Herbstversammlung 2011

    Bericht von der Herbstversammung des Frauenbundes

    "Vorherbestimmt zu ewigem Heil oder Unheil"

    Mit diesem Thema hatte der Frauenbund am 08.10.11 zur Herbstversamlung alle altref.Frauenvereine aus der Grafschaft und Ostfriesland sowie viele Gäste ins altref. Gemeindezentrum nach Emlichheim eingelade.

    Nach der Begrüßung führte die 1.Vorsitzende mit einer Lesung aus Ps.89,1,3-5 einer Andacht und einem Gebet in den nachmittag ein. Bevor Fr. Dr.Ilka Werner aus Neuss mit ihrem Thema begann,erzählte uns Fr. Schüürmann von ihrer Delegationsreise nach Sumba und übermittelte herzliche Grüße.

    Dr. Ilka Werner bedankte sich für die Einladung und unterstrich gleichzeitig das es ein schweres Thema ist. Wir haben über den Begriff Prädestination-zu deutsch :Vorherbestimmung nachgedacht. Prädestinationist im Grunde eine Kurzform für :Erwählung des Menschendurch Gott und seine Vorherbestimmung zu Heil od. Unheil.

    Dieses "Stück Dogmatik" galt einmal das Herzstück ref. Tradition. Und heute gilt es vielen als Inbegriff eines schrecklichen,strengen, falschen Gottesbildes. Ob das hier bei uns anders ist? Jedenfalls ist es eine der schwierigen theologischen Lehren, mit der wir uns an diesem nachmittag befaßt haben.

    Frau Dr. Werner teilte ihre Rede in 5 Punkten ein:

    1.Vorbemerkungen
    In unserem Alltag kommt es öfters vor, das wir das Wort Vorherbestimmt gebrauchen,z.Bsp. wenn junge Menschen (jetzt auf Schule bezogen) selbsbewußt, wortgewandt und mutig auftreten um das Amt eines Schülersprechers zu übernehmen. Wir meinen dann, daß ihre Gabe für dieses Amt perfekt ist. In der Theologie ist es anders: da hat es mit Gottes Erwählung und seiner Gnadenwahl zu tun.

    2.Prädestinationswlehre in der Theologiegeschichte
    Wenn es Streit um die richtige Lehre gibt, dient oft die Vorherbestimmungslehre der Entängstigung, ist also eine Trostlehrefür die, die durch ihre Glaubensüberzeugung in dem Konflikt mit der herschenden Lehre geführt werden. Augustin meint,das alle Menschen durch den Sündenfall für immer verloren sind. Aus Barmherzigkeit schickt Gott für die, die er vor der Schöpfung schon erwählt hat, Jesus Christus. Augustin ist der Meinung das Jesus Christus nur für einige Menschen gekommen ist.aber verschieden davon a

    Johannes Calvin istvon der Meinung das der Glaube nicht das Werk desw Menschen ist-sondern Gnadengabe. Diese Gabe bekommen nicht alle -so sagt die Bibel, und das sagt uns unsere Erfahrung, etw. wenn wir beobachten, wie die Predigt bei manchen Glauben weckt, bei anderen nicht. Die Gnadengabe des Glaubens, so müsse man denken, folgt der Gnadenwahl Gottes.Das ist im Kern die Erwählungslehre. Gott hat aber nicht nur erwählt, sondern auch verworfen.Wer dagegen Einwändew erhebt, versucht,die Geheimnisse Gottes zu erforschen oder Gott seinen menschlichen Vorstellungen unterzuordnen. Beide steht uns nicht zu.Nutzen der Lehre ist Demut,Dankbarkeit und Gewissheit des Heils. Auffällig ist aber, das Calvin von sich und seinen Glaubensbrüdern als von den Erwählten spricht. Ein theoretische Erörterung der Frage"Bin ich erwählt oder nicht?" kennt er nicht.

    3. Das Zeugnis der Schrift
    In der Bibel finden sich verschiedene Texte, die von Erwählung und auch in gewisser Weise von Vorherbestimmung sprechen:z.Bsp.Eph.1,4;Röm.8,28-30; Joh.6,44a;Röm .9,16; Mal.1,2b+3a und besonders 1.Tim.2,4. Sie sprechen aber verschieden davon. Es lassen vorsichtig Verbindungen zw. den Situationen und der Vorstellung ausmachen.

    4.Karl Barth
    Für Barth ist die Erwählung die "Summe des Evangeliums." Er macht ernst mit dem Gedanken, daß Jesus Christus für alle Menschen gekommen ist. Jesus Christus ist der erwählte Mensch, in ihm sind wir erwählt. Jesus Christus ist als der Gekreuzigte der verworfene Mensch, mit ihm sind wir verworfen. Jesus Christus ist als der Auferstandene der bestätigte Erwählte, mit ihm sind wir bestätigt. Ttotzdem soll man wegen der bleibenden Freiheit Gottes keine Allversöhnung lehren, aber wegen der Liebe Gottes auch kein absolutes Dekret.

    5. Und Heute?
    Unsere Gottesvorstellung verarmt, wenn wir uns das Nachdenken über Erwählung und Vorherbestimmung ersparen. Darum kann das Lehrstück nicht völlig abgeschafft werden. Eine biblisch begründete Erwählungslehre kann helfen, die Ängste der modernen Menschen ernst zu nehmen und zu trösten. Die Bibel ist da viel mutiger als viele Prediger/innen heute.Sie spricht nicht nur von von der Liebe Gottes sondern auch von Zorn,von Ablehnung,Strafe,Mahnung,und von Verwerfung.Vieleicht sollten wir aber nicht wieder eine logische Vorherbestimmung zu Heil oder Unheil entwickeln,denn so viel weiß nicht einmal die Bibel.

    Nach dem Kaffee entwickelte sich eine rege Diskussion .Zum Ende der Veranstaltung wurde Antine Borggreve aus Uelsen als 2. Vorstzende vorgestellt. Wir danken Henni Woertel für ihre langjährige Arbeit im Vorstand und wünschen Antine viel Spaß und Gottes Segen bei ihrer Tätigkeit.

    Johanne Gerritzen, Schriftführerin