Frühjahrssynode 2012

    20. Juni 2012

    Synode in neuer Zusammensetzung

    Am 20. Juni 2012 kam die Synode zu ihrer konstituierenden Versammlung in Ihrhove zusammen. Für die nächsten sechs Jahre wählte sie ein neues Moderamen, das seine Arbeit allerdings erst am Tag nach dieser Tagung aufnahm, wie es die Geschäftsordnung vorsieht. So lag die Leitung noch einmal in den Händen des bisherigen Vorsitzenden Pastor Fritz Baarlink.

    Eröffnung

    Zur Eröffnung hielt Pastor Lothar Heetderks eine Andacht über Apg. 2, 42 - 47. Diese Beschreibung der ersten christlichen Gemeinde gehe nicht nur auf das zurück, was Lukas gesehen und erlebt hat, sondern auch auf das, was er von der Kirche Jesu Christi glauben durfte. So sei sie auch ermutigend für uns. Eine Zeichnung von Caspar David Friedrich mit dem Titel "Die Jacobikirche in Greifswald als Ruine um 1815" diente als Illustration. Diese Kirche wurde zwar nie zerstört. Aber Friedrich stellte sie ohne Dach und mit zerstörten Mauern dar, den Altar, das Kreuz und die Kanzel jedoch in unversehrtem Zustand. Diese Zeichnung ist Kirchenkritik und zugleich ermutigende Botschaft an die Kirche. Heetderks fragte: Würde Friedrich auch unsere Kirche so zeichnen? Sind wir Kirche Jesu Christi, Kirche für andere? Oder bleiben wir lieber unter uns? Der verschont gebliebene Chorraum und die Kanzel weisen darauf hin, dass bei allem Versagen der Menschen Gottes Werk bleibt. Jesus Christus versammelt, schützt und erhält seine Gemeinde.

    Arbeit unter Roma - Kindern in Siebenbürgen (Rumänien)

    Das war das Schwerpunkthema der Synode. Aus erster Hand gab es einen interessanten Einblick in den Arbeitsbereich der 2001 gegründeten reformierten Stiftung "Diakonia", der sich mit spürbarem Erfolg um die Förderung, Betreuung und Integration der Roma - Familien in Mera (in der Nähe von Klausenburg) und neuerdings auch in Oradea (nahe der ungarischen Grenze) bemüht. Die Synode hatte diese Arbeit zum Diakonie- Jahresprojekt 2012 bestimmt. Zu Gast war Dr. Artur Sarosi aus Klausenburg. Er ist Arzt, Initiator des Romaprojekts und Vorsitzender der Stiftung Diakonia. Sie sieht ihren Auftrag darin, Leben zu schützen, Armen, Kranken, Bedürftigen zu helfen, Verantwortung zu stärken, Entfaltung von Fähigkeiten zu entwickeln und das christliche Wertesystem zu stärken. Eltern, Schule, Kirche und Freiwillige arbeiten zusammen. Reformierte und Altreformierte aus Deutschland und anderen Ländern bieten Unterstützung. Seit 2011 finanziert der rumänische Staat einen Teil der laufenden Kosten.

    Erfahrungen in Laar

    Ein der Synode vorgelegter Bericht der Gemeinde Laar informiert über die Entwicklungen der gemeinsamen Arbeit in den letzten drei Jahren. Miriam Richter, deren Vikariat in beiden Gemeinden im September 2012 endet, zog Bilanz. Sie stellte fest, dass für viele Laarer die Zusammenarbeit besser als erwartet funktioniert. Auf die gesamte Dorfgemeinschaft habe sie eine positive Wirkung. Die gesamte Arbeit und gemeindliche Einrichtung von Kinderhort über Kindergottesdienst, Jungschar, Konfirmandenunterricht, Chöre, Frauenkreise und Seniorenkreise verläuft in beiden Gemeinden völlig parallel. Nachgedacht wird über einen gemeinsamen Konfirmandenunterricht, da die Gruppen z.T. sehr klein und Lern- und Lehrinhalte identisch sind. Neue Kreise wie Besuchsdienstkreis, Jugendausschuss oder Gitarrenkreis arbeiten leichter zusammen als länger bestehende. Bei aller positiven Bilanz bleibt festzustellen: Jede Gemeinde fühlt sich nach wie vor am wohlsten im eigenen Haus. Beide Gemeinden befürchten einen Verlust von Heimat und Identität. Der Verzicht auf jeweils eine halbe Pfarrstelle ist für beide Gemeinden immer noch schmerzlich.

    Situation und Pläne in Emden

    Ein weiteres Thema waren Pläne der Gemeinde Emden, die auf Grund ihrer geringen Gliederzahl verstärkt auf offene Angebote in ihren Gemeinderäumen setzt. Die 2010 von der Synode eingesetzte Kommission zur Begleitung und Unterstützung des Kirchenrats bei der Entwicklung eines Gemeindeaufbaukonzepts legte einen Abschlussbericht vor. Mittelfristig wird die Gemeinde kaum noch eigenständig existieren können. Deshalb empfiehlt die Kommission, verstärkt über strukturelle Fragen nachzudenken und entsprechende Schritte in die Wege zu leiten. Eine besondere Verantwortung und Chance sieht sie in der Nachbargemeinde Campen, mit der Emden die Pastorenstelle teilt.
    Inzwischen gibt es neue Pläne. In Zusammenarbeit mit dem "Arbeitskreis Leben", der die Räume der Emder Gemeinde ohnehin nutzt, ist an die Einrichtung eines Seelsorge - Cafes mit angegliederter Kleidertauschbörse gedacht. Frau Silke Gilhaus, Vorsitzende des Arbeitskreises, gab zusätzliche Erläuterungen zu den Plänen und berichtete von ermutigenden Erfahrungen mit einem Seelsorge - Cafe in Moorhusen. Eine Arbeitsgruppe Emden - Campen möchte die geplanten Aktivitäten in Angriff nehmen. Der Synodalverband Ostfriesland hat seine Unterstützung in Aussicht gestellt. Der Synodevorsitzende Pastor F. Baarlink bat die Kirchenräte der Gemeinden, bei der Planung der Diakoniekollekten auch an diese Arbeit in Emden zu denken und sie in der Fürbitte zu begleiten.

    Beschluss:

    • 1. Die Synode dankt der Kommission für ihre Tätigkeit und ihren Abschlussbericht.
    • 2. Die Synode bekräftigt ihren Beschluss, die gemeinsame Pastorenstelle von Pastorin Nina Oltmanns für Campen und Emden aus der Ausgleichskasse zu bezuschussen und 20% ihrer Arbeitszeit für das Projekt "offenes Angebot" in Emden zu beanspruchen.
    • 3. Die Synode beauftragt den im November neu einzurichtenden Ausschuss für Gemeindeaufbau mit der Begleitung dieses Projekts. Bis auf Weiteres erwartet die Synode über den Verlauf dieses Projektes alle zwei Jahre jeweils zur Herbstsynode einen Ausschussbericht.
    • 4. Die mit der offenen Arbeit verbundenen Fahrt- und Sachkosten werden über den Ausschuss für Gemeindeaufbau mit der Synodekasse abgerechnet.
    • 5. Die Arbeit der Kommission wird beendet.

    Kirchenmusik und Öffentlichkeitsarbeit

    Angeregt wurde von Organistinnen und Organisten eine Fortbildung zur Begleitung von Liedern aus dem Liederheft "Lass dich hören". Pastor Christoph Heikens berichtete für den zuständigen Ausschuss von der positiven Reaktion von ca. 12 Organistinnen und Organisten auf die Anfrage, ob der Ausschuss eine Fortbildung anbieten und organisieren solle. In Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit teilte er mit, dass die Evangelisch - altreformierte Kirche für die Teilnahme am nächsten Evangelischen Kirchentag vom 1. - 5. Mai 2013 in Hamburg angemeldet ist.
    Außerdem kommt die Bildung einer neuen Grenzbotenredaktion zur Sprache, die dem Synodeausschuss "Gemeindeaufbau und Öffentlichkeitsarbeit" als Unterausschuss angegliedert werden könnte.

    Dazu beschloss die Synode:

    • Die Synode bittet Pastor Fritz Baarlink, Veldhausen, Francien Janse-Balzer, Weener, und Johann Vogel, Laar, um kommissarische Mitarbeit mit dem Ausschuss KLMÖ mit dem Ziel, der nächsten Synode ein Konzept vorzulegen hinsichtlich Redaktionsteam, Gestalt und Umfang des Grenzboten.

    Wahl des Moderamens

    Die Synode wählte Pastor Gerold Klompmaker (Bad Bentheim) als Vorsitzenden, Pastor Hermann Teunis (Ihrhove) als Schriftführer und Diakonin Wilma Zwartscholten (Emlichheim) als Beisitzerin. Sie bilden von 2012 bis 2018 das Moderamen der Synode.

    v.l.n.r.: Dr. Gerrit Jan Beuker (Sekr.); Gerold Klompmaker (Vors.);
    Wilma Zwartscholten (Beis.); Hermann Teunis (Schriftf.)

    Wahl des Synodesekretärs

    Die Synode wählte Pastor Dr. Beuker für eine zweite Amtszeit (bis 2018) als ihren Sekretär.

    Ernennungen

    Die Synode ernannte
    - Pastor Fritz Baarlink aus Veldhausen zum Betreuer für die Ausbildung von Annegret Lambers aus Veldhausen zur Ältestenpredigerin
    - Sven Hensen in den Friedensausschuss der Ev.-reformierten Kirche.
    - Pastor Tammo Oldenhuis als ihren Vertreter in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen ACKN

    Arbeit der neuen Synode

    Ein wesentlicher Teil der Synodearbeit geschieht in den Ausschüssen. Sie müssen in der Herbsttagung im November 2012 neu besetzt werden. Bis dahin bleiben die bisherigen Ausschüsse im Amt. Bis zum 31. Juli 2012 sollen die Ausschüsse dem Sekretär Pastor Dr. G.J. Beuker mitteilen, wer aus ihrer Mitte oder bei den zugeordneten Beauftragungen ausscheidet und wen man als NachfolgerIn vorschlägt. Auch die Synodalen selbst und die Kirchenräte können bis zum genannten Termin Vorschläge für die Neubesetzungen abgeben. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Synodalen für die Tagungen der Synode jeweils einen Tag Sonderurlaub erhalten können.

    Termin der nächste Synode

    Mittwoch, 28. November 2012 um 9.00 Uhr in Veldhausen
    Die Gemeinde Nordhorn wird einladende Gemeinde sein.
    Eingaben bitte bis zum 12.10.2012 an den Synodesekretär.

    Rückblick

    In einem Schlusswort dankte der scheidende Vorsitzende Pastor Fritz Baarlink den Mitgliedern des Moderamens und dem Sekretär für die kollegiale, freundschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit und gab einen kurzen Rückblick auf die Arbeit der Synode in den vergangenen sechs Jahren. Er wies auf die Erarbeitung der neuen Verfassung hin und erwähnte, dass der Jugendbund rechtlich als Unterausschuss in die synodalen Strukturen eingegliedert wurde. Besonders beschäftigt hat sich die Synode mit der Gemeinde Emden: von der Regelung der pastoralen Versorgung bis zum aktuellen Kommissionsbericht. Inhaltlich hat sich die Synode mit dem "Abendmahl für die ganze Gemeinde" auseinandergesetzt. Sie hat ein neues Gemeindebuch herausgegeben, ein Kinderheft zum Abendmahl und das Liederheft "Lass Dich Hören" in zwei Auflagen.
    Zwei Delegations-Reisen nach Sumba unter der Leitung von Pastor Hermann Teunis (2006) bzw. Renate Heikens (2011) und der Besuch einer Frauendelegation aus Sumba (2009) beschäftigten die Synode, außerdem die Bildung einer gemeinsamen Pfarrstelle bei rechtlicher Selbständigkeit einer reformierten und altreformierten Gemeinde in Laar und das Angebot der Evangelisch - reformierten Kirche, Gespräche mit dem Ziel einer vollen synodalen Gemeinschaft zu führen, das jedoch nicht angenommen wurde. Es wurde das neue Logo erstellt. Schließlich wies F. Baarlink auf Aktivitäten hin im Zusammenhang mit dem Calvinjahr 2009, dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen (2009 sowie auf Themen wie "Taufe und Kindersegnung" , "Grüner Hahn", "Militärseelsorge und Auslandseinsätze der Bundeswehr", zu denen Referenten eingeladen wurden. Ebenfalls erwähnte er die Jahresprojekte der Diakonie: 2009 Behindertenwerkstatt Sft. Gheorge (RO), 2010 ledige Mütter in der Ukraine, 2011 Sangla Hill in Pakistan, 2012 Betreuung von Roma-Kindern in Siebenbürgen. Der Vorsitzende dankte allen, die in Ausschüssen und auf Synodesitzungen diese Bandbreite an Themen vorbereitet und bearbeitet haben und wünschte dem neuen Moderamen vergleichbare positive Erfahrungen inspirierender Zusammenarbeit.

    Habbo Heikens, Wilsum
    (Schriftführer)

    Das scheidende Moderamen: Fritz Baarlink (Vors.); Habbo Heikens (Schriftf.); Sophie Alsmeier (Beis.); Dr. Gerrit Jan Beuker (Sekr. - wiedergewählt)

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