Herbstsynode 2008

    22. November 2008

    Andacht

    Bevor der Synodevorsitzende Pastor Fritz Baarlink die Versammlung für eröffnet erklärt und die Beratungen leitet, hält Pastor Tammo Oldenhuis für die einberufende Gemeinde Emlichheim eine Andacht über Worte aus Jesaja 40 , 1 - 8 ; 26 - 31. Er erinnert zunächst an den kurz bevorstehenden Ewigkeitssonntag und weist auf die Hoffnung hin, die wir durch Jesus Christus haben. Durch ihn finden wir Trost in Zeit und Ewigkeit. Die prophetischen Worte aus Jesaja 40 sind an Menschen gerichtet, die keine Hoffnung mehr hatten. Es war damals die Zeit des Exils in Babylonien. Sie fühlten sich von Gott vergessen. Doch nun werden sie aufgefordert, ihre Augen in die Höhe zu heben. Sie dürfen ihre Warum - Fragen in Gottes Hand legen. Der Herr würde ihnen neue Lebenskraft und eine kräftige Hoffnung geben. Wir wissen, dass Jesus Christus der ewige König ist. Er gibt Kraft und Stärke. Das darf den letzten Sonntag des Kirchenjahres prägen. Und das macht auch Mut zur Arbeit, die wir als Synode haben.

    Neuauflage der Institutio

    Inzwischen ist die Neuauflage der "Insitutio" (Unterricht in der christlichen Religion) von Johannes Calvin rechtzeitig zum Calvinjahr 2009 erschienen. Von den zwanzig bestellten Exemplaren wird den Kirchenräten jeweils ein Exemplar, bei zwei Pastoren auch ein zweites ausgehändigt. Die restlichen werden dem Bischofsamt in Klausenburg (Rumänien) zur Verfügung gestellt.

    Broschüre zum Thema "Abendmahl"

    Diese Broschüre, die insbesondere als Hilfe zur Vorbereitung von Kindern auf die Abendmahlsfeier gedacht ist, soll noch im Dezember 2008 erscheinen.

    Pastorengehälter - neuer Maßstab zur Anpassung

    Da die Pastoren der Ev. altreformierten Kirche in Bezug auf die Zusammensetzung ihrer Gehälter eher mit Angestellten als mit Beamten vergleichbar sind, sollen ihre Gehälter sich nach möglichen Tariferhöhungen des Öffentlichen Dienstes richten, die von den Tarifparteien für den Bund ausgehandelt wurden.

    Beschluss:

    • Das Maß der Gehaltserhöhung für Pastoren der Ev.- altreformierten Kirche richtet sich ab dem 01.01.2009 nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TvöD, Fassung Bund). Die Verzögerung der Anpassung um ein Jahr bleibt unverändert, d.h. es kommen jeweils die entsprechenden Gehaltserhöhungen des vorauf gegangenen Kalenderjahres zur Anwendung.

    Ältestenpredigerinnen und Ältestenprediger

    Bisher wird noch niemand aus den Gemeinden der Ev.- altreformierten Kirche zur Ältestenpredigerin bzw. zum Ältestenprediger ausgebildet. Deshalb soll noch einmal das Interesse an diesem Amt geweckt werden. Es ist Aufgabe der Kirchenräte, nach geeigneten Gemeindegliedern Ausschau zu halten und sie anzusprechen. Informationsabende in der Grafschaft Bentheim und in Ostfriesland sollen diese Aufgabe neu ins Bewusstsein rücken.

    Beschluss:

    • Die Synode bittet Pastorin N. Oltmanns gemeinsame mit dem Moderamen, in Ostfriesland und der Grafschaft je einen Informationsabend über die Ausbildung zum Ältestenprediger für Beauftragte oder Interessierte aus den Gemeinden anzubieten. Ziel ist, dass in jeder Gemeinde mindestens eine Person die Ausbildung zum Ältestenprediger erklären kann.

    Altreformierte im Münsterland

    Die Niederländisch - reformierte Gemeinde in Wuppertal ist bereit, Altreformierte in Münster und Umgebung anzusprechen und mit ihnen über die Gestaltung altreformierten Gemeindelebens nachzudenken. Im Vorfeld sind bereits Gespräche mit den "nächsten Nachbarn" geführt worden, um diese Initiative einvernehmlich zu starten.
    Pastor H. Lüchtenborg (Wuppertal) traf sich mit Pastor G. Klompmaker (Bad Bentheim) und mit Pastor Roggeband (Niederländische Kirche, zuständig für den Raum Münster).

    Beschluss:

    • 1. Die Synode begrüßt die Anregung des Presbyteriums der Niederländisch - reformierten Gemeinde, Kontakt zu den altreformierten Gemeindegliedern im Bereich Münster aufzunehmen, um dabei zu klären, ob Interesse am Aufbau einer altreformierten Gemeindestruktur besteht oder geweckt werden kann.

    • 2. Die Synode bittet die Kirchenräte ihrer Mitgliedsgemeinden, die Adressen ihrer Glieder, soweit sie im Bereich Münster wohnen, der Niederländisch - reformierten Gemeinde mitzuteilen.

    • 3. Die Synode beauftragt das Presbyterium der Niederländisch - reformierten Gemeinde, mit den in Münster wohnenden altreformierten Gemeindegliedern Kontakt aufzunehmen und gegebenenfalls erste Schritte zur Sammlung der Altreformierten im Bereich Münster zu unternehmen, was z.B. durch Bildung eines Hauskreises geschehen könnte.

    • 4. Die Synode bittet die Kirchenräte der ev.- altreformierten Gemeinden, ihre im Bereich Münster wohnenden Gemeindeglieder möglichst zeitgleich mit der Weitergabe der Anschriften über den Beschluss der Synode zu unterrichten und für diese Initiative werbend einzutreten.

    Anfang 2009 sollen die Gemeinden ihren im Raum Münster wohnenden Gemeindegliedern die Informationen zukommen lassen.

    Öffentliches Glaubensbekenntnis

    Der Theologie - und der Jugendausschuss haben erneut ein ausführliches Papier zu diesem Thema vorgelegt. Es geht um die Suche nach einem Modell, das der gegenwärtigen Situation der Jugendlichen gerecht wird. Die Zahl derjenigen steigt, die zwar das Glaubensbekenntnis ablegen möchten, sich aber kaum oder gar nicht an Gottesdiensten oder anderen Veranstaltungen der Gemeinde beteiligen. Die Kirchräte waren gebeten worden, sich in dieser Versammlung zu den folgenden vier Modellen zu äußern:
    a. Auf das Öffentliche Glaubensbekenntnis verzichten und dem Bekennen andere Formen geben.
    b. Das Öffentliche Glaubensbekenntnis in der bisherigen Form beibehalten.
    c. Das Öffentliche Glaubensbekenntnis beibehalten, allerdings die Frage 4 des Formulars ändern, in dem bisher konkret die Teilnahme an Gottesdienst und Abendmahl angesprochen wird.
    d. Das Öffentliche Glaubensbekenntnis beibehalten, es aber grundsätzlich vom Ende des kirchlichen Unterrichts trennen, um den Automatismus zu vermeiden.

    Alle Kirchenräte sprechen sich für die Beibehaltung des Öffentlichen Glaubensbekenntnisses in der bisherigen Form aus. Unterschiedlich wird über die Formulierung der Frage 4 gedacht.
    Aber eine Änderung zwecks Anpassung an die gegenwärtige Situation führt nach Meinung der Mehrheit der Synodalen nicht zur Lösung des Problems. In der Aussprache wird u.a. auf die Möglichkeit des Bekennens im Zusammenhang mit einer Beauftragung (Ordination) zu besonderen Diensten und Aufgaben in der Gemeinde aufmerksam gemacht (s.u. Beschluss)
    Trotzdem soll nicht alles beim Alten bleiben. Angesagt ist ein verstärktes Bemühen in den Gemeinden um die "Vor- und Nachsorge". Sinnvoll wäre eine stärkere Verzahnung des kirchlichen Unterrichts mit dem Gottesdienst und der Gemeindearbeit. Manche Gemeinden machen gute Erfahrungen mit einem Gemeindepraktikum vor dem Ablegen des Glaubensbekenntnisses oder auch mit der Auswertung von Gottesdiensten im kirchlichen Unterricht. Nun sollen entsprechende Modelle für die Gemeinden erarbeitet werden

    Beschluss:

    • Der Jugendausschuss sammelt mit einem Fragebogen die Erfahrungen der Kirchenräte rundum das Öffentliche Glaubensbekenntnis: Wie geht man in den Gemeinden mit der Vor- und Nachsorge zum Öffentlichen Glaubensbekenntnis um? Welche Erfahrungen macht man mit der Ordination zum Dienst? Die grundsätzliche Auswertung und Bewertung erstellen Theologie- und Jugendausschuss gemeinsam.

    Die Synode hält fest: Eine Änderung der Frage 4 im ersten Formular zum Öffentlichen Glaubensbekenntnis soll nicht weiter verfolgt werden.

    mission. de - neue Kampagne des EMW (Evangelisches Missionswerk)

    Bei dieser Kampagne handelt es sich um eine Initiative evangelischer Missionswerke und Kirchen, die für einen Zeitraum von drei Jahren das Thema "Weltweite Mission" hierzulande ins Gespräch bringen will. Diese Kampagne, für die Kosten in Höhe von ca. 250.000,00 € veranschlagt werden, richtet sich zunächst an Kirchengemeinden und -gruppen und an haupt- und ehrenamtlich Diensttuende in der Kirche. Fast alle Mitglieder der EMW - Familie nehmen an dieser Kampagne teil, u.a. auch alle Freikirchen, die Mitglied beim EMW sind. Dazu gehört mit dem folgenden Beschluss nun auch die Ev.- altreformierte Kirche.

    Beschluss:

    • Die Ev.- altreformierte Kirche beteiligt sich als Mitglied des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland an dessen Image - Kampagne "mission.de" . Dazu kommt sie ihrer finanziellen Pflicht mit einem Betrag von 400,00 € pro Jahr nach, sodass sie für den Zeitraum von 2009 - 2011 insgesamt 1.200,00 € aus der Missionskasse aufbringt.

    Kontakt zur VEM (Vereinigte Evangelische Mission)

    Pastor D. Bouws berichtet von einem Besuch des synodalen Missionsausschusses beim VEM in Wuppertal. Ziel dieses Besuches war es, dieses Missionswerk kennen zu lernen und auszuloten, ob und wie eine verstärkte Zusammenarbeit mit der VEM möglich ist. Ihr gehören in Deutschland sechs Kirchen und die von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel an.
    Aus Afrika gehören zwölf Kirchen dazu und aus Asien 15 (davon 12 aus Indonesien).
    Ein vertiefter Kontakt zur VEM wird als sinnvoll angesehen, zumal die Ev.- altreformierte Kirche deutschsprachige Materialen und Informationen braucht, um auch in Zukunft Mission im Leben der Gemeinden zu verankern.

    Arbeitsmaterial für den kirchlichen Unterricht

    Der Missionsausschuss hat eine Mappe mit Arbeitsblättern zum Thema "Mission - (im) possible" (un - möglich) erarbeitet. Jeder Kirchenrat erhält ein Exemplar.

    Aus der Arbeit des Diakonieausschusses

    Die "Altreformierte Diakonische Tagung" möchte ein eigenes diakonisches Projekt fördern. Es könnte durch Spenden z.B. bei Familienfeiern und ähnlichen Anlässen unterstützt werden. Der Ausschuss schlägt der Synode als Projekt die Mitfinanzierung der Behindertenwerkstatt in Sf. Gheorghe (Rumänien) durch einen Betrag von 5.000,00 € vor.

    Aus der Kasse "Reformierte Kirchen in Osteuropa" wird mit einem Betrag von 2.000,00 € ein Gemeindehaus in Ujakli (Ukraine) unterstützt.

    Neue Kollekte für gesamtkirchliche Diakonie
    Der Kollektenplan sieht u.a. eine neue Kollekte für "Gesamtkirchliche Diakonie" vor. Sie soll u.a. die Integrativen Freizeiten des Jugendbundes unterstützen und könnte auch einen künftig notwendigen Mitgliedsbeitrag für das Diakonische Werk Stuttgart erbringen.

    Kollektenplan 2009

    Januar - Gesamtkirchliche Diakonie
    Februar - Jugendpastor
    März - Öffentlichkeitsarbeit, u.a. Kirchentag 2009 in Bremen
    April - Osterkollekte für die "Innere Mission"
    Mai (Juni) - Pfingstkollekte für die "Äußere Mission"
    Juni - Jugendbund und Freizeiten
    Juli - Kirchenmusik
    August - Reformierte Kirchen in Osteuropa
    September - Aus - und Fortbildung
    November - Äußere Mission
    Dezember - Weihnachtskollekte für "Brot für die Welt"
    Empfohlen werden: Kollekten für das "Aktionsbündnis gegen Aids", für die Rumänienhilfe
    und für das Jahresprojekt der altreformierten Diakonie für die Behindertenwerkstatt in Sf. Gheorghe (Rumänien)

    Haushalt und Finanzen

    Der VPA (Verwaltungs- und Planungsausschuss) legt der Synode eine Übersicht über die Bestände sämtlicher zur Synode gehörender Kassen vor.
    Die Eigenquote muss angepasst werden.

    Dazu beschließt die Synode:

    • Die Eigenquote je Gemeindeglied für die sogenannten Zuschussgemeinden wird mit Beginn des Jahres 2009 von 95,00 € um 10,00 € auf 105,00 € erhöht. Die letzte Erhöhung wurde 2001 vorgenommen. Der VPA überprüft in Zukunft jährlich die Höhe der Eigenquote je Gemeindeglied und macht der Synode einen entsprechenden Vorschlag über deren Höhe.

    Haushaltsansätze 2009

    Die Synode beschließt folgende Haushaltsansätze, die auf die Gemeinden umgelegt werden:
    Synodekasse: 40.000,00 €
    Kasse Gegenseitige Hilfe: 50.000,00 €
    Pensionskasse: 230.000.00 €

    Unterstützung der Gemeinde Emden

    Trotz der erwarteten höheren Beitragseinnahmen für 2009 benötigt die Gemeinde Emden für dieses Jahr eine Unterstützungszahlung.

    Beschluss:

    • Der von Emden erbetene Betrag in Höhe von 5.000,00 € wird im Haushaltsansatz der Kasse "Gegenseitige Hilfe" eingeplant. Sollte die Gemeinde Emden die Personalkosten aus eigener Kraft nicht decken können, stellt die Synode diesen Betrag für 2009 zur Verfügung.

    Unterstützung bei längerer Erkrankung der Pastorin oder des Pastors

    Aus einem speziell dafür vorgesehenen Fonds können Gemeinden Leistungen in Anspruch nehmen, wenn ihre Pastorin oder ihr Pastor längere Zeit erkrankt ist. Dieser Anspruch besteht, wenn die Erkrankung länger als sechzig Tage dauert. Bisher war nicht geklärt, wie zu verfahren ist, wenn wegen derselben Krankheit erneut Arbeitsunfähigkeit auftritt.
    Die Synode orientiert sich in folgendem Beschluss an den Regelungen der gesetzlichen Krankenkassen:
    Die Wartezeit von sechzig Tagen für Leistungen aus dem Fond für Ansprüche der Gemeinden bei längerer Krankheit von Pastor oder Pastorin entfällt, wenn der Pastor oder die Pastorin wegen derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig wird.

    Verfassung

    Die Synode setzt die Beratung über den Entwurf der erweiterten Verfassung fort. Die ersten 22 Artikel hatte sie in ihrer Sondersitzung am 10. September in Ihrhove in erster Lesung behandelt. Nun reicht die Zeit für die Artikel 23 bis 36. Die erste Lesung der übrigen 41 Artikel wird im nächsten Jahr auf der Tagesordnung stehen.
    Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass die Synode sich mehrheitlich dafür ausgesprochen hat, die umstrittene Möglichkeit des Kirchenausschlusses in der Verfassung zur verankern. Dafür muss aber noch eine Formulierung erarbeitet werden, die konkret benennt, unter welchen Voraussetzungen ein Kirchenausschluss gerechtfertigt sein kann.

    Nächste Synode:

    13. Mai 2009 um 9.00 Uhr in Nordhorn.
    Einberufende Gemeinde ist Hoogstede. Eingaben sind bis zum 23. März 2009 an den Synodesekretär, Pastor Dr. G. J. Beuker, zu richten.

    Dank an ausscheidende Synodale

    Mit einem herzlichen Dank werden die Abgeordneten verabschiedet, die nach sechsjähriger Mitarbeit turnusgemäß aus der Synodearbeit ausscheiden. Laut Verfassung soll jeweils die Hälfte der insgesamt 34 stimmberechtigten Abgeordneten nach drei Jahren neu gewählt werden.

    Schließung

    Die Beisitzerin Sophie Alsmeier schließt die Versammlung mit einem Gebet.

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