Frühjahssynode 2011

    11. Mai 2011

    Am 11. Mai tagt die Synode unter der bewährten Leitung ihres Vorsitzenden Pastor Fritz Baarlink. Für die Einladung ist in diesem Jahr die Gemeinde Laar zuständig. Deshalb hält de-ren Pastor Dr. Gerrit Jan Beuker die Eröffnungsandacht. Er wählt als Text dafür Joh. 16, 16-25, einen Abschnitt aus einer Abschiedsrede Jesu. Es geht um Trauer und Hoffnung zugleich. Jesus geht zu seinem Vater zurück, verheißt aber seine Gegenwart im Heiligen Geist. Die Trauer über den Abschied wird verwandelt werden in Freude, so wie die Geburt eines Kindes die Wehen vergessen lassen. Auch die Gemeinde Jesu heute leidet unter der Unvollkommenheit, unter Sorgen und Problemen der Unvollkommenheit. Aber wir dürfen mit der Gegenwart des Auferstandenen rechnen und auf das Wirken des Heiligen Geistes ver-trauen. So sind Synoden, Kirchenräte, Gemeinden und Christen Geburtshelfer der neuen gro-ßen Zukunft Gottes.

    Kirche und Israel

    Der Synodalverband Grafschaft Bentheim beantragt, die Aufgaben seines Arbeitskreises "Kirche und Israel" einem Ausschuss der Gesamtsynode zu übertragen. In der Begründung wird darauf verwiesen, dass es laut Verfassung Aufgabe unserer Kirche ist, der unaufgebba-ren Verbundenheit mit dem Volk Israel Gestalt zu geben und das Gespräch mit Israel zu suchen. Das direkte Gespräch ist schwierig, weil wir Juden nicht mehr als Nachbarn haben. Es gibt aber viele Möglichkeiten, das Thema "Israel und Kirche" zu behandeln. Das ist aber Aufgabe der Gesamtkirche und soll nicht auf einen Synodalver-band beschränkt bleiben. Beschluss:

    • Das Anliegen des Arbeitskreises "Kirche und Israel" wird in Zukunft in die Zuständigkeit des Synodeausschusses für Kirche und Theologie übergehen.

    Gemeinde Emden

    Der Kirchenrat der Gemeinde Emden hatte die Synode im vergangenen Herbst um Hilfe gebe-ten, weil die Gemeinde sich in ihrer Existenz bedroht sieht. Aufgrund der gesunkenen Glie-derzahlen, des hohen Altersdurchschnitts und der fehlenden Kinder und Jugendlichen sieht er die Gefahr, dass die Gemeinde in einigen Jahren aufgegeben werden muss. Der Kirchenrat legt dieser Synode einen Bericht über die gemeinsamen Beratungen der Kirchenräte der Ge-meinden Campen und Emden mit der von der Synode eingesetzten Kommission über die möglichen Perspektiven vor. Die Gemeinde Emden möchte mit Campener Unterstützung in Emden Präsenz zeigen. Eine Arbeitsgruppe aus beiden Gemeinden überlegt weitere Schritte. Man ist guter Hoffnung, mit diesen Maßnahmen mehr Leben in die Emder Räume zu bringen. Die Synode betrachtet die Arbeit der von ihr eingesetzten Kommission noch nicht als abge-schlossen. Deshalb beschließt sie:

    • Die Kommission wird den Prozess in Emden ein Jahr lang begleiten und der Synode im Mai 2012 berichten.

    Delegationsreise nach Sumba

    Die fünf Frauen, die im Juli im Auftrag der Synode zu einer dreiwöchigen Reise nach Sumba aufbrechen, sind in der Synode zu Gast. Delegationsleiterin Renate Heikens aus Wilsum stellt die übrigen Mitglieder Titia Schüürmann aus Emlichheim, Traute Heikens aus Campen, Hilde Hensen aus Veldhausen und Anne Stegeman aus Emlichheim vor und berichtet über den Stand der Vorbereitungen. Anliegen der Reise ist es, Kontakte zu pflegen, aktuelle Informationen zu bekommen, speziell die Rolle der Frauen in Kirche und Gesellschaft in den Blick zu nehmen, um dann die Erfahrungen und Eindrücke in unseren Gemeinden zu vermitteln. Es wird angeregt, seitens der beiden Synoden (EAK und GKS) einen gemeinsa-men Partnerschaftssonntag einzurichten. Die Delegation wird gebeten, dieses Anliegen auf Sumba zur Sprache zu bringen. Außerdem soll dort wieder zu einem Gegenbesuch eingeladen werden. Das Gastgeschenk unserer Synode für die Kirche auf Sumba hat Alberta Schievink aus Veldhausen vorbereitet. Sie hat Abbildungen von allen altreformierten Kirchengebäuden in altes Leinen gestickt. Sie stellt der Synode das Gastgeschenk selbst vor. Der Frauenbund wird für die Gastgeber auf Sumba eine Bildcol-lage beisteuern. Einzelne Frauenkreise haben ebenfalls Geschenke vorbereitet.

    Jugendarbeit

    Jugendpastor Dieter Wiggers erläutert die Auswertung des Amtsträgertreffens "Wie ticken Jugendliche?" und die einer Umfrage zu den Schwerpunkten in der Arbeit des Jugendbundes und nennt als Schlussfolgerungen:
    Die Freizeiten sind äußerst wichtig, Ehrenamtliche für die Hauptleitung werden gesucht. Wenn Freizeiten in den Gemeinden für wichtig gehalten werden, müssen sie ihre Hauptamtli-chen (Pastor/Pastorin) auch für die Leitung von Freizeiten freistellen. Gemeindliche (Ju-gend)Gottesdienstteams können wichtige Anregungen erhalten. Musik ist ein bedeutender Be-standteil von Gottesdienst und Jugendkultur. Als weitere Arbeitsfelder bleiben:
    Kinder- und Jugendtreffen, Jugendbote und Homepage, Kirchentagsfahrten und Konzerte. Der Jugendbund sieht sich nicht in der Lage, die bisherige Elternarbeit weiter durchzuführen und bittet die Synode, dafür eine andere Lösung zu suchen. Im Jugendbund gibt es Überle-gungen zur Herausgabe eines neuen Liederheftes. Die Liedauswahl soll deutlich größer sein als im Liederheft "Lass dich hören", das gut angenommen wurde. Nach dem Kirchentag in Dresden soll mit einer neuen Liedersammlung begonnen werden, zu der auch bewährte und beliebte Lieder aus "Lass dich hören" gehören sollen. Ende des Jahres könnte das neue Liederheft gedruckt vorliegen. Der Jugendbund bittet die Gemeinden, dieses Anlie-gen zu beraten und zu klären, ob sie wiederum eine feste Bestellung aufgeben wollen. Die Elternarbeit, die der Jugendbund bisher wahrgenommen hat, wird auch seitens der Synode als sehr wichtig betrachtet. Sie soll unbedingt fortgeführt werden. Beschluss:

    • Die Synode bittet den Missionsausschuss, einer nächsten Synode zu berichten, wie Gemeindeaufbau und Elternarbeit synodal wahrgenommen werden können.

    Das Gespräch über Gottesdienstformen, Musik im Gottesdienst und jugendgemäße Ausrichtung mündet in folgende Beschlüsse:

    • Die Synode regt an, in den Gemeinden jeweils einen Ausschuss zu bilden, der über zusätzliche Formen und Inhalte der Gottesdienste nachdenkt. Der Ausschuss KLMÖ (Kirchenordnung, Liturgie, Musik und Öffentlichkeitsarbeit) soll die Ausführungen des Jugendbundes über die Förderung von Musikgruppen weiter bedenken.

    Kürzel EA statt VD im Melderegister

    Dr. J. Weusmann, Vizepräsident der Ev.-reformierten Kirche und einer der mitarbeitenden Gäste seiner Kirche, weist darauf hin, dass das Religionsmerkmal "EA" seit November 2010 bundesweit bei den Standesämtern für die Melderegister verfügbar ist, wenn die Kommunen ihre Software angepasst haben. Altreformierte können sich jetzt als "EA" anmelden. Damit ist in den Melderegistern die Kirchenzugehörigkeit deutlich. Bisher wurde deren Kirchenzugehörigkeit mit "VD" (Verschiedene) angegeben. Eigentlich ist jeder persönlich dafür zuständig, die entsprechende Änderung vornehmen zu lassen. Es ist aber sehr viel sinnvoller und einfacher, wenn die Gemeinden sich an die Kommunalgemeinden wenden und für ihre Gemeindeglieder die Änderung veranlassen. Nach dieser Eintragung kann eine Änderung nur auf schriftlichen Antrag der betreffenden Personen vorgenommen werden Mit der Einführung des neuen Kürzels gehören Probleme mit der Angabe der Religionszugehörig-keit z.B. bei Umzügen oder im Zusammenhang mit Steuererklärungen der Vergangenheit an.

    Diakonie

    Pastor H. Lüchtenborg berichtet vom Jahresprojekt "Heim für ledige Mütter in der Ukraine". Um dieses Projekt erfolgreich abschließen zu können, fehlen noch 18 000 Euro. Der Diako-nieausschuss möchte über die Kasse Kirchen in Osteuropa 3000 Euro beisteuern.
    Günter Kolk berichtet kurz über jüngste Erfahrungen in Rumänien und weist darauf hin, dass die Verhältnisse sich in den letzten Jahren auf Grund der Wirtschaftskrise wieder verschlech-tert haben. Die Unterstützung von deutscher Seite bleibt nötig und wird sehr gewürdigt.

    Ökumene

    Der Ökumeneausschuss empfiehlt den Gemeinden die Handreichung der ERK und der URC-SA (Südafrika) "Gemeinsam für eine andere Welt", in der es um Fragen der Globalisierung geht. Die Synode bittet die Kirchenräte, im Mai 2012 zu berichten, wie die Gemeinden das Thema der Handreichung aufgegriffen haben.

    Sicherheitsfonds

    Die Synode hat im Juni 2005 einen Sicherheitsfonds eingerichtet und den VPA im Herbst 2008 beauftragt, Richtlinien für Leistungsansprüche der Gemeinden aus diesem Fonds zu entwerfen. Die liegen nun der Synode vor. Sie verabschiedet nicht nur diese Richtlinien, son-dern beschließt dazu folgendes:

    • Die Synode stellt fest:
      Die Synode hat 2005 einen Sicherheitsfonds eingerichtet zur vorübergehenden Unterstützung der Gemeinden in den Fällen der vollen oder teilweisen Dienstunfähigkeit der Pastoren.

    • Die Synode beschließt:
      1. Der Grundbestand des Sicherheitsfonds beträgt 100 000 Euro. Im Bedarfsfall soll der tat-sächliche Bestand 50 000 Euro nicht unterschreiten. Die fehlenden Beträge werden von den Gemeinden im Wege einer Umlage entsprechend dem geltenden Umlageschlüssel fi-nanziert.
      2. Die Leistungen aus dem Sicherheitsfonds erfolgen gemäß den dazu erlassenen Richtlinien.

    Einstellungsuntersuchung
    Im Zusammenhang mit der Erarbeitung der Richtlinien für den Sicherheitsfonds stieß der VPA auf die Frage der Gesundheitsüberprüfung bei einer Ersteinstellung, wie sie im Öffentli-chen Dienst üblich ist. Üblicherweise hat der Dienstherr zu entscheiden, ob vor der ersten Einstellung eine Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Dienstherr unserer Pastoren ist die beru-fende Gemeinde. Da jedoch die Versorgungsansprüche in der EAK im Solidarprinzip von der Synode geregelt und gewährleistet werden, bedarf es einer synodalen Regelung. Der VPA schlägt die Einführung einer solchen Einstellungsuntersuchung vor, sodass eine Pastorin oder ein Pastor vor Dienstbeginn in ihrer bzw. seiner ersten Gemeinde ein Gesundheitszeug-nis vorlegen kann, in dem die Unbedenklichkeit der Einstellung aus medizinischen Gründen bescheinigt wird.

    Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis
    Dr. Weusmann macht darauf aufmerksam, dass im Öffentlichen Dienst alle Anwärterinnen und Anwärter ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen haben, damit die An-stellungsträger über eventuelle Straftaten informiert sind. Alle Kirchen in Deutschland fordern bei Pfarrern und Jugendreferenten inzwischen ein solches Zeugnis. Dr. Weusmann empfiehlt der Synode, entsprechend zu verfahren. Beschluss:

    • Die Synode beauftragt Dr. Weusmann, der Synode eine Beschlussvorlage vorzulegen zu den Bereichen Gesundheitsprüfung und erweitertes persönliches Führungszeugnis.

    Reformierter Bund

    Vom 29. September bis 1. Oktober 2011 findet die Hauptversammlung des Reformierten Bundes in Emden statt. Dort werden für die nächsten acht Jahre auch neue Mitglieder des Moderamens gewählt. Eine neue Entsendung seitens der Ev.-altreformierten Synode bietet sich an. Pastor F. Baarlink war acht Jahre für die EAK im Moderamen des Reformierten Bundes tätig. Die Synode dankt ihm für seine Arbeit und ernennt mit Wirkung vom 1. Okto-ber 2011 Pastor Gerold Klompmaker aus Bad Bentheim zu ihrem Vertreter im Moderamen des Reformierten Bundes. Auf der Hauptversammlung geht es um das Thema "Zur Freiheit befreit: Verheißungsvolle Kirche".

    Hinweise

    Jubiläum in Neermoor
    Die Vertreter aus Neermoor weisen auf das 150-jährige Bestehen ihrer Gemeinde und auf eine Festschrift aus diesem Anlass hin. Die Synode wünscht ein gesegnetes Gedenken. Pastor F. Baarlink wird im Festgottesdienst am 15. Mai die Synode vertreten und Grüße ausrichten.

    Diakonische Tagung
    Die nächste altreformierte Diakonische Tagung findet am 3. September in Uelsen statt.

    Adressen in Münster
    Die Kirchenräte werden gebeten, P. Lüchtenborg (Wuppertal) die Adressen ihrer Gemeinde-glieder mitzuteilen, die nach Münster umziehen. Er betreut dort einen von ihm ins Leben ge-rufenen Gesprächskreis, der sich in den Räumen der SELK (Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche) trifft.

    Jubiläum und Perspektiventwicklung in Nordhorn
    Am 16. November 2011 besteht die Gemeinde Nordhorn einhundert Jahre. Am Sonntag da-nach soll dessen gedacht werden. Zurzeit wird ein Perspektiventwicklungsseminar unter der Leitfrage "Wer sind wir, wer wollen wir sein?" durchgeführt.

    Termin der nächsten Synode

    Die Synode versammelt sich wieder am Mittwoch, 16. November 2011 in Veldhausen. Als Gast wird Militärbischof Dr. Martin Dutzmann aus Detmold erwartet, der über seine Tätigkeit berichtet. Eingaben und Anträge sind bis zum 21. September 2011 an den Synodesekretär Pastor Dr. G.J. Beuker zu richten. Laar ist erneut die einladende Gemeinde.

    Habbo Heikens, Wilsum
    (Schriftführer)

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