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Bericht von der Arbeitsversammlung am 1.3.08

Hilfe annehmen - Hilfe leisten

Am 1.März 2008 trafen sich Vertreterinnen der Ev.-altreformierten Frauenkreise aus der Grafschaft Bentheim und Ostfriesland zur Arbeitsversammlung in Uelsen. Dem Frauenbund gehören 18 Vereine aus 13 Gemeinden an. Die Vertreterinnen der Frauenkreise wurden von der 1. Vorsitzenden Ina Wortelen begrüßt. Henni Wortel, 2. Vorsitzende, hielt eine

Andacht über Lukas 23, 35-43

Sie weist darauf hin, dass es für viele moderne Menschen nicht so einfach ist, Hilfe anzunehmen. Kinder werden so erzogen, dass sie später auf eigenen Füßen stehen können und sich selbst zu helfen wissen, und das ist auch gut so. Es ist wünschenswert, wenn jeder seine eigenen Probleme lösen kann. Aber was ist, wenn wir plötzlich wegen Krankheit, Behinderung oder auch im Alter auf die Hilfe anderer angewiesen sind? Oder wenn wir mit dem Tod eines geliebten Menschen und mit dem Alleinsein nicht fertig werden? Oder wenn Probleme in unserer Ehe oder mit unseren Kindern auftauchen? Tun wir uns nicht manchmal schwer damit, Hilfe anderer anzunehmen?
Wer über die Leidensgeschichte von Jesus nachdenkt, merkt, wie wichtig es den Menschen dort ist, ihre eigene Haut zu retten, sprich, sich selbst zu helfen. Aber dieses kann ein großes Hindernis für echte Hilfe sein. Petrus z.B. ist ein Mann großer Worte. Er ist bereit, für Jesus zu sterben, als es aber brenzlig wird, verleugnet er Jesus. Auch Judas weiß sich zu helfen. Er ist ein guter Rechner. Er hat sich ausgerechnet, wie viel ein Menschenleben wert ist. Für 30 Silberlinge verrät er Jesus. Und schließlich Pilatus. Er weiß, dass Jesus unschuldig ist, lässt ihn aber trotzdem verurteilen. Wegen der Angst vor einem Volksaufstand nimmt er es mit dem Recht nicht so genau.
Und wir? Irgendwo wohnen diese Personen und ihre Gedanken auch in uns. Die Taktik des Petrus, die eigene Haut zu retten, das Berechnende des Judas, mit dem wir vor allem für uns selbst sorgen, die Angst des Pilatus, die unser Gewissen auszuschalten droht. Mit all diesen Überlegungen, wie ich mich selbst rechtfertigen kann, stehe auch ich unter dem Kreuz und rufe mit den anderen: "Hilf dir selbst!"
Einer in der Leidensgeschichte ist nicht imstande, bei dieser Selbstrechtfertigung mitzumachen, sprich, sich selbst zu helfen. Es ist der zweite Verurteilte am Kreuz: Er weiß, ich kann mir selber nicht bis ins Letzte vertrauen. Jemand anders wird mir helfen müssen. Jemand, dem ich zutiefst vertrauen kann. Über Jesus sagt er: "…dieser hat nichts Unrechtes getan." Er vertraut Jesus. Diese Einsicht, dass er sich selbst nicht helfen kann, und dass er einen anderen nötig hat, der ihm hilft, macht es für diesen Verurteilten möglich, sich Jesus als seinem Heiland und Helfer anzuvertrauen. "Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!" Und Jesus antwortet: "Heute wirst du mit mir im Paradies sein."
Judas endete in der Verzweiflung und machte seinem Leben ein Ende. Petrus wurde geplagt von quälenden Selbstvorwürfen. Auch er musste erst durch das tiefe Tal der Verzweiflung. Der Verurteilte am Kreuz erfährt in seiner tiefsten Hilflosigkeit die Nähe Christi.

Netz - Partnerschaft für Entwicklung und Gerechtigkeit :

Anschließend gab der Geschäftsführer des NETZ, Ingo Ritz, einen Überblick über die Arbeit und die Ziele der Arbeit dieser Einrichtung. Die Entwicklungshilfeorganisation arbeitet in Bangladesch. Es werden Projekte unterstützt zur Selbsthilfe und Armutsbekämpfung, der Verwirklichung der Frauen- und Menschenrechte und der Katastrophenhilfe. Gefördert wird NETZ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Evangelischen Entwicklungsdienst. Der größte Teil der Einnahmen besteht aus staatlichen Zuschüssen, der andere Teil aus Spenden kirchlicher und privater Institutionen.
Das Ziel der NETZ ist die Halbierung der Armut in Bangladesch bis zum Jahr 2015. Hunger und Not haben in Bangladesch viele Gründe: Wer keine Schule besucht, verdient sehr wenig. Wer kein Geld hat, kann seine Familie nicht ernähren. Wer hungert, ist häufiger krank. Und wer entkräftet ist, kann seine Fähigkeiten nicht entfalten. NETZ setzt sich für Menschen ein, die nie lesen und schreiben konnten, die von keinem Arzt behandelt wurden, die kaum wissen, wie es sich anfühlt, abends satt im Bett zu liegen. Die Ärmsten sollen zu essen haben, Kleidung sowie Zugang zu Medizin und Bildung.


Ingo Ritz konkretisiert die Arbeit von NETZ anhand einiger konkreter Projekte und Beispiele:

  • Ein Leben lang genug Reis. Dabei werden Selbsthilfe-Strukturen aufgebaut, indem Frauen ein Startkapital erhalten, um sich selber zu versorgen. Ein sehr erfolgreiches Projekt, das maßgeblich von der Bundesregierung gefördert wird.

  • Gesundheit für Mutter und Kind. Dabei werden Dorfgruppen unterstützt, die in ihrer Region die Gesundheit verbessern. Sie sorgen für Wasserpumpen und Toilettenbau. Hygiene, Ernährungskurse und Impfprogramme werden durchgeführt. Hebammen leisten Vorsorge und Geburtshilfe.

  • Bildung. Die Hälfte der Mädchen wird vor dem 18. Lebensjahr verheiratet, manche Mädchen bereits mit zwölf Jahren. Die Folgen sind: keine Zeit für Schule, frühe Schwangerschaften, die Gesundheit der unterernährten Mütter nimmt Schaden. Ihre Kinder kommen unterernährt zur Welt. Ein Grundschulabschluss und eine einjährige Berufsausbildung, die zu eigenem Einkommen führt, ist der beste Schutz gegen die "Frühehe". Deshalb fördert NETZ die Grundschulen, die berufliche Ausbildung und außerschulisches Lernen.

  • Schutz vor Überflutung. Durch die ständig steigenden Überflutungen ist die Bevölkerung stark gefährdet. Es werden jetzt "Schutz-Areale" gebaut, die 60cm über dem höchsten Flutpegel liegen. Sie bieten 15000 Menschen Platz. Die Arbeiten werden von den verarmten Menschen ausgeführt. Von NETZ erhalten sie Material und Lohn. Der Hunger hat jetzt ein Ende und die nächste Flut richtet keinen Schaden an.

Schließlich wird darauf hingewiesen, dass Zivildienstleistende bzw. Interessierte an einem Sozialen Jahr in Projekten der NETZ mitarbeiten können. Nähere Informationen sind erhältlich bei: NETZ, Moritz-Hensold-Str. 20, 35576 Wetzlar, www.netz-bangladesch.de.

Vorstandsbericht:

Anschließend berichtete Ina Wortelen über die Aktivitäten des Frauenbundes. Seminar und Herbstversammlung fanden ein positives Echo; es ist schade, dass die jüngeren Frauen nur noch selten an dem Treffen teilnehmen. Die Frauenfreizeit in Patmos (Siegen) wurde von allen Teilnehmerinnen so gut bewertet, dass viele sich bereits für die nächste Freizeit in Lemförde angemeldet haben.
Eine Homepage und ein Logo des Frauenbundes sind in Arbeit. Geplant ist auch ein Schulungsangebot für die Vorstände der örtlichen Vereine.
Anneliese Kolthoff legte einen schriftlichen Bericht über die Frauenbundkasse vor. Gesine Wortelen berichtete über die Missionskasse des Frauenbundes. Auch 2007 wurden dem Frauenbund Mittel für missionarische und diakonische Einrichtungen anvertraut. Ein ganz herzliches Dankeschön für die jahrelange Spendenbereitschaft. "Gott segne Geber und Gaben."
Wir beendeten unser Treffen mit dem Lied 406: "Bei dir Jesus will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn…"

Dina Heerspink, Schriftführerin