Rund 90 Frauen waren der Einladung des Frauenbundes in das Ev.-altref. Gemeindezentrum gefolgt und begannen den Tag mit einem gemeinsamem Frühstück. Die Vorsitzende Ina Wortelen konnte neben Pastor Hermann Teunis, dem Ehepaar Prof. Dr. Heinrich und Femmi Baarlink sowie Asnath Natar, einer Pastorin aus Sumba, die zurzeit in Süddeutschland an ihrer Dissertation arbeitet, fünf Frauen aus Sumba/Indonesien begrüßen, die vom 11. Mai bis zum 2. Juni in den altreformierten Gemeinden zu Gast waren. Es waren Rambu Piras, die Vorsitzende des Frauenbundes der Kirche Sumbas, Pastorin Yuliana Ata Ambu, die auch unseren Gemeinden mehr Dienerinnen am Wort wünschte, Irene Takandjandji, Pastorin einer Gemeinde im westlichen Sumba mit 2763 Mitgliedern, Elisabeth Rambu Tawunga, Kassenwartin in ihrer Gemeinde, Klassis und Synode und Beamtin der Kreisverwaltung (Sozialamt), und Margaretha Ndypatadi, einer Pastorengattin, die in ihrer Gemeinde im Kirchenrat und im Kindergottesdienst mitarbeitet und an ihrem Wohnort eine Mittelschule leitet. Sie alle sprachen ein Grußwort, in dem sie ihre Freude und ihren Dank aussprachen, an dem Seminar und der Begegnung teilnehmen zu können. Außerdem brachten sie ihr Interesse daran zum Ausdruck, wie deutsche Frauen leben, sowohl als Frau als auch als Christin, und wie sie sich behaupten in Kirche, Gesellschaft und Politik. Jede von ihnen wünschte den Anwesenden ein "Shalom!" und Margaretha Ndypatadi zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie die Menschen auf Sumba sich gegenseitig begrüßen. Femmi Baarlink aus Nordhorn, die mit ihrem Mann mehrere Jahre auf Sumba gelebt hat, übersetzte das Gesagte für die Anwesenden.
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Nachdem Ina Wortelen dann als Andacht zu Psalm 147 den Text "Frühling in der Gemeinde" von Johannes Hansen vorgetragen und ein Gebet gesprochen hatte, begrüßte sie Jutta Beldermann, welche zum Thema referieren wollte. Frau Beldermann ist Pastorin der evangelischen Kirche im Rheinland und seit 16 Jahren tätig bei der Vereinten Ev. Mission (VEM) in Wuppertal, deren Arbeit sie vorstellte. VEM Wuppertal Die VEM ist eine Missions-Gemeinschaft von 34 Mitgliedskirchen in drei Erdteilen. Ihre Wurzeln liegen in der Rheinischen Mission (1828), der Bethel-Mission (1886) und der Zaire-Mission (1965). Entsprechend der Überzeugung, dass "Mission heute" uns als ChristInnen alle etwas angeht, und gemäß 1. Petrus 3, 15 "Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist." sieht die VEM ihre Aufgabe darin, ChristInnen eben darin zu unterstützen, in der Kirche, im Alltag und im Berufsleben. Frau Beldermann erläuterte die verschiedenen Arbeitsbereiche der VEM anhand Lukas 4, 18-19 "Der Geist des Herrn ist bei mir, darum dass er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen, die zerschlagenen Herzens, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn." |
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1. Evangelisation
Wir glauben, dass durch das Evangelium Gottes Kraft der Erlösung und Erneuerung wirkt. Darum
- stärken wir einander in unserem geistlichen Leben und entwickeln und fördern evangelistische Projekte, um das Wort Gottes mit allen Menschen zu teilen und sie einzuladen auf Christus zu vertrauen.
- fördern wir gemeinsame Programme
- fördern wir theologischen Austausch
- ermutigen und unterstützen wir unsere Mitglieder dabei, voneinander zu lernen, wie Christen in respektvoller Weise Menschen anderen Glaubens begegnen können
2. Diakonie
Wir bezeugen, dass alle Menschen zum Bilde Gottes geschaffen sind. Darum
- unterhalten wir Basisnetzwerke, um HIV und AIDS zu bekämpfen und um für Waisen, Verwitwete und HIV-Infizierte zu sorgen
- arbeiten wir an der Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, insbesondere für derjenigen mit Behinderungen
- ringen wir darum, die medizinische Versorgung zu verbessern und physische wie psychische Gesundheit für alle Menschen zu fördern
- unterstützen wir Kirchen in ihrer Hilfe für Menschen, die in Not geraten sind, sei es durch von Menschen verursachte Katastrophen oder durch Naturkatastrophen
3. Anwaltliches Handeln
Wir glauben, dass alle Menschen zum Bilde Gottes geschaffen sind und deshalb unveräußerliche Würde und Rechte besitzen. Darum
- treten wir ein für die Menschenrechte,
- unterstützen wir Initiativen zur friedlichen Lösung von Konflikten
- unternehmen wir gemeinsam Anstrengungen, um gerechte wirtschaftliche Verhältnisse und gute Regierungsführung zu erreichen
- engagieren wir uns für den Schutz der Umwelt
4. Entwicklung
Wir sind überzeugt, dass Gottes Liebe Menschen immer wieder befähigt und stärkt. Darum
- unterstützen wir Programme, die Männer, Frauen und junge Menschen zur Selbständigkeit befähigen
- führen wir Bildungsprogramme durch
- bieten wir Stipendien für berufliche Weiterbildung an, um unseren Mitgliedskirchen bei der Qualifizierung ihres Personals zu unterstützen
- tragen wir zur Überwindung von Armut in jedweder Form bei
5. Partnerschaft
Wir verstehen uns als Glieder des einen Leibes Christi. Darum
- fördern und unterstützen wir verschiedene Formen partnerschaftlicher Beziehungen zwischen unseren Mitgliedern, die auf Respekt, Gegenseitigkeit und Transparenz aufbauen
- ermöglichen wir gegenseitige Besuche von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie von Fachkräften
- bauen wir Partnerschaftsnetzwerke auf, um multilaterale Beziehungen zu ermöglichen und zu stärken
Die VEM sieht sich als ganzheitliche Mission, wo alle voneinander lernen und bereit sind, sich verändern zu lassen, wo Ressourcen und Gaben geteilt werden und wo gemeinsam Rechenschaft abgelegt wird. Alle Spenden kommen in einen gemeinsamen Topf und werden gemeinsam an Projekte verteilt. (weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter: www.vemission.org)
Nach dem Vortrag, der noch rege Nachfragen ergab, begaben sich die Teilnehmerinnen in mehrere Kleingruppenarbeiten zu Lukas 4, 18-19. Der Vormittag wurde abgeschlossen mit einem schönen Mittagessen und der Gelegenheit zum lockeren Austausch.
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SUMBA (Indonesien) Anschließend erzählten die fünf sumbanesischen Frauen von ihrer Heimat. Anhand einer Karte vermittelten sie einen Überblick über das Land und ihre Wohnorte. Hier übernahm Asnath Natar die Übersetzung. Rumba Piras betonte, um vom Glauben erzählen zu können, müsse man erst lernen, und beklagte den Mangel an ReligionslehrerInnen. Da es in den Schulen nur noch zwei Stunden Religion in der Woche gebe, seien die Mütter mehr gefragt, ihren Kindern von Jesus zu erzählen. Verkündigung fange in den Häusern an. Christen stellten auch ihr Haus zur Verfügung, damit dort das Evangelium verkündigt werde. Neben dem Religionsunterricht gebe es auch dem Alter entsprechenden kirchlichen Unterricht und ein- bis zweimal die Woche Bibelstunden in Privathäusern. Dennoch sei der Wunsch vorhanden, dass die Kinder noch mehr lernen könnten. Während viele Bilder von den Kirchen auf Sumba gezeigt wurden, erfuhren die Anwesenden, dass es in den Städten sonntags drei Gottesdienste gibt, von 6.00 bis 7.00 Uhr (dieser sei am besten besucht), von 8.00 bis 9.30 Uhr und von 16.00 bis 17.00 Uhr. Junge Leute kämen meistens zum letzten Gottesdienst, der auch anders gestaltet sei. Auf dem Land gibt es ein bis zwei Gottesdienste. Es kämen viele Menschen in die Kirche, so dass manchmal gar nicht genug Platz für alle sei. |
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Anschließend wurde berichtet, wie der Tagesablauf einer sumbanesischen Frau in der Stadt und auf dem Land aussieht. Dies ähnelt von der Struktur her sehr dem Alltag einer deutschen Frau. Allerdings wird bereits um 5.00 Uhr (auf dem Land um 4.00 Uhr) aufgestanden und Andacht gehalten, die Kinder gehen um 7.00 Uhr zur Schule, von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr ist Mittagspause (zumindest in der Stadt) und der Tag ist bis 22.00 Uhr mit Arbeit angefüllt, wobei es durchaus Unterschiede zwischen Regenzeit und Trockenzeit gibt. |
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Es war ein eindrücklicher, begegnungsreicher und interessanter Tag mit vielen Liedern, die abwechselnd auf indonesisch und deutsch gesungen wurden, mit geistlichem Austausch und Gebeten, mit gemeinsamem Essen und dem gegenseitigen Überreichen von Geschenken. Ina Wortelen überreichte den Sumbanesinnen zur Erinnerung Tücher, behäkelt und bestickt mit dem Logo des Frauenbundes. Mit einer Kaffeetafel fand dieses Seminar dann ein schönes Ende. Antje-Gertraude Schrader, Schriftführerin |