Hagar sprach diese Worte. Hagar, Sklavin, Erzmutter und Leihmutter. Die erste, die in der Bibel Gott einen Namen gibt: Du bist ein Gott, der mich sieht. - Weil sie erkannte, dass Gott um ihre Not wusste. Auch wenn jemand schwere Zeiten in seinem Leben durchschreitet und fühlt; dass niemand ihn sieht oder versteht, darf er wie Hagar an Gottes Verheißung festhalten. Seine Liebe steht jedem Menschen zur Verfügung. Damals wie heute.
Ebenso Maria, die sich mit Demut und Furcht mit ihrem Glauben und ihrer vertrauensvollen Zustimmung in Gottes Plan einfügt. Frauen wie Hagar und Maria fühlten sich, wie manche von uns, als Einzelkämpferinnen und wurden doch in ihrer Arbeit gesegnet. Das soll allen Mut machen, die sich in Kirche und Gesellschaft engagieren und sich manches Mal "alleine" fühlen.
Diese Frauenfreizeit führte die bisher größte Anzahl an Teilnehmerinnen (41) nach Rehe in den Westerwald. Die "Stiftung Christliches Erholungsheim " bot uns sechs Tage eine schöne Herberge. Schon der Werdegang dieses Hauses ließ uns aufhorchen. 1936 als Reichsarbeitsdienstlager (RAD) erbaut für 500 Jugendliche, die in den Kriegsjahren als Kanonenfutter an die Front geschickt wurden. Der RAD gehörte zum nationalsozialistischen Erziehungssystem und war der 2-jährigen Wehrdienstzeit vorgelagert. Nach dem Zweiten Weltkrieg erstanden fünf Männer der Brüdergemeinde Rehe das Areal und machten es möglich, dass aus einem Ort des Fluches eine Stätte des Segens wurde.
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Geistliche und geistige Besinnung, aber auch Relaxen, Entspannung und sogar Schlemmen waren wichtige Programmpunkte dieser Freizeit. So drehten schon einige Teilnehmer morgens um 7 Uhr im hauseigenen Hallenbad ihre Runden. Andere erkundeten Rehe und Umgebung auf reizvollen Wanderwegen. Einige nahmen das Fahrrad und stellten ungewollt fest, wie dicht bewaldet die Bergkämme des Westerwaldes sind. Vor dem Frühstück beteiligten sich alle, auch die mit silbernen Haaren, an gymnastischen Übungen und hüpften schon fröhlich im Takt des Schneewalzers. Aktiv-Urlaub wie im Reise-Katalog beschrieben! Davon kann sich mancher 50-jährige daheimgebliebene Jungspund eine Scheibe abschneiden! Ganz abgesehen von dem exzellenten Wein, den wir zum Abschluss des Tages genossen.
Geistliche Vertiefung und heitere Lebenskunst - so könnte man das vom Vorstand erstellte Programm titulieren. Alle Teilnehmer waren voll des Lobes über das, was sich die Mannschaft um Ina Wortelen hatte einfallen lassen. Auch und gerade weil immer betont wurde, dass alles ein "kann", nie ein "muss" ist.
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In Gesprächen ist uns aufgefallen, dass wir uns gelegentlich pessimistische Gedanken um die Zukunft der Kirche machen. Diese Bedenken wurden ausgeräumt, als wir die Mahlzeiten gemeinsam mit sechzig jungen Frauen aus einer Gemeinde in Herborn einnahmen. Später kamen noch zwei Realschulklassen dazu. Über das gemeinsame Singen fanden wir schnell zueinander. Eine segensreiche Erfahrung!
Am Samstag erkundeten wir während einer Busfahrt den Westerwald. Wir erfuhren viel Interessantes über Land und Leute. Z.B., dass das Leben in den Dörfern nicht so stressig ist, jeder dem anderen Raum für "sein Leben " lässt. Viele Menschen in und um Rehe finden Arbeit bei Abus (Sicherheitsprodukte) oder bei Fuhrländer, dem Unternehmer mit christlichen Idealen.
Während dieser Fahrt kamen wir untereinander auf die Lage der Nation zu sprechen. Wir versuchten, Lösungen für die Probleme der Landwirtschaft oder der Energieversorgung zu finden. Das ist uns nicht gelungen. Die Zeit war zu knapp. Gut möglich, dass die nächste Männerfreizeit da zu konkreteren Ergebnissen kommt. Ein anderes Highlight war der Gottesdienstbesuch am Sonntag. Ein Festgottesdienst anlässlich der 50-jährigen Missionsarbeit der Gemeinde in Tansania. Ein Ehepaar, das während der ganzen Jahre vor Ort war, war zum Festgottesdienst angereist.
Der Pastor rief in seiner Predigt die Gemeinde auf, weiterhin aktiv zu sein. Glück entsteht durch Engagement. Wir sind von Gott nicht für Egoismus oder Selbstgerechtigkeit geschaffen. Er warnte vor der Raffgier, der wir gelegentlich zum Opfer fallen. Dazu konnte er sich eine witzige Anekdote nicht verkneifen: "Was ist der Unterschied zwischen einer siebenfachen Mutter und einem 700-Millionen- Lottogewinner? Antwort: Letzterer will mehr."
Mission weltweit lebt davon, dass einige "gehen" und andere "bleiben", aber unterstützen und geben. Dabei braucht sich keiner zu verausgaben. So zitierte er Martin Luther aus seinen Tischreden: "Während ich mein Wittenberger Bier schlürfe, baut Gott sein Reich!"
"Wer gibt und gern gibt, kann angstarm in die Zukunft gehen." Diese Worte knüpften dann wieder an unser Freizeitthema "Du bist ein Gott der mich sieht" an.
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Eine wunderbare Zeit in Rehe. Ein herzliches "Danke schön" an alle Organisatoren! Dass Ina Wortelen nach acht Jahren ihre Führungsarbeit, die mit summa cum laude honoriert wird, in andere Hände legt, tut der Sache Frauenfreizeit keinen Abbruch. Sie war und ist und bleibt spitze! Fenna Wanink, Itterbeck-Ratzel |