Seminar 2016

    Seminar des Frauenbundes am 4. Juni 2016 in Nordhorn

    Pastor Gerold Klompmaker war an diesem Nachmittag zu Gast. Er referierte über das „Unser Vater Gebet.“ Einige Gedanken dazu:

    Wir reden über Gott, aber immer weniger mit Gott. Das Gebet verschwindet immer mehr. Beten aber ist ein Reden mit Gott. Im Gebet spricht sich unser Glaube aus. Wir sollen antworten auf Gottes Zuspruch und uns einlassen auf eine Beziehung mit Gott für ein gelingendes Leben.

    Ein Zitat von Helmut Thielke: „Es gibt nichts, was in diesem Gebet nicht besprochen wird, es ist ein totales Gebet.“ Es wird an Wiegen und Särgen gesprochen und ist schon überall gebetet worden. Wenn wir die Anrede und den Schluss ausklammern, bleiben sieben Bitten über.

    Pastor Klompmaker verdeutlichte das Gebet anhand einer Blume mit Blüten.
    Erst kommt das Göttliche:
    1.)          Geheiligt werde dein Name
    2.)          Dein Reich komme
    3.)          Dein Wille geschehe

    Dann das Menschliche:
    4.)          Unser tägliches Brot ( Brot, das körperlich und geistlich sättigt)
    5.)          Vergib uns unsere Schuld
    6.)          Erlöse uns von dem Bösen
    7.)          Führe uns nicht in Versuchung

    Folgende Gesprächspunkte wurden ausführlich besprochen:
    - Geheiligt werde dein Name: Wo zeigt sich bei uns, dass der Name Gottes geheiligt wird?
    - Dein Reich komme: Wo gibt es (anweisbare) Zeichen des schon anwesenden Reiches? „Himmel“ ist für mich…
    - Dein Wille geschehe: Wollen wir das wirklich? Wo fürchte ich Gottes Willen?
    - Unser tägliches Brot gib uns heute: Was ist Brot? Was bedeutet es, wenn wir „unser“ beten?
    - Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern: Erfahrungsbericht von Schuld und Vergebung - Wie geht es mir, wenn ich schuldig werde? Mit wem kann ich darüber reden? Wie ist es, wenn ich jemanden um Verzeihung bitten muss? Wie werde ich mir der Vergebung durch Christus gewiss? Anderen Schuld vergeben: Wie geht es mir dabei?
    - Führe uns nicht in Versuchung: Ein Künstler inszeniert folgenden Spruch: „Protect me from what I want“ – „Schütze mich vor dem, was ich will“. Was will er damit aussagen?
    - Erlöse uns von dem Bösen: Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn sie an das Böse denken, von dem Gott uns erlösen soll?

    Wenn man die Eckpunkte der Blüten verbindet, bekommt man zwei Dreiecke, den Davidstern.

    Weiter beschäftigten wir uns mit den Zahlen. So ergeben sich interessante Hinweise. Wenn man z.B. die sechs Ecken des Davidstern sieht, wird darin gern auch ein Verweis auf die sechs Arbeitstage der Schöpfung gesehen, die durch die ruhende Mitte zur vollkommenen Schöpfung vollendet wird. Zählt man die innenliegenden Ecken des Sterns hinzu, kommt man auf zwölf Ecken. Dies wiederum wird als Hinweis auf die zwölf Stämme Israels gesehen. Für Christinnen  und Christen ist die Zahl Zwölf sicherlich ein Hinweis auf die zwölf Jünger Jesu, die Kirche Jesu Christi. Die Zahl Zwölf wiederum ist das Produkt aus Drei (theologische Ganzheit) und Vier (irdische Ganzheit).

    Wir stellten fest, dass es in der Bibel eine reiche Tradition der Zahlensymbolik gibt, die als eine interessante und vielsagende Zeichenspreche für die frohe Botschaft dient. Anhand dieser Zahlensymbolik und der Impulsfragen führten wir ein anregendes Gespräch. Pastor Klompmaker wurde unser Dank ausgesprochen.

    Unsere Vorsitzende Renate Heikens las noch einen Brief vor, den die Delegation zu unserer Schwesterkirche auf Sumba mitnimmt. Mit Sumba verbindet uns seit über 100 Jahren viel, als Partnerkirchen sind wir gemeinsam unterwegs.
    Den Nordhorner Frauen sei an dieser Stelle für ihre Gastfreundschaft gedankt.

    Gré Oosterhuis, Bunde
    (Grenzbote, 3.7.2016)