Herbstversammlung 2013

    Wenn der Akku leer ist

    Herbstversammlung am 28.September 2013 in Emlichheim

    Viele waren gekommen und so konnte die Vorsitzende des Frauenbundes, Gesine Wesselink, viele erwartungsvolle Frauen begrüßen. Nach Gebet, Begrüßung und Andacht sprach Pastor Jan Hermes aus Scherpenzeel zum Thema: "Wenn der Akku leer ist… Wie kann der Glaube wieder aufgeladen werden?"

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    Pastor Hermes verglich den Menschen mit einem Auto, das Mittel um unterwegs zu sein. Und es ist unglaublich wie viel wir ins Auto investieren - an Geld und Zeit. So wie das Auto unterwegs ist, sind wir unterwegs im Leben. Wir schauen nach dem körperlichen, seelischen und geistlichen Zustand. Diese hängen eng zusammen. Wie fühle ich mich? Kräftig oder schlapp? Ruhig oder gestresst? Fühle ich mich wohl oder habe ich Schwierigkeiten mit meinem Selbstbild? Bin ich dankbar für mein Leben? Wenn ich bete, was steht im Vordergrund? Ist Gott mir nahe oder fern?

    Pastor Hermes nannte Markus 8,1-9. Jesus gibt 4.000 Menschen zu essen. Die Menschen waren erschöpft, sie sind den ganzen Tag unterwegs gewesen, um Jesus zu hören. Auch wir sind manchmal total am Ende. Wie können wir den Akku wieder aufladen? Ganz einfach: „Ruht ein wenig!" Auch Jesus zog sich zurück, wenn er müde war. Wir müssen entdecken, was uns Ruhe und Kraft gibt, wir müssen unseren Körper bejahen. In der Kirche sind wir manchmal leibfeindlich gewesen. Die Bibel ist das nicht. Denken wir an das Buch Hohelied oder Esther. Bei einem gesunden Körpergefühl haben Seele und Geist Profit.

    Wir sollen liebevoll und verantwortlich mit unserem Körper umgehen. Paulus fragt: „Wisst ihr nicht, dass der Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist?" (1.Kor. 6,19) Oftmals hängt unser körperliches Wohlbefinden eng mit dem seelischen zusammen. Die grundlegende Frage ist: Warum fließt mehr Energie aus meinem seelischen Akku als wieder Energie hereinkommt? Kleine Sachen bringen uns oft auf die Palme. Aber manchmal helfen schon kleine Veränderungen oder Einsichten, z.B. nicht essen und lesen zugleich.

    Wenn wir über unsere Gefühle reden, müssen wir eine Etage tiefer ansetzen. Sowohl schöne als auch schlimme Ereignisse verbrauchen viel Energie. Eine weitere biblische Geschichte finden wir in Lukas 10. Ein Mann ging hinab von Jeru-Salem, hinab vom Schalom, weg vom inneren Frieden. War er auf der Flucht? Was macht er dort alleine? Er bewegte sich in die falsche Richtung und kam unter die Räuber. Und davon gibt es viele in unserer Gesellschaft, wodurch Menschen „halbtot“ am Rande liegen. Drei Ursachen nannte Jan Hermes: KKK

    Kritik: Du machst dir zu große Sorgen um die Meinung anderer.
    Konkurrenz: Du denkst, andere können das bestimmt besser als ich.
    Konflikt: Du kannst es nicht ertragen, wenn andere deine Meinung nicht teilen.
    Übrigens: 90 Prozent der Dinge, über die wir uns Sorgen oder Ängste machen, treffen niemals ein.

    Wenn der Akku leer ist und man unter die Räuber gekommen ist, ist Heilung nötig. Damit verbunden stellen sich drei wichtige Fragen:
    a. Wer bin ich?
    b. Wem gehöre ich?
    c. Was ist mir wichtig?

    Darauf gibt der Referent entsprechende Antworten:
    a. Du bist für Gott von Bedeutung, so wie du bist. Führe kein Doppelleben!
    b. Was du mit deinem Leben machst, ist deine Wahl. Gott gibt uns die Freiheit zu wählen.
    c. Wenn wir hier kein inneres Wertesystem haben, wird es durch die Umwelt bestimmt: Macht, Ansehen, Vermögen, Vergnügen.

    Emotional laden wir auf, finden wir Ruhe, wenn wir eine gefundene Identität, akzeptierte Verantwortung und deutliche Prioritäten haben. Damit dichten wir die Lecks im Akku ab. Gott will uns seine Kraft geben, sie ist immer da.

    Gesunde Regelmäßigkeiten fordern unser geistliches Wachstum. Das Glaubensleben ist kein Hundertmeterlauf, sondern eher ein Marathon. Man braucht Ausdauer. Jesus zog sich auch zurück, um mit seinem himmlischen Vater alleine zu sein. So sollen auch wir regelmäßig die Stille mit Gott suchen. Es gibt so viele Möglichkeiten: Kirchgang, Singen, Beten, Lesen, Gespräche mit anderen Christen… Der 23. Psalm spricht, wenn es gut geht, über Gott, aber in dem einen Satz, der die Krise beschreibt, mit Gott: „Du bist bei mir!"

    Wir bekommen Energie, wenn wir wissen, dass Gott unser Leben will, dass unser Leben Sinn und Ziel hat und dass Gott es ist, der unser Leben in seiner Hand hält. Psalm 23 endet mit der inneren Sicherheit, dass wir im Hause des Herrn verbleiben bis in Ewigkeit. Was uns auch alles passieren mag im Leben, letzten Endes kann uns nichts passieren (vgl. Frage 1 aus dem Heidelberger Katechismus). Pastor Hermes wünschte uns, dass es uns gelingt, den Akku immer wieder aufzuladen.

    Nach der Pause gab es noch einige Fragen und Bemerkungen. Anschließend wurden Gesine Wesselink als 1. Vorsitzende und Anneliese Kolthoff als Kassenführerin verabschiedet. Begrüßt wurden als neue Vorsitzende Renate Heikens aus Wilsum und als Kassenführerin Waltraud Mulder aus Weener. Pastor Hermes sprach das Dankgebet und gestärkt an Leib und Seele fuhren wir nach Hause.

    Gré Oosterhuis, Schriftführerin