Herbstsynode 2006

    8. November 2006

    Unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Pastor Fritz Baarlink kommt die Synode am 8. November 2006 wie immer in Nordhorn zusammen. Für die einberufende Gemeinde Bunde hält Pastor Gerhard Schrader die Eröffnungsandacht über 1. Mose 9, 14: "Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken." Ich gebe einige Gedanken aus dieser Andacht weiter:

    Wetterwolken sind Gewitterwolken, die Unheil ankündigen. Es gibt sie in manchen Bereichen zu erkennen, auch im kirchlichen Leben. Dazu gehört z.B., dass der Einfluss der Kirche in der Gesellschaft schwindet. Auch wenn es im Bereich unserer Kirche noch verhältnismäßig wenig an schwerwiegenden Problemen zu beklagen gibt, so sind doch Sorgen da. Man denke an die geringer werdende Teilnahme am Gemeindeleben, an die Schwierigkeiten beim Werben um die nächste Generation, an die Probleme beim Gewinnen neuer Amtsträger, an den Besuch des 2. Gottesdienstes. Aber der Text spricht nicht nur von Wetterwolken sondern auch vom Bogen Gottes in den Wolken. Der Regenbogen ist Zeichen für die Treue Gottes. Er weist hin auf Gottes Möglichkeiten, neue Wege zu zeigen und zu führen. Im AT deutet der Regenbogen Gottes Bund an. Im NT ist das Kreuz Jesu das Bundeszeichen. Regenbogen und Kreuz sind Zeichen der Treue Gottes mitten in den Wolken der Welt und unseres Lebens. Sie lassen uns zuversichtlich und gelassen an die Arbeit und in die Zukunft gehen.

    Grußwort Pastor Jörg Schmidt

    Der neue Generalsekretär des Reformierten Bundes, Pastor Jörg Schmidt, berichtet in einem Grußwort über Aktuelles aus der Arbeit des Reformierten Bundes, der seinen Sitz inzwischen nach Hannover verlegt hat. Er dankt herzlich für die Mitgliedschaften der Gemeinden und auch einzelner Gemeindeglieder sowie für die Mitarbeit verschiedener altreformierter Pastoren im Moderamen des Reformierten Bundes. Dankbar und anerkennend spricht er die Rumänienhilfe an und ermutigt dazu, das altreformierte Engagement fortzusetzen. Jörg Schmidt hebt hervor, wie wichtig es ist, innerhalb der protestantischen Welt die reformierten Profile deutlich zu machen. Er warnt davor, die Wurzeln eigener Tradition zu verleugnen und in großen Organisationen aufzugehen. Er rät dazu, bei den Wurzeln zu bleiben und sich zugleich in das Miteinander der Kirchen einzubringen.

    Pastor Schmidt weist auf die Planungen zum Calvinjahr 2009 hin aus Anlass des 500. Geburtstages des Reformators und erwähnt einladend die Hauptversammlung des Reformierten Bundes in Hamburg im Februar 2007 unter dem Leitwort "Von der Macht des Gotteswortes". Auch Nichtmitgliedsgemeinden und Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

    Kooperationsvertrag

    Ein Tagesordnungspunkt, dem schon im Vorfeld besonderes Interesse galt, ist die 2. Lesung des Kooperationsvertrages mit der Ev.-reformierten Kirche. Dieser Vertrag verschafft der Ev.-altreformierten Kirche in manchen Bereichen die nötige Rechtssicherheit, die z.T. vorher nie bestanden hat bzw. durch die veränderten Beziehungen zu den Kirchen in den Niederlanden weggefallen ist. Er regelt die Möglichkeit, gegen einen Pauschalbetrag sämtliche Dienste des Landeskirchenamtes in Leer in Anspruch zu nehmen. Er ist mehr als eine Regelung der Zusammenarbeit der Kirchen, er ist zugleich Zeichen der Gemeinschaft bei Wahrung der jeweiligen Selbstständigkeit.

    Nach einer intensiven Aussprache vor allem über die Grundlegung dieses Vertrages in § 1 mit den viel diskutierten Begriffen "gemeinsam auf dem Weg" und "immer mehr zusammenwachsen wollen bei Wahrung der rechtlichen Selbstständigkeit" hat die Synode sich mit 26 Stimmen bei 4 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen für diesem Vertrag ausgesprochen. Die Zustimmung der reformierten Synode vorausgesetzt wird dieser Vertrag zum 1. Januar 2007 wirksam. (Wortlaut des Vertrages)

    Reise nach Sumba

    Pastor H. Teunis gibt als Delegationsleiter einen kurzen Bericht über die Reise nach Sumba im vergangenen Juli und übermittelt die herzlichen Grüße der Synode der GKS (Gereja Kristen Sumba). Er gibt den auf Sumba gemachten Vorschlag weiter, jährlich einen Sonntag dort wie hier bei uns dem Thema unserer Partnerschaft zu widmen. Außerdem wünsche die GKS eine direktere Verbindung mit der Ev.-altreformierten Kirche und suche verstärkt persönliche Beziehungen. Es sei daran gedacht, zu gegebener Zeit eine Gruppe von Frauen in Deutschland einen Delegationsbesuch machen zu lassen. Die GKS bitte um die Unterstützung bei der Aus- und Fortbildung der Pastoren. Pastor Teunis verweist auf Berichte im Grenzboten und kündigt weitere an. Ein von der Delegation gedrehter Videofilm gibt den Synodalen zusätzlich einen Einblick in die Situation auf Sumba.

    Der Missionsausschuss wird die Projektanfragen aus Sumba bei seinen Kontakten mit dem Missionszentrum in Utrecht einbringen.

    Regelung von Vakanzdiensten

    Aus dem Bericht des Moderamens ergibt sich ein Beschluss hinsichtlich der künftigen Zuteilung von Vakanzdiensten. Änderungen sind angebracht, weil nicht mehr in allen Gemeinden zwei Gottesdienste am Sonntag stattfinden.

    • Die Synode bittet den VPA, der nächsten Versammlung einen Vorschlag zu unterbreiten, in welchem Umfang ab 2008 Vakanzdienste beantragt und genehmigt werden können.

    Logo für die Ev.- altreformierte Kirche

    • Auf Anregung des Moderamens spricht sich die Mehrheit der Synode für das bisherige Kürzel EAK aus.

    Kirchliche Bestätigung von Religionslehrkräften (Vokation)

    Die Konföderation Ev.- Kirchen in Niedersachsen hatte in einem Schreiben über die Einführung einer Kirchlichen Bestätigung von Religionslehrkräften (Vokation) informiert. Sie ist seit dem 1. November 2006 in Kraft.

    • Im Gemeinsamen Ausschuss sollen damit zusammen hängende Fragen geklärt werden.

    Predigterlaubnis

    Aufgrund des Antrages auf Predigterlaubnis aus einer der Gemeinden spricht sich die Synode auf Vorschlag des Theologieausschusses dafür aus, zunächst für grundsätzliche Richtlinien zu sorgen, die dann Maßstab für Einzelentscheidungen sein sollen.

    • Die Synode bittet den Theologieausschuss, grundsätzliche Richtlinien zur Erteilung einer Predigterlaubnis bis zur nächsten Synode zusammen zu stellen und zur Entscheidung vorzulegen.

    Honorar für Predigtdienste

    Wie schon früher üblich sollen Predigtdienste von Studierenden in Zukunft besser vergütet werden. Sie müssen für die Vorbereitungen viel Zeit investieren.

    • Die Synode beschließt einstimmig bei einer Enthaltung, dass die Theologiestudierenden für eine Predigt eine Vergütung von 3,5 Stunden erhalten. Diese Regelung gilt ab sofort.
      (Der Stundensatz liegt zur Zeit bei 20,- Euro brutto)

    Altersversorgung neu zu berufender Pastorinnen und Pastoren

    Die Altersversorgung neu zu berufender Pastoren soll über die Berliner Versorgungskasse (VERKA) realisiert werden. Der VPA stellt in seinem Bericht das Verfahren ausführlich dar. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist eingeschlossen. Hinterbliebene erhalten 50 % der zuletzt gezahlten monatlichen Pension. Die Verhandlungen sind so weit abgeschlossen, dass jeder neu berufene Pastor ab sofort über die VERKA versichert werden kann. Die Ev.-altreformierte Kirche bildet dabei einen Unterabrechnungsverband der Ev.-reformierten Kirche, da sie wegen ihrer geringen Größe kein eigener Abrechnungsverband sein kann.

    • Die Synode beschließt:
      1. Die EAK baut die Alterssicherung für zukünftig neu zu berufende Pastorinnen und Pastoren über die VERKA auf.
      2. Bei der Berufung eines Pastors aus einer anderen Kirche ist eine verbindliche Rufzusage erst möglich, wenn das Moderamen der Synode in Verbindung mit dem VPA schriftlich zu den zu erwartenden Belastungen für die Alterssicherung des zu berufenden Pastors positiv Stellung genommen hat.
      3. Der VPA soll weitere Einzelheiten und Hinweise aus dieser Synode beraten und der nächsten Synode eine Beschlussvorlage vorlegen.

    Prüfung der Umstellung des gliederbezogen Umlageverfahrens

    Zur bereits in der letzten Synodeversammlung dem VPA zur Beratung weiter gegebenen Frage, ob eine Veränderung des Umlageverfahrens (vom gliederbezogenen zum beitragsbezogenen) möglich und sinnvoll ist, kann der Ausschuss erst Stellung nehmen, wenn er eine Übersicht über die festen Beiträge, Kollekten und Spenden für die gemeindlichen Kirchenkassen hat.

    • Die Gemeinden teilen dem VPA das Beitragsaufkommen sowie die Ergebnisse der Kollekten und Spenden für die Kirchenkasse für 2006 bis zum 31. Januar 2007 mit.

    Besoldungsanpassungen vom Land Niedersachsen

    In Bund und Ländern gibt es verschiedene Regelungen zur Gehaltsstruktur. Nach Ansicht des VPA sollten die für das Land Niedersachsen beschlossenen Besoldungsanpassungen für den höheren Dienst übernommen werden.

    • Das Maß der Gehaltserhöhungen für altreformierte Pastoren orientiert sich zukünftig an den Besoldungsregelungen des Landes Niedersachsen für den höheren Dienst. Die Verzögerung der Anpassung um ein Jahr wird vorläufig nicht geändert.

    Kassenstände und Haushaltspläne 2007

    Der VPA - Bericht listet die Einnahmen, Ausgaben und Kassenstände der 12 Synodekassen auf: Gegenseitige Hilfe, Pensionskasse, Missionskasse, Grenzbotenkasse, Kirchliches Schrifttum, Kasse Kirchentag Hannover, Brot für die Welt, Sondergaben und Katastrophenhilfen, Kasse Reformierte Kirche in Osteuropa, Synodekasse Kasse für Studium und Fortbildung, Evangelisationskasse.

    • Die von der Gemeinde Veldhausen treuhänderisch verwalteten Kassen für die Jugendpastorenstelle und die Rumänienhilfe sollen in Zukunft in diese Auflistung mit aufgenommen werden.

    • Die Synode beschließt einstimmig folgende Ansätze für den Haushalt 2007, die auf die Gemeinden umgelegt werden:
      - Synodekasse € 50.000,00
      - Kasse Gegenseitige Hilfe € 50.000,00
      - Pensionskasse € 230.000,00

    Das neue Gemeindebuch

    Das Erscheinen des neuen Gemeindebuches wird in dieser Sitzung für den nächsten Tag angekündigt und liegt inzwischen in den Gemeinden vor. Es umfasst 220 Seiten. 4000 Exemplare wurden gedruckt, rund 3.300 sind bestellt, der Verkaufspreis soll bei 2.50 Euro liegen.

    • Die Synode dankt einstimmig dem Ausschuss für die geleistete Arbeit und die Erstellung des Gemeindebuches.

    Jugendarbeit

    Nach drei Jahren Tätigkeit von Pastor D. Wiggers als Jugendpastor wird – den Absprachen entsprechend - ausführlich über seine Arbeit berichtet und beraten. Der Synode liegen Berichte vom Jugendausschuss, vom Jugendbund und von Pastor D. Wiggers vor. Die Berichte von Jugendbund und Jugendausschuss äußern sich dankbar und anerkennend über die Arbeit des Jugendpastoren und ziehen eine uneingeschränkt positive Bilanz der vergangenen drei Jahre. Ganz entsprechend äußern sich auch eine ganze Reihe von Synodalen.

    • Einstimmiger Beschluss:
      1. Die Synode dankt dem Ausschuss und dem Jugendpastor für alle Arbeit und Initiativen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und wünscht ihnen auch weiterhin Gottes Segen und Geist.
      2. Die Synode bittet den Ausschuss bis zum Herbst 2009 einen erneuten ausführlichen Bericht über die Arbeit des Jugendpastors vorzulegen.

    Öffentliches Glaubensbekenntnis

    Der Jugendausschuss gibt die Bitte der Jugendältestenkonferenz weiter, die Synode möge sich des Themas "Öffentliches Glaubensbekenntnis" (erneut) annehmen. Besonders die letzte Frage des Formulares mache vielen Not.

    • Die Synode beauftragt einstimmig den Jugendausschuss, gemeinsam mit dem Theologieausschuss das Thema "Ablegen des Öffentlichen Glaubensbekenntnisses" unter Berücksichtigung der Anregungen der Jugendältestenkonferenz zu bearbeiten.

    Wahlen und Ernennungen

    • Kassenführerin "Gegenseitige Hilfe"
      Hildegard Vette aus Emlichheim wird einstimmig als Kassenführerin "Gegenseitige Hilfe" gewählt. Die Synode sagt Heinrich Gülker (Emlichheim) herzlichen Dank, der diese Aufgabe jahrzehntelang wahrgenommen hat.

    • Die Synodeausschüsse werden einstimmig wie folgt zusammen gestellt
      (unterstrichen: die jeweiligen Einberufer)
       
      1. Missionsausschuss
      Hermann Teunis (Ihrhove), Gerlinde Vennegeerts (Emlichheim), Gunda Legtenborg (Uelsen), Kees Hartkamp (Bunde) und Dieter Bouws (Uelsen).
      2. Diakonieausschuss
      Günter Kolk (Ihrhove), Heinrich Lüchtenborg (Wuppertal), Friedrich Baarlink (Emlichheim), Martin van Zwoll (Laar) und Dagmar Bouws (Uelsen).
      3. Ökumeneausschuss:
      Gerhard Schrader (Bunde), Tammo Oldenhuis (Emlichheim), Fritz Baarlink (Veldhausen), Jan Keddemann (Uelsen), Jan Wortelen (Nordhorn) und Dirk Bleeker (Campen).
      4. Theologieausschuss
      Gerold Klompmaker (Laar), Sven Hensen (Nordhorn), Gre Oosterhuis (Bunde), Nina Oltmanns (Campen) und Habbo Heikens (Wilsum).
      5. Verwaltungs- und Planungsausschus
      Jans Rolf Leemhuis (Bunde), Friedhelm Schrader (Emlichheim), Dirk Züter (Bad Bentheim), Johann Diekjakobs (Veldhausen) und Herbert Klinge (Uelsen).
      6. Ausschuss für Kichenordnung, Liturgie, Kirchenmusik und Öffentlichkeitsarbeit
      Jan Alberts (Nordhorn), Dr.Gerrit Jan Beuker (Hoogstede), Francien Janse-Balze (Ihrhove), Gesine v.d. Zanden (Nordhorn) und Elsine Wortelen (Nordhorn).
      7. Jugendausschuss:
      Lothar Heetderks ( Nordhorn), Dieter Wiggers (Veldhausen), Hermine Roseman (Hoogstede), Hilde Schroven (Veldhausen), Karin Verwold (Bad Bentheim) und Tetje Rejinga (Campen).

    • Abordnung zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
      Für die Zeit von 2007 bis 2012 wird Pastor H. Lüchtenborg zum Vertreter in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland ernannt und Pastor F. Schrader zu seinem Stellvertreter.
      Abordnung zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen (ACKN)
      Die Pastorenkonferenz wird beauftragt, zu überlegen, wer die EAK 2007 bis 2012 in der ACKN vertreten kann. Die beiden bisherigen Vertreter, die Pastoren H. Teunis und W. Vennegeerts, möchten abgelöst werden.

    Nächste Sitzung:

    Die Gemeinde Campen soll die nächste Synode für den 23. Mai 2007 nach Nordhorn einberufen. Eingaben sind bis zum 11.04.2007 an den Sekretär zu richten.

    Schließung:

    Beisitzerin Sophie Alsmeier schließt die Versammlung mit einem Dankgebet.

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