, die Delegation zu leiten und die Reise zu organisieren.
    • Die Synode übernimmt die Flugkosten für den Delegationsleiter sowie die Zuschüsse für max. sechs weitere Delegationsteilnehmer in Höhe von je 500 €. Diese Beträge werden je zur Hälfte der Synodekasse und der Missionskasse entnommen.
    • Die Zusammensetzung der Delegation regelt der Missionsausschuss.

    Aktionsbündnis gegen AIDS

    Ursprünglich war die Mitgliedschaft der EAK im "Aktionsbündnis gegen AIDS" - wie das Bündnis selbst - auf zwei Jahre befristet. Das Engagement entwickelt sich sinnvoll, so dass dieses Bündnis ein ernst zu nehmender Gesprächspartner geworden ist. Das Bündnis soll bis Ende 2007 verlängert werden.

    • Die Synode setzt ihre Mitgliedschaft im "Aktionsbündnis gegen AIDS" fort und bittet die Gemeinden, diese - zunächst bis Ende 2007 - mit jährlich einer Kollekte zu unterstützen.

    Kollektenplan 2005

    Der Ausschuss legt der Synode folgenden Kollektenplan für das Jahr 2006 vor, dem die Synode zustimmt:
    Januar - Arbeit für Wohnungslose
    Februar - Jugendpastor (Sachkosten)
    März - Kirchliches Schrifttum
    April (Ostern) - Innere Mission
    Mai - Jugendbund und Freizeiten
    Juni (Pfingsten) - Äußere Mission
    Juli - Kirchenmusik
    September - Aus- und Fortbildung
    Oktober - Reformierte Kirchen in Osteuropa
    November - Äußere Mission
    Dezember (Weihnachten) - Brot für die Welt

    Diakonische Konferenz

    Der von der Synode zur Diakonischen Konferenz der EKD Abgeordnete Pastor H. Lüchtenborg legt u.a. einen Bericht von der letzten Diakonischen Konferenz vor. Dort wurde der Entwurf eines Wirtschaftsplanes für 2006 genehmigt, der erstmalig davon ausgeht, dass auch die an der Diakonischen Konferenz beteiligten Freikirchen Mitgliedsbeiträge leisten. Der Beitragssatz - der sich auf die Gliederzahl der jeweiligen Kirche bezieht - würde für die EAK 1500,- € betragen.

    • Die Synode beschließt, den Mitgliedsbeitrag für die Diakonische Konferenz der Kasse zu entnehmen, die Kollekten und Spenden an das Diakonische Werk, bzw. seine Zweige (Brot für die Welt, Katastrophenhilfe) weiterleitet. Eine entsprechende Weisung ergeht nach Rechnungsempfang an den zuständigen Kassenführern.

    Taufanerkennung

    Als Vertreter der EAK in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) berichtet Pastor H. Lüchtenborg von einer Taufanerkennungserklärung, die durch die Mitgliedskirchen verabschiedet werden soll. Die Erklärung hat eine längere Entstehungsgeschichte, in der auch eine Stellungnahme von Prof. Dr. Baarlink einfloss. Eine mögliche Zustimmung zu dieser Erklärung muss bis zum 31. Mai 2006 erfolgen.

    • Die Synode bittet den Ausschuss Kirche und Theologie die vorliegende Erklärung zu prüfen und ihr Votum dem Moderamen zukommen zu lassen.

    Ältestenpredigerinnen/Ältestenprediger

    Nachdem der Ausschuss zur vorigen Synode eine Ordnung für den Dienst ehrenamtlicher Ältestenpredigerinnen / Ältestenprediger in der EAK vorlegte, zeigte die anschließende Diskussion u.a. Klärungsbedarf in der Frage, ob es den Ausübenden dieses Amtes erlaubt sei, die Sakramente zu bedienen. Bevor andere Korrekturen in die Ordnung eingearbeitet werden, achtet der Ausschuss eine Klärung dieser Frage zunächst für unumgänglich. Nach eingehender Beratung stellt die Synode fest:
    Der Synodebeschluss vom 21. Mai 2003, das Amt der Ältestenpredigerinnen / Ältestenprediger in der EAK einzuführen, schließt alle Dienste, Aufgaben und Befugnisse mit ein, die zu diesem Amt in der Ev.- ref. Kirche gehören. Deshalb hat die Synode im Mai 2004 beschlossen, in diesem Bereich eine enge Zusammenarbeit mit der Ev.- ref. Kirche zu suchen, einen Vertreter der EAK in den entsprechenden reformierten Ausschuss zu entsenden, die Richtlinien der Ev. - ref. Kirche über Form und Inhalt der Zurüstung wie die über Form und Inhalt des Kolloquiums anzuerkennen und für eine eigene Ordnung das entsprechende Kirchengesetz der Ev.- ref. Kirche als Vorlage zu nutzen.
    Zu den Aufgaben und Befugnissen von Ältestenpredigerinnen / Ältestenpredigern in der EAK gehört auch die Bedienung der Sakramente.

    • Die Synode beauftragt den Ausschuss Kirche und Theologie, die noch offenen Fragen zu klären und einen entsprechenden Vorschlag zur Änderung bzw. Ergänzung des vorgelegten Entwurfes einer Ordnung für diesen Dienst ihr vorzulegen.

    Präsentationsstand beim Kirchentag 2005

    Der Präsentationsstand der EAK auf dem Kirchentag in Hannover war nach Auskunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Besucherinnen und Besucher ein Erfolg. Die Gesamtkosten dieses Projektes belaufen sich auf 3.271,50 €. Darin sind die Kosten für die 2. Auflage des Faltblattes "Die Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen - Eine Freikirche in der Grafschaft Bentheim, Ostfriesland und Wuppertal" in Höhe von 1.408,24 € nicht enthalten.
    Die Synode beschließt, dass die Kosten der 2. Auflage des Faltblattes die Kasse "Kirchliches Schrifttum" trägt.
    Die Informationstafeln und die Restbestände des Faltblattes werden im Gemeindezentrum Veldhausen gelagert. Exemplare des Flyers können bei Pastor F. Baarlink angefordert werden.
    Die Restbestände der Kugelschreiber werden nach dem üblichen Verteilerschlüssel an die Kirchenräte verteilt.

    Lesepredigten

    In der Frage der monatlichen Lesepredigten beschließt die Synode nach dem Vorschlag des Ausschusses für Kirchliches Schrifttum.

    • Die Synode beendet den Pastor H. Teunis erteilten Auftrag, die "Monatlichen Lesepredigten" zu sammeln, zusammenzustellen und an die Gemeinden zu verteilen und dankt Pastor Teunis für die in den vergangenen acht Jahren geleistete Arbeit.
    • Sie begrüßt die Möglichkeiten der modernen Technik und ist dankbar für das ehrenamtliche Engagement vieler Gemeindeglieder im Bereich der Kassettendienste.
    • Die Synode bittet die Pastoren, wenn Lesepredigten für Lesegottesdienste gewünscht werden, um bereitwillige Hilfe und Mitarbeit.

    Öffentliches Glaubensbekenntnis

    Der Ausschuss für Kindergottesdienst und Jugendarbeit legt aufgrund eines Auftrages der Synode eine überarbeitete Formulierung der vierten Frage des Formulars zum Öffentlichen Glaubensbekenntnis vor.
    Die Synode diskutiert den Vorschlag und lehnt ihn ab.
    Sie entbindet den Ausschuss von diesem Auftrag.

    Erneuerte Struktur des Jugendbundes

    Das Nachdenken des Ausschusses über die Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit dem Jugendbund hat zu einem Vorschlag einer erneuerten Struktur der Jugendarbeit in der EAK geführt. Die Bundesversammlung des Jugendbundes hat diese Strukturänderung in ihrer Sitzung vom 29. Oktober angenommen. Nun legt der Ausschuss der Synode dieses Strukturmodell vor.

    • Die Synode beschließt, dass die Gemeinden Vertreter ihrer Kinder- und Jugendarbeit (Jugendälteste, Jugendvereinsmitglieder, Jungscharleiter/innen, Kindergottesdienstmitarbeiter/innen oder anderweitig in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde bezogene Personen) in die Regionalen Mitarbeitertreffen entsenden. Es sollen mindestens drei Vertreter für die Dauer von mindestens zwei Jahren entsandt werden. Auf dieser Grundlage obliegt es den Gemeinden zu entscheiden, wen, wie viele und wie lange sie abordnen möchten.
    • Der Jugendbund wird in seiner erneuerten Struktur auch weiterhin mit einer synodalen Kollekte pro Jahr bedacht. Das jährliche Kollektenergebnis kommt zu 75% dem Jugendbund und zu 25% den Jugendvereinen zu. Sollte die prozentuale Aufteilung verändert werden, muss die Synode darüber informiert werden.

    Verfassungskommission

    Die Verfassungskommission legt einen Vorschlag für die Angleichung der Verfassung und der Geschäftsordnung vor.

    • Die Synode beschließt die durch die Verfassungskommission vorgeschlagenen Änderungen. Diese sind im Einzelnen dem Synodeprotokoll zu entnehmen.

    In der Frage, ob es einen Kirchenausschluss geben kann oder nicht, ist sich die Synode nicht schlüssig und vertagt diese Entscheidung auf die nächste Synode.

    Gerhard Schrader / Gerold Klompmaker

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