Frühjahrssynode 2009

    13. Mai 2009

    Keine volle synodale Gemeinschaft

    Die Frühjahrstagung unserer Synode wurde im Namen der zu dem Zeitpunkt noch vakanten einberufenden Gemeinde Hoogstede durch deren Kirchenratsvorsitzende Hermine Roseman eröffnet. Sie wählte als Text für ihre Andacht 1. Samuel 3, 1 - 11a (Die Berufung des Samuel). Anhand dieser alttestamentlichen Worte erinnerte sie daran, dass auch wir unsere Lebenspläne haben, die oft anders sind als das, was Gott mit uns vorhat. So hätte sicher auch manch einer nicht gedacht, einmal Synodeabgeordneter zu werden. Wie Samuel, so erkennen wir so manches Mal Gottes Stimme nicht, obwohl wir im Glauben erzogen wurden. Wir brauchen Menschen, die uns auf die Sprünge helfen so wie damals Eli dem Samuel half, seinen Weg zu erkennen. Gott ruft den Samuel bei seinem Namen. Er kennt auch uns, und wir dürfen uns beim Namen gerufen wissen. Bei Samuel bleibt es nicht beim Hören, als er endlich erkennt, wer ihn gerufen hat. Ganz frisch antwortet er "Herr, hier bin ich" und nicht etwa "Na ja, dann muss ja mal." Es ist gut, dass es immer wieder diese Bereitschaft gibt, dem Ruf unseres Herrn zu folgen. Das zeigt sich u.a. auch darin, dass sich Gemeindeglieder bereit finden, sich kirchlich zu engagieren und sich zu Amtsträgern wählen zu lassen.

    Neue Abgeordnete

    Neun neue Abgeordnete konnten begrüßt werden, die dann gemäß unserer Verfassung verpflichtet wurden. Zu ihnen gehört auch die neue Abgeordnete der Protestantischen Kirche in den Niederlanden, Pastorin Marielle D. Vlasblom. In einem kurzen Grußwort stellte sie sich vor. Sie arbeitet seit acht Jahren in der hervormden Gemeinde Glanerbrug. Als Pastorin ist sie bereits seit mehr als zwölf Jahren tätig. Seit einem Jahr ist sie Mitglied der Generalsynode der Protestantischen Kirche in den Niederlanden.

    Besuch der Delegation von Sumba

    Der gesamte Synodevormittag war den Gästen aus unserer Partnerkirche von Sumba, der GKS gewidmet. Der Synodevorsitzende Pastor F. Baarlink begrüßte zunächst herzlich die aus fünf Frauen bestehende Delegation. Es sind Frau Rambu Piras (Vorsitzende der Frauenkommission von Ostsumba und Leiterin der Delegation), Pastorin Yuliana Ata Ambu (Pastorin in Payeti, Ostsumba); Pastorin Irene Takandjanji (Pastorin in Mata, Westsumba); Elisabeth Rambu Tawunga (Mitglied der Frauenkommission; Finanzkoordinatorin für Gemeinde und Synode, Waikabubak, Westsumba) und Margaretha Ndapatadi (Mitglied der Frauenkommission und Schulleiterin in El Parda, Westsumba).
    Frau Rambu Piras sprach ein Grußwort, in dem sie an die Geschichte und die Entwicklungen der Beziehungen der Kirche auf Sumba zu der EAK erinnerte. Dieses Grusswort wurde im vollen Wortlaut bereits im Grenzboten veröffentlicht. Dann stellten sich die anderen Gäste vor und berichteten kurz über ihre Tätigkeit. Sie alle überreichten als Geschenk ihrer jeweiligen Gemeinden ein handgewebtes Tuch.
    In einer Fragerunde hatten zunächst die Synodalen Gelegenheit, Fragen an die Gäste zu richten. Dann konnten die Gäste ihre Fragen stellen. U.a. galt ihr Interesse der Versorgung der Frauen, speziell der älteren und alleinstehenden Frauen in den Gemeinden. Ebenfalls kam die Kinder- und Jugendarbeit zu Sprache, die finanzielle Situation unserer Gemeinden sowie die ökumenischen Beziehungen der EAK. Da im Grenzboten auch anderweitig über den Delegationsbesuch berichtet wurde und wird, mögen an dieser Stelle diese Bemerkungen genügen.
    Pastor F. Baarlink dankte den Frauen aus unserer Partnerkirche auf Sumba herzlich für ihren Besuch, den er als eine Ehre für uns als Kirche bezeichnete. Durch die gelebte Partnerschaft bekomme die weltweite Kirche ein Gesicht, die Regelmäßigkeit der Besuche tue uns gut. Im Namen der Synode überreichte er ihnen jeweils einen Abendmahlskelch und einen Abendmahlsteller für ihre Heimatgemeinden. Dieses Geschenk weise auf das Abendmahl als verbindende Gemeinschaft hin. Der Synodevorsitzende dankte Prof. Dr. Heinrich Baarlink und seiner Ehefrau Femmy Baarlink für ihre Übersetzungsarbeit während der Delegationsreise sowie dem Missionsausschuss und dem Frauenbund für ihren Einsatz bei der Vorbereitung und Organisation dieser dreiwöchigen Begegnung.

    Tag der Schöpfung

    Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) regt auf Initiative der Orthodoxen Kirche an, jährlich in der Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober eine ökumenische Veranstaltung zwecks gemeinsamer Besinnung auf den rechten Umgang mit Gottes Schöpfung zu planen
    Dazu beschloss die Synode:

    • 1. Die Synode begrüßt die Initiative der Orthodoxen Kirche zu einem "Ökumenischen Tag der Schöpfung", die von der dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu 2007 aufgegriffen wurde.

    • 2. Die Synode empfiehlt den Gemeinden den Tag ökumenisch in der Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober (dem Tag des Hl. Franziskus) zu begehen.

    • 3. Die Synode bittet die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Zusammenhang mit dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München 2010 und in Absprache mit den Veranstaltern des ÖKT eine öffentliche Auftaktversammlung zur Einführung des "Ökumenischen Tages der Schöpfung" vorzubereiten und für die Gemeinden Material zur Verfügung zu stellen.

    Gemeinsame Pfarrstelle in Laar

    Seit Anfang des Jahres 2009 wurde in Laar über die Möglichkeit einer gemeinsamen Pfarrstelle für die ev.- reformierte und die ev.- altreformierte Gemeinde diskutiert. Anlass war die anstehende Vakanz in der ev.- reformierten Gemeinde. Beide Gemeinden haben mit jeweils einer Mehrheit von achtzig Prozent diesem zunächst auf fünf Jahre begrenzten Pilotprojektes zugestimmt. Die Arbeit in beiden Gemeinden verlängert sich bis zum Ende der Amtszeit des jetzigen altreformierten Pastors in Laar um jeweils ein Jahr. Einzelheiten sind in einem Vertrag festgelegt. Die ev.- altreformierte Gemeinde Laar kann voraussichtlich auf Dauer nur eine halbe Pfarrstelle tragen. Durch die geplante gemeinsame Pfarrstelle findet sie einen festen Partner vor Ort, der ebenfalls für eine halbe Pfarrstelle einsteht. Sie gewinnt zudem für die nächsten fünf Jahre einen jungen Theologen oder eine junge Theologin, der oder die in beiden Gemeinden als Vikar oder als Vikarin tätig ist. Kosteneinsparungen ergeben sich für die ev.- altreformierte Gemeinde in Laar zwar nicht, aber wohl für die Synode der Ev. - altreformierten Kirche in Höhe von jährlich insgesamt etwa 30.000 €.
    Nach einer Aussprache über die Pläne in Laar fasst die Synode folgenden Beschluss:

    • 1. Die Synode begrüßt die Einrichtung einer gemeinsamen Pfarrstelle für die ev.- reformierte und ev.- altreformierte Gemeinde in Laar.

    • 2. Sie lässt die finanzielle Unterstützung der Gemeinde Laar vonseiten der Synode ruhen für die Dauer der gemeinsamen Pfarrstelle in Laar.

    • 3. Sie gewährt der Gemeinde Laar für einen Sonntag im Monat Hilfsdienste der Synode.

    • 4. Die übergemeindlichen Tätigkeiten von P. Dr. Beuker sollen auf das Maß einer 50% Stelle reduziert werden.

    Schriftleitung des Grenzboten

    Auf Grund der notwendigen und beschlossenen Reduzierung seiner übergemeindlichen Tätigkeit wird P.Dr. Beuker sich aus der Arbeit der Grenzbotenredaktion zurückziehen. Da es bisher nicht gelungen ist, einen neuen Endredakteur zu finden, gilt folgende Übergangsregelung:
    Bis zu einer neuen Lösung sind die Pastoren bereit, im Rotationsverfahren die Schriftleitung zu übernehmen. P. Hermann Teunis regelt die Organisation. Der Ausschuss für KLMÖ (Kirchenordung, Liturgie, Musik, Öffentlichkeitsarbeit) wird in Absprache mit der Pastorenkonferenz zur Herbstsynode ein Konzept vorlegen.

    Derzeit keine volle synodale Gemeinschaft

    Der Ökumenausschuss legte der Synode einen ausführlichen Bericht über Ergebnisse der Gespräche und Beratungen vor, die seit dem Frühjahr 2007 in den Gemeinden und auch in übergemeindlichen Veranstaltungen über das Angebot der "vollen synodalen Gemeinschaft" seitens der Ev.- reformierten Kirche stattgefunden haben. Das Ergebnis lässt eine positive Antwort auf dieses Angebot gegenwärtig nicht zu. Neben Zustimmung und Freude darüber überwiegen die Bedenken dagegen. Die Reaktionen sind nicht auf einen Nenner zu bringen und deshalb sieht der Ökumeneausschuss große Schwierigkeiten, in einer für alle nachvollziehbaren angemessenen Haltung auf das Angebot der Ev.- reformierten Kirche zu reagieren. Vielen Gemeindegliedern ist die volle synodale Gemeinschaft zu nahe an einer Fusion. Sie sehen für das Gemeindeleben und die Entwicklung der Ev.- altreformierten Kirche mehr Nachteile als Vorteile. Für sie ist im Kooperationsvertrag mit der Ev.- reformierten Kirche erst einmal alles Nötige geregelt. Viele sind der Meinung, dass Kirche von der Basis her und nicht von den Synoden her zusammenwachsen müsse. Und an der Basis gibt es noch viel zu tun, was die Beziehungen der Gemeinden zueinander betrifft.
    Die Synode fasste am Ende eines offenen Gedankenaustausches über den Bericht des Ökumeausschusses folgenden Beschluss:

    • 1. Die Evangelisch - altreformierte Kirche dankt der Evangelisch - reformierten Kirche, dass sie nach 1988 auch nun wieder deutlich auf die Evangelisch - altreformierte Kirche zugegangen ist und diese als besonderen Partner würdigt.

    • 2. Sie bittet die Evangelisch - reformierte Kirche um Verständnis, dass das Angebot "in Gespräche mit dem Ziel einer vollen synodalen Gemeinschaft einzutreten", aufgrund unterschiedlicher Haltungen - unbeschadet der Erklärung, dass beide Kirchen zusammenwachsen wollen - in den eigenen altreformierten Reihen derzeit nicht angenommen werden kann.

    • 3. Sie bittet den Gemeinsamen Ausschuss, den Gemeinden vor Ort weiterhin zu helfen, ihre Beziehungen untereinander auszubauen, die geistliche Gemeinschaft zu fördern, gemeinsame Herausforderungen anzunehmen und einander solidarisch zu begleiten und zu unterstützen.

    Sitz und Stimme im Kolloqiumausschuss

    In seinem Bericht wies der Ausschuss Kirche und Theologie u.a. darauf hin, dass in der Protestantse Kerk in Nederland ein Kolloqium an die Stelle des früheren kirchlichen Examens getreten ist. Auf Grund des Assoziationsvertrages gilt diese neue Regelung auch für die Ev.- altreformierte Kirche. In diesem Vertrag ist aber keine Mitarbeit der Ev.- altreformierten Kirche in den für die Kolloquien zuständigen Ausschüssen der Protestantse Kerk geregelt.
    Die Synode beschließt auf Vorschlag des Theologieausschusses:

    • Die Synode hält es für erforderlich, dass die Evangelisch - altreformierte Kirche mit Sitz und Stimme im Ausschuss der Protestantse Kerk in Nederland für das Kolloqium vertreten ist, wenn ein Proponent oder eine Proponentin seinen oder ihren Dienst in der Evangelisch-altreformierten Kirche aufnehmen möchte. Sie beauftragt ihr Moderamen, einen entsprechenden Antrag bei den zuständigen Stellen in Utrecht zu stellen.

    Kirchentag in Bremen

    In seinem Bericht informierte der Ausschuss KLMÖ u.a. über die geplante Beteiligung der Ev.- altreformierten Kirche und ihrer Gemeinden am Kirchentag in Bremen. Pastor Lothar Heetderks hat die Koordination der Mitarbeit für den Abend der Begegnung übernommen. Im Ausschuss wurde erörtert, welches Informationsmaterial am Stand der Ev.- altreformierten Kirche angeboten werden soll. Vereinbart wurde, dass der Flyer "Die Evangelisch - altreformierte Kirche in Niedersachsen" aktualisiert wird und 2.500 Exemplare der überarbeiteten Fassung gedruckt werden. Außerdem sollen 1.500 Exemplare des Kugelschreibers mit dem Aufdruck www.altreformiert.de bestellt werden. Präsentiert werden soll auch das vom Jugendausschuss erarbeitete und von Gisa J. Ekkel gestaltete Heft "Wir nehmen das Abendmahl unter die Lupe". Da die Evangelisch - reformierte Kirche manche Maßnahmen allein finanziert, die von der Ev.- altreformierten Kirche mitgenutzt werden (z.B. Pavillons und Banner), regt der Ausschuss an, einen Teil der Kollekte für die Öffentlichkeitsarbeit zur Mitfinanzierung dieser Maßnahmen zu verwenden.
    Die Synode beschließt:

    • 1. Die Kosten des aktualisierten Flyers "Die Evangelisch - altreformierte Kriche in Niedersachsen" (2.500 Exemplare in überarbeiteter Fassung) und der Kugelschreiber (1.500 Exemplare mit dem Aufdruck www.altreformiert.de) trägt die Synode durch die synodale vereinbarte Kollekte für Öffentlichkeitsarbeit (u.a. Kirchentag 2009 in Bremen).

    • 2. Der Ausschuss KLMÖ wird beauftragt, einen Teil der im März 2009 durchgeführten Kollekten für Öffentlichkeitsarbeit (u.a. für den Kirchentag 2009 in Bremen) der Ev.-reformierten Kirche zukommen zu lassen. Der Ausschuss legt die Höhe des Betrages fest.

    Nächste Versammlung der Synode

    Als Termin wird Mittwoch, der 25. November 2009 um 9.00 Uhr in Nordhorn festgelegt. Hoogstede bleibt einberufende Gemeinde. Eingaben und Anträge (insbesondere auch in Bezug auf die 2. Lesung der Verfassung) müssen bis zum 15. Oktober 2009 beim Synodesekretär eingehen.

    Habbo Heikens, Wilsum
    (Schriftführer)

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