Info-Tour 2011 mit vielen guten Eindrücken

Vom 9. bis 17. April war eine Gruppe von zehn Personen im Rahmen einer Info-Tour nach und in Rumänien unterwegs: Georg Arends (Uelsen), Evert Baarlink (Wilsum), Hermine und Lukas Köster (Gemeinde Veldhausen), Gerda und Albertus Lenderink (Bad Bentheim), Hermann Wortelen (Hoogstede), Hermann Teunis (Ihrhove) sowie Alfred Alsmeier (Bad Bentheim) und Günter Kolk (Ihrhove), die die Leitung der Reise übernommen hatten. Drei Personen sind per Flugzeug nach Klausenburg angereist, die anderen haben sich mit einem Bulli auf den über 2000 km langen Weg gemacht.

Eine der ersten Stationen in Rumänien war der Ort Nearsova. Hier wurden wir vom Pastorenehepaar Melinda und Istvan Vincze aufs Herzlichste begrüßt. Nearsova ist ein kleines Dorf, zu dem schon in den ersten Jahren der Rumänienhilfe Kontakte bestanden haben. Verglichen mit diesen ersten Jahren hat sich hier einiges entwickelt: Das Dorf hat eine feste Zufahrt und eine befestigte Dorfstraße erhalten. Die reformierte Kirche ist in den letzten Jahren renoviert worden, dabei konnte auch eine neue Heizung eingebaut werden. Von außen und innen merkt man der Kirche an, dass sie von der Gemeinde liebevoll gepflegt und gestaltet wird.

Im Gespräch wurden auch einige Probleme des Dorfes deutlich, die auch für viele andere Ortschaften in Rumänien gelten: Das Einkommen der meisten Menschen in Rumänien ist gering, viele Jüngere ziehen in die Stadt bzw. ins Ausland, wo sie bessere Möglichkeiten haben. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Rumänien stark getroffen. Vor einigen Monaten hat eine Tischlerei, bei der viele Bewohner aus der Umgebung angestellt waren, schließen müssen. Viele Dorfbewohner versuchen, mit ihrem Einkommen als landwirtschaftliche Klein betriebe über die Runden zu kommen, was aber zunehmend schwieriger wird.

Darum ist die Hilfe aus Deutschland nach wie vor sehr wichtig und willkommen. Insbesondere Arbeitslose und ältere Menschen sind dringend auf Unterstützung angewiesen. Das Ehepaar Vincze koordiniert die Hilfe für die Bedürftigen in der Umgebung auf sehr gute Weise.

Als weitere Station ging es nach Aiud zum Internat Bethlen Gabor, in dem zurzeit ca. 700 Schüler unterrichtet werden. Hier konnte durch die Rumänienhilfe in den letzten Jahren Vieles ausgebaut werden. In der Stadt Ocna-Mures wurden wir vom Pastorenehepaar Bartha und der Musiklehrerin Eva Forika empfangen. Auch hier war zu erfahren, dass die wirtschaftliche Lage Rumäniens nach wie vor sehr angespannt ist. Die Arbeitslosigkeit liegt hier bei ca. 30 Prozent, nachdem drei größere Industriebetriebe ihre Produktion eingestellt haben.

In Sf. Georghe haben wir einige Projekte der Diakonie besucht. Im Jahre 2009 konnte in enger Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Nordhorn und zahlreichen Unterstützern eine Behinderteneinrichtung gegründet werden. Hier kommen in der Tagespflege ca. 45 Personen mit Behinderungen zusammen, die zum Teil in der Werkstatt tätig sind und dadurch ihr eigenes Einkommen haben. Andere kümmern sich um die Sortierung von gebrauchten Textilien, auch ein Second-Hand-Laden gehört zu diesem Projekt. Es gilt auch im Umfeld als ein vorbildliches Beispiel für die Arbeit mit behinderten Menschen.

Außerdem waren wir zu Gast bei der Diakoniestation in Sf. Georghe. Diese koordiniert die häusliche Krankenund Altenpflege in ca. 50 umliegenden Gemeinden. Dazu gehören auch der Verleih von Krankenpflegehilfen (Gehhilfen, Rollstühle, Krankenbetten, Rollatoren) sowie ein Hausnotrufsystem. Weil in den Dörfern viele ältere Menschen auf sich allein gestellt sind, ist diese Arbeit sehr wertvoll. läuft, hat sich vieles in Rumänien zum Besseren verändert. Allerdings gibt es immer noch viele Menschen, die von einem sehr geringen Einkommen leben müssen. Deshalb sind unsere Hilfslieferungen nach wie vor sehr willkommen und hilfreich. Durch den Ausbau der diakonischen Arbeit kann die Kirche in Rumänien ein gutes Zeugnis für die Hilfe Gottes geben.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren beiden Leitern der Info-Tour, die nebenbei auch einige Absprachen für die nächsten Hilfslieferungen zu tätigen hatten, und allen, die die Arbeit der Rumänienhilfe fördern und unterstützen.

Im Namen der Reisegruppe
Hermann Teunis, Ihrhove