Seminar 2012

    "Wie wir beten können!"

    Eindrücke vom Frauenbundseminar in Laar

    Am 5. Mai 2012 fand das diesjährige Seminar des Frauenbundes im ev.-altreformierten Gemeindehaus in Laar statt. Der Frauenbund hatte eingeladen, mehr als 80 Frauen waren gekommen.
    Die Vorsitzende Gesine Wesselink eröffnete die Versammlung um 14.30 Uhr. Sie begrüßte uns herzlich und las aus der Bibel Pred. 3, 1-15. Alles hat seine Zeit. Wir wollen Gott vorschreiben wann und wie er handeln soll, aber Gott macht alles fein zu seiner Zeit.
    Nach dem Gebet begrüßte unsere Vorsitzende unseren Referenten Dr. Rauhaus aus Weener.
    Wir sangen Lied 331 1,2+10. Dr. Rauhaus bedankte sich für die Einladung und begann mit seinem Vortrag: "Wie wir beten können."

    "Fromm sein und beten, das ist eigentlich ein und dasselbe." Dieser Satz stammt von Friedrich Schleiermacher, reformierter Professor in Berlin Anfang des 19. Jahrhunderts.
    In den biblischen Zeiten hat man buchstäblich die Hände aufgehoben, hat die leeren Hände zum Himmel gestreckt und mit offenen Augen zum Himmel gesehen, während wir heute die Hände falten und die Augen schließen.

    Beten, das ist etwas zutiefst menschliches und seit die Menschen eine Ahnung haben, dass es eine Macht über uns gibt, die uns freundlich zugewandt ist, haben sie gebetet. Auch Jesus hat seine Jünger beten gelehrt - das Unser Vater Gebet.
    Warum sollen wir Gott mit Vater anreden? Weil wir in kindlicher Ehrfurcht und Zuversicht Gott gegenüber, uns an ihn wenden sollen. Wir dürfen vertrauen, dass Gott uns das worum wir beten noch viel weniger verweigern will, als unsere Väter uns irdische Dinge abschlagen. Nun sind ja nicht alle Väter gleich, der Vater im Himmel aber, der durch Christus unser Vater geworden ist, ist uns beständig in Güte zugewandt. Er hat keine Launen, er sagt nicht nur, dass er unser Bestes will, sondern er will es wirklich. So sehen wir wie Menschen in der Bibel auch immer gebetet haben.

    Dr. Rauhaus schildert uns die Geschichte von Hanna, die Gott angefleht hat um einen Sohn 1. Sam.). Das Kind, das sie dann später zur Welt brachte war der große Prophet und Richter Samuel. Hanna lobte und dankte Gott dafür. Auch die Psalmen kann man als Gebete sprechen. Man kann also beides machen; man kann sein Gebetsanliegen selbst in Worte fassen oder man kann mit Worten aus der Bibel oder dem Gesangbuch beten. Viele Leute haben heute ein Problem mit dem Beten und sagen beten bringt nichts - man weiß ja nicht, ob das überhaupt hilft. Nur weil es nicht immer so geht, wie wir es erbitten, können wir doch nicht sagen Beten hilft nichts; es kommt doch alles, wie es kommen muss.

    Jedes Gebet soll unter der Überschrift stehen: " Nicht wie ich will, sondern wie du willst." Ein bekannter Theologe hat gesagt: " Wer betet, nimmt Teil an der Allmacht Gottes." Der Betende wendet sich an den Gott, der wirklich den ganzen Weltprozess überschaut und sieht, was wir nicht sehen und weiß, was wir nicht wissen und vermag, was wir nicht vermögen. Diesem Gott wendet sich der Betende vertrauensvoll zu. Mit Gott können wir reden wie mit einem guten Freund. In 2. Mose 33,11 heißt es: " Der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet. So dürfen wir auch mit Gott reden in der Gewissheit, dass der Herr hört.

    Wer staunen und sich freuen kann, der kann auch danken. Das sind die beiden Grundformen des Betens: Bitten und Danken.  Des Weiteren gibt es noch die Anbetung - man will Gott einfach verherrlichen. Neuerdings gibt es mancherorts spezielle Anbetungsgottesdienste. Soweit die Ausführungen von Dr. Rauhaus.

    Wir sangen Psalm 116 1,6+9.
    Nach der Kaffeepause folgte ein reges Gespräch mit vielen Fragen. Anschließend sangen wir Lied 605 1-5. Zum Abschluss dankte unsere Vorsitzende den Frauen aus Laar für die herzliche Bewirtung. Gestärkt nach Leib und Seele gingen wir nach dem Singen von Lied 677 1-4 fröhlich nach Hause.

    Gré Oosterhuis, Jemgum Schriftführerin