Freizeit 2011

    Freizeit des Frauenbundes 23.–28.09.2011 in Krelingen

    Gruppenbild mit Damen

    Der Frauenbund on Tour

    Die jährliche Frauenbund-Freizeit fand in diesem Jahr im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (GRZ) statt. Der Teilnehmerin Fenna Wanink wurden wenige Tage später von ihrem Bruder Gustav Ensink neugierige Fragen rund um die Freizeit gestellt. Das Gespräch wurde von beiden für den Grenzboten rekonstruiert.

    Gustav: Aha, Frauenfreizeit. Wie viele Frauen, bzw. Männer haben denn teilgenommen?

    Fenna: Genau 39 Frauen, die meisten verwitwet. Männer werden gar nicht eingeladen. Es ist eine Frauenfreizeit, die vom Frauenbund organisiert und auch in diesem Jahr von Henni, Gre, Gesine und Anneliese sehr gut vorbereitet wurde.

    Gustav: 39 Frauen? Da hat es an Unterhaltung nicht gefehlt?

    Fenna: Auf keinen Fall, man hatte sich viel zu erzählen. Ob nun bei der Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide, beim Besuch des Vogelpark Walsrode oder bei den Mahlzeiten - fast immer gab es fröhlichen Gesprächsstoff. Dazu muss ich auch sagen, dass nicht getratscht wurde. Das ist nicht immer selbstverständlich.

    Gustav: Wie muss man sich den Tagesablauf einer solchen Freizeit vorstellen?

    Fenna: Vor dem Frühstück war Morgengymnastik angesagt, Erika brachte uns ordentlich auf Trab. Vormittags befassten wir uns mit Textpassagen aus der Abraham-Geschichte. Nachmittags und abends ließen wir es locker angehen. Auch für diese Zeit hatte sich der Vorstand viel Kreatives ausgedacht.

    Gustav: Gab es so etwas wie einen Zapfenstreich ?

    Fenna: Nee, open end.

    Gustav: Konntet ihr euch über das Tagesgeschehen informieren oder ist man dort aus der Welt?

    Fenna: Es lagen Tageszeitungen aus und die Heute-Nachrichten um 19 Uhr sind fast Pflichtprogramm bei allen Freizeiten.

    Gustav: Du bist Jahrgang 1954, nahmen auch jüngere Frauen teil?

    Fenna: Was heißt jung? Von außen betrachtet, lässt sich eine Vergreisung nicht leugnen. Im Kopf ist so manche Teilnehmerin jedoch fitter als manche 30jährige. Aber, es ist schon schade, dass man kaum "jüngere" dafür begeistern kann.

    Gustav: Werden keine Probleme gewälzt?

    Fenna: Doch, doch! Wenn Kinder oder Enkel sich von Kirche, Gemeinde und Glauben entfernen, verursacht das Schmerzen. Im Gespräch untereinander konnte man seine Seele, zumindest kurzzeitig, durchlüften.

    Gustav: Was muss ich mir unter einem "Geistlichen Rüstzentrum" vorstellen?

    Fenna: Auf dem Gelände befindet sich nicht nur das Gästehaus für u.a. Freizeiten, sondern auch eine Tischlerei und eine Gärtnerei, die sogar überbetriebliche Ausbildungsstätten sind. Dort arbeiten in der Regel trockene Alkohol- und Drogenabhängige, aber auch viele Leute mit psychischen Erkrankungen. Ziel ist es, die Betroffenen für den Alltag zu rüsten und zu integrieren. Seit einigen Jahren gibt es eine ADHS-Arbeit für betroffene Familien. Und es gibt eine Tagungsstätte und betreutes Wohnen für Senioren. Und dann noch das Studienzentrum für Theologiestudenten, um Sprachen zu studieren. Ich meine, Berthold Bloemendal und Christoph Heikens waren auch einige Semester hier.

    Gustav: Das ist wohl umfangreich, alles mit Spendengeldern finanziert?

    Fenna: Weiß ich nicht so genau, aber ich denke, Geld braucht nicht nur Griechenland. Es geht aber noch weiter. Ein Reiterhof, eine Buchhandlung eine riesige Sporthalle und viele Sport- und Spielgeräte sind ebenso vorhanden. So fand der Gottesdienst am Sonntag in der umgestalteten Turnhalle statt. Krelingen hatte alle Freunde eingeladen, um u.a. auch über die Arbeit des GRZ zu berichten.

    Gustav: Läuft der Gottesdienst ähnlich wie bei uns ab?

    Fenna: In etwa, kein Psalmengesang, aber viele neue geistliche Lieder. Am Nachmittag hörten wir Vorträge vom Landesbischof und Sprecher des Wort zum Sonntag Ralf Meister, und Uwe Holmer berichtete über Grenzerfahrungen.

    Gustav. Der Holmer mit Honecker?

    Fenna: Ja der den Honecker nach dem Fall der Mauer bei sich aufgenommen hat.

    Gustav: Wäre Krelingen was für mich?

    Fenna: Warum nicht? Fahr doch mal hin. Schau dir die Werkstätten an. Oder lass dir ein Möbelstück nach deinen Vorstellungen schreinern. Im Übrigen gibt es auch eine Kunstgalerie mit Wechselausstellungen. Du arbeitest doch mit einem muslimischen Künstler zusammen. Vielleicht könnt ihr eure Bildersammlung über Paulus dort einmal zeigen. Fragen kostet nichts.

    Gustav: Mach ich! Wie war das Essen?

    Fenna: Nichts zum Abnehmen.

    Gustav: Was nimmst du von Krelingen mit?

    Fenna: Zugegeben, ich hatte Vorbehalte. Es heißt doch öfters, zu pietistisch, zu evangelikal. Ja, na und ? Sie machen dort eine gute Arbeit, das hat mir imponiert. Für alle Altersgruppen wird etwas geboten. Dass z.B. neben der Kirche ein Basketballkorb platziert wurde, ist doch toll, das könnten wir in unseren Gemeinden doch auch tun. Und nach dem Gottesdienst wurde der gesamte Blumenschmuck veräußert. Könnten wir doch auch machen, wäre doch die Rettung für manchen (Ehe)Mann.

    Gustav: Wenn dann mal nicht zu viele Männer in den Gottesdienst kommen...!

    Fenna: Probleme löst man, wenn sie da sind.

    Fenna Wanink, Wilsum/Ratzel