Sondersynode April 2009

    Mittwoch, den 29. April 2009

    Fortsetzung der ersten Lesung der Verfassung

    Pastor F. Baarlink begrüßt um 9.05 Uhr alle Anwesenden. Er dankt dafür, dass die bisherigen Abgeordneten zur Synode noch einmal anwesend sind. Sie haben sich schon wiederholt mit der Verfassung beschäftigt.
    Er liest Ps. 31,1-6 und 15-17. "Herr auf dich traue ich… sei mir eine starke Burg, dass du mir helfest… Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott… Meine Zeit steht in deinen Händen…"
    Er führt unter anderem aus: Wir haben einen Terminkalender mit Verabredungen und Verpflichtungen. Wenn der Kalender voll ist, habe ich das Gefühl, viel zu erreichen. Aber dann "habe ich keine Zeit". Wir reservieren und vergeben Zeiten, ob immer sinnvoll, ist manchmal die Frage.
    Wir können Zeit geben. Das ist ein kostbares Gut. Wie lange können wir noch Pläne schmieden und Termine vergeben? Es kommt die Zeit, da brauche ich keinen Kalender mehr. Dieser Gedanke weckt Sehnsucht und Angst zugleich.
    Der Blick in alte Kalender erinnert an das, was uns alles schon beschäftigt hat. Vieles ist in Vergessenheit geraten. Das relativiert die Sorgen der Gegenwart. Gelassenheit ist angesagt.
    Wie viel Zeit geben wir für die sinnvollen Beziehungen des Lebens? Zeit am Krankenbett, für Besuche, für Gott und mit Gott, für Singen und Beten, für Gemeindeaufbau. Es stellt sich die Frage nach dem, was bleibt. Gott interessiert sich für meine Zeit, für mein Glück und meine Trauer.
    David dichtet den Psalm in großer Not. Gottes Hand fängt ihn auf und breitet sich segnend über uns aus. Es ist die Hand, die uns im Gekreuzigten und Auferstandenen begegnet.
    Im Blick auf Kalender und Lebenszeit dürfen wir gelassen sein. Es macht Sinn, Zeit miteinander zu verbringen, auch die Arbeit dieser Synode ist sinnvolle Zeit.
    P. Baarlink spricht das Gebet. Wir singen Lied 447: 1, 3, 7 Lobet den Herren …

    Emlichheim und Uelsen sind mit zwei statt drei Abgeordneten anwesend. Friedrich Baarlink und Jan Legtenborg sind ebenso verhindert wie ihre Vertreter. Frau Vlasblom von der PKN wird erstmals an der Mai-Synode teilnehmen und hat der Synode einen guten Verlauf gewünscht. Ebenfalls sind nicht anwesend die mitwirkenden Gäste Pastor Thomas Allin und Pastor Dieter Wiggers.

    Einziger Punkt der Tagesordnung ist die Fortführung der ersten Lesung der Verfassung, mit der im September 2009 begonnen wurde und die im November 2009 fortgesetzt worden ist.

    Die Synode übernimmt mit einer kleinen Änderung (Berufungsinstanz) den Vorschlag des Ausschusses KLMÖ vom 21.03.2009 (Unterlagen Seite 18f) zu Artikel 22-3 (Ausschluss aus der Kirche) wie auch zu Artikel 31-4 (Wahlverfahren).
    Sie führt die 1. Lesung danach mit Artikel 37 fort, wo sie im November aufgehört hatte.

    Zu Artikel 50 möchte Pastor Lüchtenborg ins Protokoll aufgenommen wissen: Die Genehmigung der Gemeindestatuten durch das Moderamen der Synode bezieht sich nur auf eine Prüfung der Übereinstimmung der Statuten mit den Grundsätzen der Verfassung.

    Die Synode übernimmt den Vorschlag des Moderamens (Unterlagen zur Synode Mai 2009, S. 5) zu Artikel 54-2. Er regelt die Abordnung zur Synode, wenn jemand die Gemeinde wechselt, sein Mandat niederlegt oder verstirbt.

    Das Pfarrerdienstgesetz, das in den Artikeln48 und 49 herangezogen wird, ruft längere Diskussionen hervor. In vielen Voten heißt es, es sei den Synodalen unbekannt. Pastor Beuker erinnert daran, dass es auf einer CD mit allen Gesetzestexten ("Roter Stolz") der Ev.-reformierten Kirche vor einem Jahr noch in alle Pastorate gekommen ist. Ein Pfarrerdienstgesetz ist absolut notwendig für eine kirchliche Körperschaft des öffentlichen Rechts, meint Dr. Weusmann. Einige wollen die Synode ein eigenes Pfarrerdienstgesetz entwerfen lassen. Andere sehen dafür keine Chance: Ein solches Gesetz ist ähnlich umfangreich wie die vorliegende Verfassung und würde ähnlich lange Diskussionen wie diese hervorrufen. Bislang gilt hilfsweise das Recht der Ev.-reformierten Kirche, so besagt es die jetzige Verfassung, so lange die Synode nichts eigenes beschließt.
    Man einigt sich darauf, dass der VPA und der Ausschuss KLMÖ bis zur nächsten Synode (je für sich) prüfen, ob und inwieweit das reformierte Pfarrerdienstgesetz auch auf die Ev.-altreformierte Kirche Anwendung finden kann.

    Am Ende der Versammlung trägt Pastor Lüchtenborg vor:
    Zu den Dordrechter Lehrsätzen gab es 1969 eine Notiz der Generalsynode, die er gerne als Fußnote in die Verfassung aufnehmen lassen möchte. (Gemeindebuch von 1977, S. 181: "Die Synode von Sneek (1969, Art. 376) erklärte, dass die in den Dordrechter Lehrsätzen, Erstes Lehrstück, Artikel 6 und 15 und Erste Lehrstück "Verwerfung der Irrtümer" 8., gelehrte Verwerfung von Ewigkeit her nicht auf klare Aussagen der Schrift fundiert ist."
    Zum Anderen erinnert Lüchtenborg an den Grundsatz: Kein Amt herrscht über das andere. Er möchte ihn auch in dieser Verfassung erweitern: Keine Versammlung herrscht über die andere.
    Pastor Lüchtenborg und Dr. Weusmann diskutieren länger darüber, ob eine Einstimmigkeit erforderlich sei, wenn es um Grundleitlinien der Kirche gehe. Lüchtenborg verweist dafür auf das BGB, Weusmann verweist auf die gültige altreformierte Verfassung, die dafür eine Zweidrittelmehrheit der Stimmen erfordert. Die Verfassung gilt in der Kirche. Für künftige Verfassungsänderungen soll die "gesetzliche Zweidrittelmehrheit der Stimmen" nötig sein. Das bedeutet eine Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneten, also 22 von 33.

    Die gesamte überarbeitete Verfassung wird schließlich einstimmig von der Versammlung in erster Lesung verabschiedet.

    Die Beisitzerin Sophie Alsmeier spricht um 17.00 Uhr das Schlussgebet und der Vorsitzende schließt die Versammlung.

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